Unsere Hilfe in Tadschikistan

Im Rahmen unserer Hilfe in Tadschikistan für Kinder mit Tuberkulose veranstalten wir auch Feste, bei denen die Kinder sich austauschen und andere mit derselben Krankheit kennenlernen können.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Seit 2011 konzentriert Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Tadschikistan darauf, gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden ein umfangreiches pädiatrisches Tuberkulose-Programm aufzubauen.

Unsere Hilfe in Tadschikistan im Einzelnen (Auszug):

  • Ziel der Tuberkulose-Hilfe in Tadschikistan ist es zu beweisen, dass Kinder behandelt und sogar resistente Tuberkuloseformen diagnostiziert und geheilt werden können. Das Versorgungsmodell umfasste Tests und die Behandlung von Tuberkulose (TB), die Zusammenstellung der individuellen Medikation, die Therapie der Nebenwirkungen sowie das aktive Aufspüren von TB-Fällen, indem alle Kontaktpersonen nachverfolgt wurden. Die Teams boten zudem psychosoziale Hilfe an, Unterstützung beim Durchhalten der Behandlung, Spieltherapie, Schulbegleitung für stationär aufgenommene Kinder und die Versorgung von Kindern, die gleichzeitig eine HIV-Koinfektion aufweisen und/oder schwer mangelernährt waren. Bis Ende 2017 hatten 190 Kinder im Rahmen dieser Hilfe in Tadschikistan ihre Therapie begonnen.
  • Bei diesem bahnbrechenden Projekt wurden neue Medikamentenkombinationen für Kinder jeden Alters verwendet. Im Jahr 2017 gab es gleich zwei Erfolge: Ein Kind mit extensiv resistenter TB beendete erfolgreich seine Therapie, die aus einer Kombination der beiden neuen Medikamente Bedaquilin und Delamanid bestand. Außerdem schlossen zwei Kinder mit multiresistenter TB ihre Kurzzeittherapie erfolgreich ab. Darüber hinaus wurde ein aktualisiertes pädiatrisches Behandlungsprotokoll, das von Ärzte ohne Grenzen entwickelt worden war, als nationale Behandlungsrichtlinie eingeführt. Um die Gesundheitsbehörden zu stärken, schulten die Teams in 20 Trainingseinheiten insgesamt 425 Familienärzte, Pflege- und Gesundheitsfachkräfte.
  • Im Süden des Landes konzentrierte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Tadschikistan darauf, Kinder mit HIV und ihre Familien zu behandeln. Die Teams arbeiteten in der Stadt Kulob, um die Krankheits- und Sterblichkeitsrate bei Kindern mit HIV und ihren Familien zu verringern. Dabei konzentrierten sie sich auf Begleiterkrankungen (vor allem TB), verhinderten die Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf das Kind und beugten durch eine bessere Infektionskontrolle Erkrankungen vor, die auf dem Blutweg übertragen werden. Seit Beginn dieses Projektes im Jahr 2015 haben 134 Patienten ihre Therapie begonnen. Im Jahr 2017 unterstützte Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Tadschikistan die Errichtung von zwei Zonen zur medizinischen Abfallentsorgung. Die Teams halfen auch bei der Renovierung von Einrichtungen zur ambulanten Patientenversorgung. Darüber hinaus hielt Ärzte ohne Grenzen 101 Trainingseinheiten mit 1.767 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ab. Dabei ging es um Themen wie klinische Erfolgsmethoden, Präventionsmaßnahmen oder Beratungen zur Stärkung der Behandlungstreue. Zur Hilfe in Tadschikistan gehörte auch, dass die Teams erste Patienten-Unterstützungsgruppen für Eltern von HIV-positiven Kindern starteten.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1997 Hilfe in Tadschikistan an.