Unsere Hilfe im Ukraine-Konflikt

Pflegerin Oksana entnimmt eine Blutprobe, um den Wert der Glukosekonzentration im Blut einer Patientin zu ermitteln.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Unsere Hilfe in der Ukraine konzentrierte sich im Jahr 2018 vor allem auf Menschen, die nahe der Frontlinie leben, da sie nur beschränkten Zugang zu medizinischer Hilfe haben. Der Konflikt im Osten des Landes, der 2015 begann, zerstörte die Gesundheitsinfrastruktur. Dies wirkt sich nachteilig auf die Gesundheitsangebote aus und führt zu finanziellen Engpässen.

Die Hilfe in der Ukraine im Einzelnen (Auszug):

  • Die Hilfe in der Ukraine umfasste mobile Kliniken, die 28 Ortschaften in oder nahe der Konfliktzone anfuhren. Die Teams boten basismedizinische Hilfe und psychologische Unterstützung für fast 3.000 Patientinnen und Patienten an. Die meisten Patientinnen, die durch mobile Kliniken versorgt wurden, waren älter als 50 Jahre und chronisch krank. Sie litten an Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzproblemen und Diabetes. Bei den psychischen Erkrankungen waren Angststörungen und Depressionen häufig. Neben den Einzelgesprächen boten unsere Teams auch Fortbildungen zum Umgang mit Stress und Burnout für Gesundheitsfachkräfte und andere Dienstleister an, die in dem Gebiet arbeiteten.
  • Im Rahmen der Hilfe in der Ukraine setzte Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2018 das Hepatitis C-Programm in der Region Mykolajiw fort. Unsere Teams behandelten die Erkrankten mit zwei sofortwirksamen antiviralen Medikamenten, Daclatasvir und Sofosbuvir, boten kostenlose diagnostische Tests an, unterstützten die Patienten, klärten sie auf und berieten sie. Alle Hepatitis C-Patientinnen und Patienten waren mit HIV koinfiziert und / oder führten eine Opiumersatztherapie durch, um ihre Drogensucht zu überwinden. Die Heilungsrate der ersten Gruppe, die ihre Behandlung im Jahr 2017 begann, lag bei 95 Prozent.
  • Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium startete Ärzte ohne Grenzen am regionalen Tuberkulose-Krankenhaus in der Stadt Schytomyr ein Behandlungsprojekt für Patienten mit resistenter Tuberkulose. Diese Hilfe in der Ukraine zählt zu den wenigen Projekten landesweit, in denen die Patientinnen und Patienten mit den hochwirksamen oralen Tuberkulose-Medikamenten Bedaquilin und Delamanid behandelt werden. Darüber hinaus setzten wir uns dafür ein, dass mehr Menschen Zugang zu diesen Arzneimitteln in der Ukraine erhalten. Die Teams behandelten auch ambulant und boten psychologische Hilfe sowie soziale Unterstützung an. Diese Art der Hilfe in der Ukraine ist für Tuberkulose-Patienten oft nicht verfügbar.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1999 Hilfe in der Ukraine an.