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Wo wir arbeiten

Unsere Hilfe im Tschad

  • 55.7
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 83.7 Jahre
  • 52.8
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 78.9 Jahre
  • 317
    Mitarbeiter*innen waren für uns im Einsatz.
  • 9.9
    Millionen Euro haben wir für unsere Hilfe vor Ort aufgewendet.

Quellen: UNDESA (2019a), MSF International Activity Report 2019

Der Tschad liegt am südlichen Rand der Sahara. Im Norden ist das Land von extremer Trockenheit geprägt. Bedingt durch die geographische Lage kämpfen die Menschen regelmäßig mit Dürren und Überschwemmungen. Zusätzlich werden in den Monaten vor der Regenzeit, die im Juni beginnt, insbesondere Kinder unter fünf Jahren durch Masernausbrüche bedroht. Die Klimakrise verschärft die Situation der Menschen zusätzlich.

Unsere Hilfe in Tschad 2019

  • 352.500 Masernimpfungen
  • 154.800 ambulante Sprechstunden
  • 109.900 Malariabehandlungen
  • 11.3000 Masernbehandlungen bei Kindern
  • 5.6000 Behandlungen von mangelernährten Kindern

Ärzte ohne Grenzen leistet seit 1981 medizinische Hilfe in Tschad.

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Die tödliche Kombination von Masern und Mangelernährung

Die Auswirkungen für die Menschen sind verheerend. Der Tschad zählt zu den ärmsten Ländern der Welt, die Gesundheitsversorgung unzureichend: Auf 20.000 Einwohner*innen kommt nicht einmal ein*e Ärztin. Besonders prekär ist die medizinische Situation der nomadisch lebenden Menschen in den Wüstenregionen im Norden und Osten des Tschads. Vielerorts hier hat Mangelernährung endemische Ausmaße angenommen. Insbesondere während der Regenzeit von Juni bis September nehmen die Fälle mangelernährter Kinder drastisch zu.

Besonders gefährlich wird die Lage durch Masernausbrüche: Durch eine Infektion kann sich der Ernährungszustand eines Kindes zusätzlich verschlechtern. Gleichzeitig verringert sich bei mangelernährten Kindern die Immunität, was wiederum einen schwereren Verlauf der Masernerkrankung nach sich zieht. Das Mortalitätsrisiko steigt durch die Wechselwirkungen der beiden Erkrankungen.


 Ohne eine nationale Massenimpfkampagne für alle Kinder im Tschad unter fünf Jahren wird die Gesundheit Hunderttausender mangelernährter Kinder, die während der saisonalen Nahrungsknappheit ab Juni oder Juli erwartet werden, gefährdet sein.

Martin Braaksma, Landeskoordinator im Tschad

Masernepidemie: Prävention und Behandlung

Im Januar 2019 wurde in Am Timan, im Südosten des Tschads, ein neuer Höchststand von Maserninfektionen gemeldet. Unser Notfallteam reagiert mit einer Massenimpfkampagne: Im Vorfeld besuchten unsere Mitarbeiter*innen lokale Gemeinden, darunter auch die nomadisch lebende Bevölkerung in der Region, um über die Maßnahmen und ihre Auswirkungen zu informieren. Wir impften in dieser Region 107.000 Kinder und im Südwesten des Landes mehr als 245.000 Kinder.

Eine Reihe von nomadisch lebenden Vätern nahmen mehrere Kilometer Fußmarsch auf sich, um ihre Kinder impfen zu lassen, nachdem sie von unserem Team von der Kampagne gehört hatten. Einer von ihnen brachte uns später in seine Gemeinde, damit wir alle anderen Kinder dort impfen konnten.

Theresa Berthold, Notfallkoordinatorin im Tschad

In der Hauptstadt N'Djamena haben wir unser stationäres Ernährungszentrum, das ursprünglich für einen einmaligen Notfalleinsatz im Jahr 2018 eingerichtet worden war, in eine Maserneinheit umgewandelt. Dort versorgen wir die am schwersten betroffenen Kinder. Zusätzlich unterstützen wir 21 Gesundheitszentren zur Behandlung von Patient*innen. In Zusammenarbeit mit 270 tschadischen Gesundheitsberater*innen besuchen wir auch Familien, um mit Masern infizierte Kinder zur medizinischen Versorgung zu überweisen.