Unsere Hilfe im Sudan

In unserem Krankenhaus im Bundesstaat Weißer Nil versorgen wir vor allem Geflüchtete aus dem Südsudan.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte 2016 die medizinische Hilfe im Sudan fort, obwohl es in einigen Konfliktgebieten zu Einschränkungen kam.

Die Hilfe im Sudan im Einzelnen (Auszug):

  • Die akute medizinische Hilfe im Sudan umfasste diverse Aktivitäten im Bundesstaat Nord-Darfur, wo es zu Jahresbeginn 2016 zu Kämpfen kam. Mehr als 160.000 Menschen wurden in Dschebel Mara vertrieben. Ärzte ohne Grenzen entsandte Nothilfeteams, die in Sortoni eine Klinik eröffneten und die Aktivitäten in Tawila verstärkten: Bis Dezember waren zu den 41.000 Vertriebenen, die bereits zuvor in Tawila in Lagern gelebt hatten, weitere 27.000 Menschen durch die Kämpfe in Dschebel Mara hinzugekommen. Die Teams hielten dort 108.933 Konsultationen ab und nahmen 4.878 Patientinnen und Patienten stationär auf. Mangelernährung, Durchfallerkrankungen und Malaria waren die häufigsten Gründe für die Aufnahme. Am neuen Projektstandort in Sortone behandelte Ärzte ohne Grenzen 40.616 Patienten ambulant und nahm 474 Menschen stationär auf. Das Team unterstützte zudem 812 mangelernährte Kinder und impfte 9.683 Kinder gegen Masern. Im Rahmen der Hilfe im Sudan war Ärzte ohne Grenzen auch im Goldminengebiet al-Sireaf tätig, wo es zu Auseinandersetzungen zwischen einheimischen und nomadischen Gruppen kam. Insgesamt hielten die Teams 51.000 ambulante und stationäre Konsultationen ab.
    In Dar Saghawa boten vier Kliniken, die von Ärzte ohne Grenzen unterstützt wurden, medizinische Hilfe an, insbesondere für Frauen und Kinder.
     
  • Die Hilfe im Sudan erstreckte sich auch auf den Bundesstaat West-Darfur: In der Stadt al-Dschunaina betreute Ärzte ohne Grenzen bis zum Ende des Jahres drei basismedizinische Gesundheitszentren. Als es zwischen September und November zu besonders vielen Fällen von Mangelernährung kam, unterstützten die Teams das Krankenhaus in al-Dschunaina bei der Behandlung von 129 schwer mangelernährten Kindern mit medizinischen Komplikationen.
     
  • Im Bundesstaat Weißer Nil betreute Ärzte ohne Grenzen ein 40-Betten-Krankenhaus außerhalb des Lagers Kaschafa, in dem sich mehr als 17.000 südsudanesische Flüchtlinge niedergelassen haben. Aus fünf nahegelegenen Lagern wurden Patienten in dieses Krankenhaus überwiesen. Zudem profitierte die lokale Bevölkerung von den medizinischen Angeboten.
     
  • Seit 2010 bietet Ärzte ohne Grenzen medizinische Hilfe im Sudan an, die sich auf die Behandlung der Tropenkrankheit Kala-Azar bezieht. Im Osten des Landes, im Bundesstaat al-Gedaref, arbeiteten die Teams im Dorf Tabarak Allah. Kala-Azar ist eine parasitäre Erkrankung, die von Sandfliegen übertragen wird und in 95 Prozent der Fälle tödlich endet, wenn sie unbehandelt bleibt. Im Jahr 2016 untersuchte Ärzte ohne Grenzen 2.180 Menschen auf die Krankheit und nahm 545 Patienten in das öffentliche Krankenhaus in Tabarak Allah auf. Zum Jahresende nahmen die Teams die Arbeit im Krankenhaus in Basura auf, einem Ort im Süden des Bundesstaates, in dem Kala-Azar endemisch ist. Die Unterstützung bezog sich auf die Schulung des Personals zur besseren Patientenversorgung, auf die Renovierung und den Bau von Gebäuden sowie die Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung. Die Teams boten im Rahmen dieser Hilfe im Sudan auch gemeinsam mit einer lokalen Organisation Gesundheitsaufklärungsaktivitäten zu Kala-Azar in Tabarak Allah und Basura an.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals  1979 Hilfe im Sudan an.