Unsere Hilfe in Libyen

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Die Gewalt hat in den vergangenen Jahren zugenommen, was die humanitäre Hilfe in Libyen sehr erschwert. Seit dem Ende des früheren Regimes im Jahr 2011 ist das Land durch den bewaffneten Konflikt gespalten. 

Unsere Hilfe in Libyen im Einzelnen (Auszug):

  • Es ist extrem schwierig, humanitäre Hilfe in Libyen zu leisten: Das Land hat zwei Regierungen, von denen die international anerkannte ihren Sitz in der östlich gelegenen Stadt Tobruk hat. Die andere Regierung residiert in Tripolis. Im Jahr 2015 übernahm die Gruppe Islamischer Staat die Kontrolle über die Küstenstadt Sirte und etablierte sich in verschiedenen anderen Städten wie Derna. Gleichzeitig hielten die Kämpfe zwischen den politischen Fraktionen in mehreren Gebieten an. 
  • Infolge der Konflikte im Land flohen ausländische medizinische Fachkräfte aus dem Land, und viele Krankenhäuser und Kliniken funktionierten nicht mehr richtig. Gleichwohl gelang es Ärzte ohne Grenzen, Arzneimittel und Impfstoffe an die Städte al-Baida und al-Mardsch zu liefern und die Hygienebedingungen im Krankenhaus in Gubba, im Osten des Landes, zu verbessern.
  • Die Teams spendeten zudem Material wie Chlor, Masken und Schutzhandschuhe an lokale Krisenkomitees in al-Mardsch, einer an der Mittelmeerküste gelegenen Stadt, damit sie die an die Küsten gespülten Leichen sicher bergen konnten. Die Menschen waren beim Versuch, das Mittelmeer in Richtung Europa zu überqueren, ertrunken.
  • Da der bewaffnete Konflikt in Bengasi anhielt, verstärkte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Libyen: Die Teams erweiterten die Kapazität des al-Abiar-Lazaretts, das etwa 60 Kilometer von Bengasi entfernt liegt, um die Stabilisierung der Verwundeten zu ermöglichen. Sie trainierten zudem das Personal der Krankenhäuser in al-Abiar und al-Merdsch in der Notfallversorgung, spendeten Medikamente an die drei noch funktionierenden Krankenhäuser in Bengasi – darunter auch das pädiatrische Krankenhaus – und lieferten regelmäßig Hilfsgüter an die Diabetes- und Nierenzentren. Außerdem verteilte Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit einer libyschen Nichtregierungsorganisation zwischen Juli und November 2015 Nahrungsmittel an 2.400 vertriebene Familien. 
  • Ab November weitete Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Libyen aus, indem das Krankenhaus in der nordwestlich gelegenen Stadt Zuwara mit Medikamenten und medizinischem Material sowie mit Personal und Training unterstützt wurde.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 2011 Hilfe in Libyen an.