Unsere Hilfe im Sudan

In unserem Krankenhaus im Bundesstaat Weißer Nil versorgen wir vor allem Geflüchtete aus dem Südsudan.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte 2017 die medizinische Hilfe im Sudan-Konflikt fort. Zum Jahresende lebten fast 3,3 Millionen vertriebene Sudanesen und 772.000 registrierte südsudanesische Flüchtlinge im Land. Hinzu kamen viele Migranten, die sich auf der Durchreise nach Europa befanden.

Die Hilfe im Sudan-Konflikt im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen leistete medizinische Nothilfe im Sudan, nachdem es in der im Osten gelegenen Stadt al-Gedaref zum Ausbruch von akutem wässrigen Durchfall gekommen war. Die Teams behandelten 336 Verdachtsfälle, schulten das Personal anderer Organisationen in der Patientenversorgung und Vorbeugung der Krankheit und führten Aufklärungsveranstaltungen in den Gemeinden durch. Der Sudan weist die höchste Rate an Kala-Azar (viszerale Leishmaniose) in Ostafrika auf. Rund 70 Prozent der nationalen Fälle entfallen auf al-Gedaref. Ärzte ohne Grenzen unterstützte im Rahmen dieser Hilfe im Sudan zwei Krankenhäuser in der Region bei der Diagnose und Patientenversorgung. Zudem führten die Teams Aufklärungsveranstaltungen in den Gemeinden durch. Im Verlauf des Jahres 2017 behandelten sie mehr als 1.300 Kala-Azar Patientinnen und Patienten.
  • In Tawila, Nord-Darfur, lebten fast 75.000 vertriebene Sudanesen. Ärzte ohne Grenzen erweiterte das lokale Krankenhaus um eine Mutter-Kind-Station. Die Klinik verfügte danach über 58 Betten. Das Team half im Verlauf des Jahrs 2017 bei 541 Geburten. Es unterstützte auch weiterhin Aktivitäten im Lager Sortoni, wo viele Menschen vor den Kämpfen in Dschebel Mara Zuflucht gesucht hatten. Das Team hielt dort mehr als 56.600 basismedizinische Sprechstunden ab. Das von Ärzte ohne Grenzen unterstützte Krankenhaus betreute Vertriebene aus den Goldminengebieten von al-Sireaf, wo es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen der lokalen Bevölkerung und bewaffneten nomadischen Gruppen kam, die zu vielen Todesfällen führten. Ärzte ohne Grenzen übergab 2017 die Aktivitäten in Dar Zaghawa an die Gesundheitsbehörden. Diese Hilfe im Sudan lief seit dem Jahr 2009.
  • In West-Darfur wurden mehrere Gesundheitseinrichtungen renoviert, da viele durch den Krieg Vertriebene allmählich in ihre Dörfer zurückkehrten. Im Jahr 2017 eröffnete Ärzte ohne Grenzen eine Klinik, die qualitativ hochwertige pädiatrische Dienste anbot. Das Team stellte auch die epidemiologische Überwachung sicher und war im Fall von Epidemien einsatzbereit.
  • In Ost-Darfur arbeitete Ärzte ohne Grenzen im Flüchtlingslager Kario, das 19.000 Geflüchtete aus dem Südsudan beherbergte. Nach einem Ausbruch von akutem wässrigen Durchfall eröffnete das Team – zusätzlich zur ambulanten und stationären medizinischen Versorgung – ein Behandlungszentrum im Lager. Außerdem führte Ärzte ohne Grenzen im Rahmen dieser Hilfe im Sudan eine Impfkampagne gegen Masern durch.
  • Im Bundesstaat Weißer Nil eröffnete Ärzte ohne Grenzen ein Nothilfe-Lazarett, nachdem viele südsudanesische Flüchtlinge ins Lager Khor Wharal geströmt waren. Das Team stellte dort die stationäre medizinische Versorgung für rund 50.000 Flüchtlinge im Lager sicher. Im Verlauf des Jahres 2017 hielten sie mehr als 91.000 ambulante Konsultationen ab und nahmen 5.793 Patientinnen und Patienten stationär auf. Ärzte ohne Grenzen betreute im Rahmen dieser Hilfe im Sudan auch ein Krankenhaus mit 83 Betten im Flüchtlingslager Kashafa, in dem rund 83.000 südsudanesische Geflüchtete bereits vor dem Jahr 2017 Zuflucht gesucht hatten. Diese Klinik stand auch der einheimischen Bevölkerung offen. Die Hilfe im Sudan-Konflikt bezog sich somit sowohl auf die innersudanesischen Auseinandersetzungen als auch auf die Versorgung der Geflüchteten aus dem Nachbarland Südsudan.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1979 Hilfe im Sudan-Konflikt an.