Unsere Hilfe in Kamerun

Krankenpfleger Christian Kitchen verabreicht einer Patientin eine Infusion. Er arbeitet in unserer Klinik in Maroua, wo wir im Rahmen unserer Hilfe in Kamerun notchirurgische Eingriffe durchführen.

Bitte beachten Sie unsere aktuelle Berichterstattung zur humanitären Krise im Nord- und Südwesten Kameruns.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Im Jahr 2018 weitete Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Kamerun aus, da die Anzahl der Vertriebenen zunahm. Die Menschen flohen vor den Kämpfen zwischen dem Militär und bewaffneten Separatistengruppen im Westen des Landes.

Die Hilfe in Kamerun im Einzelnen (Auszug):

  • Die Hilfe in Kamerun konzentrierte sich im Jahr 2018 auf den Ausbau der medizinischen Aktivitäten. Einerseits führten die Unsicherheit und Gewalt in der Region Hoher Norden und in Nigeria zur Flucht Tausender Nigerianer und lokaler Gemeinden gen Süden. Andererseits eskalierten die soziopolitischen Spannungen in den Regionen Nordwesten und Südwesten zu einem bewaffneten Konflikt, der mehr als 435.000 Menschen bis zum Jahresende vertrieb. Die meisten flohen in die Wälder, wo es ihnen an Unterkünften, Nahrungsmitteln, Trinkwasser und medizinischer Hilfe mangelte.
  • Im Juni 2018 eröffnete Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Kamerun mobile Kliniken in der Stadt Kumba, Region Südwesten, um den Vertriebenen medizinische Hilfe zu ermöglichen. Unsere Teams hielten allein in der ersten Woche 366 ambulante Sprechstunden ab. Die meisten Kranken litten unter Malaria, Atemwegsinfektionen und Durchfallerkrankungen. Diese Art der Hilfe in Kamerun wurde dann auf Buea, Region Südwesten, und Bamenda, Region Nordwesten, ausgeweitet. In diesen ländlichen Gebieten waren viele Menschen zwischen die Fronten der kämpfenden Gruppen geraten. Unsere Teams unterstützten sieben medizinische Einrichtungen in den beiden Regionen. Sie behandelten medizinische Notfälle, wobei sie sich auf Schwangere und Kinder unter fünf Jahren konzentrierten. Zudem richteten sie ein Rettungswagen-Überweisungssystem ein, unterstützten Gemeinde-Gesundheitshelfer, spendeten medizinisches Material und leisteten psychosoziale Hilfe.
  • Auch im Norden leistete Ärzte ohne Grenzen weiterhin Hilfe in Kamerun. Die Teams boten medizinische Hilfe an, einschließlich Chirurgie, Pädiatrie und psychologischer Unterstützung. Davon profitierten Vertriebene, Geflüchtete aus Nigeria und lokale Gemeinden.
  • Im Krankenhaus in Maroua nahm Ärzte ohne Grenzen 3.250 größere chirurgische Eingriffe vor und hielt 1.500 psychologische Beratungen ab. Das Team in Mora weitete die Aktivitäten auf die Grenzregion zu Nigeria aus. Das Vertriebenencamp in Kolofata wurde mit Trinkwasser versorgt, und in Amchidé reaktivierten wir eine medizinische Einrichtung. In Kousseri, an der Grenze zum Tschad übergaben wir unsere Aktivitäten an die Behörden, da sich die Sicherheitslage dort verbessert hatte. Drei Jahre lang hatten wir das Krankenhaus und drei Kliniken unterstützt.
  • Als im Norden des Landes Cholera zwischen Juni und September 2018 ausbrach, kam es zu 995 Verdachtsfällen und 58 Toten. Ärzte ohne Grenzen unterstützte die Gesundheitsbehörden im Rahmen der Hilfe in Kamerun mit medizinisch-logistischem Material, errichtete ein Cholera-Behandlungszentrum in Fotokol, renovierte bereits bestehende Zentren in Djoungolo und im Regionalkrankenhaus in Garoua. Die Hilfe in Kamerun umfasste auch die Impfung von 105.000 Menschen im Gesundheitsbezirk Makary, um die Ausbreitung von Cholera Richtung Norden zu verhindern.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1984 Hilfe in Kamerun an.