Unsere Hilfe in der Türkei

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Mehr als 2,5 Millionen Syrer flohen 2015 vor der Gewalt in ihrem Land in die Türkei. Flüchtlinge hatten es dort extrem schwer, da die meisten unter prekären Bedingungen in städtischen Armenvierteln lebten, wo sie kaum Arbeit fanden und nur beschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung hatten.

Unsere Hilfe in der Türkei im Einzelnen (Auszug):

  • Seit Beginn des Kriegs in Syrien im Jahr 2011 kam es zur Geburt von mehr als 67.000 syrischen Kindern in der Türkei. Flüchtlinge aus Syrien benötigten dringend humanitäre und medizinische Hilfe. Da immer mehr Menschen in der Türkei Zuflucht suchten, erhielt Ärzte ohne Grenzen im Juni von den türkischen Behörden die Genehmigung, die syrischen Flüchtlinge zu unterstützen. 
  • Gemeinsam mit der Union of Medical Care and Relief Organisations (UOSSM) leistete Ärzte ohne Grenzen rekonstruktive Chirurgie und unterstützte das von UOSSM geförderte psychologische Gesundheitszentrum.
  • In Kilis kooperierten die Teams mit der Helsinki Citizens´ Assembly, die in einer Klinik syrische Flüchtlinge mit basismedizinischer und psychologischer Hilfe versorgte. Sie hielten 2015 in diesem Gesundheitszentrum 35.636 Sprechstunden und 10.508 vor- und nachgeburtliche Beratungen ab. 
  • Ende Dezember 2015 eröffnete Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit der Organisation Physicians Across Continents (PAC) eine neue Einrichtung in der Türkei: Flüchtlinge, vor allem syrische Frauen und Kinder, wurden in Gaziantep kostenlos medizinisch versorgt. Ein syrisches Team aus Gynäkologen und Hebammen leistete die vor- und nachgeburtliche Betreuung, bot Familienplanung und gynäkologische Sprechstunden an. PAC deckte die pädiatrische Versorgung ab. Von der Eröffnung dieser Einrichtung bis zum Jahresende behandelte Ärzte ohne Grenzen 117 Patientinnen und Patienten. Die Klinik verfügte über eine Kapazität für monatlich bis zu 2.000 Sprechstunden für Schwangere und Mütter. Für Entbindungen und komplizierte Fälle wurden die Frauen an das lokale türkische Krankenhaus überwiesen.
  • Ärzte ohne Grenzen unterstützte 2015 auch weiterhin die Partnerorganisation Hayata Destek (Lebenshilfe) in der Türkei. Flüchtlinge aus Syrien, so deren Ziel, sollten psychologische Hilfsprojekte erhalten. Im Mai wurde zudem ein Wasser- und Sanitärprojekt in Suruς fertiggestellt. Damit erhielten Flüchtlinge aus der syrischen Stadt Kobane, die dort seit September 2014 in vorläufigen Lagern lebten, Latrinen, Duschen und Trinkwasserstationen. Von Juni bis September 2015 verteilten die Teams gemeinsam mit Hayata Destek Nahrungsmittel und Hygieneartikel in Akςakale an 20.000 syrische Flüchtlinge. Zudem unterstützten die Teams gemeinsam mit der Blue Crescent Relief and Development Foundation ein psychologisches Gesundheitszentrum in Akςakale, das syrische Flüchtlinge betreute. 
  • Zum Jahresende verschlechterte sich die Sicherheitslage im Südosten der Türkei. Dabei handelt es sich um ein vorwiegend kurdisches Gebiet. Ärzte ohne Grenze beobachtete die Lage in dieser Region der Türkei. Flüchtlinge aus Syrien suchten hier zuhauf Zuflucht. 

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1999 Hilfe in der Türkei an.