Unsere Hilfe in Iran

Unsere Hilfe in Iran umfasst Sprechstunden im Gesundheitszentrum in Darvazeh Ghar, wo Ärzte ohne Grenzen Menschen ohne Papiere und stigmatisierte Gruppen behandelt, die keinen Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem haben.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte im Jahr 2017 die Hilfe in Iran fort. Die Teams leisteten kostenlose Hilfe für ausgegrenzte und marginalisierte Bevölkerungsgruppen im Süden Teherans. Dazu gehörten Drogengebrauchende, Sexarbeitende, Straßenkinder und die ethnische Minderheit der Ghorbat.

Die Hilfe in Iran im Einzelnen (Auszug):

  • Diese Hilfe in Iran begann bereits im Jahr 2012. Obwohl die Verbreitung von Infektionskrankheiten in Iran relativ gering ist (weniger als ein Prozent für HIV), liegt die Ansteckungsrate bei gefährdeten Bevölkerungsgruppen weit höher. Dem iranischen Gesundheitsministerium zufolge sind rund 60 Prozent der 160.000 HIV-positiven Menschen Drogengebrauchende. Es wird zudem geschätzt, dass 50 bis 75 Prozent der intravenösen Drogengebrauchenden an Hepatitis C erkrankt sind.
  • Im Bezirk Darvazeh Ghar betreute Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2017 eine Klinik, die ein umfangreiches Gesundheitspaket für Hochrisiko-Patienten anbot, die unter Stigmatisierung litten oder Hilfe benötigten, um ihre Behandlung durchzuhalten. Diese Hilfe in Iran umfasste folgendes Angebot: Beratung und Unterstützung durch Peer-Gruppen, psychosoziale Hilfe, medizinische und psychologische Konsultationen, Schwangerenvor- und nachsorge, Familienplanungs-Beratung sowie Behandlung von sexuell übertragbaren Infektionen. Die Patientinnen und Patienten konnten sich auch auf Infektionskrankheiten wie HIV, Tuberkulose (TB) oder Hepatitis C testen lassen. Die Teams behandelten die Hepatitis-C-Patientinnen und Patienten mit schnell wirksamen antiviralen Medikamenten, die nur eine dreimonatige Therapie erfordern und gut verträglich sind. Das Team war im Rahmen dieser Hilfe in Iran auch zuständig für das Überweisungssystem. Es betreute außerdem mobile Kliniken in Kooperation mit der lokalen Organisation „Society for Recovery Support“, die sich auf die Unterstützung von Süchtigen spezialisiert hat und sich um psychosoziale Unterstützung, Schadensbegrenzung und Unterkünfte kümmert. Im Jahr 2017 hielten die Teams 19.575 Konsultationen und 3.495 individuelle psychotherapeutische Sitzungen in Kliniken und mobilen Kliniken ab. Insgesamt wurden 218 Patientinnen und Patienten weiterverwiesen und 45 Personen begannen eine Hepatitis-C-Therapie.
  • Anfang 2018 wird Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Iran ausweiten: Die Behörden genehmigten ein Projekt, das sich um Drogen-Themen innerhalb der afghanischen Gemeinde in Maschhad kümmern wird.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1990 Hilfe in Iran an.