Unsere Hilfe in Burundi

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Als im Vorfeld der Wahlen im April 2015 die gewalttätigen Ausschreitungen zunahmen, konzentrierte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Burundi auf Aktivitäten in der Hauptstadt Bujumbura.

Unsere Hilfe in Burundi im Einzelnen (Auszug):

  • Zwischen Mai und Juni 2015 fokussierte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Burundi auf Gesundheitszentren, die in der Nähe der Plätze lagen, an denen Demonstrationen stattfanden. So konnten 120 Patienten kostenlos in öffentlichen Einrichtungen behandelt werden. Ärzte ohne Grenzen schulte auch das medizinische Personal im Prinz-Rwagasore-Krankenhaus in Bujumbura in der Behandlung von Unfallopfern und spendete Medikamente sowie medizinisches Material.
  • In Kigobe, einem nördlichen Stadtviertel der Hauptstadt, betreute Ärzte ohne Grenzen ein Unfallzentrum mit 43 Betten im Arche-Krankenhaus. Das Zentrum verfügt über eine Notaufnahme, zwei Operationssäle und eine Intensivstation. Die Teams leisteten kostenlose medizinische Hilfe für Gewaltopfer und behandelten bis zum Jahresende 693 Patienten, von denen 417 stationär versorgt werden mussten.
  • Aufgrund der gewalttätigen Ausschreitungen flohen Zehntausende Burundier über die Grenze ins Nachbarland Tansania. Ärzte ohne Grenzen weitete daraufhin im Rahmen der Hilfe für Burundi die Projektaktivitäten auf Tansania aus. 
  • Im Januar 2015 wurde die Übergabe des Malaria-Projekts in Kirundo an das Gesundheitsministerium mit dem Transfer der Aktivitäten an das Mukenke-Bezirksprogramm beendet. Ärzte ohne Grenzen hatte zuvor versucht, die Sterblichkeitsrate bei schweren Malariafällen zu senken. Da die Regierung die Injektion des Arzneistoffs Artesunat in das Nationale Malaria-Behandlungsprotokoll aufnahm, war die Präsenz von Ärzte ohne Grenzen nicht länger nötig. Die Behandlung mit Artesunat ist kürzer und effektiver als mit Quinin. Zudem verursacht sie weniger Nebenwirkungen.
  • Fünf Jahre nach der Eröffnung übergab Ärzte ohne Grenzen im August 2015 das Management des Urumuri-Zentrums für geburtshilfliche Fisteln an das Regionalkrankenhaus in Gitega. Diese Hilfe in Burundi war sehr wichtig, da es sich bei einer Fistel um eine häufige Geburtsverletzung handelt, die durch Komplikationen bei der Entbindung entsteht. Sie verursacht nicht nur Schmerzen, sondern führt auch zu Blasen- oder Darm-Inkontinenz. Dies wiederum hat oft zur Folge, dass die betroffenen Frauen sozial ausgegrenzt werden und manchmal sogar von Freunden und Familienangehörigen zurückgestoßen werden. Seit dem Jahr 2010 behandelte Ärzte ohne Grenzen fast 1.800 Frauen im Urumuri-Fistelzentrum. Die meisten von ihnen konnten geheilt werden.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1993 Hilfe in Burundi an.