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Wo wir arbeiten

Unsere Hilfe in Mali

  • 60.1
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 83.7 Jahre
  • 58.5
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 78.9 Jahre
  • 907
    Mitarbeiter*innen waren für uns im Einsatz.
  • 17.2
    Millionen Euro haben wir für unsere Hilfe vor Ort aufgewendet.

Quellen: UNDESA (2019a), MSF International Activity Report 2019

Seit Beginn eines gewaltsamen Konfliktes 2012 kommt das Land in der Sahelzone nicht zur Ruhe. Nach der Besetzung des Nordens durch bewaffnete Gruppen, die gegen den malischen Staat kämpften, verlagerten sich die Kämpfe ins Landesinnere. Nach einer trügerischen Ruhephase flammte die Gewalt 2019 wieder auf: 160 Menschen wurden bei einem Angriff getötet. Die Folge war eine Welle gewalttätiger Ausschreitungen und restriktiver Maßnahmen seitens der Militärbehörden. Durch Ausgangssperren und Fahrverbote wurden die Menschen immer weiter in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt.  

Unsere Hilfe in Mali 2019

  • 371.800 Routineimpfungen 
  • 350.100 ambulante Sprechstunden 
  • 161.500 Malaria-Behandlungen 
  • 6.810 schwer mangelernährte Kinder versorgt 

Ärzte ohne Grenzen leistet seit 1992 medizinische Hilfe in Mali.  

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Unsicherheit, Angst, weite Entfernungen 

Die Auswirkungen der Gewalt, gerade in ländlichen Regionen, sind für die Menschen verheerend. Mali zählt zu den ärmsten Ländern der Welt, die Gesundheitsversorgung ist lückenhaft. Besonders prekär ist die medizinische Situation der nomadisch lebenden Menschen in den Wüstenregionen im Norden und Osten Malis. Auf 10.000 Einwohner*innen kommt ein*e Ärztin.  

Der bewaffnete Konflikt zwingt immer mehr Hilfsorganisationen dazu, ihre Aktivitäten einzuschränken oder sich ganz zurückzuziehen. Auch für Menschen, die medizinische Hilfe aufsuchen wollen, ist jeder Weg gefährlich. Eine Patientin sagt:

Seit Beginn der Krise haben wir Angst unterwegs überfallen und bestohlen zu werden. Viele Menschen haben auf diesen Straßen bereits ihr Leben verloren. Wenn du überfallen wirst und kein Geld hast, wirst du zusammengeschlagen.

 

Die Hilfe muss zu den Menschen kommen

Da es für die Menschen kaum sichere Wege zu grundlegender Versorgung gibt, muss die Hilfe zu ihnen kommen. Wir arbeiten mit mobilen Teams, zum Beispiel im Zentrum und im Südwesten Malis, wo wir unser Hilfsangebot 2019 ausgeweitet haben. In 40 Dörfern behandelten wir rund 15.000 Patient*innen. Zusätzlich unterstützen wir im Landeszentrum Krankenhäuser in der Region Mopti. Im Fokus steht dabei die allgemeine medizinische Versorgung, psychologische Begleitung und die Bereitstellung von Hilfsgütern wie Decken. 

Im Nordosten Malis, am Rande des Gebirgsmassivs Adrar des Ifoghas, arbeiten wir in 62 nomadischen Camps. Ein Fokus liegt hier auf der Zusammenarbeit mit lokalen Gesundheitsberater*innen. Wir organisieren Weiterbildungen, damit die Menschen befähigt werden, die häufigsten Erkrankungen von Schwangeren und Kindern unter fünf Jahren zu diagnostizieren und zu behandeln. Zudem unterstützen wir ein Krankenhaus und vier Gesundheitszentren in Ansongo sowie sechs Kliniken nahe Kidal. Wir bieten medizinische Versorgung und psychologische Unterstützung für die Überlebenden des Konflikts in Mali an.  

Zehn Jahre Versorgung für Kinder 

Im Süden Malis konzentrieren wir unsere Hilfe auf Ernährungsmaßnahmen und pädiatrische Angebote im Krankenhaus der Stadt Koutiala. In Zusammenarbeit mit dem malischen Gesundheitsministerium haben wir ein simples und kostengünstiges Behandlungskonzept für Kinder unter fünf Jahren entwickelt. Der Ansatz verknüpft Gesundheits- und Ernährungsbedarfe, um die Hauptursachen der Kindersterblichkeit zu bekämpfen. Eine zusätzliche Entlastung bringt unsere neugebaute Kinderstation mit 185 Betten.  

Unsere Teams betreuen zudem präventive Aktivitäten und behandeln Patient*innen während des saisonalen Malaria-Höhepunkts von Juni bis Oktober. Während der Regenzeit haben die Menschen vielerorts mit Überschwemmungen zu kämpfen. Optimale Bedingungen für Moskitos, die Überträger der Malaria. Gleichzeitig werden Ernten zerstört und die Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. Auch während dieses sogenannten „Ernährungsengpasses“ stehen wir den Menschen in Mali zur Seite.