Unsere Hilfe in Bangladesch

Im Rahmen unserer Hilfe in Bangladesch kümmern wir uns in unserer Klinik in Kutupalong um Menschen aus der Volksgruppe der Rohingya, die aus Myanmar geflohen sind.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte 2017 die Hilfe in Bangladesch fort: Sie weiteten die Aktivitäten drastisch aus, um Hilfe für Rohingyas zu ermöglichen, einer muslimischen Minderheit, die zu Hunderttausenden aus Myanmar geflüchtet waren: Zwischen Juli und Dezember stieg die Anzahl der ambulanten Patientinnen und Patienten von täglich 200 auf mehr als 2.000 Personen an.

Die Hilfe für Bangladesch im Einzelnen (Auszug):

  • Im Rahmen der Hilfe für Rohingyas dehnte Ärzte ohne Grenzen die Projekte in Cox´s Bazar, im Süden des Landes, massiv aus: Bis zum Jahresende 2017 betreuten die Teams 19 Gesundheitsposten, drei Kliniken und vier stationäre Einrichtungen. Zu den häufigsten Krankheiten der Rohingyas zählten Atemwegsinfektionen und Durchfallerkrankungen sowie Mangelernährung bei Kindern.
  • Zum Jahresende 2017 suchten Tausende Menschen mit Verdacht auf Masern und Diphtherie die Einrichtungen von Ärzte ohne Grenzen auf. Diese Hilfe in Bangladesch umfasste die Behandlung von 2.624 Diphtherie-Patientinnen und Patienten. Außerdem ermittelten die Teams aktiv weitere Fälle und behandelten alle Kontaktpersonen der Patienten prophylaktisch mit Antibiotika. Sie eröffneten mehrere Diphtherie-Behandlungszentren, in denen Verdachtsfälle überwacht und behandelt wurden.
  • Im Rahmen der Hilfe für Rohingyas erhöhte Ärzte ohne Grenzen die Bettenanzahl in den bestehenden Einrichtungen in Kutupalong und in einer neuen Klinik in Balukhali. Zudem eröffneten die Teams in der Siedlung Tasnimarkhola ein Krankenhaus mit 50 Betten. Eine weitere stationäre Klinik mit 85 Betten nahe dem Flüchtlingslager in Moynarghona wurde im Dezember als Diphtherie-Behandlungszentrum genutzt.
  • Als Vorbereitung auf den Ausbruch möglicher Cholera- oder anderer Durchfall-Epidemien bereitete Ärzte ohne Grenzen Behandlungszentren in Balukhali, Hakimpara, Jamtoli und Unchiprang vor.
  • Die Teams weiteten die Aktivitäten aus, um Trinkwasser und sanitäre Anlagen zur Verfügung zu stellen. Diese Hilfe für Rohingyas umfasste die Bereitstellung von rund acht Millionen Liter chlorinierten Wassers, die Errichtung von mehr als 1.700 Latrinen und 170 Brunnen in den Siedlungen im Norden und Süden von Cox´s Bazar. Zusätzlich klärten die Teams über Hygienefragen auf und verteilten Seife.
  • Ärzte ohne Grenzen kooperierte mit den Gesundheitsbehörden, um die Durchimpfungsrate unter den Rohingyas zu erhöhen. So unterstützten die Teams eine Masern- und Röteln-Impfkampagne der Behörden Anfang Dezember, indem sie die Geflüchteten für die Teilnahme an der Kampagne motivierten und die Logistik sowie den Transport der Impfstoffe übernahmen. Mehr als 156.000 Personen in Kutupalong und 41.000 Personen in Balukhali wurden im Rahmen dieser Hilfe für Rohingyas geimpft.
  • Zwischen dem 25. August und 31. Dezember 2017 behandelte Ärzte ohne Grenzen 120 Überlebende sexueller Gewalt. Dabei handelte es sich mehrheitlich um Vergewaltigungsopfer. Ein Drittel von ihnen war jünger als 18 Jahre.
  • Im Dezember 2017 veröffentlichte Ärzte ohne Grenzen die Ergebnisse von sechs Umfragen in Flüchtlingslagern in Bangladesch: Diese Erhebungen lieferten epidemiologische Belege über hohe Sterberaten durch Gewalteinwirkung unter den Rohingyas. Sie legten zudem nahe, dass Massentötungen im Bundesstaat Rakhine stattgefunden hatten.
  • Im Jahr 2017 setzten die Teams die Gesundheitsprogramme für Fabrikbeschäftigte im Armenviertel Kamrangirchar fort, das am Stadtrand von Dhaka liegt. Sie behandelten 6.996 Patientinnen und Patienten. Auch die reproduktive Gesundheitsversorgung für Frauen und Mädchen lief weiter. Ärzte ohne Grenzen hielt 10.055 Schwangeren- sowie 4.371 Familienplanungsberatungen ab und half bei 974 Geburten. Diese Hilfe in Bangladesch umfasste zudem die medizinische und psychologische Unterstützung von mehr als 400 Überlebenden sexueller Gewalt und mehr als 2.300 psychologische Einzelgespräche.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1985 Hilfe in Bangladesch an.