Unsere Hilfe in Honduras

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte 2015 die Hilfe in Honduras auf die medizinische Versorgung von Gewaltopfern, da das Land aufgrund der jahrelangen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Instabilität eine der höchsten Gewaltraten weltweit aufweist. Dies hat medizinische, psychologische und soziale Folgen für die Bevölkerung.

Unsere Hilfe in Honduras im Einzelnen (Auszug):

  • Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium setzte Ärzte ohne Grenzen daher die Hilfe in Honduras fort: Die Teams boten medizinische und psychologische Erste Hilfe für Gewaltopfer an, die auch die Versorgung von Opfern sexueller Gewalt einschloss. In zwei Gesundheitszentren und im Krankenhaus von Tegucigalpa konnten sich die Betroffenen gleichzeitig medizinisch und psychologisch behandeln lassen: kostenlos und vertraulich.
  • Im Jahr 2015 behandelte Ärzte ohne Grenzen 1.367 Gewaltopfer medizinisch, einschließlich 593 Opfer sexueller Gewalt. Darüber hinaus führten sie 1.436 psychologische Gespräche durch. Die medizinische Behandlung bei Vergewaltigung umfasste die Postexpositionsprophylaxe zur Verhinderung einer HIV-Infektion und zum Schutz vor weiteren sexuell übertragbaren Krankheiten, vor Hepatitis B und Tetanus. 
    Bei der psychologischen Hilfe für Honduras leisteten die Teams Beratung und psychologische Erste Hilfe. Darüber hinaus boten die Mitarbeiter Fortbildungen für das medizinische Personal an und sensibilisierten die Fachkräfte für die Bedarfe von Opfern sexueller Gewalt. Sie stellten auch sicher, dass es genügend Personal vor Ort gab.
  • Die Notfallverhütung blieb trotz der anhaltenden Debatte im honduranischen Kongress weiterhin verboten. Es wurde diskutiert, bei Notfällen das Verfahren in Sachen Verhütungspille zu ändern. Ärzte ohne Grenzen setzte sich weiterhin dafür ein, dass Opfer sexueller Gewalt Zugang zu einer medizinischen Versorgung erhalten, die die Notfallverhütungspille einschließt und mit internationalen Protokollen übereinstimmt. Die Hilfe in Honduras beinhaltete daher für Ärzte ohne Grenzen auch, dass die Teams über die medizinischen und psychologischen Folgen einer Schwangerschaft in Folge eines sexuellen Angriffs aufklärten.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1974 Hilfe in Honduras an.