Unsere Hilfe im Sudan

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte 2015 die medizinische Hilfe im Sudan fort. Die Teams arbeiteten in sehr entlegenen Regionen und unter schwierigen Bedingungen. Zudem wurde der Zugang zu den Menschen, die am schlimmsten vom Konflikt betroffen waren, stark eingeschränkt. 

Die Hilfe im Sudan im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen konzentrierte die Hilfe im Sudan auf die Basisgesundheitsversorgung und auf die Reaktion beim Ausbruch von Krankheiten. Ein Schwerpunkt der Arbeit lag in Darfur, wo es beträchtliche medizinische Bedarfe gab und das Gesundheitsministerium hin und wieder fachmedizinische Unterstützung anforderte. Allerdings verweigerten die Behörden den Zugang zum Bundesstaat Blue Nile, beendeten zwangsweise Aktivitäten im Bundesstaat Ost-Darfur und erschwerten die Hilfe durch bürokratische Hürden und Blockaden in Süd-Darfur. Ärzte ohne Grenzen konnte daher in drei großen Konfliktgebieten Sudans nicht auf medizinische Notfälle reagieren und dort keine überlebenswichtige Hilfe leisten.
  • Im Rahmen der Hilfe im Sudan setzte Ärzte ohne Grenzen das Projekt in El Sireaf, Nord-Darfur, fort. Es handelt sich dabei um ein Goldminengebiet, in dem es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt. Die Teams setzten die Versorgung im Krankenhaus fort. In zwei zusätzlichen Kliniken versorgten sie die Vertriebenen mit basismedizinischer Hilfe. Ärzte ohne Grenzen nutzte ein Netzwerk von Gemeindegesundheitshelfern, um präventive Gesundheitsaufklärung und Informationen über das kostenlose medizinische Angebot zu verbreiten. Im Jahr 2015 hielten die Teams mehr als 54.000 Sprechstunden ab. 
  • Etwas weiter östlich war die Klinik von Ärzte ohne Grenzen die einzige Gesundheitseinrichtung für die Menschen in der Region Jebel Mara. Die Teams hielten dort rund 59.000 Sprechstunden ab, versorgten 16.700 Kinder mit Routineimpfungen und behandelten 1.300 mangelernährte Kinder.
  • Medizinische Hilfe im Sudan leistete Ärzte ohne Grenzen auch in der entlegenen Region Dar Zaghawa. Die Teams hielten etwa 54.200 basismedizinische Konsultationen in Um Baru, Furawiya und Jurajeem ab.
  • Das Nothilfeteam Nord-Darfur (NDER), das sich aus Mitarbeitern der Gesundheitsbehörden und von Ärzte ohne Grenzen zusammensetzte, führte zwei Masern-Impfkampagnen durch. Die erste in El Sireaf erreichte 80.000 Personen, die zweite fand in den Vertriebenenlagern Zam Zam und Korma statt. Hier wurden 55.000 Kinder geimpft. Zudem wurden die Kinder auf Mangelernährung untersucht und erhielten Vitamin-A-Tabletten. 
  • Ein Nothilfeteam eröffnete ein Gesundheitszentrum in Zam Zam. Vier Monate lag stellte Ärzte ohne Grenzen hier die basismedizinische Versorgung sicher, bevor eine lokale Organisation die Aktivitäten übernahm. Im Rahmen der Hilfe in Sudan unterstützte Ärzte ohne Grenzen auch einen Monat lang das Krankenhaus in El Fasher, als es zu einem Ausbruch von Dengue Fieber kam. Die Teams kooperierten mit der lokalen Nichtregierungsorganisation Zulfa: Sie bauten Räume für die basismedizinische Versorgung und behandelten bis Ende Juli die Patienten. Darüber hinaus unterstützte das Nothilfeteam die Gesundheitsbehörden bei einer Aktion gegen akute Gelbsucht in Um Kadada und übernahm das Fallmanagement für Keuchhusten und Dengue Fieber nahe El Sireaf.
  • In West-Darfur betreute Ärzte ohne Grenzen in der Ortschaft Kerenek drei Gesundheitszentren und zweiwöchentlich eine Klinik in Watsani. Insgesamt hielten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr als 33.800 Sprechstunden ab.
  • Ärzte ohne Grenzen weitete die medizinische Hilfe in Sudan aus, als es im November zu einem Ausbruch von viralem hämorrhagischem Fieber kam. Die Teams errichteten eine Isolierstation im Krankenhaus in El Geneina und betreuten zwei mobile Kliniken, um Patienten zu ermitteln, zu behandeln und bei Bedarf zu überweisen. Mehr als 3.000 Personen mit Fieber wurden untersucht. 1.000 von ihnen waren an Malaria erkrankt, fünf Personen wurden mit Verdacht auf hämorrhagisches Fieber behandelt. Der Grund für den Ausbruch blieb unklar. 
  • Ärzte ohne Grenzen reagierte auch auf einen Masern-Ausbruch in West-Darfur. Die Teams impften Kinder zwischen sechs Monaten und 15 Jahren, behandelten erkrankte Kinder und betreuten die Isolierstation im Krankenhaus in El Geneina. Darüber hinaus trainierten sie das Personal der Gesundheitsbehörden in der Überwachung von Krankheiten sowie in der Vorbereitung und Reaktion auf Notfallsituationen.
  • Im Bundesstaat El Gedaref ist die Tropenkrankheit Kala-Azar endemisch. Ärzte ohne Grenzen untersuchte dort im Rahmen der Hilfe im Sudan 1.500 Personen auf Kala-Azar und behandelte im Jahr 2015 insgesamt 359 Patienten im Regierungskrankenhaus Tabarak Allah. Darüber hinaus unterstützten die Teams die sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung im Krankenhaus:  Sie führten etwa 2.200 Schwangerenberatungen durch, halfen bei Geburten und überwiesen Frauen mit Geburtsfisteln an das Fistel-Behandlungszentrum in Kassala. Als es zu einer Masern-Epidemie kam, impften die Teams 266.000 Kinder. 
  • Im Bundesstaat White Nile setzte Ärzte ohne Grenzen die Gesundheitsversorgung von südsudanesischen Flüchtlingen in der Ortschaft Elsalam fort. Dort lebten rund 80.000 Flüchtlinge in drei Lagern. Die Teams boten medizinische Hilfe an und hielten rund 44.300 Konsultationen ab. Zudem betreute Ärzte ohne Grenzen die stationäre Versorgung und entwickelte ein Überweisungssystem. 
  • Das Krankenhaus, das Ärzte ohne Grenzen in Frandala, Bundesstaat Süd-Kordofan, betreute, wurde im Januar von sudanesischen Regierungstruppen bombardiert. Daraufhin stellten die Teams diese Hilfe im Sudan ein. Die Teams hatten zuvor  in dieser Region, in der es immer wieder zu Kämpfen kam, mehr als 80.000 Konsultationen abgehalten.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals  1979 Hilfe im Sudan an.