Unsere Hilfe in Bangladesch

Frauen und Kinder warten vor unserer Klinik in Kutupalong. Unsere Hilfe in Bangladesch umfasste 2016 basismedizinische Hilfe für die Bewohner des Notlagers dort.

Geflohene Rohingya brauchen dringend humanitäre Hilfe

Seit Ende August 2017 sind mehr als 146.000 Menschen vor Gewalt im Bundesstaat Rakhine aus Myanmar nach Bangladesch geflohen. Schon zuvor lebten die Rohingya dort in einer unsicheren und prekären Situation in überfüllten Ansiedlungen. Zahlreiche weitere Geflüchtet sind im Grenzgebiet von Myanmar und Bangladesch gestrandet. Ärzte ohne Grenzen stockt die Aktivitäten für die Rohingya in Bangladesch auf und ist besorgt über die Lage derer, die noch in Myanmar sind.

Unsere Aktivitäten im Überblick 2016:

Ärzte ohne Grenzen setzte auch 2016 die Hilfe in Bangladesch fort: Die Teams versorgten vor allem bedürftige Personen, darunter viele geflüchtete Rohingya, die einer muslimischen Minderheit aus Myanmar angehören.

Die Hilfe für Bangladesch im Einzelnen (Auszug):

  • Im Rahmen der Hilfe in Bangladesch betreute Ärzte ohne Grenzen weiterhin eine Klinik in der Nähe des Notlagers in Kutupalong im Bezirk Cox´s Bazar. Die Teams boten dort umfassende basismedizinische Hilfe und Notversorgung an. Darüber hinaus unterstützten sie die stationäre Behandlung und die Laboraktivitäten für die Rohingya-Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung. In den letzten zwei Monaten des Jahres kam es zu einem drastischen Anstieg der Patientenzahlen, da sehr viele Angehörige der Rohingya aus dem nördlichen Staat Rakhaing, der im Westen Myanmars liegt, flohen. Im Zuge dieser Hilfe in Bangladesch behandelte das Team von Ärzte ohne Grenzen 113 gewaltbedingte Verletzungen im November und Dezember, zu denen auch 17 Schusswunden gehörten. Im Verlauf des Jahres versorgten die Mitarbeitenden 89.954 Menschen ambulant, 2.491 Patientinnen und Patienten stationär und gaben 4.559 psychologische Sprechstunden. Zudem behandelten sie im Jahr 2016 insgesamt 103 Überlebende sexueller Gewalt, doppelt so viele Personen wie im Vorjahr. Außerdem gaben sie 15.194 Schwangerenberatungen.
  • In der Hauptstadt Dhaka bot Ärzte ohne Grenzen im Armenviertel Kamrangirchar weiterhin reproduktive Gesundheitsversorgung für junge Frauen an. Diese Hilfe in Bangladesch umfasste im Jahr 2016 insgesamt 4.578 Schwangerenberatungen und die Unterstützung von 457 Geburten. Die Teams versorgten zudem 535 Überlebende sexueller und partnerschaftlicher Gewalt mit medizinischer und psychologischer Hilfe. Sie boten 2.324 Familienplanungsberatungen an und führten 2.379 psychologische Einzelgespräche mit Personen aller Altersstufen. Zudem setzten die Teams die Gesundheitsprogramme für Fabrikarbeitende in Kamrangirchar fort. Im Rahmen dieser Hilfe in Bangladesch hielten sie 2016 insgesamt 8.923 Konsultationen ab.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1985 Hilfe in Bangladesch an.

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