Unsere Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo

Bei Ebola ist Kontakt nur im Schutzanzug möglich. Eine fragile Sicherheitslage macht die Epidemie, die seit August 2018 wütet, zur schwersten in der D.R. Kongo seit Entdeckung des Virus. 2017 lag unser Fokus noch auf Cholera-Impfungen und psychologischer Hilfe.

Ebola-Ausbruch 2018

2018 brach im Osten der Demokratischen Republik Kongo die bislang schwerste Ebola-Epidemie aus. Die prekäre Sicherheitslage in der Region erschwert die Bekämpfung der Epidemie und macht es schwerer, die betroffene Bevölkerung zu erreichen. Seit Beginn des Ausbruchs am 1. August unterstützen unsere Teams das Gesundheitsministerium und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei der Bekämpfung der Epidemie.

 

Unsere Aktivitäten in 2017 im Rückblick:

Die Hilfe im Kongo war 2017 dringend erforderlich, da Millionen Menschen durch das erneute Aufflammen von Gewalt vertrieben wurden. 

Unsere Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen weitete erneut die Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo aus: Die Programme gehörten zu den umfangreichsten der Organisation. Allein im Jahr 2017 wurden 4,1 Millionen Menschen aufgrund des Konflikts in den östlichen Provinzen und aufgrund neuer Krisen in anderen Landesteilen vertrieben.
  • In der Provinz Tanganyika lebten mehr als eine halbe Million Vertriebene. Ärzte ohne Grenzen dehnte daher die Aktivitäten aus: Die Teams leisteten Nothilfe in Myunzu und in den Notlagern in Kalemie und Umgebung. Zu dieser Hilfe im Kongo gehörten Masern-Impfungen, reproduktive Gesundheitsversorgung, psychologische Hilfe sowie die Unterstützung von Gesundheitszentren und pädiatrischen Stationen.
  • In der Kasaï-Region flohen 1,3 Millionen Menschen vor extremer Gewalt. Der Konflikt führte zu einer akuten Mangelernährungskrise in ländlichen Regionen und zu einem starken Anstieg an sexueller Gewalt. Im städtischen Krankenhaus von Kananga behandelte Ärzte ohne Grenzen Kriegsverletzte, nahm 1.204 chirurgische Eingriffe vor und versorgte Überlebende sexueller Gewalt. In Tshikapa unterstützten die Teams ein Krankenhaus, drei Kliniken und das Gefängnis. Außerhalb der Stadt betreuten sie mobile Kliniken, da viele Gesundheitseinrichtungen geplündert, verbrannt oder zerstört worden waren.
  • Ab September 2017 umfasste die Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo auch die Versorgung von Flüchtlingen aus der Zentralafrikanischen Republik. Ärzte ohne Grenzen unterstützte Krankenhäuser in den nördlichen Städten Gbadolite und Mobayi-Mbongo und versorgte rund 67.400 Flüchtlinge mit mobilen Kliniken.
    Zehntausende südsudanesische Flüchtlinge suchten ebenfalls Zuflucht im Norden des Landes. Die Teams betreuten mobile Kliniken in den Dörfern Karagba und Olendere, Provinz Ituri, um medizinische und psychologische Hilfe sowie sexuelle und  reproduktive Gesundheitsversorgung anzubieten.
  • Mehr als 1,5 Millionen Vertriebene lebten 2017 in den beiden Kivu-Provinzen im Osten des Landes, wo der Bedarf an humanitärer und medizinischer Hilfe immens war. Die Teams hielten hier fast 1,5 Millionen Konsultationen ab und nahmen mehr als 95.000 Patientinnen und Patienten stationär in Kliniken auf. Diese Hilfe im Kongo umfasste auch vier Projekte in Masisi, Walikale, Mweso und Rutshuru, Provinz Nord-Kivu. 
    Als es im Juli in der Provinz Süd-Kivu zum Ausbruch von Gewalt kam, behandelte Ärzte ohne Grenzen die Verletzten und setzte die regulären Aktivitäten fort. In Lulingu, Kalehe und Mulungu konzentrierten sich die Teams auf die Versorgung von Kindern unter 15 Jahren sowie auf die Behandlung von Überlebenden sexueller Gewalt, Malaria und Mangelernährung
  • Fünf Teams von Ärzte ohne Grenzen standen im Rahmen der Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo bereit, um auf den Ausbruch von Epidemien zu reagieren. 2017 kam es zu 62 Noteinsätzen. Die Teams impften 1.050.315 Kinder gegen Masern und behandelten 13.906 an Masern erkrankte Kinder. Landesweit versorgten sie zudem 19.239 Cholera-Fälle. 
  • Malaria ist die Haupttodesursache im Kongo. Ärzte ohne Grenzen behandelte im Jahr 2017 insgesamt 856.531 Malaria-Patientinnen und Patienten. 
  • Die Hilfe im Kongo umfasste auch die medizinische und psychologische Versorgung von Menschen, die mit HIV lebten. In Kinshasa, Goma, Mweso, Baraka und Kimbi erhielten 7.185 Patientinnen und Patienten antiretrovirale Medikamente.
  • Mehrere Projekte wurden 2017 beendet oder an die Behörden übergeben, beispielsweise in Shabunda, Manono, Rutshuru, Boga und Gety. 
  • Am 11. Juli 2013 wurden vier Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen entführt. Ein Jahr später konnte einer von ihnen fliehen, doch noch immer ist der Verbleib von drei Kollegen unklar. Ärzte ohne Grenzen setzte sich im Rahmen der Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo weiterhin für ihre Befreiung ein. 

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1981 Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo an.