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Medizinische Berufe

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Eine Frau mit Rettungsweste

"Während meines Einsatzes kam es auch zu einem Cholera-Ausbruch, und es gab den Verdacht eines viralen hämorrhagischen Fiebers. Die Tage in der Folge hatte ich vor allem mit Untersuchungen und Befragungen von Verdachtsfällen zu tun. Ich kümmerte mich um die Charakterisierung möglicher Übertragungsketten, die Suche nach Personen, die mit den Verdachtsfällen in Berührung gekommen waren, um die Überwachung der Datenerhebung und die Analyse der Fälle. Wichtige Fragen sind dann: Woher stammen die Verdachtsfälle? Wann sind die Patienten erkrankt?"

Ania Łuczynska, Epidemiologin
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Krankenschwester Sabine Breisacher bei ihrem Einsatz für Ärzte ohne Grenzen.

“Ich habe so viel gelernt. Etwa, dass es kein Richtig oder Falsch gibt – nur ein Anders. Oder dass man manche Dinge immer bis zum Ende denken und alle Eventualitäten einplanen muss – auch solche, die einem nicht sofort einfallen.“

Sabine Breisacher, Krankenschwester
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Arzt untersucht kleines Mädchen.

"Das medizinische Spektrum war so abwechslungsreich. Für europäische Verhältnisse ist es unvorstellbar, dass man dort als Arzt Spezialist für alles ist: Kinderarzt, Frauenarzt und Geburtshelfer, (Unfall-)Chirurg, Infektologe, Internist, HNO-Arzt, Zahnarzt etc."

Michael Winter, Arzt
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Portrait: Gynäkologin Dr. Parnian Parvanta

"Meist wussten wir am Morgen nicht, was der Tag mit sich bringt, aber wir konnten eigentlich immer sicher sein, dass jeder Tag viele medizinische Überraschungen bereithält. Ich hatte manchmal das Gefühl, täglich aufs Neue Patientinnen mit Krankheitsbildern anzutreffen, die ich in der Form nie zuvor gesehen hatte."

Parnian Parvanta, Gynäkologin
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Eine Gruppe von Männern posiert für die Kamera

"Alle hatten mit den unterschiedlichsten Problemen zu kämpfen – von der heftigen Arbeitsbelastung über die Beschränkungen der eigenen Tätigkeit bis hin zu den klimatischen Belastungen und dem Fehlen gewohnter Kost und Ablenkung. Die einen fallen hier, die anderen dort in ein Loch. In der Regel hilft jeder jedem, sich zu stabilisieren – am besten erst mal gemeinsames Lachen über das Unglaubliche, dann kann man entspannter nach Lösungen suchen. So entsteht eine freundschaftliche Arbeitsatmosphäre, die sehr motivierend ist."  

Andreas Engel, Apotheker
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Ein Chirurg sitzt in einem OP-Saal

"Jeder Tag war eine extreme Herausforderung. Wir nahmen unglaublich viele Patient*innen auf, teilweise Hunderte am Tag. Die Kämpfe hörten nicht auf, die Gewalt war erschreckend. Ich und ein australischer Kollege, ein Gefäßchirurg, arbeiteten 14 bis 18 Stunden am Tag in zwei Operationssälen."

Mateusz Mackos, Chirurg
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Die Kinderärztin Annette Werner war für Ärzte ohne Grenzen im Jemen im Einsatz.

"Ich weiß noch, wie ein jemenitischer Kollege mich in den ersten Monaten hier fragte, was wir in Deutschland dazu sagen, wenn Neugeborene lächeln. Ich fing an, ihm meine erlernte Definition herunter zu rattern: 'Das ist ein spontanes Reflexlächeln, unbewusst, nicht zielgerichtet, nicht emotional verknüpft und so weiter.' Daraufhin lächelte er nur und sagte: 'Also wir sagen hier, dass die Engel aus dem Himmel herunterkommen und mit den Neugeborenen spielen – und dann lächeln sie.“

Annette Werner, Kinderärztin