Unsere Hilfe in Armenien

Im Referenzlabor werden Proben von Menschen mit Tuberkulose-Verdacht untersucht. Ärzte ohne Grenzen leistete 2017 Hilfe in Armenien unter anderem für Patienten mit resistenter und extrem resistenter Tuberkulose.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Im Jahr 2017 konzentrierte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Armenien auf die Unterstützung der Gesundheitsbehörden bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten, die an resistenter Tuberkulose erkrankt sind.

Die Hilfe in Armenien im Einzelnen (Auszug):

  • Seit dem Jahr 2005 fokussiert Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Armenien darauf, Patienten mit resistenter Tuberkulose zu behandeln. Die Teams haben dabei die Aktivitäten nach und nach ausgeweitet. Seit Juni 2016 decken sie die Versorgung landesweit ab. Tuberkulose (TB) ist noch immer ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem in Armenien. Rund 44 Prozent von 100.000 Bewohnern waren im Jahr 2016 daran erkrankt. Der Anteil der an resistenten Tuberkuloseformen infizierten Personen betrug unter den bereits behandelten TB-Patientinnen und Patienten etwa 47 Prozent.
  • Im Jahr 2013 gehörte Armenien – mit Unterstützung von Ärzte ohne Grenzen - weltweit zu den ersten Ländern, die das Medikament Bedaquilin einsetzten. Diese Hilfe in Armenien war bahnbrechend, denn das Arzneimittel war das erste TB-Mittel seit 50 Jahren, das neu entwickelt worden war. Das armenische Gesundheitsministerium und Ärzte ohne Grenzen kooperierten, um ein weiteres neues TB-Medikament namens Delamanid zugänglich zu machen. Im Jahr 2015 wurden beide Arzneimittel im Rahmen der Stop-TB-Partnerschaft vorgeschrieben. Dabei handelt es sich um ein Projekt, das zum Ziel hat, den Gebrauch von Bedaquilin und Delamanid zu beschleunigen und ihre Sicherheit und Effektivität bei regelmäßiger Anwendung zu dokumentieren.
  • Im Rahmen der Hilfe in Armenien haben bis zum Jahresende 2017 insgesamt 142 Patientinnen und Patienten, die an einer resistenten TB-Form erkrankt sind, eine Behandlung mit einem der beiden neuen Medikamente begonnen. Die Behandlung dauert zwei Jahre lang und erfordert die Einnahme Tausender Tabletten unter medizinischer Beobachtung. Ärzte ohne Grenzen unterstützt die Patientinnen und Patienten bei dieser anstrengenden Therapie, indem einige Medikamente zuhause eingenommen werden können. Dabei wird eine medizinische Fachkraft per Video zugeschaltet, die so die Einnahme überwacht. Im Jahr 2017 profitierten 65 Patientinnen und Patienten von dieser Art der Hilfe in Armenien.
  • Seit dem Jahr 2016 behandelt Ärzte ohne Grenzen zudem Patientinnen und Patienten, die neben einer resistenten Tuberkuloseform gleichzeitig an Hepatitis-C erkrankt sind. Die Teams wenden dabei ein schnell wirksames antiretrovirales Medikament an, das neu, effektiv und weniger toxisch ist. Im Jahr 2017 haben 26 koinfizierte Patientinnen und Patienten im Rahmen der Hilfe in Armenien diese Therapie begonnen.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1988 Hilfe in Armenien an.