Unsere Hilfe in Äthiopien

Unser mobiles Team bei der Arbeit in der Nähe von Wardher. Unsere Hilfe in Äthiopien umfasste 2016 die Behandlung vieler mangelernährter Kinder.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen fokussierte 2016 die Hilfe in Äthiopien darauf, endemische Krankheiten wie Kala-Azar zu bekämpfen und auf die Bedürfnisse der wachsenden Flüchtlingsbevölkerung zu reagieren. Zudem behandelten die Teams wegen der schweren Dürre in Äthiopien viele mangelernährte Kinder.

Die Hilfe in Äthiopien im Einzelnen (Auszug):

  • Die Hilfe in Äthiopien erstreckte sich über mehrere Regionen landesweit: In der Somali-Region arbeiteten die Teams im Krankenhaus in Wardher sowie in Kliniken der Bezirke Danod und Yucub. Sie leisteten ambulante und stationäre Hilfe – inklusive basismedizinischer und reproduktiver Versorgung. Außerdem behandelten sie Mangelernährung und Tuberkulose (TB). Dabei waren sie in zehn ländlichen Kliniken tätig und spendeten Medikamente sowie medizinisches Material. Die Teams behandelten hier im Jahr 2016 rund 45.000 Patientinnen und Patienten. Im Aufnahmezentrum in Dolo Ado wurden 2016 insgesamt 3.075 somalische Flüchtlinge verzeichnet, vor allem Frauen und Kinder. Die Teams unterstützten die Neuankömmlinge mit basismedizinischer Hilfe, Routine-Impfungen und wegen der Dürre in Äthiopien auch mit Ernährungshilfe. Zudem betreuten sie drei Gesundheitsposten in den Lagern Buramino und Hiloweyn und waren in einer Klinik in der Stadt Dolo Ado tätig. In der zentralen Somali-Region unterstützte Ärzte ohne Grenzen die Notaufnahme im Bezirkskrankenhaus in Fik, den Operationssaal, die Geburtshilfestation und das Stabilisierungszentrum für schwer mangelernährte Kinder. Die Teams betreuten im Rahmen dieser Hilfe in Äthiopien auch ein Tuberkuloseprogramm und spendeten Medikamente sowie medizinische Instrumente. In Degehabur bot Ärzte ohne Grenzen Mutter-Kind-Hilfe, Familienplanung und die Versorgung von Überlebenden sexueller und genderbasierter Gewalt an. Im Krankenhaus leisteten die Teams ambulante und stationäre medizinische Hilfe und arbeiteten in der Notaufnahme. Aufgrund der Dürre in Äthiopien errichteten sie ein Stabilisierungszentrum für schwer mangelernährte Kinder mit medizinischen Komplikationen. Die Menschen in 14 entlegenen Ortschaften wurden mit mobilen Kliniken versorgt.
  • In der Gambella-Region lebten 2016 mehr als 340.000 südsudanesische Bürgerkriegsflüchtlinge. Ärzte ohne Grenzen stellte ambulante und stationäre medizinische Hilfe in den Lagern in Kule und Pugnido sowie in der Stadt Pugnido zur Verfügung. Die Teams betreuten auch Gesundheitsposten in Kule und Tierkidi sowie eine mobile Klinik im Lager Pagak. Das Krankenhaus in Gambella erhielt Medikamentenspenden und Unterstützung im Operationssaal. Von dieser Hilfe in Äthiopien profitierten 264.000 Flüchtlinge und Einheimische. Die Teams behandelten auch 87.000 Malaria-Patientinnen und Patienten.
  • In der Amhara-Region konzentrierte sich Ärzte ohne Grenzen auf die Prävention, Diagnose und Behandlung der Tropenkrankheit Kala-Azar. Die Teams behandelten Menschen, die gleichzeitig an Kala-Azar und HIV oder Tuberkulose erkrankt waren. Zudem versorgten sie Patienten mit Schlangenbisse und unterstützten die Überweisung von Notfällen.
  • Im Rahmen der Hilfe in Äthiopien bot Ärzte ohne Grenzen psychologische Hilfe für 6.200 eritreische Flüchtlinge in den Lagern in Shimelba und Hitsatsin in der Tigray-Region an und betreute ein psychiatrisches Zentrum und eine stationäre Einrichtung. Insgesamt wurden 3.435 geflüchtete Menschen ambulant und stationär behandelt.
  • In der Oromia-Region führte Ärzte ohne Grenzen aufgrund der Dürre in Äthiopien zwei Ernährungsprojekte durch, von der mehr als 5.000 Kinder profitierten. Zudem liefen Masern-Impfkampagnen in den Regionen Afar, Somali sowie in der Region südliche Nationen, Nationalitäten und Völker (SNNPR). Ab März 2016 kam es zu Nothilfeeinsätzen in mehreren Landesteilen, um wässrigen Durchfall zu bekämpfen. Diese Hilfe in Äthiopien umfasste auch die Schulung von Personal, den Bau von vorübergehenden Behandlungszentren sowie die Wasser- und Sanitärversorgung.

Ärzte ohne Grenzen wurde erstmals 1984 wegen einer Dürre in Äthiopien tätig.