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Wo wir arbeiten

Unsere Hilfe in Niger

  • 63.6
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 83.7 Jahre
  • 61.3
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 78.9 Jahre
  • 1829
    Mitarbeiter*innen waren für uns im Einsatz.
  • 28
    Millionen Euro haben wir für unsere Hilfe vor Ort aufgewendet.

Quellen: UNDESA (2019a), MSF International Activity Report 2019

Der Niger liegt am südlichen Rand der Sahara. Das Land ist geprägt durch extreme Trockenheit, zu der auch die Klimakrise beiträgt. Insbesondere zwischen Mai und September kämpfen die Menschen regelmäßig mit saisonal bedingter Dürre und Nahrungsmittelknappheit. Zusätzlich leiden sie seit Jahren unter den Folgen gewaltsamer Zusammenstöße zwischen bewaffneten Gruppen.

Unsere Hilfe in Niger 2019

  • 436.000 ambulante Behandlungen 
  • 220.300 Malaria-Behandlungen 
  • 67.600 stationäre Aufnahmen 
  • 28.000 Kinder in ambulanten Ernährungsprogrammen 
  • 19.000 Kinder in stationären Ernährungsprogrammen 

Ärzte ohne Grenzen leistet seit 1985 medizinische Hilfe in Niger. 

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Ausgeliefert auf der Suche nach Schutz

In der Sahelzone grenzen die südwestlichen Regionen des Niger, Tillabéri und Tahoua, an Mali und Burkina Faso. Auch in den beiden Nachbarländern kämpfen die Menschen mit humanitären Krisen, Vertriebene fliehen im Dreiländereck hin und her. Im Niger wurden mehr als 97.000 Menschen infolge gewaltsamer Konflikte zwischen bewaffneten nichtstaatlichen Gruppen und dem nigrischen Militär vertrieben. Auch in der südöstlichen Region Diffa bleibt die Sicherheitslage nach wie vor angespannt. Die Angriffe bewaffneter Gruppen richten sich sowohl gegen die Bevölkerung als auch gegen staatliche militärische Einrichtungen. Nach einem Angriff auf unser Büro im Juni 2019 waren wir gezwungen, unsere Hilfe in unserem Projekt in Maïné Soroa einzustellen.

Niger ist darüber hinaus ein wichtiges Transitland für Migrant*innen, Asylsuchende und andere Menschen, die aus Libyen fliehen, die versuchen, die Sahara in Richtung Norden zu durchqueren oder die aus Algerien abgeschoben werden. Hunderttausende nehmen jedes Jahr den gefährlichen Weg durch die Wüstenregion Agadez im Norden des Niger. Kriminelle Banden machen daraus ein Geschäft, bei dem viele in den Sanddünen der Ténéré-Wüste ihr Leben verlieren.

Eine 32-jährige Frau aus Kamerun berichtet nach ihrer Abschiebung von Algerien nach Niger im Juli 2019 etwa:

Sie werfen dich in der Wüste raus. Man läuft und läuft, mehr als 20 Kilometer. Das ist wirklich nicht einfach, wenn man im siebten Monat schwanger ist. Ich bin durch die Hölle gegangen.

 

Mobile Hilfe für Geflüchtete und Vertriebene

Im Norden Nigers unterstützen unsere Teams lokale Gemeinden und versorgen Menschen entlang der Hauptmigrationsrouten. Nahe der algerischen Grenze, in Assamaka, leisten wir medizinische und humanitäre Hilfe für Vertriebene aus Algerien. Sowohl in Gesundheitseinrichtungen als auch mit mobilen Kliniken bieten wir basismedizinische Versorgung an und behandeln Mütter und Säuglinge.

Auch in der südwestlichen Region Tillabéri bieten wir kostenlose medizinische Versorgung an, sowohl für vertriebene Menschen, als auch für die nigrische Bevölkerung, die vom Konflikt betroffen ist. Mit Hilfe mobiler Kliniken versuchen unsere Mitarbeiter*innen auch die Menschen in abgelegenen und schwer zugänglichen Gebieten zu erreichen. Wir organisieren psychosoziale Gesundheitsberatungen und verteilen lebenswichtige Haushaltsgegenstände, einschließlich Moskitonetzen und Eimern.

Prävention gegen Malaria und Mangelernährung

Ein weiterer Fokus unserer Arbeit im südlichen Niger liegt auf der Behandlung von Malaria und Mangelernährung. Jährlich sind rund eine Million Kinder von akuter Mangelernährung betroffen, für rund 50.000 von ihnen endet die Krankheit tödlich. Insbesondere zwischen Juni und November - während der Regenzeit - kommt es zu einem sprunghaften Anstieg von Malariainfektionen. Gleichzeitig ist es die Zeit im Jahr, in der wir vermehrt mangelernährte Kinder in unseren Einrichtungen behandeln müssen.

Bereits seit 2005 arbeiten wir mit dem nigrischen Gesundheitsministerium zusammen, um Kinder gegen Malaria zu impfen und mittels Screenings auf Mangelernährung zu testen. Um die Zahl der Patient*innen mit Komplikationen zu reduzieren, konzentrieren wir uns weiterhin auf die Entwicklung präventiver und dezentralisierter Ansätze. Wir schulen nigrische Gesundheitsberater*innen, damit sie unkomplizierte Malariafälle testen und behandeln, Ernährungsscreenings durchführen und leichte Durchfallerkrankungen bei Kindern behandeln können.