Mali-Konflikt: Unsere Hilfe vor Ort

Die Behandlung mangelernährter Kinder ist ein wichtiger Teil unserer Hilfe im Mali-Konflikt. Im Bild zu sehen: Ein Arzt misst den Oberarmumfang eines Kindes, um den Grad seiner Mangelernährung festzustellen.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Der Mali-Konflikt im Norden und Zentrum des Landes hat zu einer Verschlechterung des nationalen Gesundheitssystems und der sozialen Unterstützungsangebote geführt.

Die Mali-Unruhen und unsere Hilfe im Einzelnen (Auszug):

  • Da der Mali-Konflikt auch im Jahr 2017 anhielt, setzte Ärzte ohne Grenzen die medizinischen Programme in verschiedenen Landesteilen fort, um den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu verbessern.
  • In der Stadt Ansongo, Region Gao, unterstützte Ärzte ohne Grenzen aufgrund der Unruhen in Mali weiterhin das Referenz-Krankenhaus. Die Teams hielten ambulante Konsultationen ab, übernahmen die Notaufnahme und die stationäre Versorgung, betreuten die Chirurgie und die Geburtshilfe. Außerdem behandelten sie chronische Krankheiten und Mangelernährung, betreuten die Säuglingsstation und die Pädiatrie. Gewaltopfer und Überlebende sexueller Gewalt konnten psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Ärzte ohne Grenzen leistete auch basismedizinische Hilfe für Schwangere und Kinder unter fünf Jahren im Gesundheitszentrum der Stadt. In den ländlichen Gebieten von Ansongo überwiesen die Teams Patientinnen und Patienten an die Gesundheitszentren und brachten schwere Fälle ins Krankenhaus nach Gao. Zwischen Juli und Dezember - wenn die nomadischen Gemeinden mit ihrem Vieh weit weg von den Kliniken ziehen - stellte Ärzte ohne Grenzen deren Zugang zu medizinischer Hilfe dadurch sicher, dass Gemeinde-Gesundheitshelfer in der Diagnose und Behandlung der häufigsten Krankheiten geschult wurden. Zudem richtete Ärzte ohne Grenzen für ernste Fälle ein Monitoring- und Überweisungssystems ein.
  • Die Unruhen in Mali wirkten sich auch auf die Region Kidal, nördlich von Gao, aus. Dort unterstützte Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit den lokalen Behörden sechs Gesundheitszentren in der Stadt Kidal und in ihrer Umgebung. Die Teams leisteten die basismedizinische Versorgung für die Bevölkerung, richteten ein epidemiologisches Überwachungssystem ein und überwiesen komplizierte Fälle an das Referenz-Gesundheitszentrum sowie an das Krankenhaus in Gao.
  • Aufgrund des Mali-Konflikts unterstützte Ärzte ohne Grenzen das Referenz-Gesundheitszentrum in Douentza: Die Teams behandelten mangelernährte Patientinnen und Patienten, führten Notoperationen aus, nahmen Kinder unter 15 Jahren stationär ins Krankenhaus auf und boten psychologische Hilfe an. Darüber hinaus überwiesen die Teams Kranke an das Referenz-Gesundheitszentrum und brachten dringende Fälle ins Krankenhaus nach Mopti.
  • Im südlichen Bezirk Koutiala, in dem die Unruhen in Mali kaum spürbar waren, konzentrierte sich Ärzte ohne Grenzen auf die Behandlung von Kindern unter fünf Jahren. Die Teams unterstützten Ernährungsmaßnahmen im Referenz-Gesundheitszentrum sowie in 15 anderen Kliniken. Während des Höhepunktes der jährlichen Malaria-Epidemie entsandte Ärzte ohne Grenzen zusätzliche Gemeindegesundheitshelfer in den Bezirk. Das Referenz-Gesundheitszentrum in Koutiala wurde zudem um den Bau einer pädiatrischen Station mit 185 Betten erweitert.
  • Der Mali-Konflikt wirkte sich sporadisch auch auf Ténenkou, in der Region Mopti, aus. Ärzte ohne Grenzen fokussierte hier die Arbeit auf die Versorgung von Frauen im gebärfähigen Alter. Die Teams unterstützten die Geburtshilfe, den Operationssaal und die ambulanten Konsultationen im Referenz-Gesundheitszentrum. Auch wurde während des Höhepunktes der Malaria-Epidemie (August bis November) zusätzliches Personal in die abgelegenen Gemeinden entsandt. Mobile Klinken boten basismedizinische Hilfe an.
  • Ein mobiles Notfallteam mit medizinischen, paramedizinischen und logistischen Fachkräften, das seit 2015 die Sahelzone betreut, überwachte auch im Jahr 2017 die epidemiologische Lage und stellte sicher, dass innerhalb von 24 bis 48 Stunden auf medizinische und humanitäre Notlagen reagiert werden konnte. Dies betraf vorwiegend Niger, aber auch die Regionen des Mali-Konflikts.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1992 Hilfe im Land an, im Mali-Konflikt seit 2012.