Unsere Hilfe in Äthiopien

Ein Gruppe von Menschen, die vor Gewalt geflohen sind, steht vor einer Unterkunft für Vertriebene in der Region Oromia.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen fokussierte 2018 die Hilfe in Äthiopien darauf, Engpässe in der Gesundheitsversorgung zu beheben und auf akute Notlagen von Vertriebenen und Flüchtlingen zu reagieren. Wir hielten u.a. 500.800 ambulante Konsultationen ab, versorgten 3.010 Kinder in unseren ambulanten Ernährungsprogrammen und impften 103.800 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren gegen Masern.

Die Hilfe in Äthiopien im Einzelnen (Auszug):

  • Die Hilfe in Äthiopien konzentrierte sich im Jahr 2018 auf die Versorgung von Vertriebenen und Flüchtlingen. Neben den rund 1,8 Millionen Vertriebenen beherbergte Äthiopien die zweitgrößte Gruppe an Geflüchteten in Afrika: Zum Jahresende waren es mehr als 900.000 Menschen, die vor allem aus dem Südsudan, Somalia und Eritrea kamen.
  • Im Juli begann eines unserer größten Nothilfe-Projekte nahe Gedeo, Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker, und Guji, Region Oromia. Dort blieben nach Kämpfen Hunderttausende Vertriebene ohne jegliche Versorgung zurück. Im Rahmen unserer Hilfe in Äthiopien unterstützten wir Krankenhäuser, Kliniken, Gesundheitsposten und mobile Kliniken bis zum Ende des Jahres. Dann übergaben wir die Aktivitäten an die Behörden. Im Oktober starteten wir ein neues Nothilfe-Projekt, da es zu gewaltsamen Vertreibungen in Ost-Wellega, im Grenzgebiet zwischen den Regionen Benishangul-Gumuz und Oromia, gekommen war. Unsere Teams konzentrierten sich auf die Nothilfe-Versorgung sowie Wasser- und Sanitäraktivitäten. Am Ende des Jahres weiteten sie diese Hilfe auf West-Wellega aus.
  • Im Rahmen der Hilfe in Äthiopien verstärkten wir unsere Unterstützung für das Gambella- Krankenhaus, der einzigen Einrichtung, die fachmedizinische Hilfe anbot: Die Teams arbeiteten in der Notaufnahme, im Operationssaal, auf der chirurgischen Station und der Geburtshilfe-Station.
  • Wir unterstützten die Behörden bei der Versorgung der Flüchtlingslager in Kule, Nguenyyiel und Tierkidi. Unsere Teams arbeiteten dort in einer Klinik, betreuten die Geburtshilfe-Station sowie sechs Gesundheitsposten.
  • Nach dem Friedensabkommen zwischen Äthiopien und Eritrea im Juli 2018 wurden im September die Grenzen geöffnet. Dies führte zu einer Zunahme von Asylsuchenden, vor allem von Frauen und Kindern. Unser Team bot ihnen stationäre und ambulante psychologische sowie psychiatrische Hilfe in Äthiopien an. Viele berichteten über traumatische Erfahrungen.
  • In Abdurafi konzentrierte sich Ärzte ohne Grenzen auf die Prävention, Diagnose und Behandlung von Kala Azar (viszerale Leishmaniose) und Schlangenbissen. Wir behandelten 322 Patienten mit Schlangenbissen und 299 Personen mit Kala Azar.
  • In der Stadt Dolo, die an der Grenze zu Somalia liegt (Liben-Zone), leisteten die Teams seit 1995 medizinische Hilfe für die lokale Bevölkerung und für somalische Flüchtlinge. Zum Jahresende übergaben wir die meisten Aktivitäten an die Behörden, außer der Geburtshilfe- und Mütterstation.
  • Ebenfalls zum Jahresende übergaben wir unsere Arbeit im Krankenhaus in Wardher sowie in den Gesundheitszentren in Danod und Lahel-Yucub in der Dolo-Zone.
  • Seit November 2017 wurden Migranten ohne Papiere aus Saudi-Arabien zwangsweise abgeschoben. Darunter waren auch rund 10.000 Äthiopier monatlich. Im Rahmen unserer Hilfe in Äthiopien unterstützten wir die Ankömmlinge medizinisch und psychologisch am Flughafen.

Ärzte ohne Grenzen leistete erstmals 1984 Hilfe in Äthiopien.