Unsere Hilfe in Irak

Unser mobiles Team behandelt Patienten in einem Bus innerhalb des Vertriebenenlagers Debaga. Im Irak-Konflikt konzentriert sich unsere Hilfe auf die vielen durch die Kämpfe vertriebenen Menschen im Land.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Der Irak-Konflikt verursachte auch im Jahr 2017 großes Leid: Tausende Zivilisten wurden getötet, verletzt oder vertrieben. Die Kriegsparteien zerstörten zudem viele Gesundheitseinrichtungen. Hinzu kam eine weitere Folge des Konflikts im Irak: Flüchtlinge suchten zu Hunderttausenden Zuflucht in anderen Ländern.

Unsere Hilfe im Irak-Konflikt im Einzelnen (Auszug):

  • Zum Jahresende 2017 flaute der Irak-Konflikt zwar ab, doch der humanitäre Bedarf der 2,9 Millionen Vertriebenen blieb extrem hoch. Ärzte ohne Grenzen weitete daher die Hilfe beträchtlich aus: Die Teams operierten Kriegsverletzte, behandelten ambulant und boten Ernährungs- sowie Geburtshilfe an. Zudem versorgten sie chronisch Kranke und leisteten psychologische Hilfe.
  • Im Kampf um die Rückeroberung Mossuls richtete Ärzte ohne Grenzen mehrere Stabilisierungseinheiten für Verletzte nahe der Frontlinien ein, um sie später an andere Kliniken überweisen zu können. Im Osten Mossuls betreute Ärzte ohne Grenzen auf dem Höhepunkt der Kämpfe vier Projekte in Krankenhäusern. Als die Gewalt im Westen Mossuls im Juni 2017 eskalierte, eröffneten die Teams dort ein Krankenhaus. Neben der Notaufnahme und einer stationären Versorgung boten die Teams auch Geburtshilfe an. Später weitete Ärzte ohne Grenzen die Hilfe auf die Versorgung von Neugeborenen und pädiatrische Fälle aus. Da der Irak-Konflikt so viele Opfer forderte, eröffneten die Teams im Juli in Hamam al-Alil, etwa 30 Kilometer südlich von Mossul, ein notfallchirurgisches Krankenhaus. Außerdem eröffneten sie in der Stadt ein basismedizinisches Gesundheitszentrum. Im Südosten Mossuls betreute Ärzte ohne Grenzen ein Krankenhaus mit 40 Betten, um eine postoperative Versorgung und Reha-Maßnahmen anzubieten. Viele Kriegsverletzte benötigten eine erneute Amputation, Wundversorgung oder größere chirurgische Eingriffe.
  • Im Verlauf des Irak-Konflikts wurde der Kampf um Mossul mit aller Heftigkeit geführt: Tausende Menschen flohen daher aus der Stadt und suchten in den Lagern der Provinzen Ninewa und Erbil Zuflucht. Die Teams boten an 16 Standorten Konsultationen an, behandelten chronische Krankheiten und leisteten psychologische Hilfe.
  • In Tal Maraq arbeitete Ärzte ohne Grenzen in einer Geburtsklinik. Die Teams betreuten dort die Schwangerenvor- und nachsorge sowie geburtsnothilfliche Maßnahmen. Zudem stellten sie mit mobilen Kliniken ambulante medizinische und psychologische Hilfe sowie Therapien für chronisch Kranke zur Verfügung.
  • In der Folge des Irak-Konflikts eröffnete Ärzte ohne Grenzen in Kajjarah eine provisorische Klinik inklusive Notaufnahme, stationärer Versorgung, Chirurgie, Pädiatrie, Ernährungs- und psychologischer Hilfe. Da die Anzahl schwer mangelernährter Säuglinge ab Juni 2017 zunahm, boten die Teams Ernährungshilfe für Kinder unter fünf Jahren an.
  • Nach mehr als vierjähriger Tätigkeit übergab Ärzte ohne Grenzen im November 2017 die Aktivitäten zur sexuellen und reproduktiven Gesundheitsversorgung sowie geburtshilfliche Maßnahmen an die Behörden. Die Teams boten diese Hilfe im Irak für Flüchtlinge aus Syrien an.
  • Durch den Irak-Konflikt kamen Tausende Vertriebene in der Provinz Anbar in Lagern unter. Ärzte ohne Grenzen bot dort basismedizinische Hilfe an, behandelte chronische Krankheiten und hielt psychologische Beratungen ab.
  • Als die Kampfhandlungen im Nordwesten Iraks zunahmen, flohen Tausende Zivilisten in die relativ sicheren Gebiete der Provinz Salah ad-Din. Ärzte ohne Grenzen betreute in der Stadt Tikrit mobile Kliniken und eröffnete eine Klinik in einem Vertriebenenlager.
  • In der Provinz Babel führten die Teams Renovierungsarbeiten in einem Kinderkrankenhaus in Musayyib durch, schulten das Personal und lieferten mehr als 30 Tonnen Medikamente und Material. Das Projekt wurde im Dezember an die Behörden übergeben.
  • Im August eröffnete Ärzte ohne Grenzen in der Provinz Bagdad ein Reha-Zentrum mit 20 Betten, um Physio- und Schmerztherapien sowie psychologische Hilfe für zivile Opfer des Irak-Konflikts anzubieten.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1991 Hilfe im Irak-Konflikt an.