Unsere Hilfe in Italien

Wir bieten in Italien psychologische und medizinische Hilfe für Flüchtlinge und Migranten an. Im Bild ist unsere kulturelle Vermittlerin Terhas Teriy im Gespräch mit Frauen aus Eritrea zu sehen, die auf eine medizinische Untersuchung in unserer Klinik in Ventimiglia warten.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Trotz beträchtlich zurückgehender Zahlen setzte Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2018 die Hilfe in Italien für Menschen fort, die an der Küste anlandeten. Viele waren durch die Reise über das Meer oder den Aufenthalt in libyschen Haftanstalten traumatisiert.

Die Hilfe in Italien für Flüchtlinge im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen leistete im Jahr 2018 weiterhin medizinische und psychologische Hilfe in Italien für Geflüchtete und Migranten. Dazu zählte auch die psychosoziale Versorgung von Folteropfern. All dies geschah in einem zunehmend feindlichen Klima, da die italienischen Behörden die Such- und Rettungsaktionen stoppen wollten. Unsere Teams boten denjenigen Menschen psychologische Erste Hilfe an, die in den südlichen Häfen an Land kamen. Zudem betreuten sie eine Klinik in Catania. Dort behandelten sie Patientinnen und Patienten weiter, die aus den Krankenhäusern in Sizilien entlassen worden waren. Diese Klinik konnte zum Jahresende geschlossen werden, da die Anzahl der Neuankömmlinge gesunken war. Unser psychologisches Team unterstützte im Rahmen der Hilfe in Italien auch Asylsuchende in den Empfangszentren der Provinz Trapani und übergab die Aktivitäten wie geplant zum Jahresende.
  • Wir entsandten mobile Teams in die informellen Siedlungen in der Nähe von Rom, wo Migranten oft unter prekären Bedingungen lebten. Gemeinsam mit einem Netzwerk zivilgesellschaftlicher Organisationen und Freiwilligen hielten unsere Teams insgesamt 1.500 medizinische Sprechstunden und psychologische Gespräche im Jahr 2018 ab. Darüber hinaus boten sie unbegleiteten Minderjährigen in den Empfangszentren in Rom psychosoziale Unterstützung an.
  • Im dritten Jahr in Folge betreute unser Team in Rom ein Reha-Zentrum für Überlebende von Folter, Misshandlungen und andere Formen erniedrigender Behandlung. Im Rahmen dieser Hilfe in Italien konnten Folteropfer dort psychologische, medizinische, juristische und soziale Unterstützung in Anspruch nehmen. Die Aktivitäten liefen in enger Kooperation mit der italienischen Nichtregierungsorganisation „Medici Contro la Tortura“ und der „Associazione per gli Studi Giuridici sull'Immigrazione“.
  • In Turin und Palermo unterstützten wir mehr als 800 Personen, die Zugang zur nationalen Gesundheitsversorgung suchten. Unsere Hilfe in Italien umfasste auch die Verteilung von Hilfsgütern wie Decken und Zelte an Migranten und Geflüchtete, die in informellen Siedlungen lebten, vor allem in Rom und nahe der nördliche Grenze Italiens.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1999 Hilfe in Italien an.