Unsere Hilfe im Tschad

Hebamme Maimouna untersucht ein Neugeborenes im Vertriebenenlager Tataveron. Unsere Hilfe in Tschad umfasst vor allem die Behandlung der vielen Vertriebenen in der Region des Tschadsees.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Im Jahr 2017 setzte Ärzte ohne Grenzen die medizinische Hilfe in Tschad fort. In der Region des Tschadsees, der an Nigeria und Niger grenzt, führten gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen bewaffneten Oppositionsgruppen und nationalen Streitkräften dazu, dass die Bevölkerung ins Landesinnere floh.

Die Hilfe in Tschad im Einzelnen (Auszug):

  • Die Hilfe in Tschad konzentrierte sich bereits seit 2015 auf die Versorgung der lokalen Bevölkerung und der Vertriebenen in den Provinzen Baga Sola, Bol und Liwa. Die Teams boten seitdem mit mobilen Kliniken basismedizinische Hilfe, Schwangerenberatungen und psychologische Unterstützung an. Zudem untersuchten sie die Menschen auf Mangelernährung. Im Jahr 2017 startete Ärzte ohne Grenzen eine präventive Malaria-Behandlungskampagne für Kinder unter fünf Jahren.
  • Auf den Inseln Fitine und Bougourmi betreuten die Teams mobile Kliniken für abgelegene Gemeinden ohne Zugang zur Gesundheitsversorgung.
  • Im Regionalkrankenhaus in Bol kooperierten die Teams im Rahmen der Hilfe in Tschad mit den Gesundheitsbehörden. Sie unterstützten die pädiatrische Station, Geburtshilfe, Chirurgie und boten Ernährungshilfe an. Nahe Bol, im Bezirk Sawa, klärten sie traditionelle Hebammen darüber auf, wie wichtig die Ermunterung von Schwangeren ist, in lokalen Kliniken zu entbinden.
  • Die Hilfe in Tschad umfasste auch die Bekämpfung von Hepatitis-E- und von Cholera-Epidemien in der Region Salamat. Bis Ende April 2017 verzeichnete das Team insgesamt 1.222 Verdachtsfälle von Hepatitis-E in der Stadt Am Timan. Als Präventionsmaßnahme verteilte Ärzte ohne Grenzen 10.567 Hygienepakete an gefährdete Personen. Im August 2017 brach eine Cholera-Epidemie in der Region Dar Sila nahe der sudanesischen Grenze aus. Sie breitete sich weiter südwärts bis nach Am Timan aus. Ärzte ohne Grenzen verlagerte daher die Aktivitäten von Dar Sila nach Salamat. Die Teams errichteten ein Cholera-Behandlungszentrum sowie kleine Behandlungseinheiten in Am Timan und Umgebung. Offiziellen Angaben zufolge gab es zwischen dem 11. September und 30. November 2017 insgesamt 817 Cholerafälle in Salamat. 29 Todesfälle wurden verzeichnet.
  • Im Rahmen der Hilfe in Tschad hatte Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2006 die Aktivitäten in Am Timan aufgrund einer Ernährungskrise begonnen. Seitdem unterstützten die Teams die Pädiatrie, die Geburtshilfe und das Labor im Regionalkrankenhaus. Außerdem betreuten sie ein Ernährungsprogramm und versorgten bis Ende 2017 Tuberkulose und HIV-Patienten. In zwei Gesundheitszentren waren sie zuständig für allgemeinmedizinische Konsultationen, Schwangerenberatungen und Ernährungshilfe. Die Aktivitäten in Bol und Am Timan sollen nach und nach an die Behörden übergeben werden.
  • Im Gesundheitsbezirk Moissala, im Süden des Landes, konzentrierte sich Ärzte ohne Grenzen seit 2010 darauf, Malaria bei Kindern unter fünf Jahren und bei Schwangeren vorzubeugen und zu behandeln. Im Jahr 2017 wurden vier präventive Behandlungskampagnen (saisonale Malaria-Chemoprävention) durchgeführt, die insgesamt 111.757 Kinder erreichten. Die Teams behandelten zudem komplizierte Malaria-Fälle im Krankenhaus von Moissala. Im Rahmen dieser Hilfe in Tschad unterstützten sie auch 22 umliegende Gesundheitszentren bei der Therapie von einfachen Fällen und bei Überweisungen.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1981 Hilfe in Tschad an.