Unsere Hilfe in der Zentralafrikanischen Republik

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Der jahrelange Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik hat zu einer schwierigen humanitären Lage im Land geführt. Obwohl die Wahlen im Frühjahr 2016 relativ friedlich verliefen, blieb die Situation extrem besorgniserregend.

Der Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik und unsere Hilfe im Einzelnen (Auszug):

  • Der Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik kostete auch zwei Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen das Leben. Tausende Menschen wurden zudem inmitten ständig wechselnder Fronten verletzt, vertrieben oder getötet, da bewaffnete Gruppen um die Kontrolle über das jeweilige Gebiet kämpften. Der Bedarf an humanitärer Hilfe im Land blieb 2016 immens: Zum Jahresende hingen rund 2,3 Millionen Menschen – das entspricht etwa der Hälfte der Bevölkerung – von externer Überlebenshilfe ab. Dem Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UNOCHA) zufolge lebte jeder fünfte Einwohner der Zentralafrikanischen Republik als Vertriebener im Land oder als Flüchtling jenseits der nationalen Grenzen.
  • Im Jahr 2016 verließen viele humanitäre Organisationen das Land, da ihre Aktivitäten nicht länger finanziert wurden. Gleichwohl blieb Ärzte ohne Grenzen mit landesweit 17 Projekten in der Zentralafrikanischen Republik: Konflikt, Gewalt und Not bestimmten den Alltag der Menschen im Land. Das öffentliche Gesundheitssystem ist mittlerweile völlig kollabiert, da es an Personal, Medikamenten und medizinischem Material fehlt.
  • In der Hauptstadt Bangui kam es 2016 sporadisch zum Ausbruch von Kämpfen und Gewalt. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen versorgten vor allem Notfälle im Allgemeinen Krankenhaus und nahmen dort insgesamt 3.700 chirurgische Eingriffe vor. Zudem hielten sie rund 32.300 Konsultationen im vorwiegend muslimischen Stadtviertel PK5 ab. Im Vertriebenenlager M´poko, das in der Nähe des internationalen Flughafens liegt, hielten sie sie rund 106.000 Sprechstunden in einer provisorischen Klinik ab. Zudem betreuten die Teams das landesweit größte Krankenhaus Castor mit 80 Betten. Sie halfen dort bei rund 600 Geburten monatlich.
    Insgesamt unterstützten die Teams im Jahr 2016 mehr als 8.965 Entbindungen in Bangui, boten medizinische Hilfe für 5.239 Gewaltopfer und 1.341 Überlebende sexueller Gewalt. Von April bis Dezember 2016 behandelte Ärzte ohne Grenzen 941 HIV-Patientinnen und Patienten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium.
  • Ärzte ohne Grenzen arbeitete im Jahr 2016 in vielen Provinzen der Zentralafrikanischen Republik. Konflikt und Gewalt waren hier an der Tagesordnung. Die Teams leisteten daher umfassende ambulante und stationäre medizinische Hilfe für die lokale Bevölkerung und für die Vertriebenen an folgenden Standorten: in Batangafo und Kabo (Präfektur Ouham), in Boguila, Bossangoa und Paoua (Präfektur Ouham-Pendé), in Carnot (Präfektur Mambéré-Kadeï) sowie in Ndélé (Präfektur Bamingui-Bangoran). Die Aktivitäten umfassten allgemein- und fachmedizinische Angebote, die Versorgung von Notfällen, Geburtshilfe und Pädiatrie, Malaria-Programme sowie die Diagnose und Behandlung von HIV- und Tuberkulose-Patienten. Auf diese Weise wurden zudem zahlreiche Gesundheitszentren und Gesundheitsposten unterstützt.
  • In Berbérati, Präfektur Mambéré-Kadeï, stabilisierte sich die Sicherheitslage, so dass Ärzte ohne Grenzen die Hilfe im Regionalkrankenhaus sowie in vier Gesundheitszentren fortsetzen konnte. Die Teams konzentrierten sich auf die Versorgung von Schwangeren und Kindern unter 15 Jahren. Sie nahmen im Jahr 2016 mehr als 4.200 Kinder stationär auf und rund gaben rund 21.900 pädiatrische Konsultationen.
  • In Bambari, Präfektur Ouaka, leistete Ärzte ohne Grenzen aufgrund des Konflikts in der Zentralafrikanischen Republik die ambulante und stationäre medizinische Versorgung für die lokale Bevölkerung sowie für rund 50.000 Vertriebene. Die Teams hielten etwa 35.000 Konsultationen ab und unterstützten ab Oktober 2016 die pädiatrische Station und die Operationssäle im Regionalen Universitätskrankenhaus.
  • Die medizinische Versorgung in Bria (Präfektur Haut-Mbomou) umfasste unter anderem die Behandlung von HIV- und Tuberkulosefällen bei Kindern unter 15 Jahren. Nach einem Gewaltausbruch im November 2016 versorgten die Teams Verletzte im Krankenhaus.
  • In der Präfektur Haut-Mbomou boten die Teams in der Stadt Zémio Dienste im Krankenhaus an, wobei ein Fokus auf der Versorgung von HIV-Patienten lag. Diese Aktivitäten wurden zum Jahresende an die Behörden übergeben. Bis Mitte 2017 wird auch die Übergabe der Geburtshilfe-Aktivitäten stattfinden.
  • In Bangassou, Präfektur Mbomou, konzentrierte sich die Hilfe auf die Unterstützung des Referenzkrankenhauses mit 118-Betten und auf drei Kliniken.
  • Der Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik führte dazu, dass das Notfallteam von Ärzte ohne Grenzen auf zahlreiche Gesundheits- und Ernährungskrisen reagierte. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter impften u. a. mehr als 12.800 Kinder gegen Masern und versorgten 4.000 südsudanesische Flüchtlinge in Bambouti.
  • In Berbérati, Bangassou und Paoua erhielten im Verlauf des Jahres 2016 fast 95.000 Kinder Routine-Impfungen mit verschiedenen Antigenen. Diese Impfungen werden 2017 in anderen Gebieten weitergehen.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1997 aufgrund des Konflikts in der Zentralafrikanischen Republik.