Unsere Hilfe im Sudan

Einer unserer Mitarbeiter informiert eine Gruppe von Frauen über das Stillen von Neugeborenen.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte 2018 die medizinische Hilfe im Sudan fort. Zum Jahresende lebten fast zwei Millionen vertriebene Sudanesen und 851.000 registrierte südsudanesische Flüchtlinge im Land.

Die Hilfe im Sudan im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen weitete 2018 die Hilfe im Sudan aus, vor allem für die gewaltsam Vertriebenen innerhalb des Landes und jene, die über die Grenzen in den Südsudan geflohen waren. Zudem bekämpften die Teams Kala-Azar (viszerale Leishmaniose), eine vernachlässigte und potenziell tödliche Tropenkrankheit. Insgesamt hielten wir mehr als 467.380 ambulante Konsultationen ab, halfen bei 2.970 Geburten und behandelten 750 Kala-Azar-Patientinnen und Patienten.
  • Der Sudan weist nach wie vor die höchste Rate an Kala-Azar in Ostafrika auf, wobei 70 Prozent der landesweiten Fälle auf den Bundesstaat al-Gedaref entfallen. Unsere Teams klärten die Gemeinden über die Krankheit auf, unterstützten die Diagnose und behandelten Patienten und Patientinnen in zwei Krankenhäusern. Ärzte ohne Grenzen leistete auch Hilfe im Sudan, als es in al-Gedaref zu heftigen Regenfällen und Überflutungen kam. Wir verteilten Hilfsgüter an die Menschen und spendeten Medikamente an ein lokales Krankenhaus. Im benachbarten Kassala führten die Teams u.a. nach einem Ausbruch von Chikungunya-Fieber Maßnahmen zur Infektionskontrolle ein.
  • Der Bundesstaat Süd-Kordofan ist eine konfliktanfällige Region im Süden des Landes. Obwohl dort rund 180.000 Vertriebene registriert wurden, waren nur wenige Hilfsorganisationen präsent. Ärzte ohne Grenzen eröffnete im Rahmen der Hilfe im Sudan ein neues Projekt, das sich auf sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung und Notfallvorsorge konzentrierte.
  • In Nord-Darfur liegt das Goldminengebiet von al-Sireaf, wo viele Menschen bei Kämpfen zwischen nomadischen Gruppen verletzt oder getötet wurden. Ärzte ohne Grenzen betreute dort ein Krankenhaus für Vertriebene und bot medizinische Hilfe in einer Klinik an. Zudem setzten wir 2018 zwei mobile Kliniken ein, um die Bedarfe der Vertriebenen zu stillen, die nach Tawila zurückkehrten. Unsere Teams halfen bei Geburten im lokalen Krankenhaus und reagierten auf einen Ausbruch von Masern in El Fasher, der Hauptstadt des Bundesstaates Nord-Darfur. 1.200 Masernfälle wurden behandelt und mehr als 312.000 Kinder unter 15 Jahren geimpft. Zudem wurden 15.000 Malaria-Fälle versorgt.
  • Im Rahmen der Hilfe im Sudan leistete Ärzte ohne Grenzen medizinische Hilfe im Flüchtlingslager Kario, im Bundesstaat Ost-Darfur. Dort lebten rund 23.000 südsudanesische Flüchtlinge. 2018 eröffneten die Teams ein stationäres Ernährungszentrum und weiteten die Geburtshilfe aus. Die Aktivitäten in der pädiatrischen Klinik in Krinding, im Bundesstaat West-Darfur, wurden Anfang des Jahres an die Behörden übergeben.
  • Im Bundesstaat Weißer Nil erweiterte Ärzte ohne Grenzen das Nothilfelazarett im Lager Khor Wharal zu einem Krankenhaus mit 90 Betten und baute eine weitere Klinik mit 60 Betten. Im Lager al-Kashafa betreuten wir eine Klinik mit 55 Betten. Von dieser Hilfe im Sudan profitierten mehr als 100.000 südsudanesische Flüchtlinge sowie lokale Sudanesen.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1979 Hilfe im Sudan-Konflikt an.