Unsere Hilfe im Irak

Überall auf der Welt ist das Gebot Social Distancing. Im Vetriebenencamp Laylan bei Kirkuk sind solche Vorsichtsmaßnahmen aber kaum einzuhalten. Hier und an anderen Orten leisten wir auch während der Pandemie Hilfe.

Aktuelle Informationen zu unserem Einsatz aufgrund der Covid-19-Pandemie finden Sie hier.

Geflüchtete Menschen sind extrem von der Covid-19-Pandemie betroffen. Mehr als 1,3 Millionen Vertriebene leben im Irak noch immer in überfüllten Camps und unter prekären Lebensumständen. Sie sind auf Hilfe angewiesen.  

Ein Großteil unserer Mitarbeiter*innen vor Ort kommen entweder aus der Region oder sind selbst Bewohner*innen der Camps. Aus ihren Erfahrungsberichten - etwa aus dem Vertriebenenlager Laylan bei Kirkuk - geht hervor, dass die widrigen Lebensumstände durch den Einfluss von Covid-19 weiter verschärft werden und eine ohnehin kritische Situation noch verschlimmern.

Wir leisten in unseren medizinischen Einrichtungen weiterhin lebensrettende Hilfe. Wir bieten Maßnahmen der Basisgesundheitsversorgung und weiterführende Unterstützung an.  Wir leisten diese Hilfe u.a. in den Provinzen Bagdad, Nineveh, Diyala und Kirkuk.

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Unsere Hilfe im Irak im Einzelnen (Auszug):

  • Wir leisten Hilfe für Schwangere, Mütter und ihre Kinder.
  • Wir behandeln chronische Krankheiten, operieren Menschen mit Kriegsverletzungen und bieten ihnen Reha-Maßnahmen an.
  • Zu unseren Angeboten gehören auch psychosoziale Unterstützung und Gesundheitsaufklärung.
  • Wir unterstützen die irakische Regierung in ihrem Kampf gegen die Covid-19-Pandemie. In unserem Zentrum für postoperative Hilfe in Mossul veränderten wir unsere Aktivitäten und isolieren und behandeln dort Patient*innen mit einer Covid-19-Erkrankung. In Bagdad unterstützen wir eine der Covid-19-Kliniken der Gesundheitsbehörden mit Hilfe für die Intensivbehandlung und Maßnahmen zur Infektionsvorbeugung und –kontrolle. In der Hauptstadt, aber auch in Erbil, haben wir zudem lokalen Gesundheitseinrichtungen mit verschiedenen Maßnahmen, darunter auch Trainings, geholfen.

Juli 2020

 

Unsere Aktivitäten im Rückblick 2019:

  • 4.390 chirurgische Eingriffe
  • 33.300 psychologische Gespräche
  • 11.200 Entbindungen
  • 89.700 Notaufnahmen
  • 307.200 ambulante Sprechstunden

Ärzte ohne Grenzen setzte 2019 die medizinische Hilfe im Irak fort: Vertriebene und Flüchtlinge litten unter den Folgen des jahrelangen Konflikts und der anhaltenden Unsicherheit.

Unsere Hilfe im Irak im Einzelnen (Auszug):

  • Im Jahr 2019 umfasste unsere Hilfe im Irak diverse Aktivitäten: ambulante und stationäre medizinische Versorgung wie Geburts- und Säuglingshilfe, Behandlung chronischer Krankheiten, Chirurgie und postoperative Versorgung sowie psychologische Hilfe. Zudem sanierten wir Krankenhäuser und Kliniken in den am stärksten vom Krieg betroffenen Regionen und rüsteten sie aus, um das irakische Gesundheitssystem zu stärken.
  • In der Provinz Ninewa leisteten unsere Teams vor allem psychologische Unterstützung: Sie führten insgesamt 10.341 Einzelgespräche . Diese Hilfe im Irak war notwendig, da viele Menschen körperliche und seelische Traumata im Kampf gegen die Gruppe Islamischer Staat erlitten hatten. Im Osten der Stadt Mossul leisteten wir chirurgische und postoperative Hilfe in einem Krankenhaus und bauten eine neue Einrichtung zur Behandlung von Infektionskrankheiten. Im Westen der Stadt betreuten die Teams im Nablus-Krankenhaus eine Geburtshilfestation: Sie hielten 42.740 Konsultationen in der Notaufnahme ab und halfen bei 8.246 Geburten. Zudem boten wir in einer Klinik im Stadtteil Al-Rafedein sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung an. Im Bezirk Sindschar leisteten wir medizinische Hilfe in Vertriebenenlagern und im Krankenhaus. Allein in der Notaufnahme behandelten wir 14.581 Patient*innen. Im Unterbezirk Kajjarah nahmen unsere Teams 2.670 chirurgische Eingriffe vor.
  • Unsere Hilfe im Irak ging auch in der Provinz Kirkuk weiter, in der es weiterhin Konflikte gab. Wir boten medizinische Hilfe in Al-Abassi und Hawidscha an.
  • In der Provinz Diyala versorgten wir Vertriebene, Rückkehrer und die lokale Bevölkerung mit medizinischer und psychologischer Hilfe.
  • Unsere Teams leisteten 2019 im Medizinischen Rehabilitationszentrum in Bagdad vor allem postoperative Hilfe für schwerverletzte Patient*innen, die auch Schmerztherapie, Physiotherapie und psychologische Unterstützung einschloss.
  • Der anhaltende Konflikt im Nordosten Syriens führte zur Flucht von mehr als 17.000 Menschen in die irakische Provinz Dohuk. Unsere Hilfe im Irak umfasste hier die Versorgung von Flüchtlingen und Vertriebenen mithilfe mobiler Kliniken.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1991 Hilfe im Irak an.