Krieg im Sudan: Extreme Gewalt und Ausbruch von Krankheiten
Im Sudan spielt sich aktuell die größte humanitäre Katastrophe der Welt ab, so die Vereinten Nationen. Seit April 2023 bekriegen sich die Sudanese Armed Forces (SAF) und die Miliz Rapid Support Forces (RSF) und verursachen enormes Leid: Sie töten, vergewaltigen und attackieren Menschen, zerstören zivile Lebensgrundlagen und Infrastruktur und vertreiben Millionen Menschen.
33 % der Gesundheitseinrichtungen sind nicht funktionsfähig, und nur 14 % der Krankenhäuser sind noch in Betrieb. Mehr als 30 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Da auch Millionen in Nachbarländer geflohen sind, helfen wir z. B. auch im Tschad und Südsudan.
So helfen wir im Sudan
Wir sind mit mehr als 1.600 Mitarbeiter*innen im Einsatz. Von Januar 2025 bis Juli 2025 haben wir
Wir fordern
- Alle Kriegsparteien müssen das humanitäre Völkerrecht einhalten und die Zivilbevölkerung schützen.
- Humanitäre Hilfe muss ausgeweitet und die Versorgung der Menschen sichergestellt werden.
- Humanitäre Hilfe muss unabhängig von politischen Verhandlungen geleistet werden.
- Deutschland muss seinen Einfluss als wichtiger Geberstaat bei der UN für wirksame Hilfe nutzen.
Sudan: Aktuell die größte humanitäre Krise der Welt
In al-Faschir war das Leben schon sehr schwer. Wir hatten oft nur Tierfutter zu essen oder eben gar nichts. Die Bombardierungen waren sehr heftig. [...] Ich habe etwa 4 Tage zu Fuß gebraucht, um mit meinen Kindern hierher zu kommen. Meine Nichte starb im Ort Garni. Wir sind mit nichts hierher gekommen – wir haben nur die Kleider, die wir am Leib tragen.
Ein Mann über sein Leben in der Stadt al-Faschir und seine Flucht nach Tawila
Epizentrum der Gewalt verlagert sich
Der Krieg im Sudan beginnt 2023 in der Hauptstadt Karthum, weitet sich aus. Bis 2025 ist die westliche Region Darfur ein Schwerpunkt der Kämpfe. Die RSF übernimmt dort schrittweise die Kontrolle über weite Gebiete. Die Stadt al-Faschir in Nord-Darfur wird von der Miliz weit mehr als 1,5 Jahre belagert und im November 2025 gewaltsam eingenommen. Die Lage der Menschen ist katastrophal, es gibt keinen Zugang zu ihnen und es kommt zu Gräueltaten. Laut den Vereinten Nationen sind 380.000 Menschen vor den Kämpfen um al-Faschir geflohen.
Wir behandeln Menschen im 60 Kilometer entfernten Tawila. In den dortigen Camps hatten während der vergangenen 2 Jahre bereits mehr als 650.000 Vertriebene Zuflucht gesucht. Es fehlt an Unterkünften, medizinischer Versorgung, Lebensmitteln und Trinkwasser. Ab Ende 2025 verlagert sich der Schwerpunkt der Gewalt in die zentral gelegenen Region Kordofan (westlich von Karthum). In al-Obeid, dem wichtigsten Ort der Region, haben Vertriebene immer wieder zu verschiedenen Phasen des Kriegs Zuflucht gesucht. Im dortigen Geflüchtetencamp, al-Mina al-Muwahad, leben etwa 25.000 Menschen. Die Wasser- und Sanitärversorgung ist vollkommen unzureichend. Sauberes Trinkwasser ist knapp, was das Risiko von Krankheitsausbrüchen erheblich erhöht.
Der Zugang für Hilfsorganisationen zu vielen Gebieten, in denen Menschen Unterstützung brauchen, zurzeit auch in der Region Korodofan, ist äußerst schwierig.
Hintergrund
Wir leisten seit 1979 humanitäre Hilfe im Sudan – seit kurz vor dem zweiten sudanesischen Bürgerkrieg (1983-2005) zwischen dem Norden und dem Süden des Landes. Das Land war seit den 1970er Jahren geprägt von der Herrschaft Omar al Bashirs: Langjährige Konflikte zwischen dem Zentrum des Landes um die Hauptstadt Khartum und marginalisierten Gebieten wie der Region Darfur im Westen verschärften sich. Dort kam es ab 2003 zum Krieg, der angesichts schwerster Menschenrechtsverletzungen internationale Aufmerksamkeit erhielt. Die sudanesische Zivilgesellschaft trug ab 2018 durch Proteste maßgeblich zum Ende des bisherigen Regimes 2019 bei. Nach einer kurzen Übergangsphase unter Beteiligung der Zivilgesellschaft übernahmen die Armee (SAF) mit Unterstützung der Rapid Support Forces (RSF) de facto die Macht. Ab 2023 mündete der Konflikt zwischen SAF und RSF in den aktuellen Krieg.
Zuletzt aktualisiert am 20.02.2026
So können Sie helfen
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