Der Südsudan-Konflikt und unsere Hilfe

Unsere Teamleiterin Evita Looijen ist eine von über 500 Mitarbeitern, die für uns im Vertriebenenlager in Bentiu aktiv sind. Durch den Südsudan-Konflikt konzentriert sich unsere Hilfe auf die vielen Vertriebenen im Land.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Krieg, fehlende medizinische Versorgung und Mangelernährung bestimmen die aktuelle Lage im Südsudan. Erfahren Sie hier mehr zu unserer Hilfe während der Ernährungskrise.

Der bereits seit mehr als drei Jahren andauernden Südsudan-Konflikt, der mit extremer Gewalt gegen Zivilisten geführt wurde, hat Millionen Menschen vertrieben oder zur Flucht gezwungen.

Der Südsudan-Konflikt und unsere Hilfe im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen setzte die medizinische Hilfe im Jahr 2016 fort, da Hunderttausende Menschen durch den Südsudan-Konflikt keinen Zugang mehr zu ambulanter und stationärer Gesundheitsversorgung hatten. Nachdem es im Juli in der Hauptstadt Dschuba zu Kämpfen kam, eröffnete Ärzte ohne Grenzen eine chirurgische Einrichtung und setzte mobile Kliniken in der Stadt ein. Im ersten Monat behandelte ein ambulantes Team 9.242 Menschen. Ärzte ohne Grenzen unterstützte zudem die Behörden bei der Errichtung eines Cholera-Behandlungszentrums im Lehrkrankenhaus in Dschuba.
     
  • Die Klinik in Pibor, in der Ärzte ohne Grenzen eine ambulante und stationäre Versorgung anbot, musste aufgrund von Plünderungen von Februar bis April 2016 geschlossen werden. Neben den Folgen des Südsudan-Konflikts kümmerte sich das Team auch um rund 50.000 sudanesische Flüchtlinge im Lager Doro. Das Krankenhaus in Lankien war die einzige medizinische Einrichtung in dem Gebiet. Das Team nahm 1.068 mangelernährte Patientinnen und Patienten auf, behandelte 1.530 Kala-Azar-Patienten und hielt 116.944 Konsultationen im Krankenhaus und im Gesundheitszentrum in Juai ab. Ärzte ohne Grenzen übergab nach und nach die ambulanten Aktivitäten in Old-Fangak und begann ein neues Projekt in New-Fangak, wo es nur wenige Organisationen gab. Die Teams setzten auch die Unterstützung für das 40-Betten-Krankenhaus in Old-Fangak fort: Sie hielten 66.0000 Konsultationen ab und nahmen 1.800 Patienten stationär auf. An den von den Vereinten Nationen (UN) eingerichteten Schutzplätzen für Zivilisten in Bentiu betreute Ärzte ohne Grenzen das einzige Krankenhaus. Die Teams behandelten dort Überlebende sexueller und genderbasierter Gewalt, HIV, Tuberkulose (TB), Cholera, Malaria und Kala-Azar. Sie hielten 2016 insgesamt 40.380 Konsultationen ab und nahmen 4.325 Patienten stationär auf.
     
  • Der Südsudan-Konflikt führte zu Jahresbeginn 2016 dazu, dass Ärzte ohne Grenzen in Leer und Majendit Nothilfe-Kliniken eröffnete, da heftige Kämpfe Tausende Menschen vertrieben hatten. Die Teams konzentrierten sich auf basismedizinische Hilfe, um Krankheiten wie Malaria, Atemwegsinfektionen oder Durchfallerkrankungen zu behandeln. Im Bezirk Majom betreuten sie eine basismedizinische Klinik und behandelten zudem HIV und Tuberkulose.
    Im Februar wurde das Krankenhaus angegriffen, das Ärzte ohne Grenzen in einem von den Vereinten Nationen geschützten Lager in Malakal unterstützte. Mehr als 25 Menschen wurden dabei ermordet. Ärzte ohne Grenzen veröffentlichte dazu einen Bericht und forderte die Vereinten Nationen auf, den Zivilisten unter ihrem Schutz auch tatsächlich Sicherheit zu garantieren. Im Juni 2016 eröffneten die Teams ein neues 60-Betten-Krankenhaus in Malakal.
     
  • Der Südsudan-Konflikt führte in der Region Äquatoria zu einer Zunahme von Gewalt. Ärzte ohne Grenzen bot in Jei medizinische und psychologische Hilfe an, führte Impfungen durch und setzte mobile Kliniken ein. Trotz gelegentlicher Kämpfe im Gebiet von Jambio konnten die Teams die HIV-Behandlung fortsetzen.
     
  • Das Krankenhaus in Agok liegt im Gebiet Abyei, das zwischen Sudan und Südsudan umstritten ist. 2016 hielten die Teams dort mehr als 50.000 Konsultationen ab und nahmen 1.600 chirurgische Eingriffe vor. Zudem behandelten sie mehr als 40.000 Malaria-Patienten.
     
  • Im Krankenhaus in Aweil, Region Bahr al-Ghazal, stellte Ärzte ohne Grenzen die stationäre Versorgung sicher und konzentrierte sich vor allem auf die Mutter-Kind-Hilfe und die Behandlung von Malaria-Patienten. Weiter südlich, in Wau, hielten die Teams 42.000 Konsultationen ab, nachdem der Südsudan-Konflikt zu mehr als 60.000 Vertriebenen geführt hatte.

Ärzte ohne Grenzen wurde erstmals 1983 im Land tätig, im aktuellen Südsudan-Konflikt seit 2011.