Der Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik und unsere Hilfe

Unsere Hebamme Tatiana untersucht ein Neugeborenes in unserem Gesundheitszentrum in Kabo. Die Bevölkerung dort ist stark beeinträchtigt vom Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Der jahrelange Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik flammte 2017 erneut auf: Extreme Gewalt gegen die Bevölkerung führte zu Massenvertreibungen und akuten humanitären Notlagen.

Der Zentralafrika-Konflikt und unsere Hilfe im Einzelnen (Auszug):

  • Der Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik führte in jüngsten Jahren zu rund 688.000 Vertriebenen und 545.000 Flüchtlingen. In der Folge kam es zu großen Engpässen bei der medizinischen Versorgung, bei Nahrungsmitteln und Trinkwasser, Unterkünften und Bildung. Im Jahr 2017 leistete Ärzte ohne Grenzen ambulante und stationäre medizinische Hilfe in zehn Provinzen sowie in der Hauptstadt Bangui. Dieser Konflikt in Zentralafrika erforderte es im Jahr 2017, dass die Teams basis- und fachmedizinische Hilfe, Nothilfe sowie Geburts- und pädiatrische Hilfe leisteten. Sie halfen bei 17.855 Geburten, führten 8.878 chirurgische Eingriffe aus und hielten 748.563 ambulante Konsultationen ab.
  • In sechs der 17 Projekte musste Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2017 die Aktivitäten an den akuten Bedarf der vom Konflikt betroffenen Bevölkerung anpassen: In Bria arbeitete zwischen Januar und April 2017 ein chirurgisches Team, um Hunderte Patienten zu versorgen, die bei gewaltsamen Auseinandersetzungen verletzt worden waren. Als Bria angegriffen wurde, konnten viele Bewohner nicht fliehen. Die Teams richteten daher mobile Kliniken ein. Der Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik führte im Mai 2017 zu Kriegshandlungen in Bangassou, wo Ärzte ohne Grenzen das Regionalkrankenhaus mit 118 Betten und drei Gesundheitszentren unterstützte. Nach schweren Sicherheitszwischenfällen mussten die Teams Ende November die Aktivitäten drei Monate lang ruhen lassen. In Batangafo verwandelte Ärzte ohne Grenzen ab Juli das Krankenhaus in ein Vertriebenenlager. Aus Sicherheitsgründen konnten in der zweiten Jahreshälfte keine mobilen Kliniken eingesetzt werden. Ende Dezember verschlechterte sich die Sicherheitslage in Paoua beträchtlich. Kämpfe am Stadtrand führten zu mehr als 65.000 Vertriebenen und zwangen Ärzte ohne Grenzen dazu, die ambulante und stationäre Hilfe in sieben Kliniken einzustellen. Aufgrund dieses Konflikts in Zentralafrika behandelten die Teams in Bambari und Kabo viele Kriegsverletzte aus den umliegenden Dörfern. Im Bezirkskrankenhaus in der Hauptstadt Bangui versorgten sie – auch chirurgisch – Gewaltopfer. Zudem betreuten sie das auf komplizierte Geburten spezialisierte Castor-Krankenhaus und die Gbaya Dombia-Klinik für einfache Geburten. Das Nothilfeteam (Eureca) reagierte im Jahr 2017 auf Gewalt sowie Gesundheits- und Ernährungskrisen in Mbres, Maloum und Alindao.
  • Ärzte ohne Grenzen setzte trotz des Konflikts in der Zentralafrikanischen Republik die Behandlung von Krankheiten wie HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria fort. Insgesamt wurden im Jahr 2017 444.587 Malaria-Patientinnen und Patienten in Kabo, Batangafo, Bossangoa und Bambari behandelt. Die HIV-Projekte in Paoua und Carno konzentrierten sich darauf, die antiretrovirale Behandlung zu dezentralisieren.
  • Landesweit wurden zahlreiche Impfkampagnen gegen Krankheiten wie Diphtherie, Hepatitis B, Masern oder Lungenentzündung durchgeführt. Insgesamt wurden 185.400 Kinder geimpft. In Berbérati erhielten 22.400 Frauen im gebärfähigen Alter eine Tetanus-Impfung.
  • Im September 2017 übergab Ärzte ohne Grenzen die Aktivitäten in der Provinz Mambéré-Kadéï an die Behörden. Während des dreijährigen Projekts waren 20.700 Kinder stationär versorgt und 4.570 akut schwer mangelernährte Kinder unter fünf Jahren behandelt worden. Die Teams halfen zudem bei mehr als 5.500 Geburten.
  • Trotz des Konflikts konnte das Projekt in Zémio Ende Dezember planmäßig beendet werden.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1997 aufgrund des Konflikts in der Zentralafrikanischen Republik.