Unsere Hilfe im Irak

Im Rahmen unserer Hilfe im Irak-Konflikt gibt eine Mitarbeiterin syrischen Geflüchteten eine Hygieneschulung im Flüchtlingslager Domiz. Dort bieten wir unter anderem Geburtshilfe, psychologische Hilfe sowie die Behandlung von chronischen Krankheiten an.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Der Irak-Konflikt verursacht nach wie vor großes Leid: Millionen Menschen sind durch die Kämpfe betroffen und benötigen dringend medizinische Hilfe. Das Gesundheitssystem des Landes ist durch den langanhaltenden Konflikt sehr geschwächt.

Unsere Hilfe im Irak-Konflikt im Einzelnen (Auszug):

  • Der Irak-Konflikt hat seit 2014 landesweit zu mehr als 3,3 Millionen Vertriebenen geführt. Im Verlauf des Jahres 2016 flohen die Menschen entweder aus den Kampfgebieten oder kehrten in zurückeroberte Gebiete zurück: Etwa 190.000 Iraker wurden in den letzten drei Monaten des Jahres aus Mossul und der Umgebung vertrieben. Gleichzeitig waren bis zu 1,5 Millionen Menschen bis Dezember in ihre Heimatdörfer zurückgekehrt. Sie lebten dort in instabilen Gebieten, oft nahe den Frontlinien, und waren zahlreichen Herausforderungen ausgesetzt, wie der schlechten Sicherheitslage oder dem mangelnden Zugang zur Grund- und Gesundheitsversorgung.
  • Die Folgen des Irak-Konflikts veranlassten Ärzte ohne Grenzen 2016 dazu, die Aktivitäten auszuweiten. Die Teams leisteten in elf Provinzen basis- und notfallmedizinische Hilfe wie Geburtshilfe und psychologische Versorgung oder verteilten wichtige humanitäre Hilfsgüter an vertriebene Familien, Rückkehrer, verarmte lokale Gemeinden und syrische Flüchtlinge.
  • Als sich die Kämpfe im Nordwesten des Landes ausdehnten, flohen viele Menschen in sicherere Gebiete wie die Provinz Salaheddin, im Zentrum des Landes. Da lokale Behörden und internationale Hilfsorganisationen dem Ansturm der Vertriebenen nicht angemessen begegnen konnten, setzte Ärzte ohne Grenzen im August 2016 mobile Kliniken in Tikrit und Umgebung ein. Die Teams hielten insgesamt 15.339 Konsultationen ab.
  • Vertrieben durch den Irak-Konflikt in Falludscha und Ramadi wurden rund 60.000 Menschen im Lager Amriyat al-Falludscha, in der Provinz al-Anbar, untergebracht, wo Ärzte ohne Grenzen 2016 ein Gesundheitszentrum zur stationären Versorgung eröffnete.
  • Ab Oktober 2016 nahmen die Teams in der Provinz Kirkuk die Arbeit auf und leisteten psychologische und psychosoziale Hilfe für die Vertriebenen und Kriegsverletzten aus dem Bezirk Hawidscha. Sie betreuten zudem mobile Kliniken, die basis- und notfallmedizinische Hilfe sowie Notfallüberweisungen in Krankenhäuser der Stadt Kirkuk anboten. Im November 2016 setzte Ärzte ohne Grenzen mobile Kliniken in neuen Lagern westlich von Erbil ein, um geflüchtete Bewohner aus Mossul zu versorgen. Sie boten basismedizinische Hilfe an, behandelten chronische Krankheiten und hielten psychologische und psychiatrische Konsultationen ab.
  • In Kajjarah, südlich von Mossul, errichtete Ärzte ohne Grenzen ein Krankenhaus mit Notaufnahme, Operationssaal und 32 Betten zur stationären Versorgung. Im ersten Monat wurden rund 1.000 akute Fälle aufgenommen und 90 chirurgische Eingriffe vorgenommen.
  • Da der Irak-Konflikt sehr viele Menschen traumatisiert hat, verstärkte Ärzte ohne Grenzen die psychologischen Aktivitäten in allen Projekten. Insgesamt hielten die Teams 23.620 psychologische Konsultationen ab.
  • Ärzte ohne Grenzen setzte die geburtshilflichen Aktivitäten für syrische Flüchtlinge im Lager Domiz fort und eröffnete eine neue Klinik in Tal Marak, Provinz Ninewa. Allein in den ersten drei Monaten halfen die Teams bei 400 Geburten.
  • In der Provinz Sulaimanija unterstützten die Teams das Nothilfe-Krankenhaus, indem die Teams Schulungen anboten, um die Qualität der medizinischen Arbeit auf der Intensivstation und in der Notaufnahme zu verbessern. Sie boten auch Trainings in den Notaufnahmen der Krankenhäuser in Kirkuk und Asadi an.
  • 2016 beendete Ärzte ohne Grenzen die psychologischen Programme in Babil, Kerbela und Nadschaf sowie das basismedizinische Projekt in der Stadt Bzeibiz. Die Teams hielten hier zwischen Februar und Oktober 2016 rund 9.000 Konsultationen für die Opfer des Irak-Konflikts ab.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1991 Hilfe im Irak-Konflikt an.