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Wo wir arbeiten

Unsere Hilfe in Mali

  • 60.1
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 83.7 Jahre
  • 58.5
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 78.9 Jahre
  • 1243
    Mitarbeiter*innen waren für uns im Einsatz.
  • 26.9
    Millionen Euro haben wir für unsere Hilfe vor Ort aufgewendet.

Quellen: UNDESA (2019a), MSF International Activity Report 2020

Die anhaltende Unsicherheit in Mali verschlechtert das nationale Gesundheitssystem. Seit Beginn eines gewaltsamen Konfliktes 2012 kommt das Land in der Sahelzone nicht zur Ruhe. Nach der Besetzung des Nordens durch bewaffnete Gruppen, die gegen den malischen Staat kämpften, verlagerten sich die Kämpfe ins Landesinnere. Auch in der ersten Hälfte des Jahres 2020 flammten in Zentralmali bewaffnete Konflikte und Gewalt zwischen Gemeinden auf. Dadurch kamen mehr als 2.840 Menschen ums Leben und Tausende mussten aus ihren Häusern fliehen. Allein in Mali sind mehr als 311.000 Menschen vertrieben (Stand: Oktober 2020), auch in Nachbarländer sind Tausende geflohen. Mali zählt zu den ärmsten Ländern der Welt, die Gesundheitsversorgung ist lückenhaft und entsprechend viel medizinische Unterstützung nötig.

Unsere Hilfe in Mali 2020 

  • 459.272 Routineimpfungen  
  • 510.896 ambulante Behandlungen  
  • 193.099 Malaria-Behandlungen  
  • 1.703 Kinder in ambulanten Ernährungsprogrammen 

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1992 medizinische Hilfe in Mali an. 

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Eine Frau aus Mali sitzt vor einem Krankenhaus
Eine Patientin ruht sich im Innenhof eines Krankenhauses in Koutiala, Mali aus.
©MSF/Mohammad Ghannam

Seit Beginn der Krise haben wir Angst unterwegs überfallen und bestohlen zu werden. Viele Menschen haben auf diesen Straßen bereits ihr Leben verloren. Wenn du überfallen wirst und kein Geld hast, wirst du zusammengeschlagen

Adama, eine unserer Patientinnen 2019

 

 

Auf 10.000 Einwohner*innen kommt ein*e Ärztin 

Die Auswirkungen der Gewalt, gerade in ländlichen Regionen, ist für die Bevölkerung verheerend. Besonders prekär ist die medizinische Situation der nomadisch lebenden Menschen in den Wüstenregionen im Norden und Osten Malis. Auf 10.000 Einwohner*innen kommt ein*e Ärztin.   

Der bewaffnete Konflikt zwingt immer mehr Hilfsorganisationen dazu, ihre Aktivitäten einzuschränken oder sich ganz zurückzuziehen. Auch für Menschen, die medizinische Hilfe aufsuchen wollen, sind viele Wege gefährlich.  

Wir setzen Hilfe fort trotz Unruhen  

Da es für die Menschen kaum sichere Wege zu grundlegender Versorgung gibt, muss die Hilfe zu ihnen kommen. Wir arbeiten mit mobilen Teams, zum Beispiel im Zentrum und im Südwesten Malis, wo wir unser Hilfsangebot bereits 2019 ausgeweitet hatten. In 40 Dörfern behandelten wir rund 15.000 Patient*innen.   

Die abgelegenen Regionen Mopti und Ségou sind Beispiele für Gebiete, in denen Unsicherheit weit verbreitet ist: Zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen bewaffneten Gruppen kommt eine zunehmende Kriminalität und die Verbreitung von Landminen hinzu. Dennoch setzten wir unsere medizinische Versorgung dort fort. Wir haben unsere mobilen Kliniken aufgestockt, um sowohl die Bevölkerung als auch die Vertriebenen in diesen Gebieten zu unterstützen, in denen die Grundversorgung extrem eingeschränkt ist.

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Paulette Baraka (hinten Mitte) mit ihrem Beratungsteam in Mali.
Paulette Baraka (hinten Mitte) mit ihrem Beratungsteam in Mali.
©Pauletta Baraka / MSF

Es gibt viele Konflikte und viele Vertriebene in diesem Gebiet (Segou). Sexualisierte und genderspezifische Gewalt ist weit verbreitet, ebenso wie Depressionen und Angstzustände. Das zeigt, wie sehr die Menschen durch ihr unberechenbares Umfeld gestresst sind. Wenn Gewalt und Armut herrschen und die Menschen ihre Grundbedürfnisse nicht befriedigen können, kommt es zu Depressionen.

Paulette Baraka, unsere Managerin für psychische Gesundheit in Mali 

Verstärkter Fokus auf Krebsbehandlungen  

Mit dem Gesundheitsministerium arbeiteten wir zusammen, um Covid-19-Patient*innen mit schweren Verläufen in Bamako zu behandeln, und unterstützten die Reaktion auf die Pandemie im ganzen Land. Gleichzeitig arbeiteten wir weiterhin in der Behandlung von Krebserkrankungen und boten kinderheilkundliche Dienste an. Unsere Arbeit in der Onkologie haben wir 2020 ausgeweitet, indem wir die Früherkennung und Diagnose von Gebärmutterhals- und Brustkrebs in der Hauptstadt erleichtern und Behandlungen, einschließlich Operationen und Chemotherapie, anbieten.
 

Heftiger Anstieg von Malariafällen in 2020 

Der saisonale Höhepunkt der Malaria war 2020 vor allem im Norden Malis besonders heftig: Starke Regenfälle und Verzögerungen bei den Präventionskampagnen waren der Grund dafür. In Timbuktu starteten wir ein Soforthilfeprojekt, um Menschen bei Malariatests und -behandlungen zu unterstützen. Dort haben wir auch eine groß angelegte Impfkampagne gegen Masern gestartet. Auch bei der Bekämpfung anderer Epidemien im Land halfen wir. 

Bekämpfung von Kindersterblichkeit  

Im Süden Malis konzentrieren wir unsere Hilfe auf Ernährungsmaßnahmen und pädiatrische Angebote im Krankenhaus der Stadt Koutiala. In Zusammenarbeit mit dem malischen Gesundheitsministerium haben wir ein simples und kostengünstiges Behandlungskonzept für Kinder unter fünf Jahren entwickelt. Der Ansatz verknüpft Gesundheits- und Ernährungsbedarfe, um die Hauptursachen der Kindersterblichkeit zu bekämpfen. Eine zusätzliche Entlastung bringt unsere Kinderstation mit 185 Betten. Im Laufe des Jahres hielten wir 165.000 ambulante Konsultationen ab.

 

29.07.2021