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Unsere Hilfe in Haiti

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Die aktuelle Situation in Haiti 

Seit der Ermordung des Präsidenten Jovenel Moïse im Juli und dem Erdbeben, das im August den Süden Haitis erschütterte, verschärft sich die schwere politische, soziale und wirtschaftliche Krise im Land. Unsicherheit und konkurrierende bewaffnete Gruppen prägen das Leben in der Hauptstadt Port-au-Prince. Die Treibstofflieferungen in der Hauptstadt werden so blockiert und es kommt zu massiven Engpässen. Alle Medizinische Einrichtungen, darunter auch unsere Klinik in Tabarre, sind jedoch dringend auf Treibstoff angewiesen, um Patient*innen zu versorgen. Außerdem sind unsere Mitarbeitenden auf Benzin angewiesen, um entweder privat oder mit dem öffentlichen Nahverkehr zur Arbeit zu kommen. 

Trotz Energieeinsparungen waren unsere Teams in Tabarre bereits gezwungen, die medizinischen Aktivitäten zu reduzieren und nur Patient*innen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen zu behandeln. Alle medizinischen Einrichtungen des Landes stehen vor den gleichen Herausforderungen.  

Aktuell betreiben wir zwei Unfallkliniken sowie eine Notaufnahme in Port-au-Prince. In der Unfallklinik im Stadtteil Tabarre sind wir auf die Behandlung von schweren Verletzungen und Verbrennungen spezialisiert.  

Wie wir in Haiti helfen

  • Aufgrund des schweren Erdbebens vor einigen Monaten leisten unsere Teams in Les Cayes weiterhin postoperative orthopädische Nachsorge. 

  • Weitere Medikamente, Verbände, Infusionen sowie Zelte und Material für die Wasser- und Sanitärversorgung wurden aus unserem Logistikzentrum in Brüssel nach Haiti geliefert, um bis zu 30.000 Menschen zu versorgen. 

  • Zudem behandeln wir weiterhin in unserem Unfallkrankenhaus in Port-au-Prince Schwerverletzte nach Unfällen oder in Folge von Gewalt und versorgen Überlebende von sexualisierter Gewalt.

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Warum wir in Haiti helfen

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Unfallkrankenhaus in Port-au-Prince: Hilfe für Schwerverletzte
In Tabarre in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince betreiben wir ein Unfallkrankenhaus, wo wir vor allem schwerverletzte Opfer von Gewalt und Unfällen behandeln.
©Guillaume Binet/MYOP

Bereits vor dem Erdbeben im August 2021 waren unsere Teams in Haiti im Einsatz. Denn für die Menschen in Haiti ist es sehr schwierig, medizinische Unterstützung zu bekommen. Die politische und wirtschaftliche Krise des Landes geht einher mit Gewalt. Vor allem in der Hauptstadt Port-au-Prince kämpfen bewaffnete Gruppen um angrenzende Stadtgebiete, was für die Bewohner*innen schlimme Auswirkungen hat. Mehr als 18.000 Personen waren gezwungen aus ihrem Zuhause zu fliehen und sich in Notunterkünften innerhalb der Stadt in Sicherheit zu bringen. Wir unterstützen drei verschiedene Camps für Vertriebene mit mobilen Kliniken und bei der Wasserversorgung und Trinkwasseraufbereitung.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals im Jahr 1991 Hilfe in Haiti an.

  • 66.2
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 83.7 Jahre
  • 61.8
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 78.9 Jahre
  • 1316
    Mitarbeiter*innen waren für uns im Einsatz.
  • 23.4
    Millionen Euro haben wir für unsere Hilfe vor Ort aufgewendet.

Quellen: UNDESA (2019a), MSF International Activity Report 2020

Unsere Hilfe in Haiti im Jahr 2020

  • 3.776 ambulante Konsultationen in der Notaufnahme 

  • 1.629 Behandlungen wegen sexualisierter Gewalt 

  • 3.699 Behandlungen wegen absichtlicher körperlicher Gewalt 

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Patient*innen bei der Phyisiotherapie in unserem Unfallkrankenhaus in Port-au-Prince
In unserem Unfallkrankenhaus in Port-au-Prince behandeln wir Menschen, die bei Unfällen oder durch Gewalt lebensbedrohlich verletzt worden sind.
©Guillaume Binet/MYOP

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Schnelle Nothilfe angesichts des Erdbebens im Süden Haitis

