Unsere Hilfe in Libyen

Unsere Hilfe in Libyen umfasst die Unterstützung von Flüchtlingen und Migranten. Unser Arzt Dr. Tankred Stöbe (links im Bild) bereiste 2017 das Land, um die medizinische Situation zu erkunden. Hier behandelt er die Insassen eines Gefangenenlagers für Flüchtlinge. Fast alle haben gesundheitliche Beschwerden durch die schlimmen Zustände dort.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte 2016 die Hilfe in Libyen fort: Seit dem Ende des früheren Regimes im Jahr 2011 ist das Land durch den bewaffneten Konflikt gespalten.

Die Hilfe in Libyen im Einzelnen (Auszug):

  • Es ist extrem schwierig, humanitäre Hilfe in Libyen zu leisten: Der Zusammenbruch von Recht und Ordnung, der wirtschaftliche Kollaps und die Existenz von drei Regierungen wirkten sich auch im Jahr 2016 sehr nachteilig auf die Gesundheitsversorgung aus. Ärzte ohne Grenzen spendete Medikamente und medizinisches Material an viele Krankenhäuser im ganzen Land, um die Notaufnahmen und die chirurgische Versorgung zu unterstützen.
  • In Bengasi betreute Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit einer libyschen Nichtregierungsorganisation eine Klinik, die pädiatrische und gynäkologische Konsultationen für Vertriebene und Bedürftige anbot. Zudem unterstützten die Teams die Notaufnahme des medizinischen Zentrums in Bengasi sowie die Krankenhäuser al-Abjar und al-Mardsch mit Personal und Trainingskursen.
  • Im Westen des Landes arbeitete Ärzte ohne Grenzen im zentralen Krankenhaus in Misrata und baute eine Partnerschaft in Sachen Infektionskontrolle zwischen diesem Krankenhaus und einem jordanischen Krankenhaus in der Hauptstadt Amman auf, in dem Ärzte ohne Grenzen ebenfalls tätig war. Die Teams unterstützten zudem zwei Krankenhäuser in Sintan mit Medikamenten und Trainingskursen, damit diese bei einem Massenansturm von Verletzten effektiver reagieren können. Da die Patientenanzahl im Maritim-Krankenhaus in Suwara niedrig war, stellte Ärzte ohne Grenzen im März 2016 diese Hilfe in Libyen ein. Im Oktober wurde auch die Unterstützung von drei Polikliniken außerhalb von Suwara eingestellt.
  • Libyen ist nicht nur ein Ziel für Hunderttausende geflüchteter Menschen, für Asylsuchende und Migranten. Es ist auch ein Transitland für Menschen, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen. Diese Menschen sind in sehr hohem Maße Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt. Im Rahmen der Hilfe in Libyen betreute Ärzte ohne Grenzen daher mobile Kliniken in sieben Aufnahmezentren für Migranten in Tripolis und Umgebung. Die meisten Krankheiten waren auf die erbärmlichen Bedingungen innerhalb der völlig überfüllten Aufnahmezentren zurückzuführen: Läuse, Krätze und Flöhe sowie ernährungsbedingte Probleme oder Beschwerden, die auf einen Mangel an sauberem Trinkwasser beruhten. Diese Hilfe in Libyen umfasste insgesamt 7.145 medizinische Konsultationen, 49 Schwangerenberatungen und 46 Sprechstunden für Kinder unter fünf Jahren.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 2011 Hilfe in Libyen an.