Unsere Hilfe in Mali

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen fokussierte die Hilfe in Mali auf die ambulante und stationäre Versorgung. Trotz des Friedensabkommens, das im Juni 2015 zwischen der Regierung und den wichtigsten bewaffneten Gruppen im Norden Malis geschlossen wurde, blieb die Sicherheitslage bis zum Jahresende angespannt.

Unsere Hilfe in Mali im Einzelnen (Auszug):

  • Die medizinische Hilfe in Mali blieb auch im Jahr 2015 sehr wichtig für die Bevölkerung, da Auseinandersetzungen zwischen den bewaffneten Gruppen den Zugang zur Gesundheitsversorgung erschwerten. Der Mangel an Medikamenten und qualifiziertem Personal führte zudem dazu, dass die Menschen kaum oder gar keine Basisgesundheitsversorgung erhielten. Im Süden des Landes kam es zu Angriffen mit tödlichem Ausgang in der Hauptstadt Bamako, vor allem bei einem Überfall von Islamisten auf ein Restaurant im März und auf ein Luxushotel im November.
  • Ärzte ohne Grenzen setzte die Hilfe in Mali insbesondere in der Region Gao fort: Dort unterstützten die Teams ein Krankenhaus im Bezirk Ansongo. Sie führten Sprechstunden durch, nahmen Patientinnen und Patienten stationär auf, betreuten die Mütter- und Chirurgie-Station sowie ein Ernährungszentrum und das Labor. Zudem kooperierten sie mit Gesundheitszentren in den ländlichen Gebieten, um von dort aus Überweisungen ins Krankenhaus zu organisieren. Im September 2015 startete Ärzte ohne Grenzen ein neues basismedizinisches Projekt für Schwangere und Kinder unter fünf Jahren, die zur Gruppe der saisonalen Viehhüter in der Region gehörten. Zudem erhielten mehr als 46.000 Kinder unter fünf Jahren Antimalaria-Medikamente während des jahreszeitlich bedingten Höhepunktes der Epidemie zwischen August und November, um sie gegen die Tropenkrankheit zu schützen. Außerdem wurden sie gleichzeitig gegen Tuberkulose, Polio, Pneumokokken, Rotaviren, Masern und Gelbfieber geimpft, so wie es der nationale Impf-Fahrplan vorsah. Dies führte zu einer beträchtlichen Verbesserung der Impfraten in diesem Gebiet.
  • Ab August weitete Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Mali auf die Region Kidal, nördlich von Gao, aus. Die Teams unterstützten dort zwei Kliniken in der Stadt und kooperierten mit der lokalen Organisation Solidarité au Sahel in anderen Einrichtungen der Umgebung.
  • Im Regionalen Krankenhaus in Timbuktu, das über 86 Betten verfügt, leistete Ärzte ohne Grenzen medizinische und chirurgische Nothilfe. Dort wurden monatlich durchschnittlich 390 stationäre Aufnahmen sowie 80 Geburten verzeichnet. Die Teams hielten auch Sprechstunden für Patienten mit chronischen Krankheiten, wie Diabetes oder Bluthochdruck, in einer Überweisungsklinik ab.
  • Rund 40 Prozent der Bevölkerung in der Region Timbuktu leben mehr als 15 Kilometer entfernt von der nächsten Klinik. Mobile Teams von Ärzte ohne Grenzen unterstützten daher das Personal in drei entlegenen Gesundheitszentren, die Basismedizin, Impfungen, Mütterversorgung und Untersuchungen auf Mangelernährung anboten. Aufgrund der schlechten Sicherheitslage musste die Arbeit in diesen drei Gesundheitszentren allerdings mehrere Monate lang eingestellt werden.
  • Die Haupttodesursache von Kindern im relativ stabilen Süden des Landes ist Malaria. Im Jahr 2015 konzentrierte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Mali auf die Gesundheitsversorgung von Kindern und auf schwere akute Mangelernährung in Koutiala, Region Sikasso. Die Teams unterstützten die pädiatrische Station des Überweisungs-Krankenhauses in Koutiala sowie fünf Kliniken in der Stadt. Während des jahreszeitlich bedingten Höhepunktes der Malaria-Epidemie wurde die Bettenanzahl der pädiatrischen Station auf 300 erhöht.
  • Bereits seit vier Jahren umfasst die Hilfe in Mali auch die saisonale Malaria-Chemoprävention in der Region Sikasso. Im Jahr 2015 lieferte Ärzte ohne Grenzen die Antimalaria-Medikamente für 190.067 Kinder. Zudem lief ein präventives pädiatrisches Projekt in der Gesundheitszone Konséguéla. Es schloss auch Impfungen und die Verteilung von Moskitonetzen ein. Die Impfungen wurden auf alle fünf Kliniken, die Ärzte ohne Grenzen unterstützte, ausgedehnt.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1992 Hilfe in Mali an.