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Hilfe nach dem Erdbeben im Süden von Haiti
Ein Erdbeben zerstörte am 14. August 2021 Gebäude und Straßen im Süden Haitis, wie dieses Haus in der Nähe von Port-à-Piment, wo unsere Teams unmittelbar nach der Katastrophe Verletzte versorgten.
©Souchet Hippolyte/MSF

Bereits in den ersten Stunden nach dem schweren Erdbeben am Samstag, den 14. August 2021, konnten wir dem Krankenhaus in Les Cayes unsere Hilfe anbieten. Kolleg*innen, die bereits vorher in Port-à-Piment im Einsatz waren, und ein medizinisches Notfall-Team aus Port-au-Prince waren schnell vor Ort und konnten mit der Versorgung von Verletzten beginnen. In Port-à-Piment mussten wir auch Patient*innen in ein Zelt evakuieren, da das Gebäude des Krankenhauses selbst beschädigt wurde. Mittlerweile unterstützen unsere Chirurg*innen und Logistiker*innen das Krankenhaus Hôpital Général des Cayes. In der Region versorgen wir außerdem in mobilen Kliniken Patient*innen, verteilen lebensnotwendige Hilfgüter und installieren Trink- und Abwasserversorgungssysteme in drei Gemeinden.

Die wenigen haitianischen Mitarbeiter*innen im Saint Antoine-Krankenhaus in Jérémie hatten bereits Außerordentliches geleistet, als unsere Teams ankamen: Wunden versorgt, Knochenbrüche fixiert und einige Patient*innen nach Port-au-Prince ausgeflogen.
- Xavier
Kernizan, haitianischer Chirurg im Einsatz für Ärzte ohne Grenzen
 

Das im äußersten Südwesten gelegene Jérémie konnten unsere Teams nur noch per Hubschrauber erreichen. Erdrutsche hatten auch hier wichtige Zufahrtsstraßen zerstört. Seither hat unser chirurgisches Team allein bis zum 20. August 54 verletzte Patient*innen behandelt, davon 36 operiert. Mittlerweile sind die meisten Menschen, die wir behandeln, jene, die zur Nachsorge, einem Verbandswechsel oder einer weiteren Operation kommen. 

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Frachtflugzeug in Brüssel auf dem Weg ins Erdbebengebiet in Haiti
Am Freitag, den 20. August 2021 startete das erste von zwei Frachtflugzeugen ins Erdbebengebiet in Haiti: An Bord Zelte, Medikamente und Materialien zur Installation einer Wasserversorgung.
©Julien Dewarichet/MSF

Am 17. August machte sich ein weiteres Team nach Baradères in Nippes auf, um die Lage zu beurteilen. Die Stadt ist fast vollständig von allen Verkehrswegen abgeschnitten. Innerhalb von 48 Stunden wurden im Krankenhaus in Baradères rund 60 Patient*innen behandelt, etwa 15 weitere nach St. Therese überwiesen. Aus Angst vor einem Einsturz des Gebäudes haben wir die meisten Menschen außerhalb des Gebäudes behandelt. 

Viele Familien schliefen unter freiem Himmel in der Nähe ihrer zerstörten Häuser. Einige errichteten aus Holz behelfsmäßige Behausungen. Der Überschwemmungen in Folge des Tropensturms Grace, der über das Erdbebengebiet zog, haben die Situation verschlimmert, viele Betroffene sind weiterhin von Hilfe abgeschnitten, da Wege unpassierbar sind. Wer nach dem Beben im Freien oder in Zelten Zuflucht fand, den trafen die starken Regenfälle besonders hart.  

Mehr als eine halbe Million Menschen in der Region sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Angesichts des Ausmaßes der Zerstörungen und des großen Hilfsbedarfs senden wir weitere medizinische Hilfsgüter, wichtige Materialien für die Aufbereitung von Wasser sowie Zelte nach Haiti.  

Hilfe nach sexualisierter Gewalt

Im Stadtviertel Delmas 33 betreuen wir eine Klinik, die Überlebende sexualisierter Gewalt versorgt. Im Februar eröffneten die Teams eine zweite Klinik im Norden des Landes. Zudem unterstützen sie Mütter und Säuglinge mit Hebammen, einer Geburtsklinik sowie Vor- und Nachsorge in Port-à-Piment, im Süden des Landes. 

Zuletzt aktualisiert am: 12. November 2021