Unsere Hilfe in Italien

Eine aus Seenot gerettete Familie wartet mit unserer Mitarbeiterin Jonquil darauf an Land zu gehen. Geflüchtete stehen im Fokus unserer Hilfe in Italien.

Aktuelle Informationen zu unserem Einsatz aufgrund der Covid-19-Pandemie in Italien finden Sie hier.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

  • 1.540 ambulante Sprechstunden
  • 490 psychologische Einzelgespräche

Ärzte ohne Grenzen setzte im Jahr 2019 die Hilfe in Italien für Flüchtlinge und Migranten fort. Die strengere Asyl- und Migrationspolitik der italienischen Regierung erschwerte den Bedürftigen den Zugang zu medizinischer Hilfe.

Die Hilfe in Italien im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen leistete im Jahr 2019 weiterhin Hilfe in Italien, um die Engpässe in der medizinischen Versorgung für Flüchtlinge und Migranten auszugleichen und die restriktive Politik der Regierung anzufechten.
  • Von Juli bis November betreuten die Teams eine mobile Klinik in der Region Basilicata im Süden Italiens, um Migrant*innen und Tagelöhner in der Landwirtschaft medizinisch zu versorgen. Die meisten von ihnen lebten in überfüllten Unterkünften unter unhygienischen Bedingungen in meist ländlichen Gegenden oder in Notlagern. In dieser Zeit hielten die Teams mehr als 900 medizinische Sprechstunden ab und vermittelten über Partnerorganisationen rund 400 Rechtsberatungen. Zum Jahresende übergaben wir diese Hilfe in Italien an eine Gruppe lokaler Ärzt*innen.
  • Im November schlossen wir das Rehabilitationszentrum für Folteropfer, das wir in Rom im Jahr 2016 eröffnet und gemeinsam mit den lokalen Partnerorganisationen `Medici Contro la Tortura´ und der `Associazione per gli Studi Giuridici sull'Immigrazione´ betreut hatten. Diese Hilfe in Italien folgte einem multidisziplinären Ansatz: Es schloss medizinische und psychologische Hilfe sowie Physiotherapie und soziale Unterstützung für mehr als 200 Patient*innen ein. Die meisten von ihnen wurden 2019 entlassen. Etwa zehn Patient*innen wurden an unsere Partner oder andere Organisationen überwiesen.
  • Unsere Teams boten weiterhin psychologische Erste Hilfe in Italien für Flüchtlinge an, die in den südlichen Häfen an Land kamen und bei der Überquerung des Mittelmeers traumatische Erfahrungen gemacht hatten. Im Jahr 2019 half unser Team aus Psycholog*innen und kulturellen Vermittler*innen mehr als 38 Flüchtlingen bei zwei Einsätzen in Lampedusa und Catania.
  • Gemeinsam mit lokalen Behörden unterstützten wir 2019 im Rahmen unserer Hilfe in Italien rund 1.600 Flüchtlinge in Palermo, Rom und Turin dabei, Zugang zum nationalen Gesundheitssystem zu erhalten.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1999 Hilfe in Italien an.