Tunesien: Flüchtlinge benötigen unsere Hilfe

Ugo George aus Nigeria im Gespräch mit Monia Ben Taleb, die als Teil unseres psychologischen Teams in Tunesien Hilfe für Flüchtlinge und Migranten anbietet.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen leistete auch im Jahr 2017 humanitäre Hilfe in Tunesien: Flüchtlinge, Migranten und Opfer von Menschenhändlern gehörten zu den bedürftigen Bevölkerungsgruppen im Land.

Tunesien: Flüchtlinge und unsere Hilfe im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen leistete basismedizinische und psychologische Hilfe in Tunesien: Flüchtlinge wurden seit 2012 versorgt. Im Jahr 2017 erhielt Ärzte ohne Grenzen die Genehmigung der Behörden, die Aktivitäten für Flüchtlinge, Migranten und Opfer von Menschenhändlern sowie für bedürftige Tunesier fortzusetzen, die nur einen beschränkten Zugang zu medizinischer Hilfe hatten. Die Projekte liefen in den beiden Küstenstädten Zarzis und Sfax.
  • In Zarzis, im Südosten des Landes, leisteten mobile Teams medizinische und psychologische Hilfe im Zentrum des Roten Halbmondes. Sie hielten hier 1.833 Konsultationen ab. Jede dritte Sprechstunde wurde von einer Frau wahrgenommen. Die mobilen Teams boten zudem medizinische und psychologische Unterstützung für die letzten im Lager Choucha verbliebenen Bewohner an, bis das Camp im Juni 2017 zwangsgeräumt wurde. Insgesamt hielten sie hier 109 Sprechstunden ab. Das Lager an der Grenze zu Libyen war 2011 eröffnet worden für Flüchtlinge: Tunesien reagierte damit auf die vielen Menschen, die damals vor dem Krieg in Libyen flohen.
  • In Sfax, einer Küstenstadt 280 Kilometer nördlich von Zarzis, leistete Ärzte ohne Grenzen medizinische und psychologische Hilfe für Opfer von Menschenhandel und Migranten aus Subsahara-Afrika sowie für andere bedürftige Bevölkerungsgruppen.
  • In den Häfen von Sfax und Zarzis leisteten die Teams zudem Nothilfe für Neuankömmlinge. Sie spendeten Medikamente und medizinische Kits für Notsituationen, einschließlich intravenöse Flüssigkeiten, Verbandsmaterial und Kanülen, an die Behörden der Provinz Medenine. Ärzte ohne Grenzen unterstützte die Behörden auch bei der Bekämpfung einer Hepatitis-A-Epidemie, indem 7.200 Impfstoffe finanziert wurden. Im Oktober übergab Ärzte ohne Grenzen alle Aktivitäten an andere Organisationen und beendete die Hilfe in Tunesien für Flüchtlinge.

Ärzte ohne Grenzen startete erstmals 2012 Hilfe für Flüchtlinge in Tunesien.