Unsere Hilfe in Serbien für Flüchtlinge

Unsere Hilfe in Serbien konzentriert sich auf Flüchtlinge und Migranten. In den Wintermonaten des Jahres 2017 versorgten wir sie medizinisch und psychologisch in einer mobilen Klinik in einem Flüchtlingslager in Belgrad.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen leistete auch im Jahr 2017 medizinische und psychologische Hilfe in Serbien: Flüchtlinge und Migranten haben seit 2014 davon profitiert.

Unsere Hilfe in Serbien für Flüchtlinge im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen unterstützte in Serbien Flüchtlinge und Migranten, die die Grenze überquerten oder im Land festsaßen. Obwohl die Balkan-Route im Jahr 2016 offiziell geschlossen worden war, kamen 2017 weiterhin Menschen nach Serbien, um danach ihren Weg in andere europäische Länder fortzusetzen. Zu Beginn des Jahres waren mindestens 2.000 Personen in einem verlassenen Gebäude in Belgrad untergekommen. Sie hatten dort keinen Zugang zu medizinischer Hilfe und mussten Temperaturen von minus 20 Grad aushalten. Ärzte ohne Grenzen versorgte im Rahmen der Hilfe in Serbien Flüchtlinge mit medizinischer Hilfe und baute Zelte auf, um die Bedürftigsten während des Winters unterzubringen. Im März eröffneten die Teams zudem im Stadtzentrum von Belgrad eine basismedizinische Klinik und boten psychologische Hilfe an.
  • Diejenigen Menschen, die Grenzübertritte wagten, wurden oft mit unnötiger Gewalt von vermeintlichen Grenzwachen verschiedener europäischer Länder daran gehindert. Ärzte ohne Grenzen bot daher in Serbien Flüchtlingen medizinische und psychologische Hilfe an, die Opfer von Gewalt geworden waren. Zudem kritisierten die Teams öffentlich das unmenschliche Verhalten der Grenzwachen. Ein mobiles Team leistete im Jahresverlauf 2017 basismedizinische Hilfe entlang der ungarischen und kroatischen Grenze.
  • Zwischen Januar und Dezember hielten die Teams 22.800 Konsultationen ab für Flüchtlinge in Serbien. Die meisten waren zwischen 16 und 25 Jahre alt. Allerdings gab es auch einige unbegleitete Minderjährige und Familien. Ärzte ohne Grenzen leistete zudem außerhalb der beiden größten Lager in Belgrad psychologische Hilfe für Flüchtlinge: Die Anzahl der Menschen, die Anzeichen von Stress zeigten, einschließlich posttraumatischen Belastungsstörungen, nahm besorgniserregend zu. Viele Flüchtlinge in Serbien lebten 2017 in einem behördlichen und rechtlichen Schwebezustand, der nur schwer auszuhalten war.

Ärzte ohne Grenzen versorgte erstmals 2014 Flüchtlinge in Serbien.