Unsere Hilfe in Mexiko

Unsere Mitarbeiter sprechen mit Ernestina Fuenleal. Ihr Haus ist seit dem Erdbeben unbewohnbar. Unsere Hilfe in Mexiko beinhaltet psychologische Hilfe für Betroffene nach den zwei starken Erdbeben im September.

Hilfe für Betroffene von zwei Erdbeben

Am 7. September 2017 erschütterte ein schweres Erdbeben der Stärke 8,1 den Süden von Mexiko, ein weiteres Erdbeben am 19. September der Stärke 7,1 im Bundesstaat Morelos hatte massive Auswirkungen in Mexiko-Stadt und weiteren Gemeinden in Zentralmexiko. Wir leisten mit Teams aus Sozialarbeitern und Psychologen Hilfe in Regionen, in denen Häuser eingestürzt sind, um Familien dabei zu unterstützen, mit den Auswirkungen dieser schlimmen Katastophe zurechtzukommen. Unsere Teams beobachten auch, ob es Bedarf an medizinischer Hilfe und der Verteilung von Hilfsgütern gibt. (September 2017)

Unsere Aktivitäten im Überblick 2016:

Ärzte ohne Grenzen setzte im Jahr 2016 die Hilfe in Mexiko fort: Die Teams betreuten zentralamerikanische Migranten und Flüchtlinge sowie Gewaltopfer in Acapulco, Tierra Caliente, Oaxacas und Reynosa.

Unsere Hilfe in Mexiko im Einzelnen (Auszug):

  • Die Hilfe in Mexiko für Migranten und Flüchtlinge ist notwendig, da jedes Jahr rund 400.000 Menschen vor Gewalt und Armut in El Salvador, Honduras und Guatemala nach Mexiko fliehen, um von dort aus in die Vereinigten Staaten von Amerika zu gelangen. Auch in Mexiko selbst sind sie immer wieder gewalttätigen Angriffen ausgesetzt. Im Jahr 2016 wurden 15.000 Migranten und Flüchtlinge aus Zentralamerika in den Unterkünften registriert, in denen Ärzte ohne Grenzen arbeitete. 2.700 Menschen nahmen an psychoedukativen oder psychosozialen Aktivitäten teil. Die Teams hielten mehr als 2.200 medizinische und 690 psychologische Konsultationen in Ixtepec, Tenosique und Celaya ab. Im Rahmen dieser Hilfe in Mexiko arbeitete Ärzte ohne Grenzen auch in einem ganzheitlichen Versorgungszentrum in Mexiko-Stadt. Dort versorgten die Teams 63 Patientinnen und Patienten medizinisch und psychologisch, die zuvor unmenschlich behandelt worden waren.
  • In Acapulco boten die Teams 480 Gewaltopfern psychologische Hilfe an und hielten mehr als 2.340 psychologische Sprechstunden in Colonia Jardín ab.
  • In Tierra Caliente, Bundesstaat Guerrero, schränkte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Mexiko ein: Die Teams schlossen ländliche Gesundheitsposten aufgrund der schlechten Sicherheitslage. Die Teams leisteten aber geburtshilfliche Nothilfe, einschließlich Kaiserschnitten, im Krankenhaus in Arcelia und starteten zum Jahresende mobile Klinken in den Ortschaften San Miguel Totolapan und in General Heliodoro Castillo.
  • Ärzte ohne Grenzen beendete zudem die Hilfe gegen Chagas in Mexiko im April 2016. Das Projekt in San Pedro Pochutla wurde an die Gesundheitsbehörden übergeben.
  • Nach Auseinandersetzungen zwischen Lehrergruppen und staatlichen Sicherheitskräften im Juli 2016 besuchte ein Team von Ärzte ohne Grenzen die Gemeinde Nochixtlan im Bundesstaat Oaxaca. Die Mitarbeitenden behandelten Verwundete und boten den Familien der Getöteten und Verschwundenen psychologische Hilfe an.
  • In Reynosa betreute Ärzte ohne Grenzen seit 2014 die Notaufnahme im Allgemeinen Krankenhaus. Dieses Projekt wurde im September 2016 an die Gesundheitsbehörden übergeben. Die Hilfe in Mexiko wurde dort jedoch um ein neues Projekt ergänzt: medizinische und psychologische Hilfe für Gewaltopfer.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1985 Hilfe in Mexiko an.