Unsere Hilfe in Simbabwe

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte die Hilfe in Simbabwe im Jahr 2015 weiterhin auf die HIV-Versorgung. Die Verbreitung von HIV in Simbabwe ist zwar vom Höchststand von 30 Prozent im Jahr 2000 auf mittlerweile rund 15 Prozent gesunken, doch trotz dieses Erfolgs gibt es noch immer Engpässe bei der Behandlung einiger Bevölkerungsgruppen.

Unsere Hilfe in Simbabwe im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen unterstützt weiterhin das Gesundheits- und Kinderversorgungsministerium, um das von UNAIDS gesetzte 90-90-90-Ziel bis zum Jahr 2020 zu erreichen: Bis zu diesem Zeitpunkt sollen 90 Prozent aller Menschen, die mit HIV leben, ihren HIV-Status kennen, 90 Prozent aller HIV-positiv diagnostizierten Menschen sollen kontinuierlich mit antiretroviralen Medikamenten versorgt werden, und bei 90 Prozent aller mit antiretroviralen Arzneimitteln behandelten Menschen soll eine starke Reduktion der Viruslast erreicht werden. Im Rahmen dieser Hilfe in Simbabwe hat sich Ärzte ohne Grenzen zudem das Ziel gesetzt, die Versorgung von großen Gruppen stabiler HIV-Patienten zu verbessern. Dazu wurden in Gutu, Buhera, Chikomba, Epworth, Makoni, Mutare, Mutasa und Nyanga gemeindezentrierte Versorgungsmodelle eingeführt. Dies bedeutet, dass sich die Menschen aus der Gemeinde abwechseln, um die Nachfüll-Medikamente für die ganze Gruppe aus den oft weiter entfernt liegenden Kliniken abzuholen. Diese Gruppen sind schnell gewachsen. Mittlerweile nehmen bereits mehr als 5.040 Patienten daran teil. Unsere Hilfe in Simbabwe sieht zudem eine gezielte und regelmäßige Viruslastüberprüfung vor. So testete Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2015 insgesamt 58.434 Patienten.
  • In einem neuen Projekt unterstützten die Teams zudem das Ministerium darin, in Mutare, Provinz Manicaland, die Viruslastüberprüfung und alternative Medikamenten-Nachfüll-Modelle einzuführen. 
  • Ärzte ohne Grenzen fokussierte die Hilfe in Simbabwe zudem auf die HIV-Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Dazu gehörte auch, dass die Patienten eine Therapietreue-Beratung erhielten und durch Gruppengespräche unterstützt wurden. Darüber hinaus stellten die Teams antiretrovirale Medikamente der zweiten Therapielinie für diejenigen Patienten zur Verfügung, die nicht mehr auf die Medikamente der ersten Therapielinie reagierten.
  • In Epworth, Buhera und Gutu wurden 31 Patienten mit multiresistenter Tuberkulose, sofern möglich, ambulant in den Gemeinden statt stationär im Krankenhaus behandelt. Die Teams übergaben das HIV-Tuberkulose-Programm in Buhera und Nyanga im Jahr 2015 erfolgreich an die Gesundheitsbehörden. 
  • Mit der Hilfe in Simbabwe unterstützte Ärzte ohne Grenzen zudem das Gesundheitsministerium darin, Untersuchungen für Gebärmutterhalskrebs zur Verfügung zu stellen. 
  • In den Kliniken in Mbare und Epworth behandelten die Teams Opfer sexueller Gewalt und gaben ihnen psychosoziale Unterstützung. Sie klärten zudem die Bevölkerung darüber auf, dass Betroffene innerhalb von 72 Stunden nach einem Missbrauch medizinische Hilfe in Anspruch nehmen müssen, um eine unerwünschte Schwangerschaft, HIV oder andere sexuell übertragbare Krankheiten zu vermeiden. Allein in der Klinik in Mbare wurden im Jahr 2015 insgesamt 2.325 Sprechstunden durchgeführt, darunter waren 1.361 neue Patienten.
  • Im Rahmen der Hilfe in Simbabwe leistete Ärzte ohne Grenzen auch weiterhin psychiatrische Unterstützung. Die Teams diagnostizierten, behandelten und versorgten rund 330 Häftlinge mit psychiatrischen Erkrankungen im Hochsicherheitsgefängnis Chikurubi sowie im Frauengefängnis Chikurubi in Harare. Im Jahr 2015 wurden insgesamt 1.615 Konsultationen durchgeführt. 
  • Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium starteten die Teams zudem ein neues psychiatrisches Projekt im Zentralkrankenhaus in Harare: Auf der psychiatrischen Station behandelten und unterstützten sie die Patienten.
  • Im Jahr 2015 umfasste die Hilfe in Simbabwe auch die Wasser- und Sanitärversorgung. Mehr als 30.000 Menschen profitierten davon, dass die Teams sauberes Wasser in die Vororte von Harare lieferten und dort die sanitären Verhältnisse verbesserten. In diesen Vororten kommt es immer wieder zum Ausbruch von Krankheiten wie Typhus, die durch unsauberes Wasser und schlechte Hygienebedingungen verursacht werden. Ärzte ohne Grenzen sanierte 20 Bohrlöcher und kooperierte mit anderen Organisationen wie Africa AHEAD, um sicherzustellen, dass die Bevölkerung weiß, wie sie das Wasser an der Quelle und Zuhause vor Verschmutzung schützen kann.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals im Jahr 2000 Hilfe in Simbabwe an.