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Unsere Hilfe in Griechenland

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Die aktuelle Situation in Griechenland

Anfang September 2020 brachen im größten europäischen Geflüchtetencamp Moria auf Lesbos mehrere Feuer aus. Das völlig überfüllte Camp brannte komplett nieder. Nach dem Brand wurde ein neues Camp in Küstennähe errichtet. Dort ist es windig und die Zelte bieten insbesondere im Herbst und Winter kaum Schutz vor Stürmen, Regenfällen und Schnee. Teilweise haben sie auch keinen Boden und beherbergen mehrere Familien gleichzeitig. In Zeiten der Covid-19-Pandemie eine gefährliche Situation, denn einige Menschen im Camp gehören zu Coronavirus-Hochrisikogruppen. Auch auf den anderen Inseln Samos, Kos, Leros und Chios sind die Bedingungen für Asylsuchende weiterhin menschenunwürdig.

Deshalb fordern wir in unserem offenen Brief an die Bundesregierung: Aufnahmen von Geflüchteten aus Griechenland fortsetzen & Hotspot-Experiment beenden!

Wie wir in Griechenland helfen

  • Wir bieten Geflüchteten auf den griechischen Inseln Lesbos und Samos psychologische Hilfe.
  • Wir impfen Kinder gegen häufige Kinderkrankheiten, behandeln chronische Krankheiten und versorgen Opfer von Folter und sexualisierter Gewalt.
  • Wir setzen uns für die Unterbringung aller Asylsuchenden von den griechischen Inseln in sichere Unterkünfte auf dem Festland oder in anderen europäischen Ländern ein.

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Warum wir in Griechenland helfen

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Geflüchtete Familie auf Samos
Auf Samos leben rund 3500 Menschen in einem zusammengepfercht und unter miserablen Bedingungen in einem Camp, das für 648 Menschen geplant war.
©Dora Vangi/MSF

Griechenland und die Inseln der Agäis wie Lesbos, Samos oder Chios sind seit der Umsetzung des EU-Türkei-Deals 2016 ein symbolträchtiger Ort für das Scheitern Europas. Zehntausende Menschen sitzen hier, teils seit Jahren, unter unmenschlichen und entwürdigenden Bedingungen fest und warten auf eine Entscheidung über ihren Asylantrag. Ihnen werden grundlegende Rechte und eine elementare Versorgung verwehrt. Dank unabhängiger Spenden können wir auf einigen Inseln und in der Hauptstadt Athen ein Minimum an medizinischer und humanitärer Hilfe leisten.

Fast alle Geflüchteten haben bei ihrer Ankunft im Land mehrere Monate oder Jahre der Flucht hinter sich. Sie fliehen vor Krieg, Gewalt und Armut. Einige Kinder haben noch nie eine Schule besucht, manche leben seit ihrer Geburt in Zelten. Sie hoffen, in Europa endlich Schutz zu finden. Doch auf den griechischen Inseln wiederholt sich ihre Geschichte: ständige Unsicherheit, prekäre Lebensbedingungen, Gewalt, Krankheiten. Medizinische Versorgung gibt es kaum. Schwangere müssen in unbeheizten Zelten oder gar unter freiem Himmel leben, ebenso wie Frauen und Neugeborene wenige Tage nach der Geburt. Die Gefahr sexualisierter Gewalt ist besonders für allein reisende Frauen und unbegleitete Minderjährige groß.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1991 Hilfe in Griechenland an.

  • 84.7
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 83.7 Jahre
  • 79.8
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 78.9 Jahre
  • 237
    Mitarbeiter*innen waren für uns im Einsatz.
  • 10.3
    Millionen Euro haben wir für unsere Hilfe vor Ort aufgewendet.

Quellen: UNDESA (2019a), MSF International Activity Report 2019

Unsere Hilfe in Griechenland 2019

  • 46.600 ambulante Beratungen 

  • 7.470 psychologische Einzelberatungen 

  • 11.600 Routineimpfungen 

  • 390 Behandlungen von Folteropfern 

  • 780 Behandlungen infolge sexualisierter Gewalt 

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Griechenland: Impfung gegen Pneumonie für Geflüchtete
Unser Arzt Stefanos Tsallas impft Geflüchtete auf den griechischen Inseln gegen Pneumokokken.
©MSF/Sophia Apostolia

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Hilfe für Geflüchtete, wo Europa seine Verantwortung ignoriert

Seit Jahren leben auf den griechischen Inseln Männer, Frauen und Kinder unter widrigen Umständen. Auf der politischen Ebene fordern wir, dass sich die EU endlich ihrer Verantwortung stellt und umgehend die Menschen von den griechischen Inseln in andere EU-Staaten bringt. Die Mitgliedsstaaten müssen ein Asylsystem etablieren, das wirklich funktioniert, und sie müssen aufhören, Geflüchtete unter unmenschlichen Bedingungen ausharren zu lassen.

Diese Menschen stellen keine Gefahr für andere dar, sie sind selbst in Gefahr und benötigen Hilfe. Wir müssen in ihnen die Menschen sehen, die aus Kriegsgebieten und vor Verfolgung geflohen sind.

Marco Sandrone, Projektkoordinator auf Lesbos