Unsere Hilfe in Nigeria

Menschen mit Verdacht auf Meningitis treffen im eigens eingerichteten Behandlungszentrum in der Klinik "Mutalah Mohamad" in Sokoto ein. Im Rahmen unserer Hilfe in Nigeria reagierten wir 2017 auf den größten Meningitis-C-Ausbruch im Land seit zehn Jahren.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte 2017 die Hilfe in Nigeria weiterhin auf die Unterstützung der Menschen, die im Nordosten Opfer des Konflikts zwischen bewaffneten Oppositionsgruppen und den nationalen Streitkräften geworden waren.

Die Hilfe in Nigeria im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen setzte die Hilfe in Nigeria auch im achten Jahr seit Ausbruch des Konflikts fort. Den Vereinten Nationen zufolge lebten mehr als 1,7 Millionen Nigerianer als Vertriebene im Nordosten des Landes. 80 Prozent von ihnen hatten im Bundesstaat Borno Zuflucht gesucht. Tausende wurden während der Kämpfe getötet, viele andere kamen ums Leben, weil sie mangelernährt waren und gleichzeitig an Malaria oder Masern erkrankten. 2017 reagierte Ärzte ohne Grenzen außerdem auf den größten Meningitis-C-Ausbruch seit zehn Jahren. Die Teams weiteten die Hilfe in Nigeria darüber hinaus auf Frauen und Kinder aus: Fast 58.000 Frauen sterben der Weltgesundheitsorganisation zufolge jährlich aufgrund von Schwangerschafts- oder Geburtskomplikationen, und jedes achte Kind stirbt vor dem fünften Lebensalter.
  • In einigen Gebieten des Bundesstaates Borno wurde der Zugang zur Bevölkerung immer wieder durch die Konfliktparteien behindert. Die Teams betreuten in den beiden Bundesstaaten Borno und Yobe pädiatrische Ernährungsprogramme, unterstützten die Notaufnahme, Geburtshilfe, Pädiatrie und andere stationäre Abteilungen. Sie leisteten zudem psychologische Hilfe. In den beiden Bundesstaaten Borno und Yobe versorgte Ärzte ohne Grenzen mehr als 35.700 mangelernährte Kinder ambulant in Ernährungszentren. 11.842 Kinder unter fünf Jahren wurden außerdem stationär aufgenommen. Ärzte ohne Grenzen bot ambulante und stationäre medizinische Hilfe in Nigeria für die Vertriebenen in Maiduguri, Damboa, Benisheik, Gwoza, Monguno, Ngala, Pulka, Rann, Damaturu, Kukerita and Jakusko an. Zudem betreuten die Teams mobile Kliniken an anderen schwer erreichbaren Orten. Allein in Jakusko behandelten sie mehr als 20.200 Kinder unter 15 Jahren gegen Malaria. Im Nordosten des Landes hielt Ärzte ohne Grenzen mehr als 400.000 ambulante Konsultationen ab, half bei rund 9.000 Geburten und impfte Kinder gegen Masern, bakterielle Lungenentzündung und andere vermeidbare Krankheiten. In der Stadt Rann wurde im Januar 2017 eine Klinik von Ärzte ohne Grenzen durch Regierungstruppen bombardiert.
  • In den Bundesstaaten Sokoto, Zamfara, Yobe und Katsina unterstützte Ärzte ohne Grenzen die Gesundheitsbehörden im Rahmen der Hilfe in Nigeria bei der Bekämpfung eines Meningitis-Ausbruchs. Mehr als 278.000 Menschen wurden allein in Sokoto und Yobe geimpft. Zwischen August und November 2017 bekämpften die Teams einen Cholera-Ausbruch in Maiduguri, Monguno und Mafa. Rund 4.000 Patientinnen und Patienten wurden behandelt.
  • 2017 setzte Ärzte ohne Grenzen die Unterstützung des Krankenhauses in Jahun, Bundesstaat Jigawa, fort. Die Teams unterstützten die Geburtshilfe und Säuglingsstation. Mehr als 1.000 Frauen wurden im Rahmen dieser Hilfe in Nigeria aufgrund von Geburtskomplikationen im Jahr 2017 aufgenommen und 325 Frauen aufgrund einer Fistel, einer schweren Geburtsverletzung, operiert.
  • Im Bundesstaat Sokoto unterstützte Ärzte ohne Grenzen weiterhin das rekonstruktive chirurgische Projekt für Noma-Patientinnen und Patienten. Dabei handelt es sich um eine schwere bakterielle Erkrankung, die zur Zerstörung von Mundschleimhaut, Gesicht und Knochen führt. Die Teams führten 301 Operationen bei 243 Noma-Patienten durch.
  • In Port Harcourt, Bundesstaat River, eröffnete Ärzte ohne Grenzen eine zweite Klinik, um Überlebende sexueller Gewalt zu versorgen. Außerdem unterstützten sie kamerunische Flüchtlinge mit Wasser- und Sanitär-Aktivitäten.
  • Im Bundesstaat Zamfara behandelte Ärzte ohne Grenzen 433 Patientinnen und Patienten, die unter Bleivergiftung litten. Die Hilfe in Nigeria wurde 2017 zudem auf den Bundesstaat Anambra ausgedehnt, um Malaria zu bekämpfen.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1996 Hilfe in Nigeria an.