Unsere Hilfe in Mexiko

Eine psychologische Gruppensitzung für Kinder im Rahmen unserer Hilfe in Mexiko. Ort ist ein Dorf im Bundesstaat Guerrero. Die Gewalt in dieser Region belastet die psychische Gesundheit vieler Kinder. Nachtangst, Aggressivität und Reizbarkeit sind verbreitete Symptome.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte im Jahr 2017 die Hilfe in Mexiko für Migranten und Flüchtlinge fort. Zudem boten die Teams medizinische sowie psychologische Hilfe in den Gebieten des Landes an, in denen kriminelle Netzwerke agierten und Gewalt vorherrschte.

Die Hilfe in Mexiko im Einzelnen (Auszug):

  • Die Hilfe in Mexiko für Migranten und Flüchtlinge war auch im Jahr 2017 notwendig, obwohl die Anzahl der Geflüchteten leicht abnahm. Gleichwohl flohen Hunderttausende Menschen vor Gewalt und Armut aus Guatemala, Honduras und El Salvador. Während ihrer Flucht waren sie oft gewalttätigen Angriffen und unmenschlicher Behandlung ausgesetzt. Ärzte ohne Grenzen bot in mehreren Projekten landesweit medizinische und psychologische Hilfe an. Zudem wurden 2017 Teams entsandt, um bei zwei größeren Erdbeben Hilfe in Mexiko zu leisten.
  • In Tenosique unterstützte Ärzte ohne Grenzen Migranten in der Unterkunft 72 mit medizinischer und psychosozialer Hilfe. Das Team weitete 2017 diese Aktivitäten auf Überlebende sexueller Gewalt aus.
  • Der Bundesstaat Gudalajara liegt an der nördlichen Transitroute für Migranten. Die Gewaltrate ist hier besonders hoch. Ein Team von Ärzte ohne Grenzen unterstützte daher die Geflüchteten im Februar 2017 in einer Unterkunft und bot mithilfe einer mobilen Klinik psychologische und soziale Unterstützung in Coatzacoalcos an.
  • In Mexiko-Stadt eröffnete Ärzte ohne Grenzen im Juli 2017 eine fachtherapeutische Klinik für Vertriebene, die Opfer von extremer Gewalt, Folter und Misshandlungen geworden waren. Im Rahmen dieser Hilfe in Mexiko kann die Klinik 28 Patientinnen und Patienten mit ihren Familien betreuen.
  • In Reynosa, Bundesstaat Tamaulipas, weitete Ärzte ohne Grenzen die Aktivitäten aus: Die Teams leisteten dort medizinische, psychologische und soziale Unterstützung in einem der gewalttätigsten Gebiete des Landes. Ein Arzt, eine Pflegekraft und ein Psychologe versorgten die Patientinnen und Patienten in einer Klinik und überwiesen sie bei Bedarf. Das Team betreute zudem eine mobile Klinik in zwei Unterkünften für Migranten und versorgte Überlebende sexueller Gewalt. Die Betroffenen erhielten u. a. die Postexpositionsprophylaxe und psychologische Hilfe.
  • In Acapulco dehnte Ärzte ohne Grenzen die Aktivitäten neben dem bestehenden Projekt in Colonia Jardín auf drei weitere Stadtviertel aus. Das Team behandelte im Jahr 2017 200 Überlebende sexueller Gewalt und hielt 2.307 individuelle psychologische Konsultationen ab. Diese Hilfe in Mexiko umfasste auch die Organisation von Unterstützungsgruppen und diverse andere Aktivitäten in den Stadtvierteln.
  • In Tierra Caliente, Bundesstaat Guerrero, mussten die ländlichen Gesundheitszentren oft aufgrund von Gewalt, Drohungen, Revierkämpfen und Personalmangel geschlossen werden. Ärzte ohne Grenzen hat zwei mobile Teams in diesem Gebiet, um regelmäßig medizinische und psychologische Konsultationen anbieten zu können. Fast 10.000 medizinische Konsultationen und 1.300 individuelle psychotherapeutische Sitzungen wurden im Jahr 2017 abgehalten.
  • Am 7. und 9. September 2017 kam es in mehreren Bundesstaaten im Zentrum und Süden des Landes zu Erdbeben, bei denen Hunderte Menschen starben, Tausende verletzt und viele obdachlos wurden. Ärzte ohne Grenzen entsandte sieben Teams nach Oaxaca, Puebla, Morelos, Mexiko-Stadt und in den Bundesstaat Mexiko. Während des zweimonatigen Einsatzes hielten sie mehr als 1.000 medizinische, 674 individuelle und 661 psychologische Konsultationen für Gruppen ab. Darüber hinaus verteilten sie im Rahmen dieser Hilfe in Mexiko Überlebenspakete und Zelte an rund 200 Familien.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1985 Hilfe in Mexiko an.