Unsere Hilfe in Kenia

Moeses Odira (Bildmitte) wird wegen einer HIV-Infektion in der Klinik von Homa Bay behandelt. Seine Frau (rechts im Bild) hat sich dort testen lassen. Der Kampf gegen das Virus ist ein Schwerpunkt unserer Hilfe in Kenia. Das Land hat eine der weltweit höchsten HIV-Raten.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Im Jahr 2018 setzte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Kenia fort. Die Teams reagierten auf Notfälle, wie den Ausbruch von Epidemien, städtische Gewalt und die Behandlung von Menschen, die mit HIV lebten. Außerdem versorgten sie weiterhin Geflüchtete in Dadaab.

Die Hilfe in Kenia im Einzelnen (Auszug):

  • Unsere Hilfe in Kenia umfasste im Bezirk Homa Bay die Behandlung von Menschen, die mit HIV lebten. Die Teams fokussierten sich dabei auf jene, deren Therapie scheiterte sowie auf Patienten, die unter fortgeschrittenen HIV-Begleiterkrankungen wie dem Kaposi Sarkom litten. Ein weiterer Fokus lag auf Jugendliche mit HIV. Mehr als die Hälfte der Patientinnen und Patienten im Homa Bay Krankenhaus waren HIV-positiv. Wir unterstützten dort zwei Stationen für Erwachsene und eine Tuberkulose-Station. Im Jahr 2018 versorgten die Teams 15.700 Personen mit antiretroviralen Medikamenten der ersten Therapielinie, 990 Personen mit Arzneimitteln der zweiten Therapielinie und 210 Tuberkulose-Patienten. Zudem halfen sie bei 9.510 Geburten und behandelten insgesamt 3.320 Überlebende sexueller Gewalt.
  • Nach zweijähriger Arbeit in einer temporären Container-Klinik eröffnete Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Kenia im Mai 2018 eine 36 Betten-Klinik in Mrima, Bezirk Mombasa. Im Jahr 2018 halfen unsere Teams bei fast 7.000 Geburten, boten Schwangerenberatungen an und versorgten Überlebende sexueller Gewalt.
  • Wir unterstützten die Behörden im Bezirk Embu dabei, die Behandlung von chronischen Krankheiten durch Fortbildungen des Personals zu verbessern.
  • In der Hauptstadt Nairobi arbeitete Ärzte ohne Grenzen weiterhin im Stadtviertel Eastlands. Diese Hilfe in Kenia konzentrierte sich auf die Behandlung von Überlebenden städtischer Gewalt. Im Jahr 2018 hielten unsere Teams 9.250 Unfall-Sprechstunden ab und erhielten 7.600 Notrufe, denen 6.230 Rettungswagen-Einsätze und 4.340 Überweisungen folgten. Zudem betreuten wir in Eastlands eine Fachklinik für Überlebende sexueller und genderbasierter Gewalt sowie vier weitere Kliniken.
  • Im Lager Dagahaley in Dadaab setzten wir unsere umfangreiche medizinische Hilfe in Kenia für mehr als 70.000 Geflüchtete fort. Wir betreuten ein Krankenhaus mit 100 Betten und zwei dezentrale Gesundheitsposten. Im Jahr 2018 hielten unsere Teams mehr als 175.000 ambulante Konsultationen ab und nahmen mehr als 10.000 Patientinnen und Patienten stationär auf.
  • 2018 kam es im Rahmen unserer Hilfe in Kenia zu mehreren Nothilfeeinsätzen: In den Bezirken Nairobi, Embu, Isiolo, Garissa und Turkana brach nach heftigen Regenfällen Cholera aus. Wir halfen bei der Behandlung und lieferten medizinisches und logistisches Material. Im März entsandten wir Personal und medizinische Ausstattung, um auf eine Influenza-Epidemie in Nanyuki, Bezirk Laikipia, zu reagieren, im Juni bekämpften wir den Ausbruch von Rift-Valley-Fieber im Bezirk Wajir. Zum Jahresende unterstützten wir das Bezirkskrankenhaus in Takaba, Bezirk Mandera, nachdem es in Äthiopien aufgrund gewalttätiger Konflikte zu vielen Verletzten gekommen war. Mit dieser Hilfe in Kenia versorgten wir mehr als 100 Verletzte in drei Tagen.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1987 Hilfe in Kenia an.