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Unsere Hilfe in Syrien

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Die aktuelle Situation in Syrien

Nordsyrien erlebt die bisher schwerste Welle von Covid-19. Die Sauerstoffvorräte können den Bedarf nicht mehr decken und den Gesundheitseinrichtungen gehen die Testsets aus. Im Nordwesten ist das Gesundheitssystem bereits überfordert, während sich das Virus im Nordosten in besorgniserregendem Tempo ausbreitet. 

Grund für die rasante Ausbreitung ist unter anderem ein akuter Mangel an sauberem Wasser. Angesichts der mangelnden Hygienemöglichkeiten ist die Gefahr einer Covid-19-Infektion besonders groß. Außerdem führt dies zu einem deutlichen Anstieg von Krankheiten wie Durchfall, Hepatitis und Krätze. Die Wasser- und Sanitärinfrastruktur ist nach zehn Jahren des Krieges in vielen Regionen Syriens in einem prekären Zustand. Drei Millionen Menschen leiden unter den katastrophalen Folgen, vor allem Vertriebene. Wir betreiben mittlerweile in 90 Camps für Vertriebene Wasser- und Sanitäranlagen für insgesamt 30.000 Menschen. Unsere Teams verteilen Hygiene-Kits und informieren die Bevölkerung, wie sie die Übertragung von Krankheiten verhindern kann.  

Die Menschen in Syrien brauchen dringend humanitäre Unterstützung. Doch viele Hilfsorganisationen wie auch Ärzte ohne Grenzen erhalten kaum Zugang zu vielen Teilen des Landes.

Wie wir in Syrien helfen

  • In den Teilen Syriens, die wir betreten können, betreiben oder unterstützen wir Krankenhäuser und Gesundheitszentren.
  • Wir kümmern uns um die medizinische Grundversorgung von Vertriebenen.
  • Wir versorgen mangelernährte Kinder im Vertriebenenlager Al-Hol.
  • Wir verteilen bei Bedarf auch Hilfsgüter, zum Beispiel Matratzen und Decken.
  • Wir unterstützen bei der Behandlung von Covid-19-Patient*innen.

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Warum wir in Syrien helfen

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Nordwesten Syriens: Verteilung von Hilfsgüter für Vertriebene
Unsere Mitarbeiter*innen verteilen warme Kleidung, Planen, Matratzen und Decken an rund 14.500 Familien in Vertriebenenlagern im Nordwesten Syriens.
©Abdul Majeed Al Qareh/MSF

Seit 2011 herrscht in Syrien Krieg. Mehr als 12 Millionen Menschen sind seitdem auf der Flucht, das entspricht etwa der Hälfte der syrischen Bevölkerung. Die Kämpfe zwischen Rebellengruppen und der syrischen Armee und ihren Verbündeten haben sie dazu gezwungen. Sie übernachten unter freiem Himmel, in Zelten oder in umfunktionierten Gebäuden wie ehemaligen Schulen. Doch in Sicherheit sind sie nicht: Schulen, Marktplätze und Vertriebenenlager, sogar Krankenhäuser, werden immer wieder zu Angriffszielen.

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Gemeinsam mit mehr als 120.000 Vertriebenen leben Abdullah Mohammed Al Hassan und seine Familie im Camp Deir Hassan.
©Abdul Majeed Al Qareh

Der Krieg in Syrien hat das einst relativ gut funktionierende syrische Gesundheitssystem zerstört. Hunderte von medizinischen Einrichtungen wurden bombardiert, eine große Zahl medizinischen Personals wurde getötet oder ist geflohen, und in vielen Teilen des Landes mangelt es an medizinischer Versorgung.

Wir helfen den Menschen im Nordwesten, in der Region Idlib, und im Nordosten des Landes. Zu den Gebieten, die von der syrischen Regierung kontrolliert werden, wurde uns der Zugang nicht gestattet.

Ärzte ohne Grenzen leistet seit 2009 Hilfe in Syrien.

  • 78.1
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 83.7 Jahre
  • 67.9
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 78.9 Jahre
  • 547
    Mitarbeiter*innen waren für uns im Einsatz.
  • 32
    Millionen Euro haben wir für unsere Hilfe vor Ort aufgewendet.

