Unsere Hilfe im Ukraine-Konflikt

Unser mobiles Team in Pavlopil zu Besuch bei der 82-jährigen Taisiya Gregorivna. Durch den Ukraine-Konflikt wurde ihr Haus bei zwei Bombenangriffen getroffen. Wir leisten medizinische und psychologische Hilfe.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Der Ukraine-Konflikt im Osten des Landes dauerte auch im Jahr 2017 an. Vor allem die Menschen, die nahe der Frontlinie lebten, hatten nur einen sehr beschränkten Zugang zu medizinischer Hilfe: Die teilweise zerstörte Gesundheits-Infrastruktur wirkte sich nachteilig auf die Gesundheitsangebote aus.

Die Hilfe im Ukraine-Konflikt im Einzelnen (Auszug):

  • Im Rahmen des Ukraine-Konflikts verstärkte Ärzte ohne Grenzen die mobilen Kliniken, die an insgesamt 28 Standorten Hilfe anboten. Die Teams leisteten basismedizinische und psychologische Hilfe für Menschen, die in der Konfliktzone oder in der nahen Umgebung lebten. Dazu gehörten auch Vertriebene. Die meisten Patientinnen und Patienten waren älter als 50 Jahre und chronisch krank. Die Teams führten zudem Fortbildungen zum Thema „Psychologische Hilfe“ durch, um Lehrer und Gesundheitsfachkräfte zu unterstützen, die in der Konfliktzone arbeiteten.
  • Ärzte ohne Grenzen startete ein Hepatitis-C-Programm in der Region Mykolajiw, die im Süden des Landes liegt und nicht vom Ukraine-Konflikt betroffen ist. Die Teams behanden die Erkrankten mit zwei sofort wirksamen antiviralen Medikamenten, Daclatasvir und Sofosbuvir, bieten diagnostische Tests sowie Beratungen an. Einige Patientinnen und Patienten leiden unter einer HIV-Koinfektion oder befinden sich in einer Entzugstherapie zur Überwindung der Abhängigkeit von opioiden Schmerzmedikamenten. Es gibt auch infizierte Gesundheitsfachkräfte.
  • Ende November übergab Ärzte ohne Grenzen die Versorgung von Patienten mit resistenter Tuberkulose, die in den Autonomen Republiken Dnipro und Donetsk inhaftiert waren. Um die Kontinuität ihrer Behandlung zu garantieren, wurde für jeden Patienten ein Übergabeplan erstellt, der auch die Lieferung der Medikamente bis zum Therapie-Abschluss beinhaltete.
  • Ärzte ohne Grenzen wird in der nördlich gelegenen Stadt Schytomyr ein neues Programm eröffnen, um Patientinnen und Patienten mit resistenter Tuberkulose zu behandeln. Diese Stadt ist nicht vom Konflikt in der Ukraine betroffen.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1999 im Land, im aktuellen Ukraine-Konflikt seit 2014.