Unsere Hilfe in Niger

Allein im September 2016 wurden 2.500 Kinder in von uns unterstüzte Krankenhäuser in der Region Magaria eingeliefert. Unsere Hilfe in Niger fokussiert sich auf Kinder mit schwerer Mangelernährung und Malaria.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Im Jahr 2017 konzentrierte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Niger auf die Verringerung der Kindersterblichkeit - vor allem während des Höhepunktes der jährlichen Malaria-Epidemie.

Die Hilfe in Niger im Einzelnen (Auszug):

  • Als es in der Region Diffa im April 2017 zu einer Hepatitis-E-Epidemie kam, fokussierte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Niger darauf, an 224 Standorten Wasser zu chlorinieren sowie Kanister und Hygienepakete zu verteilen. Mehr als 220.000 Personen nahmen zudem an Aufklärungsveranstaltungen teil. Die Teams behandelten darüber hinaus Patientinnen und Patienten mit Hepatitis E in Krankenhäusern und Kliniken. In der Stadt Diffa eröffneten sie eine Mutter-Kind-Klinik, um infizierte Schwangere zu versorgen. 350 Frauen wurden dort stationär behandelt. Zwischen März und Juni 2017 kam es zu einem Meningitis-C-Ausbruch, bei dem die Teams und die Gesundheitsbehörden rund 464.000 Personen in den Regionen Niamey, Tillabéri, Dosso, Tahoua und Maradi impften.
  • In der Region Diffa, im Grenzgebiet zu Nigeria, litt die Bevölkerung weiterhin unter den Folgen des Konflikts zwischen diversen bewaffneten Gruppen. Im Rahmen der Hilfe in Niger leistete Ärzte ohne Grenzen humanitäre Hilfe, bot ambulante und stationäre medizinische Hilfe an sowie reproduktive Gesundheitsversorgung und psychologische Unterstützung. Die Teams arbeiteten im Regionalkrankenhaus der Stadt Diffa, in den Bezirkskrankenhäusern in Nguigmi und Mainé-Soroa sowie in diversen Kliniken der Bezirke Diffa, Nguigmi und Bosso. Ab Juni betreuten sie zudem mobile Kliniken in abgelegenen Regionen. Im Bezirk Mainé-Soroa leistete Ärzte ohne Grenzen erstmals ambulante und stationäre Hilfe für die Bevölkerungsgruppen, die sich im Grenzgebiet zwischen Niger und Nigeria hin- und herbewegten. Die Hilfe in Niger umfasste auch psychosoziale Unterstützung: Aufgrund des hohen Gewaltpotenzials in der Region Diffa hielten die Teams für die lokale Bevölkerung und die Vertriebenen 15.742 Einzel- und 2.534 Gruppengespräche ab. Außerdem gaben sie mehr als 300.000 medizinische Sprechstunden und halfen bei etwa 5.300 Geburten.
  • In der Region Zinder weitete Ärzte ohne Grenzen die Kapazitäten auf der pädiatrischen Station des Bezirkskrankenhauses in Magaria aus. Zwischen Juni und Dezember 2017, als die Anzahl der Mangelernährungs- und Malariafälle zunahm, verfügte die Pädiatrie über 600 Betten. Rund 15.000 Kinder unter fünf Jahren wurden in Magaria stationär versorgt. Im Rahmen dieser Hilfe in Niger arbeiteten die Teams zudem in sechs Kliniken und einem Gesundheitsposten. Im Bezirk Dungass eröffnete Ärzte ohne Grenzen zum zweiten Mal in Folge während des Höhepunktes der Malaria-Epidemie eine Kinderstation mit 200 Betten. Die pädiatrischen Aktivitäten im Krankenhaus in Zinder sowie das Ernährungszentrum wurden im März an die Behörden und das Französische Rote Kreuz übergeben.
  • Ärzte ohne Grenzen setzte 2017 das pädiatrische Programm im Bezirk Madarounfa fort, das bereits 2001 begonnen hatte. Kinder unter fünf Jahren, die unter schwerer Mangelernährung, Malaria und anderen Krankheiten litten, wurden hier stationär versorgt. Die Teams behandelten im Rahmen dieser Hilfe in Niger 14.486 mangelernährte Kinder ambulant und unterstützten Gemeindegesundheitshelfer in 40 Dörfern während des Höhepunktes der Malaria-Epidemie.
  • Im Bezirkskrankenhaus in Madaoua, Region Tahoua, betreuten die Teams ein stationäres Ernährungszentrum sowie die Kinder- und Säuglingsstation. Im Jahr 2017 behandelten sie mehr als 14.500 Kinder unter fünf Jahren. Ärzte ohne Grenzen unterstützte auch die Mütterstation, um die Säuglingssterblichkeit zu verringern, und bot Geburtsnothilfe an. In einer neuen Klinik in Sabon-Guida eröffneten sie eine Geburtshilfestation. An beiden Standorten halfen sie bei mehr als 3.700 Geburten. Im Rahmen dieser Hilfe in Niger wurden auch 254.200 Kinder gegen Masern in der Region geimpft.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1985 Hilfe in Niger an.