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Wo wir arbeiten

Unsere Hilfe in Burkina Faso

Die aktuelle Situation in Burkina Faso 

Nach monatelangen Spannungen und Protesten übernahm im Januar das Militär die Macht in Burkina Faso. Das verschärft die ohnehin angespannte Sicherheitslage im Land. Gewalt begleitet das Leben der Menschen: Wenn sie aufflammt, bleibt vielen nichts anderes übrig, als mit den Kleidern am Leib zu fliehen und alles zurückzulassen. In Burkina Faso – einem Land mit 20 Millionen Einwohner*innen - leben 1,5 Millionen Menschen als Vertriebene – 2018 waren es nur 50.000. Es fehlt ihnen an angemessener medizinischer Versorgung, sauberem Wasser und ausreichend Nahrungsmitteln 

In fünf der 13 Regionen des Landes leisten wir medizinische Hilfe und behandeln Verletzte und Opfer von Gewalt. Viele unserer Patient*innen benötigen neben medizinischer Hilfe auch dringend psychologische Unterstützung: Sie müssen ansehen, wie Menschen vor ihren Augen getötet, ihre Häuser und Ernten niedergebrannt und ihr Besitz vernichtet werden.  

Die anhaltende Gewalt macht es auch für uns schwierig, wirksam medizinische humanitäre Hilfe zu leisten. Unsere Maßnahmen allein können dem Ausmaß der Krise nicht gerecht werden.

Wie wir in Burkina Faso helfen 

  • Unsere Teams leisteten allgemein- und fachmedizinische Hilfe. 
  • Wir verteilten Kochutensilien und Hygienematerial. 
  • Wir stellten Trinkwasser zur Verfügung, verteilen Nahrungsmittel und unterstützten Impfkampagnen. 

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Warum wir in Burkina Faso helfen 

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Burkina Faso Sahelzone: Mutter mit krankem Kleinkind und Mitarbeiterin im Krankenhaus
Kaya, Burkina Fasos fünftgrößte Stadt, ist das Zuhause von Tausenden Vertriebenen. Im Kongoussi-Krankenhaus behandeln wir Kinder, wie die einjährige Kinda, die an Lungenentzündung erkrankt ist.
©MSF/Mario Fawaz

Burkina Faso gehört zu den Ländern, die von den Auswirkungen der schweren Krise in der Sahelzone betroffen sind: Die Folgen des Klimawandels, Missernten und Ernährungsunsicherheit sowie anhaltende Gewalt führen zu Vertreibung. Galten zunächst die Regionen Sahel, Nord und Zentrum-Nord als besonders instabil, erfasst der Konflikt nach und nach immer mehr Gebiete des Landes, die zuvor als stabil galten. Salamanta lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in einem Vertriebenenlager in Barsalogho:

Eines Morgens verschwanden immer mehr Menschen aus unserem Dorf. Alle liefen weg. Wir packten unsere Kinder und brachen auch auf. Barfuß liefen wir 35 Kilometer ohne anzuhalten. Als wir im Camp ankamen, erfuhren wir, dass viele unserer Verwandten getötet und unser Eigentum zerstört worden war. Vielleicht sehen wir unser Dorf nie wieder.

Die schwierige Sicherheitslage in Burkina Faso hält die Menschen oft davon ab, sich auf den Weg zu einem Arzt zu machen. Gleichzeitig hindert die anhaltende Gewalt das Gesundheitspersonal, einschließlich unserer Teams daran, die Menschen aufzusuchen. Mitarbeiter*innen wurden angegriffen und manchmal entführt, Krankenwagen gestohlen und Gesundheitszentren zerstört. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums waren im Juni 2021 landesweit 357 Gesundheitseinrichtungen aufgrund der Gewalt entweder geschlossen oder nicht voll funktionsfähig. In allen vom Konflikt betroffenen Gebieten Burkina Fasos fehlt es an medizinischen Fachkräften, darunter Chirurg*innen, Anästhesist*innen und Hebammen. 

  • 62.3
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 83.7 Jahre
  • 60.7
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 78.9 Jahre
  • 691
    Mitarbeiter*innen waren für uns im Einsatz.
  • 22.4
    Millionen Euro haben wir für unsere Hilfe vor Ort aufgewendet.

Quellen: UNDESA (2019a), MSF International Activity Report 2020

Unsere Hilfe in Burkina Faso 2020

  • 589.400 ambulante Konsultationen 

  • 226.700 Malaria-Behandlungen 

  • 149.900 Masern-Impfungen 

  • 44.200 Schwangerenberatungen 

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1995 Hilfe in Burkina Faso an. 

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Wasserverteiler in der Stadt Kongoussi
Der Wasserverteiler bringt sauberes Wasser für die Menschen in Kongoussi: Die große Wasserknappheit in der Region zwingt die Menschen, Regenwasser zum Waschen und im Haushalt zu nutzen - eine Gefahr für ihre Gesundheit.
©/MSF

Bekämpfung von Epidemien

In den Konfliktregionen eröffneten wir neue Projekte und reagierte auf Epidemien, wie Masern oder Hepatitis-E. Im Rahmen der Covid-19-Pandemie leisteten unsere Teams kurzfristig Hilfe in der Hauptstadt Ouagadougou und in Bobo-Dioulasso, Region Hauts-Bassin. 

Obwohl wir unsere Aktivitäten wegen des gestiegenen Bedarfs ausbauten, stießen wir mit unserer Arbeit aufgrund der anhaltenden Unsicherheit auch an Grenzen. 

31.01.2021