Mali-Konflikt: Unsere Hilfe vor Ort

Die Behandlung mangelernährter Kinder ist ein wichtiger Teil unserer Hilfe im Mali-Konflikt. Im Bild zu sehen: Ein Arzt misst den Oberarmumfang eines Kindes, um den Grad seiner Mangelernährung festzustellen.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Der Mali-Konflikt im Norden des Landes schränkte den Zugang der Bevölkerung zu medizinischer Hilfe im Jahr 2016 erneut ein. Die Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppen hielten trotz des Friedensabkommens an.

Der Mali-Konflikt und unsere Hilfe im Einzelnen (Auszug):

  • In der Stadt Ansongo, Region Gao, unterstützte Ärzte ohne Grenzen aufgrund des Mali-Konflikts das Referenzkrankenhaus mit 48 Betten. Die Teams hielten ambulante Konsultationen ab, übernahmen die stationäre Versorgung und Notaufnahmen, betreuten die Chirurgie, die Geburtshilfe und das Labor. Außerdem behandelten sie chronische Krankheiten und Mangelernährung, boten den Überlebenden sexueller und genderbasierter Gewalt psychologische Hilfe an und unterstützten das Gesundheitszentrum im Bezirk.
    In den ländlichen Gebieten von Ansongo übernahmen die Teams auch die Überweisungen von den Gesundheitszentren ins Krankenhaus. Von Juli bis Dezember 2016 - wenn die nomadischen Gemeinden mit ihrem Vieh weit weg von den Kliniken ziehen - stellte Ärzte ohne Grenzen deren Zugang zu medizinischer Hilfe dadurch sicher, dass Gemeindegesundheitshelfer in der Diagnose und Behandlung der häufigsten Krankheiten geschult wurden. Zudem erhielten rund 57.145 Kinder Antimalariamittel und Routine-Nachfolgeimpfungen während des Höhepunktes der Epidemie.
     
  • Der Mali-Konflikt wirkte sich auch auf die Region Kidal, nördlich von Gao gelegen, aus. Dort unterstützte Ärzte ohne Grenzen zwei Gesundheitszentren in der Stadt Kidal sowie drei Kliniken in der Umgebung. Erstmals verabreichten die Teams in Zusammenarbeit mit den Behörden die saisonale Chemoprävention gegen Malaria und erreichten damit 16.048 Kinder im Alter zwischen drei Monaten und fünf Jahren.
     
  • Zum Jahresende kehrten medizinische Fachkräfte, die wegen des Mali-Konflikts zuvor geflohen waren, nach Timbuktu zurück. Ärzte ohne Grenzen begann daher mit der allmählichen Übergabe aller Aktivitäten im regionalen Referenzkrankenhaus an die Gesundheitsbehörden. Die Teams waren dort seit 2012 tätig.
     
  • Im südlichen Bezirk Koutiala, in dem der Mali-Konflikt nicht spürbar war, setzte Ärzte ohne Grenzen ein umfangreiches pädiatrisches Programm fort, um die Krankheits- und Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren zu verringern. Im Verlauf des Jahres 2016 wurden 7.032 pädiatrische Fälle und 3.829 mangelernährte Kinder ins regionale Krankenhaus in Koutiala aufgenommen. Die Teams unterstützten zudem die pädiatrische Versorgung und Ernährungshilfe in fünf Kliniken im Bezirk. Sie hielten 90.203 ambulante Konsultationen ab und behandelten 3.779 mangelernährte Kinder. Außerdem führten sie in fünf Gesundheitszonen präventive Gesundheitsmaßnahmen für alle Kinder unter zwei Jahren ein. Dies schloss auch Routine-Nachuntersuchungen, die Verteilung von Moskitonetzen und ergänzender Nahrungsmittel auf Milchbasis sowie Impfungen ein. 2016 profitierten 7.723 Kinder von diesem Gesundheitspaket. Im Verlauf des Jahres begann Ärzte ohne Grenzen, die Aktivitäten rund um die saisonale Malaria-Chemoprävention an die Behörden in Koutiala zu übergeben.  Etwa 171.000 Kinder hatten bei jeder Runde Antimalaria-Medikamente erhalten.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1992 Hilfe im Land an, im aktuellen Mali-Konflikt seit 2012.