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Unsere Hilfe im Südsudan

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Die aktuelle Situation im Südsudan

Umgeben von Sumpfgebieten sind die Menschen im Osten des Südsudans in der Regenzeit mit monatelangen Überschwemmungen konfrontiert. Um medizinische Hilfe zu bekommen, müssen sie aus den Dörfern oft mehr als eine Stunde laufen und Sümpfe durchqueren, während sie Patient*innen in Körben oder auf Plastikplanen tragen. Im Januar flog ein Team von Ärzte ohne Grenzen nach Riang und versorgte allein vom 9. bis 14. Januar rund 770 Menschen medizinisch. Viele Kinder, die wir behandelten, wurden positiv auf Malaria getestet. Neben Krankheiten wie Malaria, Atemwegsinfektionen und durch Wasser übertragene Krankheiten leiden die Menschen im Südsudan unter der anhaltenden Gewalt im Land.

Wie wir im Südsudan helfen

  • Wir kümmern uns um die Gesundheit der Jüngsten: Wir behandeln mangelernährte oder an Malaria erkrankte Kinder und impfen Tausende gegen Masern.
  • Wir versorgen Verletzte nach Naturkatastrophen oder in Folge von Gewalt und behandeln Patient*innen, die von Schlangen gebissen wurden.
  • Wir verteilten beispielsweise in Riang an mehr als 1.000 Familien Kits mit Moskitonetzen, Decken, Eimern, Seife, Wasserreinigern und -filtern sowie Plastikplanen und Seilen für Notunterkünfte.

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Warum wir im Südsudan helfen

Seit 2011 ist der Südsudan unabhängig vom nördlich gelegenen Nachbarstaat Sudan. Seit 2013 kämpfen verschiedene Gruppen erneut um Macht und Einfluss im Land. Hunderttausende Südsudanes*innen leiden unter den Folgen der extremen Gewalt und leben in Angst um ihr Leben. Flucht und Vertreibung haben ihre Spuren im Alltag der Menschen hinterlassen. Viele haben ihr Hab und Gut aufgegeben. Ohne eigenes Land, ohne Vieh sind sie auf die Versorgung mit Lebensmitteln angewiesen. Neben Nahrung mangelt es ihnen an sauberem Wasser und einer hinreichenden Gesundheitsversorgung. Hinzu kommen immer wieder Überschwemmungen, die Ernten zerstören und die Ausbreitung von Krankheiten begünstigen.

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Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in Old Fangak: Medizinische Hilfe bei schweren Erkrankungen
Unser Krankenhaus in Old Fangak ist der einzige Ort in der Region, um schwere Erkrankungen zu behandeln. Unsere Patient*innen sind oft mehrere Stunden bis mehrere Tage dorthin unterwegs.
©Tetiana Gaviuk/MSF

Das fragile öffentliche Gesundheitssystem des Südsudans ist weitgehend von internationalen Hilfsorganisationen abhängig. Im Südsudan betreiben wir Krankenhäuser und Kliniken und unterstützen bestehende staatliche Einrichtungen, vor allem bei der Versorgung von Müttern, Kindern und Neugeborenen sowie bei der Bekämpfung von Krankheitsausbrüchen. Wir bilden kommunale Gesundheitshelfer*innen aus und behandeln Krankheiten wie Tuberkulose, Schlangenbisse und Kala Azar.

Ärzte ohne Grenzen hilft zurzeit in Bentiu, Aweil, Old Fangak, Lankien, Leer, Maban, Mundri, Malakal, Pieri, Yei, Ulang und leistet zusätzliche Covid-19-Notfallhilfe in Juba. Auch in Agok, in der Region Abyei, sind unsere Teams im Einsatz.

Ärzte ohne Grenzen leistet seit 1983 Hilfe im Südsudan. Bis zur Erlangung seiner Unabhängigkeit im Jahr 2011 war der Südsudan ein Teil vom Sudan.

  • 59.4
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 83.7 Jahre
  • 56.4
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 78.9 Jahre
  • 3615
    Mitarbeiter*innen waren für uns im Einsatz.
  • 85.4
    Millionen Euro haben wir für unsere Hilfe vor Ort aufgewendet.

