Unsere Hilfe in Niger

Um die Sterblichkeit bei Kindern unter fünf Jahren zu senken, lag der Fokus der Hilfe in Niger von Ärzte ohne Grenzen 2016 auf Kindern mit schwerer Mangelernährung und Malaria.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Im Jahr 2016 konzentrierte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Niger auf die Verringerung der Kindersterblichkeit, vor allem in der Zeit, in der jedes Jahr Mangelernährung und Malaria ihren Höhepunkt erreichen. Im Süden des Landes leisteten die Teams zudem humanitäre Hilfe für Flüchtlinge und Vertriebene.

Die Hilfe in Niger im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen konzentrierte die Hilfe in Niger auf die Region Diffa, im Grenzgebiet zu Nigeria, da dort die Folgen des Konflikts zwischen Boko Haram und anderen bewaffneten Gruppen besonders zu spüren waren. Offiziellen Angaben zufolge lebten Ende 2016 mehr als 240.000 Flüchtlinge und Vertriebene in Diffa, die teilweise völlig von humanitärer Hilfe abhängig waren. Ärzte ohne Grenzen bot daher kostenlos medizinische Hilfe für die lokale Bevölkerung und die Vertriebenen an. Die Teams arbeiteten in der wichtigsten Mutter-Kind-Klinik in der Stadt Diffa, im Bezirksrankenhaus in Nguigmi und in mehreren Kliniken in den Bezirken Diffa, Nguigmi und Bosso. Nach Angriffen von Boko Haram auf Bosso Anfang Juni setzte Ärzte ohne Grenzen mobile Kliniken in der Stadt Diffa ein und leistete medizinische und humanitäre Hilfe in Gari Wanzam und Kintchandi, wo Zehntausende Zuflucht suchten. Diese Hilfe in Niger deckte 317.000 Konsultationen, mehr als 3.810 Geburten und die Behandlung von rund 24.500 Malaria-Patientinnen und Patienten ab.
     
  • Ärzte ohne Grenzen setzte die Arbeit im Bezirkskrankenhaus in Madaoua, Region Tahoua, fort, wo die Teams ein stationäres Ernährungsprojekt sowie die Kinder- und Säuglingsstation betreuten. Im Jahr 2016 unterstützten die Teams auch die Mütterstation, um die Säuglingssterblichkeit zu verringern, sowie mehrere Kliniken im Bezirk. Im Rahmen dieser Hilfe in Niger betreuten sie bis zur Übergabe an die Behörden Ende April auch die pädiatrische Station und das stationäre Ernährungsprogramm im Bezirkskrankenhaus in Bouza.
     
  • In der Region Zinder arbeitete Ärzte ohne Grenzen auf der pädiatrischen Station und im stationären Ernährungszentrum des Bezirkskrankenhauses in Magaria. Zwischen Juni und Dezember 2016 weiteten die Teams die Kapazität auf 600 Betten aus, um die zunehmenden Mangelernährungs- und Malariafälle zu versorgen. Sie unterstützten zudem elf Kliniken, um Kinder unter fünf Jahren zu behandeln und verstärkten das Überweisungssystem des Krankenhauses für die schwersten Fälle. Im Bezirk Dungass eröffnete Ärzte ohne Grenzen eine 200-Betten-Kinderstation. Mehr als 13.300 Kinder wurden ins Krankenhaus in Magaria aufgenommen und mehr als 66.500 Kinder in ländlichen Regionen behandelt. Die Hilfe in Niger umfasste auch die saisonale Malaria-Chemoprävention für mehr als 117.000 Kinder in acht Gesundheitszonen. Bei dieser Behandlungsmethode nehmen die Kinder vier Monate lang an drei Tagen im Monat drei Amodiaquine-Tabletten und eine Sulfadoxine/Pyrimethamine-Tablette.
     
  • Nach einer zweijährigen Übergabe an die Behörden beendete Ärzte ohne Grenzen zum Jahresende die Tätigkeit im Krankenhaus der Stadt Zinder.
     
  • Der Bezirk Madarounfa ist mit rund 500.000 Bewohnern einer der größten der Region Maradi. Ärzte ohne Grenzen setzte dort das pädiatrische Programm fort, das 2001 begonnen hatte. Die Teams stellten in der Stadt Madarounfa die ambulante und stationäre Versorgung von schwer mangelernährten Kindern sicher. Sie behandelten 12.256 schwer mangelernährte Kinder ambulant, nahmen 3.317 Fälle stationär auf und behandelten 5.334 Kinder aufgrund anderer Krankheiten im Krankenhaus.
     
  • Offiziellen Angaben zufolge erkrankten  im Jahr 2016 insgesamt 1.409 Patientinnen und Patienten an Meningitis C, 94 Menschen starben an dieser Krankheit. Ärzte ohne Grenzen unterstützte die Behörden bei gezielten Meningitis-Impfkampagnen, mit denen in den Regionen Tillabéri, Dosso und Tahoua fast 240.000 Menschen erreicht wurden. Zudem impften die Teams etwa 70.000 Menschen in der Region Tahoua gegen Masern sowie 66.000 Menschen in der Region Diffa und 61.000 in der Region Tillabéri. 130 Masern-Fälle wurden zudem im Rahmen dieser akuten Hilfe in Niger in Tahoua behandelt.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1985 Hilfe in Niger an.