Unsere Hilfe in Simbabwe

Varaidzo Chipunza und ihr Ehemann Antony Chivanga leben seit acht Jahren mit HIV. Sie sind Teil einer unserer Support-Gruppen im Bezirk Gutu. Die Unterstützung von HIV-Patienten ist ein Schwerpunkt unserer Hilfe in Simbabwe.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen leistete gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium medizinische Hilfe in Simbabwe: Die Teams versorgten HIV- und Tuberkulose-Patienten, behandelten chronische Erkrankungen und boten psychologische Hilfe an.

Unsere Hilfe in Simbabwe im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen setzte im Jahr 2016 die Hilfe in Simbabwe fort, da die wirtschaftliche Lage im Land sich weiterhin verschlechterte. Für öffentliche Ausgaben oder soziale Angebote standen daher kaum finanzielle Ressourcen zur Verfügung. Der Gesundheitssektor sah sich diversen Herausforderungen ausgesetzt, wie einem Engpass an medizinischen Bedarfsgütern. Dazu zählten auch Medikamente. Hinzu kam, dass es im Jahr 2016 in Simbabwe zu Überflutungen und zum regelmäßigen Ausbruch von Krankheiten kam, die durch Wasser übertragen wurden. Letzteres war auf die sich verschlechternden Wasser- und Sanitärbedingungen in Teilen des Landes, einschließlich der Hauptstadt Harare, zurückzuführen.
     
  • Obwohl das HIV-Vorkommen landesweit von 30 Prozent im Jahr 2000 auf 15 Prozent im Jahr 2016 zurückgegangen ist, blieb die HIV-Hilfe in Simbabwe weiterhin wichtig. So gab es noch immer Engpässe bei der Versorgung: beispielsweise bei der regelmäßigen Überprüfung der Viruslast oder bei der Bereitstellung von HIV-Medikamenten der zweiten Therapielinie. Auch Gebärmutterhalskrebs ist in diesem Zusammenhang ein zunehmendes Gesundheitsproblem, da Frauen, die HIV-positiv sind, fünfmal häufiger daran erkranken als andere Frauen.
     
  • In der Hauptstadt Harare leistete Ärzte ohne Grenzen Unterstützung für Überlebende sexueller Gewalt und bot umfangreiche Hilfe für Jugendliche im städtischen Bezirk Mbare an. In der Polyklinik in Epworth passten die Teams ein umfangreiches Behandlungspaket für HIV, Tuberkulose (TB) und multiresistenter TB für Patientinnen und Patienten aller Altersstufen an. Zudem ermöglichten sie allen HIV-positiven Frauen Screenings für Gebärmutterhalskrebs und frühzeitige Therapien. Im Rahmen der Hilfe in Simbabwe unterstützte Ärzte ohne Grenzen auch die Diagnose und Behandlung von HIV und TB im Hochsicherheitsgefängnis Chikurubi. Zudem behandelten die Teams psychiatrische Fälle im Zentralen Psychiatrischen Krankenhaus in Harare und stellten nach der Entlassung ihre weitere Versorgung sicher, um Rückfälle zu vermeiden. Im Jahr 2016 hielten sie 1.579 psychologische Einzel- und 180 Gruppengespräche ab. Die Teams beendeten außerdem die Renovierungs- und Bauarbeiten für die neue Station des psychiatrischen Krankenhauses in Harare. Damit erhielt die Einrichtung 100 Betten für die stationäre Versorgung.
     
  • Im Bezirk Gutu verfolgte die HIV-Hilfe in Simbabwe seit 2011 einen gemeindeorientierten Ansatz, um eine große Gruppe stabiler HIV-Patientinnen und Patienten zu versorgen. Im Juni 2016 legte das Forschungsinstitut Epicentre, das Ärzte ohne Grenzen angeschlossen ist, erste Ergebnisse einer umfassenden bevölkerungsbasierten Studie vor. Diese wiesen darauf hin, dass der Bezirk die Marke 86-94-86 erreicht hat und somit auf dem Weg ist, die ehrgeizige UNAIDS-Vorgabe von 90-90-90 zu erreichen. Sie bedeutet, dass 90 Prozent der HIV-Infizierten bis 2020 ihren HIV-Status kennen, 90 Prozent der Diagnostizierten antiretroviral behandelt werden und 90 Prozent der Behandelten eine Viruslast unterhalb der Nachweisgrenze haben sollen. In Mwenezi begann Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Simbabwe gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden damit, die rund 18.000 Menschen, die mit HIV leben, zu testen und bei positiver HIV-Diagnose mit antiretroviralen Medikamenten zu behandeln.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals im Jahr 2000 Hilfe in Simbabwe an.