Die aktuelle Situation im Iran
Wir verfolgen die Entwicklungen im Iran weiterhin mit größter Aufmerksamkeit und Sorge. Der immense Verlust an Menschenleben, über den in den Medien berichtet wird, ist erschütternd. Da Kommunikation weiterhin nur sporadisch möglich ist, ist es für uns äußerst schwierig, Informationen über die aktuelle Situation zu erhalten oder Berichte, einschließlich der Anzahl der Verletzten und Todesopfer, zu bestätigen. Während kurzer Unterbrechungen der landesweiten Kommunikationssperren konnten wir unsere Teams kurzzeitig kontaktieren. Sie sind in Sicherheit und konnten die Versorgung unserer Patient*innen, die sich bereits in Behandlung befanden, aufrechterhalten.
Wir sind nicht befugt, Aktivitäten durchzuführen, die über den Rahmen unserer bestehenden Projekte im Iran hinausgehen. Wir machen jedoch weiterhin das Angebot, Krankenhäuser zu unterstützen. Wir leisten in drei Projekten in Teheran, Mashhad und der Provinz Kerman medizinische und psychologische Unterstützung für marginalisierte Gemeinschaften – insbesondere für afghanische Geflüchtete.
Versorgung von Geflüchteten im Iran
Nach Schätzungen des UNHCR leben im Iran etwa 4,5 Millionen Vertriebene und Geflüchtete mit unterschiedlichem Status, darunter 2,6 Millionen Afghan*innen, von denen nur 750.000 offiziell als Geflüchtete registriert sind. Obwohl die meisten der Millionen Geflüchteten in städtischen Gebieten leben, haben sie aufgrund von Stigmatisierung und Ausgrenzung Schwierigkeiten, medizinische Dienstleistungen wahrzunehmen.
Teheran
In der Hauptstadt Teheran bieten wir afghanischen Frauen in einem Gesundheitszentrum und mit mobilen Teams medizinische Grundversorgung an, mit einem Schwerpunkt auf sexueller und reproduktiver Gesundheit. Zu unseren weiteren Aktivitäten für afghanische Geflüchtete dort gehörten Krankenpflege, psychologische Betreuung und soziale Unterstützung sowie die Überweisung zu fachärztlicher Versorgung und anderen Dienstleistungen.
Maschhad
In der zweitgrößten Stadt Irans, Maschhad (nahe der Grenze zu Afghanistan), bieten unsere mobilen Teams medizinische Untersuchungen und Diagnostik von Infektionskrankheiten an. Im Stadtteil Golshahr, in dem die meisten afghanischen Geflüchteten der Stadt leben, gehören auch Beratung, soziale Unterstützung, Gesundheitsaufklärung und Überweisungen an Fachärzt*innen dazu.
Kerman
Auch in der südlichen Stadt Kerman versorgen wir afghanische Geflüchtete und Migrant*innen medizinisch. Außerdem sanieren wir dort drei Gesundheitseinrichtungen, um die medizinische Grundversorgung für neu angekommene und nicht registrierte afghanische Geflüchtete zu verbessern.
Zuletzt aktualisiert: 19.1.2026