Unsere Hilfe in Ägypten

Teams von Ärzte ohne Grenzen behandelten 2016 insgesamt 1.465 neue Patientinnen und Patienten in Ägypten.

Unsere Aktivitäten im Überblick

Im Jahr 2017 weitete Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Ägypten aus, um den zunehmenden Bedarf von Geflüchteten und Migranten im Land zu decken.

Die Hilfe in Ägypten im Einzelnen (Auszug):

  • Die Hilfe in Ägypten konzentrierte sich auf die medizinische Versorgung von Geflüchteten und Migranten in der Hauptstadt Kairo. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR lebten im September 2017 insgesamt 211.104 Geflüchtete und Asylbewerber aus 63 Nationen in Ägypten. Viele von ihnen waren vor Konflikten und großer Unsicherheit aus Ländern wie Syrien, Irak, Libyen, Sudan, Somalia und Eritrea geflohen. Einige erlebten in ihrer Heimat oder während der Flucht Gewalt und Ausbeutung und entwickelten daraufhin psychische Probleme und körperliche Beschwerden. In Ägypten ist es für sie oft schwer, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, da es bürokratische und sprachliche Hürden gibt. Zudem sind die Kosten für viele unerschwinglich, und es mangelt darüber hinaus an geeigneten Einrichtungen.
  • Seit 2012 bietet Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Ägypten eine medizinische Versorgung für Migranten und Geflüchtete an, die auf ihren individuellen Bedarf zugeschnitten ist. Die Aktivitäten umfassen medizinische und psychologische Hilfe, Physiotherapie und soziale Unterstützung.
  • Im Jahr 2017 umfasste unsere Hilfe in Ägypten zusätzlich zur Behandlung von 1.500 bereits in Therapie befindlichen Personen auch die Versorgung von mehr als 2.000 neuen Patientinnen und Patienten. Die Teams hielten rund 20.000 Konsultationen ab: mehr als 4.200 medizinische Sprechstunden, 2.600 physiotherapeutische Anwendungen, 9.100 psychologische Gespräche und 3.500 soziale Beratungsgespräche.
  • Ärzte ohne Grenzen fokussierte die Hilfe in Ägypten auch auf Gespräche mit dem Gesundheits- und Bevölkerungsministerium sowie mit nationalen medizinischen Institutionen, um partnerschaftliche Projekte in relevanten Bereichen der öffentlichen Gesundheit zu etablieren. So wurde im Jahr 2017 mit der ägyptischen forensisch-medizinischen Behörde vereinbart, dass die Teams deren Personal darin schulen, Überlebende sexueller Gewalt medizinisch zu versorgen. Ärzte ohne Grenzen verhandelte auch mit dem ägyptischen Roten Halbmond über ein gemeinsames Projekt, um bei Katastrophen medizinische Hilfe in Ägypten zu leisten.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 2011 Hilfe in Ägypten an.