Unsere Hilfe im Ukraine-Konflikt

Unser mobiles Team in Pavlopil zu Besuch bei der 82-jährigen Taisiya Gregorivna. Durch den Ukraine-Konflikt wurde ihr Haus bei zwei Bombenangriffen getroffen. Wir leisten medizinische und psychologische Hilfe.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Der Ukraine-Konflikt im Osten des Landes hat auf politischer Ebene nur zu geringen Lösungsfortschritten geführt. Vor allem die Menschen, die nahe der Frontlinie lebten, trugen die Hauptlast der gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Die Hilfe im Ukraine-Konflikt im Einzelnen (Auszug):

  • Im Rahmen des Ukraine-Konflikts setzte Ärzte ohne Grenzen  2016 die Arbeit mit den mobilen Kliniken, die entlang der Frontlinie psychologische und medizinische Hilfe für Menschen in dem von der ukrainischen Regierung kontrollierten Gebiet anboten, fort. Davon profitierten auch diejenigen, die dorthin vertrieben wurden. Die Psychologen arbeiteten in 26 Ortschaften im südlichen Teil der Konfliktzone und hielten dort 3.052 Sprechstunden zu akutem und chronischen Stress ab. Viele Patientinnen und Patienten hatten Verwandte oder Freunde im Ukraine-Konflikt verloren. Andere mussten fliehen, weil ihre Häuser beschädigt oder zerstört worden waren. Ärzte ohne Grenzen organisierte auch Gruppengespräche, um ältere Menschen zusammen zu bringen, darunter auch viele Vertriebene.
     
  • Ärzte ohne Grenzen behandelte vor allem chronische Krankheiten, wie Bluthochdruck oder Diabetes, da durch den Ukraine-Konflikt diese Art der medizinischen Versorgung sowie der Medikamentennachschub unterbrochen worden war. Die Teams hielten insgesamt 27.835 ambulante Sprechstunden ab.
     
  • Die Teams waren in rund 40 Ortschaften in und um Bachmut tätig, wo sie mehr als 40.000 Einheimische und 10.000 Vertriebene versorgt hatten. Im Juli 2016 zogen sie sich aus dem Gebiet zurück, da sich die lokale Gesundheitsversorgung verbessert hatte und die Menschen wieder die notwendige Hilfe erhielten. In anderen Gebieten spendete Ärzte ohne Grenzen Arzneimittel an medizinische Einrichtungen und übergab Aktivitäten, Ausstattung und Vorräte an andere Organisationen.
     
  • Ärzte ohne Grenzen setzte die Unterstützung und Behandlung von Gefangenen mit resistenter Tuberkulose in den Untersuchungsgefängnissen in Mariupol und Bachmut sowie in der Strafkolonie in Dnipro fort. Trotz des Ukraine-Konflikts leisteten die Teams medizinische und psychosoziale Hilfe, um die Patientinnen und Patienten bei der mühsamen Tuberkulose-Therapie zu unterstützen.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1999 im Land, im aktuellen Ukraine-Konflikt seit 2014.