Unsere Hilfe in Äthiopien

Nyathor Palong leidet an Tuberkulose und HIV. Unsere Mitarbeiter befragen die 80-Jährige im Flüchtlingslager Kule, wo sie seit ihrer Flucht aus dem Südsudan lebt. Unsere Hilfe in Äthiopien gilt Geflüchteten wie auch Einheimischen.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen fokussierte 2017 die Hilfe in Äthiopien darauf, Engpässe in der Gesundheitsversorgung zu beheben und auf akute Notlagen wie Mangelernährung oder Epidemien zu reagieren.

Die Hilfe in Äthiopien im Einzelnen (Auszug):

  • Die Hilfe in Äthiopien konzentrierte sich im Jahr 2017 auf einen großen Ernährungsengpass, der in den Zonen Dolo und Jarar, Region Somali, zu Mangelernährung führte. Die Teams nahmen 3.400 mangelernährte Kinder stationär in die Ernährungszentren auf. Gleichzeitig verteilten sie therapeutische Nahrungsmittel an weitere fast 14.000 Kinder, die ambulant versorgt wurden. Darüber hinaus kam es in der Region Somali zu einer der größten Epidemien von akutem wässrigen Durchfall der vergangenen Jahre. Ärzte ohne Grenzen verteilte Medikamente, eröffnete Behandlungszentren und behandelte 18.302 Verdachtsfälle.
  • In den Regionen Oromia und Somali führte Ärzte ohne Grenzen zahlreiche Impfkampagnen für Vertriebene durch.
  • In der Stadt Dolo, die an der Grenze zu Somalia liegt (Liben-Zone), leisteten die Teams im Jahr 2017 basismedizinische Hilfe für die lokale Bevölkerung und für somalische Flüchtlinge. Die Teams behandelten 31.588 Personen ambulant und nahmen 3.671 Personen stationär in Dolo Ado auf, betreuten zwei Gesundheitsposten in Buramino und Hilaweyn und stellten öffentlichen Krankenhäusern in Fik und Degehabur Fachpersonal und Medikamente zur Verfügung.
  • In Wardher, Dolo-Zone, umfasste die Hilfe in Äthiopien in der zweiten Jahreshälfte vor allem die Bekämpfung einer Epidemie von wässrigem Durchfall in Verbindung mit Mangelernährung: Die Teams errichteten mehr als 50 orale Rehydratationsstationen und rund 30 ambulante Ernährungszentren. Vor der Epidemie hatte Ärzte ohne Grenzen das lokale Krankenhaus auf der Geburtshilfe- und pädiatrischen Station unterstützt, ein Tuberkulose-Programm sowie zehn mobile Kliniken in Danod und Yacub betreut. Diese Aktivitäten wurden während der Epidemie angepasst oder unterbrochen. In Geladi eröffneten die Teams ein neues Projekt, behandelten 235 Patientinnen und Patienten mit Gelbfieber-Symptomen und 235 Fälle von Masern.
  • In der Gambella-Region unterstützte Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Äthiopien das einzige Krankenhaus, das fachmedizinische Hilfe für rund 800.000 Menschen anbot. Die Teams nahmen 2017 mehr als 29.310 Patientinnen und Patienten in der Notaufnahme auf, führten 1.468 chirurgische Eingriffe aus und halfen bei etwa 1.230 Geburten. Sie arbeiteten zudem in den Flüchtlingslagern in Kule und Tierkidi, Bezirk Itang, in denen rund 120.000 südsudanesische Geflüchtete lebten. Ärzte ohne Grenzen betreute eine Klinik und sechs Gesundheitsposten, machte mehr als 300.000 ambulante Behandlungen und nahm 1.995 Patientinnen und Patienten stationär auf. Diese Hilfe in Äthiopien umfasste auch Impfkampagnen und mobile Kliniken in den Lagern. In Pugnido unterstützten die Teams die Notaufnahme und Intensivstation eines Krankenhauses sowie die stationäre Versorgung und Geburtshilfe-Station. Sie behandelten insgesamt 46.484 Personen ambulant und halfen bei 188 Geburten.
  • In Abdurafi betreute Ärzte ohne Grenzen mit dem Tropeninstitut in Antwerpen, der Universität Gondar und dem äthiopischen Institut für Öffentliche Gesundheit Forschungsarbeiten zur Tropenkrankheit Kala-Azar (viszerale Leishmaniose). Ziel dieser Hilfe in Äthiopien war es, bessere Behandlungsmethoden für komplizierte Kala-Azar-Fälle zu entwickeln. Das Team in Abdurafi versuchte zudem, ein wirksameres Mittel gegen Schlangenbisse zu finden. Im Jahr 2017 wurden 322 Personen gegen Schlangenbisse und 299 Kala-Azar-Fälle behandelt.
  • In der Region Tigray boten die Teams ambulante und stationäre psychiatrische Hilfe für eritreische Flüchtlinge in den Lagern in Shimelba und Hitsats an. Das Team in Hitsats nahm 2017 mehr als 3.600 ambulante Behandlungen vor.1.583 Patientinnen und Patienten wurden stationär aufgenommen. Zusätzlich wurden bei einem Malaria-Ausbruch mehr als 2.600 Menschen in mobilen Kliniken behandelt.

Ärzte ohne Grenzen leistete erstmals 1984 Hilfe in Äthiopien.