Unsere Hilfe in Kenia

Unsere Mitarbeiter feiern den letzten Behandlungstag ihrer Patientin Elizabeth (rechts), die an einer gefährlichen Form von Tuberkulose litt. Unsere Hilfe in Kenia umfasst die Behandlung von Krankheiten wie Tuberkulose, Cholera und HIV.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Im Jahr 2016 setzte Ärzte ohne Grenzen die medizinische Hilfe in Kenia für Flüchtlinge und Bewohner von Armenvierteln fort. Zudem reagierten die Teams auf Krankheiten wie HIV und stellten den Zugang zu Krankenhausleistungen sicher.

Die Hilfe in Kenia im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen fokussierte die medizinische Hilfe in Kenia auf eines der fünf Flüchtlingslager in Dadaab, im Nordosten des Landes. Im Verlauf des Jahres setzten die Teams ihre mehrjährige Arbeit im 100-Betten-Krankenhaus in Dagahaley und in zwei Gesundheitsposten fort. Sie hielten 162.653 ambulante Konsultationen ab und nahmen 9.137 Patientinnen und Patienten stationär auf, darunter 917 schwer mangelernährte Kinder. Sie halfen auch bei mehr als 3.000 Geburten.
  • Im Januar erweiterte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Kenia durch ein Projekt für die sexuelle und reproduktive Gesundheit in der Mrima-Klinik in Mombasa, um die Mütter- und Säuglingssterblichkeit zu senken. Im Jahr 2016 halfen die Teams bei 1.473 Geburten und hielten mehr als 2.000 Schwangerenberatungen ab.
  • Bis zum Jahresende 2016 waren 16.511 Cholera-Fälle (seit Dezember 2014) offiziell gemeldet worden. Ärzte ohne Grenzen reagierte auf die Epidemie in 16 Landkreisen durch die Errichtung von Cholera-Behandlungszentren, Training, Medikamentenspenden und Lieferung von medizinischem Material, Wasser- und Sanitäraktiviten sowie Gesundheitsaufklärung. Im Rahmen dieser Hilfe in Kenia behandelten die Teams 4.712 Cholera-Patienten. In Mandera verlief der Cholera-Ausbruch zeitgleich mit einem Ausbruch von Chikungunya, einer von Mücken übertragenen Fieber- und Gelenkerkrankung. Die Teams behandelten rund 1.150 Patienten und verteilten 2.800 Moskitonetze.
  • In Nakuru behandelte Ärzte ohne Grenzen eine Influenza-Epidemie, die offiziellen Angaben zufolge zu einer Todesrate von 12,3 Prozent unter den Patienten führte. Ärzte ohne Grenzen unterstützte die Behörden ab Ende April bei der Behandlung von 240 Patienten. Einen Monat später gab es keine Todesfälle mehr.
  • In Nairobis größtem Armenviertel Kibera leben rund 200.000 Menschen. Ärzte ohne Grenzen behandelte dort in einer Klinik 176.415 Menschen ambulant. Darüber hinaus versorgten die Teams 728 HIV-Patientinnen und Patienten, 386 Tuberkulosefälle und 997 Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Asthma oder Epilepsie. Elf Patienten wurden mit neuen Hepatitis C Medikamenten behandelt und 114 Patientinnen aufgrund von sexueller und genderbasierter Gewalt versorgt. Ärzte ohne Grenzen plant, nach 20-jähriger Tätigkeit in Kibera alle Aktivitäten bis Mitte 2017 an die Behörden zu übergeben.
  • Die Hilfe in Kenia umfasste im Jahr 2016 auch die Behandlung von 2.700 neuen Patienten in zwei Kliniken in Nairobi Estlands. Ärzte ohne Grenzen erweiterte zudem den Zugang zu medizinischer Nothilfe für die Bewohner der Armenviertel Mathare und Eastleigh Neighbourhood. Die Teams versorgten rund 24.000 Patienten in der Notaufnahme des Krankenhauses Mama Lucy Kibaki und fuhren mehr als 5.200 Rettungswageneinsätze.
  • In Eastland unterstützte Ärzte ohne Grenzen die Ermittlung und Behandlung von Patienten mit multiresistenter Tuberkulose. 18 Erkrankte wurden diagnostiziert, vier von ihnen begannen eine Therapie mit den neuen TB-Medikamenten Bedaquilin und Delamanid – den ersten seit 50 Jahren.
  • In der Region Nyanza blieb HIV ein großes Gesundheitsproblem. In Ndhiwa, Homa Bay, lebte 2016 jeder vierte Erwachsene mit dem Virus, und zwei Prozent der Bevölkerung infizierten sich neu mit der Krankheit. Im Jahr 2016 wurden mehr als 3.000 Patientinnen und Patienten diagnostiziert und in das HIV-Programm aufgenommen. Mehr als 14.300 HIV-Infizierte erhielten die überlebensnotwendigen antiretroviralen Medikamente. Im Rahmen dieser Hilfe in Kenia nahm Ärzte ohne Grenzen zudem rund 5.000 Erwachsene stationär in die Krankenhäuser in Homa Bay und Ndhiwa auf.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1987 Hilfe in Kenia an.