Unsere Hilfe in Serbien

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Seit Ende 2014 leisten die Teams von Ärzte ohne Grenzen Hilfe in Serbien. Zu diesem Zeitpunkt durchquerten Tausende Migranten und Asylsuchende das Land auf ihrem Weg nach Nordeuropa.

Unsere Hilfe in Serbien im Einzelnen (Auszug):

  • Teams von Ärzte ohne Grenzen sind an den serbischen Ein- und Ausreisepunkten anwesend und versorgen die Durchreisenden. An der bulgarischen Grenze betreiben wir eine mobile medizinische Einheit. Seit 2016 sind wir auch wieder in Belgrad tätig. Die Schließung der Balkanroute hat dazu geführt, dass keine Flüchtlinge weiterreisen können. Kriminelle Netzwerke  haben nun leichteres Spiel, das Schicksal der Menschen auszunutzen. Die Zahl der Gewalt- und Missbrauchserfahrungen steigt. Seit November verzeichnen unsere Teams einen Anstieg gewaltsamer Handlungen, sowohl durch Polizeikräfte als auch durch Schmuggler.
  • Unsere Hilfe in Serbien umfasste vom 1. Januar bis zum 6. März 4.636 Behandlungen in Presevo und zwischen dem 1. Januar und dem 12. März 8.473 Behandlungen in Sid sowie 2.328 in Belgrad. Unsere Psychologen haben mehr als 97 Menschen in individuellen Sitzungen und 601 Teilnehmer in Gruppensitzungen behandelt.

Belgrad

  • Nach der teilweisen Schließung der Balkanroute im November 2015 registrierten die Teams von Ärzte ohne Grenze eine steigende Zahl von Menschen die trotz niedriger Temperaturen im Freien übernachten und keine Unterstützung erhalten. Ärzte ohne Grenzen begann die Arbeit in Belgrad mit mobilen Teams, die an mehreren wichtigen Punkten stationiert sind, u.a. auch am Lager Krnjaca, in dem gestrandete Familien, Ältere und Flüchtlinge leben.
  • Ärzte ohne Grenzen bietet eine grundlegende medizinische Versorgung an und verteilt Hilfsgüter. Außerdem setzten wir uns für Unterkünfte und den Schutz hilfsbedürftiger Menschen ein, die durch gewaltsame Übergriffe von Polizei, Schmugglern und kriminellen Gruppen gefährdet sind. Viele Betroffene hatten versucht, die kroatische Grenze zu überqueren. Sie wurden jedoch an der Einreise per Zug gehindert oder von der Polizei zurückgeschickt. Zwar können unsere Mitarbeiter derartige Vorkommnisse nicht bezeugen und Täter nicht identifizieren. Gleichwohl haben wir Fälle behandelt, die sich mit den Schilderungen unserer Patienten aus Kroatien, Bulgarien und Mazedonien decken.

Presevo

  • Die Hilfestelle für Flüchtlinge in Miratovac nahe der Registrierungsstelle in Presevo hat wegen der Schließung der Balkanroute vorerst ihre Arbeit eingestellt. Teams von Ärzte ohne Grenzen sind weiterhin rund um Miratovac aktiv, um die medizinische Versorgung der Flüchtlinge zu sichern.

Sid

  • Im Transitcenter in Sid sind mindestens 280 Menschen gestrandet. 2.000 Weitere sind in beheizbaren Zelten untergebracht, die von Ärzte ohne Grenzen aufgestellt wurden. Ende des Monats übergeben wir unsere Aktivitäten vor Ort an eine andere Organisation.
  • Weitere Informationen zu Flüchtlingen und Migranten, die in Europa anlanden, finden Sie auf unseren Einsatzländerseiten zu Bulgarien, Italien und Griechenland.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1991 Hilfe in Serbien als Teil des ehemaligen Jugoslawien an.

Aktuelle Informationen zu unserer Hilfe für Flüchtlinge finden Sie hier.