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Unsere Hilfe im Jemen

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Die aktuelle Situation im Jemen

Seit Anfang Februar 2022 werden die Kämpfe in verschiedenen Teilen des Landes erneut stärker. Viele Zivilist*innen sind von wahllosem Beschuss betroffen, darunter viele Frauen und Kinder. Nach Gewalt zu Beginn des Monats in Abs und einem Bombenangriff in der Nacht des 21. Februar in Hadscha haben unsere Teams viele Verletzte in den dortigen Krankenhäusern aufgenommen und versorgt. Die Sicherheit der Menschen, die bereits von jahrelangen Konflikten und Vertreibung betroffen sind, ist stark beeinträchtigt. 

Die Lage im Jemen hat sich zu einer der größten humanitären Krisen entwickelt. Es mangelt an Schutz, Nahrung, Wasser und Medikamenten. 65 Prozent der Bevölkerung sind auf Hilfe angewiesen. Besonders die Jüngsten leiden unter dem Krieg. Die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren sind laut UN von akuter Mangelernährung bedroht – das sind circa 2,3 Millionen Kinder.

Wie wir im Jemen helfen

  • Wir betreiben 10 eigene Krankenhäuser im Land und unterstützen 20 weitere in 14 Gouvernements. 
  • In mehr als acht mobilen Kliniken und einem primären Gesundheitszentrum in Marib und Umgebung stellen wir die medizinische Grundversorgung für Vertriebene und marginalisierte Bevölkerungsgruppen sicher. 
  • In der Stadt Abs behandeln wir mangelernährte Patient*innen in unserem therapeutischen Ernährungszentrum. 
  • In al-Huban, einem Vorort von Tais unterstützen wir das große Mutter-Kind-Krankenhaus Al Jamhouri und leisten Geburtshilfe.  
  • Zudem kümmern wir uns im Jemen um die Eindämmung von Krankheitsausbrüchen wie Cholera und Masern. 

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Warum wir im Jemen helfen

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Mitarbeiter untersucht Jungen im Jemen.
Unser Mitarbeiter Abdukareem Saleh untersucht einen Jungen im Geflüchtetencamp Sabran in Marib, Jemen.
©Nuha Haider/MSF

Die Republik Jemen liegt im Süden der Arabischen Halbinsel und ist Heimat von knapp 30 Millionen Menschen. Seit 2015 herrscht dort Krieg und mehr als 20 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Wirtschaft ist zusammengebrochen, die Infrastruktur zerstört, viele Menschen haben ihre Arbeit verloren. Die Lebensmittelpreise sind so stark gestiegen, teilweise um das 500-fache, dass die Bevölkerung Hunger leidet. Mehr als die Hälfte der öffentlichen Gesundheitseinrichtungen sind ganz oder teilweise funktionsunfähig. Einige der Einrichtungen, die noch geöffnet sind, stehen kurz vor der Schließung, da es an Medikamenten, Personal und Geld fehlt.

Aus Angst vor Angriffen, oder weil sie die Kosten des Transports nicht tragen können, treten viele Patient*innen den Weg zu einem Krankenhaus gar nicht erst an. So bringen Schwangere ihre Kinder zu oft ohne medizinische Begleitung auf die Welt, was ein hohes Risiko für das Leben von Mutter und Kind bedeutet.  

Hinzu kommt das erhöhte Infektionsrisiko aufgrund der hygienischen Bedingungen in Geflüchtetenlagern im Jemen. Immer wieder gibt es Ausbrüche von Cholera, Masern und anderen Krankheiten. 

Ärzte ohne Grenzen leistete im Jahr 1986 zum ersten Mal medizinische Hilfe im Jemen.

Jemen Einsatzbericht 2021 (Englisch)

Erfahren Sie in unserem Einsatzbericht, welche Projekte wir 2021 im Jemen betrieben haben und wie die Situation vor Ort war.

  • 67.8
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 83.7 Jahre
  • 64.4
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 78.9 Jahre
  • 2621
    Mitarbeiter*innen waren für uns im Einsatz.
  • 76.3
    Millionen Euro haben wir für unsere Hilfe vor Ort aufgewendet.

Quellen: UNDESA (2019a), MSF International Activity Report 2020

Unsere Hilfe im Jemen 2020

  • 250.300 ambulante Sprechstunden 

  • 84.600 stationäre Neuaufnahmen 

  • 26.600 chirurgische Eingriffe 

  • 23.400 begleitete Geburten

  • 1.950 aufgenommene Covid-19-Patient*innen

  • 1.410 Cholera-Behandlungen  

 

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Unser Mitarbeiter hilft einem verletzten Mann
Einer unserer Mitarbeiter begleitet einen Patienten in unserem Trauma-Krankenhauses in Aden im Jemen.
©Agnes Varraine-Leca/MSF

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Geburtshilfe für Frauen

Unser medizinisches Personal und unsere Hebammen begleiteten in Hadscha, Ibb und Tais Schwangere bei der Geburt ihrer Kinder. Allein im Jahr 2020 haben unsere Teams im Jemen 23.400 Frauen entbunden. Angesichts des großen Bedarfs an Hilfe haben wir in al-Kanawes mit dem Bau einer Geburtshilfeklinik begonnen.

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Ein Vater hält seine neugeborenen Zwillinge im Arm
Wael Abdul Jabbar Mahyub hält liebevoll seine Zwillingstöchter Heba und Malath im Arm, die in der unterstützten Spezialstation für Säuglinge im Krankenhaus Al Jamhouri in Tais, Jemen, behandelt werden.
©Nasir Ghafoor/MSF

In der Entbindungsstation des Al-Jamhouri-Krankenhauses in Tais werden monatlich etwa 350 Geburten durchgeführt, und die Teams nehmen 50 Babys auf der Neugeborenstation auf. Mehr als 1.500 Frauen suchen im Monat vor- oder nachgeburtliche Dienste im Krankenhaus auf.

Natürlich kann man zu einer schwangeren Frau nicht sagen: „Oh, die Station ist voll. Wir können Sie nicht aufnehmen. Sie müssen leider woanders hingehen."

Tamara Molina Montalvo, 2021 im Einsatz als Hebamme in Abs

In Konflikten sind Kinder und Frauen besonders verwundbar. Familienplanung oder sichere Entbindungen sind fast nirgendwo mehr möglich, weil der Weg zu den wenigen Gesundheitseinrichtungen zu weit, teuer und gefährlich ist. Junge Mädchen und Frauen erleiden häufiger sexualisierte Gewalt. Hinzu kommt, dass es im Jemen seit Beginn des Bürgerkriegs immer wieder zu extremer Nahrungsmittelknappheit bis hin zur Ernährungskrise kommt.

Hilfe für mangelernährte Kinder

Die Zahl der an Mangelernährung leidenden Kinder ist im zweiten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 41 Prozent gestiegen. Die meisten von ihnen sind unter fünf Jahre alt. Krankheiten, die in Deutschland als "normale Kinderkrankheiten" durchgehen, wie Durchfall- oder Atemwegserkrankungen, können für mangelernährte Kinder lebensgefährlich werden – vor allem, wenn sie nicht rechtzeitig ins Krankenhaus kommen.

Wie wir vor Ort im Jemen helfen und die vorherrschende Mangelernährung behandeln, erzählt die Kinderärztin Annette Werner in der 8. Folge unseres Podcasts „Notaufnahme“.

Zuletzt inhaltlich überarbeitet am: 22. Februar 2022