Unsere Hilfe in Irak

Unser mobiles Team behandelt Patienten in einem Bus innerhalb des Vertriebenenlagers Debaga. Im Irak-Konflikt konzentriert sich unsere Hilfe auf die vielen durch die Kämpfe vertriebenen Menschen im Land.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Der Irak-Konflikt verursacht nach wie vor großes Leid: Ärzte ohne Grenzen arbeitet zurzeit in zehn Provinzen mit mehr als 1.750 irakischen und 225 internationalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Im Irak-Konflikt akzeptiert Ärzte ohne Grenzen keine Gelder von Regierungen, religiösen Gemeinschaften oder internationalen Organisationen, um die eigenen Projekte zu finanzieren.

Unsere Hilfe im Irak-Konflikt im Einzelnen (Auszug):

  • Jordanien: Seit August 2006 kooperiert Ärzte ohne Grenzen mit einem Netzwerk irakischer Ärzte, die Gewaltopfer aus dem ganzen Land in die jordanische Hauptstadt Amman überweisen. Dort operiert Ärzte ohne Grenzen Patientinnen und Patienten mit sehr komplexen Verletzungen und bietet im Anschluss Physiotherapie und psychosoziale Hilfe an. Bislang sind mehr als 2.560 kriegsverwundete Iraker in Amman behandelt worden.
  • Provinz Ninawa: Die Folgen des Irak-Konflikts haben dazu geführt, dass Ärzte ohne Grenzen 2017 in Mossul in vier Krankenhäusern und fünf Gesundheitsposten notmedizinische und chirurgische Hilfe anbietet. Außerhalb der Stadt haben die Teams entlang der wichtigsten Transitstrecke Krankenhäuser in Hammam al-Alil und Kajara eröffnet. In al-Hamdanija und al-Taheel haben sie postoperative Aktivitäten für die durch den Irak-Konflikt verletzten Patienten gestartet. Für mangelernährte Kinder sind in Kajara, in den umliegenden Vertriebenenlagern sowie in Hammam al-Alil Ernährungsprogramme eröffnet worden. Zudem bieten die Teams Geburtshilfe in Karama und in einem Krankenhaus im Westen Mossuls an. Im Lehrkrankenhaus in al-Chansaa unterstützt Ärzte ohne Grenzen die Notaufnahme und Pädiatrie. Die Teams betreuen dort auch Ernährungsprogramme und liefern Medikamente sowie medizinisches Material. In Zummar arbeiten sie in der Geburtshilfe, Pädiatrie und versorgen mit mobilen Kliniken die in der Nähe lebende Bevölkerung. In vielen dieser Projekte bieten sie zudem psychologische Hilfe an.
  • Provinz Erbil: Mit mobilen Kliniken versorgen die Teams chronisch kranke Vertriebene und leisten psychologische sowie psychiatrische Hilfe an neun Standorten. Der Irak-Konflikt hat vor allem im Westen zu einer Zunahme von Vertriebenen geführt.
  • Provinz Dohuk: Ärzte ohne Grenzen betreut im Flüchtlingslager Domiz-1 eine Geburtshilfeklinik für syrische Frauen.
  • Provinz Sala al-Din: Im Januar 2017 eröffnen die Teams in einem der Vertriebenenlager in Tikrit ein Gesundheitszentrum, in dem sie Patienten ambulant behandeln, chronisch Kranke versorgen und psychologische Hilfe anbieten.
  • Provinz Kirkuk: In Hawidscha leistet Ärzte ohne Grenzen medizinische und psychologische Hilfe für Vertriebene des Irak-Konflikts. Mit mobilen Kliniken unterstützen die Teams zudem Vertriebene in Maktab Chalid und Debe und beliefern die Notaufnahmen von zwei Krankenhäusern in Kirkuk mit Medikamenten und Material. Sie führen dort auch Trainings durch.
  • Provinz Sulaimanija: Im Notfallkrankenhaus der Stadt setzen die Teams die Trainings für die Intensivstation und Notaufnahme fort. Der Irak-Konflikt hat dazu geführt, dass Ärzte ohne Grenzen bereits seit 2015 in einem Vertriebenenlager psychologische und psychosoziale Hilfe anbietet.
  • Provinz Dijala: Im Bezirk Chanakin arbeiten die Teams in drei Vertriebenenlagern und unterstützen Kliniken in den Städten Sadija und Dschalaula.
  • Provinz Anbar: Ärzte ohne Grenzen ist weiterhin im Gesundheitszentrum in Amarijat tätig und betreut mobile Kliniken für die Menschen in Habbanija, Chaldija und Ramadi.
  • Provinz Bagdad: Das Projekt in Abu Ghraib ist an die lokalen Behörden übergeben worden. 2017 haben die Teams hier 12.700 allgemeinmedizinische Konsultationen, 2.300 Sprechstunden für chronisch Kranke und mehr als 450 psychologische Gespräche abgehalten.
  • Provinz Babylon: Seit Mai 2017 unterstützt Ärzte ohne Grenzen das pädiatrische Krankenhaus in Musajib mit Trainings, neuer Technologie und Renovierungsarbeiten. Zudem werden Medikamente geliefert, die aufgrund des Irak-Konflikts nicht mehr verfügbar sind.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1991 Hilfe im Irak-Konflikt an.