Quellen: UNDESA (2019a), MSF International Activity Report 2020

Unsere Hilfe in Syrien 2020

  • 416.700 ambulante Konsultationen 

  • 177.300 Routineimpfungen 

  • 10.600 Entbindungen, einschließlich Kaiserschnitten

  • 31.100 stationäre Aufnahmen 

  • 1.080 psychologische Einzelgespräche 

  • 16.900 chirurgische Eingriffe

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Arzt untersucht ein Kind im Deir Hassan Camp in Syrien.
Im Lager Deir Hassan, 30 Kilometer östlich von Aleppo, leben Tausende syrische Vertriebene. Mit Einbruch des Winters behandelten unsere Ärzt*innen im Februar 2020 viele Kinder mit Bronchitis oder Ohrenentzündungen.
©Abdul Majeed Al Qareh

Im Multimedia-Bericht "10 Jahre Krieg - Ohne Ausweg?" erzählen Syrer*innen ihre Geschichten von der Belagerung Ghutas, der Bombardierung Aleppos, der Herrschaft des IS in Rakka und der millionenfachen Flucht nach Idlib.

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Mobile Hilfe in der Region Idlib

Im Nordwesten Syriens, in der Region Idlib, hat die anhaltende Militäroffensive rund eine Million Menschen zu Vertriebenen gemacht. Wir bieten mit mobilen Teams grundlegende Gesundheitsdienste an. Unsere Mitarbeiter*innen verteilen Hilfsgüter und setzen alles daran die Wasser- und Sanitärversorgung zu verbessern, doch der Mangel an sauberem Wasser macht den Menschen in der Region schwer zu schaffen. Im Krankenhaus von Idlib haben wir eine Station eingerichtet, um Patient*innen mit Flüssigkeitsmangel zu behandeln. Weitere Krankenhäuser und Gesundheitszentren in der Umgebung unterstützen wir, indem wir per Internet beratend zur Seite stehen.

In Idlib versorgten wir außerdem rund 100 Patient*innen, die eine Nierentransplantation erhalten hatten, mit Medikamenten und setzten unsere Arbeit in einer Station für Verbrennungsopfer fort.

Medizinische Hilfe im Vertriebenenlager Al-Hol

Im Al-Hol-Camp - dem größten geschlossenen Vertriebenenlager im Nordosten Syriens,  in dem überwiegend Frauen und Kinder untergebracht sind - helfen wir mit medizinischer Grundversorgung. Zudem betreiben wir eines der verbliebenen fünf Gesundheitszentren im Camp und kümmern uns um mangelernährte Kinder in einem therapeutischen Ernährungszentrum. Mitarbeiter*innen von Ärzte ohne Grenzen verteilen darüber hinaus Hilfsgüter und helfen bei der Verbesserung der Versorgungslage. Allein im Juli 2020 halfen wir bei der Aufbereitung von mehr als 85 Millionen Litern Wasser.

Im Einsatz gegen Covid-19 in Syrien

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In Idlib unterstützen wir das städtische Krankenhaus bei der Behandlung von Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind.
©Abdul Majeed Al Qareh/MSF

Die Covid-19-Pandemie hat Syrien ebenfalls stark betroffen. Wir haben Schutzkleidung (PPE) bereitgestellt und Krankenhäuser sowohl im Nordwesten als auch im Nordosten des Landes bei der Einrichtung eines Triagesystems sowie von Isolierstationen und Behandlungszentren unterstützt. Darüber hinaus halfen wir bei Präventionsmaßnahmen in der Bevölkerung.

Neben gezielten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie war und ist es unsere Priorität, unsere umfassende lebensrettende medizinische Hilfe weiterhin anbieten zu können. Denn nicht nur die hohen Zahlen der Erkrankten sind eine Herausforderung, auch die Folgeeffekte der Pandemie, die unsere Mitarbeiter*innen beobachten, wiegen schwer: Medizinisches Personal erkrankt und kann nicht mehr arbeiten, Kontaktpersonen müssen in Quarantäne, Einrichtungen müssen schließen.

Letztes Update: 13. Oktober 2021