Unsere Hilfe in Kamerun

Unsere Hilfe in Kamerun richtete sich 2016 vor allem an Flüchtlinge aus Nigeria, die Schutz vor Gewalt suchen.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Im Jahr 2016 weitete Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Kamerun aus, um im Norden des Landes in der Region des Tschadsees Menschen zu unterstützen, die vor dem anhaltenden Konflikt und der Unsicherheit geflohen waren.

Die Hilfe in Kamerun im Einzelnen (Auszug):

  • Die Hilfe in Kamerun konzentrierte sich 2016 auf den Ausbau der medizinischen Aktivitäten in mehreren Ortschaften im Norden des Landes: Bereits seit dem Jahr 2011 haben gewaltsame Angriffe der Gruppe Boko Haram sowie Gegenangriffe der nigerianischen Armee zur Flucht von Hunderttausenden Menschen aus dem Nordosten Nigerias geführt. Die Geflüchteten suchten Schutz in Kamerun, Tschad und Niger. In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Gewalt zunehmend von Nigeria auf diese drei Nachbarländer ausgedehnt, wodurch es zu weiteren Vertreibungen kam. Zum Jahresende 2016 lebten rund 86.000 Geflüchtete und 198.000 Vertriebene in Kamerun.
  • Ärzte ohne Grenzen fokussierte die Hilfe in Kamerun auf die medizinische Versorgung im Lager Minawao, das vom UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) koordiniert wurde. Die Aktivitäten schlossen Geburtshilfe und Ernährungsunterstützung ein. Die Teams hielten im Verlauf des Jahres 58.147 Konsultationen ab und verbesserten die Wasser- und Sanitärversorgung: So brachten sie jede Woche 3.000 Kubikmeter Trinkwasser ins Lager und halfen beim Bau einer 32 Kilometer langen Rohrleitung, um eine ständige Lösung für die Wasserknappheit im Lager zu garantieren.
  • In der Stadt Mora, nahe der nigerianischen Grenze, umfasste die Hilfe in Kamerun die Ernährungshilfe für Kinder unter fünf Jahren und die pädiatrische Versorgung im Krankenhaus. Zudem unterstützten die Teams zwei Gesundheitszentren für Vertriebene und die lokale Bevölkerung. Außerdem betreuten sie den Rettungswagen-Einsatz und starteten chirurgische Aktivitäten, nachdem viele Verwundete ins Krankenhaus gebracht worden waren. Im Jahr 2016 behandelten sie 246 Verletzte nach gewaltsamen Angriffen.
  • Im Krankenhaus in Maroua renovierte Ärzte ohne Grenzen den Operationssaal und die post-chirurgische Station. Zwischen August und Dezember 2016 nahmen die Teams dort 737 chirurgische Eingriffe vor.
  • Im Rahmen der Hilfe in Kamerun war Ärzte ohne Grenzen auch in Kousseri, an der Grenze zum Tschad, tätig, wo die Mitarbeitenden die chirurgische Station des Bezirkskrankenhauses unterstützten. Dabei konzentrierten sie sich auf Kaiserschnitte und die medizinische Notversorgung. Darüber hinaus leisteten die Teams Ernährungshilfe und die pädiatrische Versorgung im Krankenhaus und behandelten Patienten ambulant in drei Gesundheitszentren im Umkreis der Stadt. Ärzte ohne Grenzen schulte zudem das öffentliche Gesundheitspersonal im wirksamen Umgang mit einem Massenansturm von Verletzten.
  • Die Aktivitäten im Krankenhaus in Mokolo, wo die Teams die stationäre Versorgung von mangelernährten Patientinnen und Patienten sowie die pädiatrische Station übernommen hatten, wurden im Mai 2016 an die Nichtregierungsorganisation Alima übergeben.
  • Die Hilfe in Kamerun, die sich seit 2014 auf die Unterstützung der Gesundheitsbehörden bei der medizinischen und psychologischen Versorgung von geflüchteten Menschen aus der benachbarten Zentralafrikanischen Republik konzentrierten, wurden nach und nach an andere Organisationen übergeben. Von dieser Hilfe profitierte auch die lokale kamerunische Bevölkerung. Im Juni 2016 beendete Ärzte ohne Grenzen das letzte Projekt im Bezirkskrankenhaus in Batouri und übergab die Aktivitäten an das International Medical Corps. Die Teams hatten dort die lokalen Gesundheitsbehörden darin unterstützt, mangelernährte Patienten mit schweren Komplikationen zu versorgen. Dabei handelte es sich meist um Kinder unter fünf Jahren. Im Rahmen dieser Hilfe in Kamerun waren seit März 2014 insgesamt 2.853 mangelernährte Kinder behandelt worden.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1984 Hilfe in Kamerun an.