Unsere Hilfe in Kamerun

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Im Jahr 2015 weitete Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Kamerun aus und eröffnete ein Nothilfe-Programm in hohen Norden des Landes, um Flüchtlinge aus Nigeria medizinisch zu versorgen. Sie waren vor der Gewalt in ihrer Heimat geflohen.

Die Hilfe in Kamerun im Einzelnen (Auszug):

  • Bis Dezember 2015 gab es ungefähr 70.000 Flüchtlinge und 90.000 Vertriebene, die Hilfe in Kamerun benötigten. Denn im Nordosten des Nachbarlandes Nigeria führte die unsichere Lage und der Aufstand von Boko Haram zur Flucht von Hunderttausenden Menschen. Sie suchten Zuflucht in Kamerun, Tschad und Niger. Im Verlauf des Jahres breitete sich die Gewalt von Nigeria auf diese drei Nachbarländer aus und führte zur Vertreibung von weiteren Zehntausenden Menschen. 
  • Ärzte ohne Grenzen leistete medizinische Hilfe in Kamerun. Die Teams arbeiteten in verschiedenen Ortschaften im Norden des Landes. Ab Februar boten sie im Flüchtlingslager Minawao, das vom UN-Flüchtlingshilfswerk geleitet wurde, allgemeinmedizinische und Mutter-Kind-Versorgung an und unterstützten die Menschen mit Ernährungshilfe. Die Teams führten auch Wasser- und Sanitäraktivitäten durch, bauten Latrinen sowie Duschen und lieferten sauberes Trinkwasser. Etwa 58.000 Menschen, sowohl Geflüchtete als auch Einheimische, wurden im August präventiv gegen Cholera und Tetanus geimpft. In den Städten Mokolo und Mora, die nahe der Grenze zu Nigeria liegen, leisteten die Teams spezielle Ernährungs- und pädiatrische Hilfe für die Vertriebenen und die lokale Bevölkerung. Sie führten insgesamt 12.921 Konsultationen durch. Fast 5.000 Kinder wurden versorgt. Ab Juni weiteten die Mitarbeiter die Hilfe in Kamerun aus und unterstützten die chirurgische Station des Krankenhauses in der Ortschaft Kousseri, die an der Grenze zu Tschad liegt. Sie führten dort chirurgische Noteingriffe und Kaiserschnitte durch.
  • Im Juli 2015 wurden in der Stadt Maroua durch zwei Selbstmordattentate viele Menschen verletzt. Ärzte ohne Grenzen half den lokalen Behörden, die Verwundeten zu behandeln.
  • Die Hilfe in Kamerun, die im Osten des Landes Geflüchtete unterstützte, wurde zudem fortgesetzt. Diese Flüchtlinge waren im Jahr 2014 vor dem Konflikt und der Gewalt in der benachbarten Zentralafrikanischen Republik geflohen. Ärzte ohne Grenzen leistete gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden in Garoua-Boulaï, Gbiti und Batouri medizinische und psychologische Hilfe für die Geflüchteten und die einheimische Bevölkerung und stellte Nahrungsmittel zur Verfügung. Die meisten Patientinnen und Patienten litten unter Mangelernährung, Malaria und Atemwegsinfektionen.
  • Im Juli beendete Ärzte ohne Grenzen teilweise die Hilfe in Kamerun: Die medizinischen Aktivitäten im Evangelischen Krankenhaus in Garoua-Boulaï wurden an das Französische Rote Kreuz übergeben. Während des einen Jahres, in dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort tätig gewesen waren, hatten sie 1.635 mangelernährte Kinder behandelt.
  • In der Grenzstadt Gbiti betreuten die Teams ein Ernährungszentrum, boten basismedizinische Dienste an und überwiesen schwerkranke Patienten an das Bezirkskrankenhaus in Batouri. Ärzte ohne Grenzen unterstützte zudem die lokalen Gesundheitsbehörden im Krankenhaus von Batouri, indem schwer mangelernährte Patienten mit Komplikationen behandelt wurden. Die meisten von ihnen waren Kinder unter fünf Jahren. Im Rahmen dieser Hilfe in Kamerun wurden mehr als 1.800 Kinder im Verlauf des Jahres im Ernährungszentrum versorgt, das über 90 Betten verfügte.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1984 Hilfe in Kamerun an.