Türkei: Flüchtlinge brauchen unsere Hilfe

Hadeel floh selbst 2013 mit ihren Töchtern aus Syrien in die Türkei und arbeitet seitdem für uns. Unsere Hilfe in der Türkei für Flüchtlinge umfasst medizinische und psychologische Betreuung.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ende 2016 lebten 2,9 Millionen Syrer in der Türkei. Flüchtlinge aus Syrien benötigten dringend medizinische und psychologische Hilfe, da sie oftmals außerhalb von Lagern unter prekären Bedingungen unterkamen. Viele hatten kaum Zugang zu öffentlichen Hilfsangeboten.

Unsere Hilfe in der Türkei im Einzelnen (Auszug):

  • Am 15. Juli 2016 scheiterte ein Putschversuch in der Türkei. Flüchtlinge aus Syrien wurden zwar nicht zurückgeschickt, doch die politischen Unruhen führten in der zweiten Jahreshälfte zur Ausrufung des Notstands. Die humanitäre Lage der syrischen Flüchtlinge in der Türkei geriet damit immer weiter aus dem Blickfeld der politisch Verantwortlichen. Obwohl die Arbeitserlaubnis von Ärzte ohne Grenzen im Juni 2016 auslief, wurden lokale Nichtregierungsorganisationen an der syrisch-türkischen Grenze weiterhin mit finanzieller und technischer Hilfe unterstützt. Die Teams in der Türkei halfen zudem syrischen Medizinern aus der Ferne.
     
  • Gemeinsam mit Partnern leistete Ärzte ohne Grenzen basismedizinische und psychologische Hilfe in der Türkei: Flüchtlinge aus Syrien profitierten davon. So hielten die Teams in Kilis 1.354 psychologische Einzel- und 810 Familiengespräche ab.
     
  • In Şanliurfa hielt eine von Ärzte ohne Grenzen unterstützte lokale Partnerorganisation 1.341 psychologische Einzel- und 69 Gruppengespräche ab. Eine andere Organisation, die ebenfalls von Ärzte ohne Grenzen betreut wurde, leistete psychosoziale Hilfe in Akçakale: Hier wurden 2.554 Einzelgespräche geführt. Bis zur Schließung des Transitlagers in Akçakale im Mai 2016 bot Ärzte ohne Grenzen dort basismedizinische und psychologische Hilfe an, verbesserte die Wasser- und Sanitärversorgung und verteilte Hilfsgüter.
     
  • Im April 2016 beendete Ärzte ohne Grenzen ein medizinisches Projekt in der Türkei: Flüchtlinge aus Syrien hatten in Gaziantep eine pädiatrische, sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen können. Mehr als 2.500 Frauen profitierten davon.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1999 Hilfe in der Türkei an.