Unsere Hilfe in Armenien

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen fokussierte die Hilfe in Armenien im Jahr 2015 auf die Unterstützung des Nationalen Tuberkulose-Kontrollzentrums. Das Land weist eine der höchsten Raten an multiresistenter Tuberkulose weltweit auf. 

Unsere Hilfe in Armenien im Einzelnen (Auszug):

  • Bereits seit 2005 unterstützt Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Armenien das Nationale Tuberkulose-Kontrollzentrum (NTCC), um auf die Tuberkulose-Epidemie im Land und die hohe Anzahl von Patientinnen und Patienten mit einer resistenten Tuberkuloseform zu reagieren. Zu Beginn wurde ein Projekt in Eriwan gestartet, um Fälle mit resistenter Tuberkulose (TB) zu behandeln. Im Jahr 2015 arbeitete Ärzte ohne Grenzen bereits in sieben Regionen landesweit sowie in Gefängnissen. Bis zum Jahresende wurden 226 Patienten mit resistenter Tuberkulose in Einrichtungen behandelt, die von Ärzte ohne Grenzen unterstützt wurden. Im November halfen die Teams zudem dem Nationalen Tuberkulose-Kontrollzentrum dabei, im Zentralkrankenhaus die Thorax-Chirurgie für Tuberkulose-Patienten wiedereinzuführen.
  • Ärzte ohne Grenzen richtete bei der Hilfe in Armenien auch den Blick auf die Qualität der TB-Medikamente. Denn die Behandlungen, die derzeit für Patienten mit resistenter Tuberkulose verfügbar sind, sind ausgesprochen unbefriedigend, da sie lange dauern, toxisch, komplex und sehr unwirksam sind. Die Therapieergebnisse sind für TB-Kranke, die unter multiresistente Tuberkulose leiden - und besonders für diejenigen, die an einer extrem resistenten Tuberkuloseform erkrankt sind - schlecht. Seit dem Jahr 2013 hilft Ärzte ohne Grenzen daher den armenischen Gesundheitsbehörden, zwei neue Tuberkulose-Medikamente einzuführen: Bedaquilin und Delamanid. Zwischen April 2013 und Dezember 2015 begannen 81 Patienten mit multiresistenter und extrem resistenter Tuberkulose ihre Therapie mit diesen Arzneimitteln.
  • Da das NTCC sich bemüht, die eigenen Kapazitäten zu erhöhen, veränderte Ärzte ohne Grenzen den Fokus der Hilfe in Armenien: weg von der Unterstützung von Patienten mit konventionellen Behandlungen für multiresistente Tuberkulose und hin zur Therapie von Patienten mit multiresistenter und extrem resistenter Tuberkulose, die die beiden neuen Arzneimittel erhalten. Diese Hilfe in Armenien ist Teil der „Stop TB“-Partnerschaft mit UNITAID.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1988 Hilfe in Armenien an.