Unsere Hilfe in Haiti

Unser mobiles Team kurz nach der Ankunft im abgelegenen Dorf Marcellin. Unsere Haiti-Hilfe umfasste 2016 die Notfallhilfe nach dem Wirbelsturm Matthew in den am stärksten betroffenen Regionen.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen stellte im Jahr 2017 medizinische Notfall-Hilfe in Haiti zur Verfügung und entwickelte diverse fachmedizinische Angebote. Qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung ist für die Mehrheit der Haitianer unerschwinglich.

Die Haiti-Hilfe im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen bot im Jahr 2017 fachmedizinische Hilfe in Haiti in drei Krankenhäusern der Hauptstadt Port-au-Prince an. Davon profitierten viele Menschen, die sich ansonsten diese hochwertige Gesundheitsversorgung nicht hätten leisten können: So arbeitete Ärzte ohne Grenzen nahe des Armenviertels Cité Soleil: Die Teams betreuten im Krankenhaus Drouillard die Station für schwere Verbrennungen. Es ist die einzige Fachklinik dieser Art im Land. Rund die Hälfte der Patientinnen und Patienten waren Kinder unter fünf Jahren, die sich bei häuslichen Unfällen verletzt hatten. 2017 betreuten die Teams im Rahmen dieser Hilfe in Haiti mehr als 1.300 Notaufnahmen und versorgten fast 700 Verletzte stationär. Die Behandlung umfasste chirurgische Eingriffe, medizinische Verbände, Schmerzbekämpfung sowie Physiotherapie, psychologische Hilfe und Infektionskontrolle. Die meisten Verletzten kamen aus der Region Port-au-Prince, doch es gab auch solche, die aus anderen Landesteilen per Rettungshubschrauber überwiesen wurden. Ärzte ohne Grenzen begann zudem mit dem Bau eines neuen 40-Betten-Krankenhauses, das 2018 das bisherige Gebäude ersetzen soll. Eine weitere Fachklinik ist das Überweisungszentrum für geburtshilfliche Notfälle, das über 176 Betten verfügt. Im Rahmen dieser Hilfe in Haiti wurden Schwangere mit Geburtskomplikationen behandelt, wie Krämpfe während der Geburt oder Schwangerschaft, Blutungen, Geburtsstillstand oder Gebärmutterriss. Zudem behandelten die Teams Neugeborene, deren Geburtsgewicht zu niedrig war, die Atemprobleme aufwiesen oder Hilfe bei der Ernährung benötigten. Ärzte ohne Grenzen half im Jahr 2017 bei mehr als 4.850 Geburten, darunter 1.870 Kaiserschnitte. Außerdem boten die Teams psychologische Hilfe und nachgeburtliche Hilfe an. In Tabarre, im Norden der Hauptstadt, leistete Ärzte ohne Grenzen umfassende Hilfe in Haiti für Opfer von Verkehrsunfällen und Schusswunden. Die Teams nahmen chirurgische Eingriffe vor und boten Physiotherapie an. Insgesamt führten sie 2017 mehr als 6.500 Operationen durch. Diese drei Einrichtungen waren nur für eine zeitweilige Nutzung konzipiert, da sie aus Containern bestehen. Das Zentrum für geburtshilfliche Notfälle wird daher 2018 schließen, die Klinik in Tabarre Mitte 2019.
  • Im Rahmen der Hilfe in Haiti arbeitete Ärzte ohne Grenzen 2017 auch weiterhin in der Klinik Pran Men´m im Stadtviertel Delmas 33 in Port-au-Prince, um medizinische Nothilfe für Überlebende sexueller und genderbasierter Gewalt zu leisten. Betroffen sind vor allem Frauen und Mädchen. Die Betroffenen erhielten dort medizinische und psychologische Hilfe. 2017 wurden mehr als 750 Patientinnen und Patienten in dieser Klinik behandelt.
  • Die Nothilfe-Klinik in Martissant liegt im zweitgrößten Armenviertel der Hauptstadt. Im Jahr 2017 behandelten die Teams dort rund 35.800 Personen ambulant und nahmen etwa 2.000 Patientinnen und Patienten stationär auf. Zudem organisierten sie Wasser- und Sanitärmaßnahmen im Armenviertel, um die Verbreitung von Cholera zu verhindern und die Aedes-Mücken auszurotten, die Überträger des Dengue-, Zika- und Chikungunya-Virus sind.
  • Im Rahmen der Hilfe in Haiti behandelte Ärzte ohne Grenzen auch Cholerafälle. Nach dem Wirbelsturm Matthew führten die Teams zudem eine zweite Cholera-Impfaktion in Port-à-Piment durch.
  • Port-à-Piment ist das jüngste Projekt von Ärzte ohne Grenzen. Die Stadt liegt im Westen der Insel in einem ländlichen Gebiet, das große Schäden durch den Wirbelsturm Matthew erlitt. Die Teams unterstützten das lokale Gesundheitszentrum und konzentrierten sich vor allem auf die Müttergesundheit. Seit Beginn dieser Hilfe in Haiti hat sich die Anzahl der Geburten in der kleinen Klinik vervierfacht.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1991 Hilfe in Haiti an.