Unsere Hilfe in Honduras

2016 haben wir unsere Hilfe in Honduras vor allem im Bereich der psychologischen Betreuung von Überlebenden von Gewalt ausgeweitet. Unsere Teams bieten Einzel- oder Gruppensitzungen sowie psychosoziale Workshops an.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Für die medizinische Hilfe in Honduras spielt die jahrelange politische, wirtschaftliche und soziale Instabilität eine wichtige Rolle. Die Gewaltrate im Land ist eine der höchsten weltweit. Dies hat gravierende medizinische, psychologische und soziale Folgen für die Bevölkerung.

Die Hilfe in Honduras im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen setzte die Hilfe in Honduras im Jahr 2016 in Kooperation mit dem Gesundheitsministerium fort: Die Teams boten medizinische und psychologische Nothilfe für Überlebende von Gewalttaten an, einschließlich sexueller Gewalt. Diese kostenlose und vertrauliche Hilfe wurde in zwei Kliniken und im Allgemeinen Krankenhaus in Tegucigalpa angeboten. Im Jahr 2016 behandelten die Teams mehr als 900 Gewaltopfer, darunter auch 560 Überlebende sexueller Gewalt. Zudem hielten sie 1.830 psychologische Konsultationen ab. Die medizinische Behandlung bei sexueller Gewalt schloss die Postexpositionsprophylaxe zur Verhinderung einer HIV-Infektion und zum Schutz vor weiteren sexuell übertragbaren Krankheiten, Hepatitis B und Tetanus ein. Die psychologische Hilfe in Honduras umfasste Beratung, Gruppentherapien und psychologische Erste Hilfe.
  • Im Rahmen der Hilfe in Honduras unternahm Ärzte ohne Grenzen auch Aktivitäten in Tegucigalpa, um die Kontrolle der Aedes-Mücke zu verbessern, die für die Übertragung von Zika, Dengue-Fieber und Chikungunya verantwortlich ist. Dies schloss auch eine geografische Vektoranalyse ein, um Informationen darüber zu sammeln, in welchen Gebieten mehr Hilfe nötig ist und wo die Bevölkerung verstärkt über Maßnahmen zur Ausräucherung der Unterkünfte und anderen Möglichkeiten informiert werden muss, um die Verbreitung der Mücken zu verhindern.
  • Die Notfallverhütungspille blieb auch 2016 in Honduras verboten, obwohl die Kongressdebatten anhalten, um die Strategie zur Notfallverhütung zu verändern. Ärzte ohne Grenzen setzte im Rahmen der Hilfe in Honduras die Lobby-Bemühungen fort. Dies schließt auch die Notfallverhütung - in Übereinstimmung mit internationalen Protokollen - ein. Die Teams hoben daher die medizinischen und psychologischen Folgen einer Schwangerschaft als Folge eines sexuellen Angriffs hervor. Ziel der Lobbyaktivitäten ist es, die medizinische Hilfe in Honduras für Überlebende sexueller Gewalt zu verbessern.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1974 Hilfe in Honduras an.