Quellen: UNDESA (2019a), MSF International Activity Report 2019

Unsere Hilfe im Südsudan 2019

  • 1.120.900 ambulante Sprechstunden

  • 292.100 Malaria-Behandlungen

  • 6.720 Masern-Behandlungen

  • 61.000 Menschen gegen Masern geimpft

  • 60.500 stationäre Neuaufnahmen

  • 14.100 Entbindungen

  • 5.400 chirurgische Eingriffe

  • 370 Behandlungen infolge sexualisierter Gewalt

  • 4.010 stationäre Aufnahmen von Kindern ins Ernährungsprogramm

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Geburtshilfe im Südsudan: Ultraschall bei einer Schwangeren
Katharina von Goldacker während ihres Einsatzes im Südsudan: Im Krankenhaus in Lankien macht sie bei einer Schwangeren einen Ultraschall.
©Peter Bräunig

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Hilfe für Vertriebene im Südsudan

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Mangelernährung im Südsudan: Nysunday kam in das Ernährungszentrum in Bentiu. Nach erfolgreicher Behandlung konnte er wieder nach Hause.
Der eineinhalbjährige Nyasunday kam mangelernährt in unser Ernährungszentrum in Bentiu. Nach der Behandlung konnte er mit seiner Mutter wieder nach Hause.
©Tetiana Gaviuk/MSF

Im Dezember 2013 erschütterten bewaffnete Konflikte den Südsudan und zwangen Tausende Menschen zur Flucht. Bis heute leben insgesamt fast 1,5 Millionen Südsudanes*innen als Vertriebene im eigenen Land, 118.000 davon allein im Vertriebenencamp in Bentiu. Sie leben dort unter widrigen Bedingungen. Im Mai 2020 erreichte die Covid-19-Pandemie auch die Vertriebenen im Camp. Von Januar bis Oktober 2020 haben wir in Bentiu mehr als 80.000 Menschen behandelt, die meisten wegen Malaria und Atemwegsinfektionen.

Seit mehreren Jahren versorgen wir die Menschen in Bentiu medizinisch: Wir leisten Geburtshilfe, betreuen Opfer sexualisierter Gewalt, bieten psychologische Beratung und behandeln Patient*innen, die an Tuberkulose erkrankt sind, und kümmern uns um mangelernährte Kinder.

Überschwemmungen: Ein Nährboden für Infektionskrankheiten

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Dorothy I. Esonwune, Projektkoordinatorin in Old Fangak, wartet vor der überschwemmten Schule im Dorf Wangchot auf einen Patienten.
Dorothy I. Esonwune, Projektkoordinatorin in Old Fangak, wartet vor der überschwemmten Schule im Dorf Wangchot auf einen Patienten.
©Tetiana Gaviuk/MSF

Starke Regenfälle lassen immer wieder Flüsse über die Ufer treten und verursachen katastrophale Überschwemmungen. Unterkünfte werden überflutet, Nahrungsmittelvorräte und Ernten zerstört. Verunreinigtes Wasser und stehende Gewässer begünstigen die Ausbreitung von Krankheiten wie Durchfall.

2020 leisteten wir angesichts schwerer Überschwemmungen in den betroffenen Bundesstaaten Greater Pibor, Jonglei, Upper Nile und Unity medizinische Hilfe. Viele Patient*innen, die wir behandelten, litten an Malaria, waren an Masern erkrankt oder mangelernährt.

Schlangenbisse: Eine vernachlässigte Krankheit

Birgit Schönharting lernte Anyar während ihres Einsatzes für Ärzte ohne Grenzen im Gebiet Abyei an der sudanesisch-südsudanesischen Grenze kennen. Der Junge wurde – wie so viele dort, die vor ihren Hütten spielen oder auf den Feldern arbeiten – von einer Giftschlange in den Fuß gebissen. „Als ich Anyar in unserer Klinik zum ersten Mal sah, weinte und schrie er vor Schmerzen“, erinnert sich Schönharting. „Ganz behutsam sprach ich ihn an und lächelte ihm zu.“

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Es brauchte mehrere Operationen bis der 5-jährige Anyar wieder laufen konnte. Sein Vater brachte ihn nach einem Schlangenbiss in unsere Klinik in Agok.
©MSF/Damaris Giuliana

Was dann passiert, ist für die Physiotherapeutin eine der bewegenden Erfolgsgeschichten, die sie immer wieder zum Einsatz in Krisengebieten motivieren: Der Junge fasst Vertrauen, beginnt an sich und an die Therapie zu glauben, übt beharrlich. Nach fünf Wochen macht er die ersten freien Schritte.

Jedes Jahr werden weltweit rund 2,7 Millionen Menschen von Giftschlangen gebissen. 100.000 sterben daran und weitere 400.000 tragen bleibende Gewebeschäden und Behinderungen davon. Schlangenbisse zählen zu den weltweit vernachlässigten Krankheiten. Das heißt, in die Diagnose, Prävention und Behandlung dieser Krankheiten wird unzureichend investiert.