Unsere Hilfe in Iran

Wir leisten Hilfe in Iran nach der Flutkatastrophe: Unser Team überquert eine Brücke über den Fluss Kashkan, um auf der anderen Seite eine mobile Klinik zu errichten.

Aktuelle Informationen zu unserem Einsatz aufgrund der Covid-19-Pandemie finden Sie hier.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

  • 41.700 ambulante Sprechstunden
  • 5.410 psychologische Einzelgespräche
  • 180 Behandlungen gegen Hepatitis C

Ärzte ohne Grenzen setzte im Jahr 2019 die Hilfe in Iran fort. Die Teams unterstützten Flüchtlinge, Migrant*innen und andere bedürftige Gruppen, deren Zugang zur Gesundheitsversorgung erschwert wurde. Dabei bemühten sich die Gesundheitsbehörden, eine umfassende Versorgung für alle Bevölkerungsgruppen anzubieten.

Die Hilfe in Iran im Einzelnen (Auszug):

  • Unsere Hilfe in Iran richtete sich u. a. an afghanische Flüchtlinge. Offiziell lebten im Jahr 2019 rund 950.000 Afghan*innen in Iran. Das UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) schätzte allerdings, dass etwa 1,5 bis zwei Millionen Afghan*innen ohne Papiere im Land lebten. Sowohl diese Geflüchteten als auch andere ausgeschlossene oder marginalisierte Gruppen, wie Drogengebraucher*innen (ca. drei Prozent der Bevölkerung), Obdachlose und die ethnische Minderheit der Ghorbat, kämpften um den Zugang zu medizinischer Hilfe.
  • Im Jahr 2019 konzentrierte sich unsere Hilfe in Iran erneut auf den Süden Teherans, wo wir in medizinischen Einrichtungen oder mit mobilen Kliniken Hochrisikogruppen behandelten, die unter Infektionskrankheiten litten. Unser Angebot schloss medizinische Sprechstunden sowie Tests für ansteckende Krankheiten wie HIV, Tuberkulose, Hepatitis B und C ein. Zudem behandelten die Teams Hepatitis C und sexuell übertragbare Krankheiten, überwiesen Patient*innen an Spezialist*innen und boten Vor- und Nachsorge für Schwangere, Geburtshilfe sowie Familienplanung an. Ein Team aus Peers, Sozialarbeiter*innen und Psychiater*innen stellte darüber hinaus psychologische Hilfe zur Verfügung.
  • Ärzte ohne Grenzen weitete zudem die Hilfe in Iran aus: In Mashhad, nahe der afghanischen Grenze, betreute das Team mobile Kliniken in Esmail und Golsharh, um Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung zu versorgen. Wir betrieben auch eine permanente Klinik in Golsharh, da dort die meisten der 320.000 Afghan*innen lebten.
  • Nach Überschwemmungen in verschiedenen Provinzen des Landes starteten wir Ende April 2019 ein Nothilfeprojekt in Lorestan.  Diese Hilfe in Iran umfasste für drei Monate die Betreuung von mobilen Kliniken, Sprechstunden für mehr als 7.257 Patient*innen in entlegenen Dörfern sowie die Verteilung von Hygienekits. Um die Folgen der Sommerhitze zu verringern, stellten wir Verdunstungskühler auf und installierten Metalldächer auf einige unserer Gesundheitsposten. Im Rahmen dieser Hilfe in Iran spendeten wir ebenso medizinisches Material, Hygienekits und Kochutensilien in Golestan.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1990 Hilfe in Iran an.