Unsere Hilfe in Haiti

Unser Ergotherapeut Habacuc Jean Pierre führt mit einer Patientin Übungen zur Mobilisierung ihres rechten Ellbogens durch. Die Behandlung findet in der Drouillard-Klinik in Port-au-Prince statt, die auf schwere Verbrennungen spezialisiert ist.

Bitte beachten Sie unsere aktuelle Berichterstattung zur Krisensituation in Haiti.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen stellte im Jahr 2018 umfangreiche fachmedizinische Hilfe in Haiti zur Verfügung, wie die Behandlung von Überlebenden sexueller Gewalt, komplexe chirurgische Eingriffe oder die Versorgung von Unfallopfern.

Die Haiti-Hilfe im Einzelnen (Auszug):

  • Unsere Hilfe in Haiti deckte in der Hauptstadt Port-au-Prince und im Südwesten des Landes Engpässe in der Gesundheitsversorgung ab. Die Teams nahmen im Jahr 2018 insgesamt 7.950 größere chirurgische Eingriffe vor und halfen bei 1.870 Geburten.
  • In Port-au-Prince boten die Teams im Nap Kenbe Krankenhaus, das im Stadtviertel Tabarre liegt, fachchirurgische Hilfe für Unfallopfer an. Sie nahmen 1.370 Patientinnen und Patienten stationär auf und führten 3.240 größere Operationen durch. Zum Jahresende begannen sie die Verhandlungen, um die Aktivitäten im Jahr 2019 zu übergeben.
  • Im Jahr 2011 hatten wir im Rahmen der Hilfe in Haiti in der Hauptstadt Port-au-Prince die Arbeit im Überweisungszentrum für Geburtshilfe-Notfälle aufgenommen, das über 176 Betten verfügte. Versorgt wurden dort Frauen mit geburtshilflichen Komplikationen und Neugeborene, die eine spezielle Behandlung benötigten. Dieses Krankenhaus schloss im Juli 2018. Als Vorbereitung darauf hatten wir bereits im Vorfeld die Anzahl der Neuaufnahmen reduziert. In all den Jahren begleiteten unsere Teams rund 120.000 Schwangere und halfen bei etwa 37.000 Geburten. Ärzte ohne Grenzen drängte die Behörden dazu, ihre Verantwortung für Frauen mit Komplikationen während der Schwangerschaft wahrzunehmen.
  • Ärzte ohne Grenzen setzte die Hilfe in Haiti im 40-Betten-Krankenhaus Drouillard in der Nähe des Armenviertels Cité Soleil fort: Es ist die einzige Klinik, die eine fachmedizinische Versorgung für schwere Verbrennungen anbot. Mehr als ein Viertel der Patientinnen und Patienten waren Kinder unter fünf Jahren. Diese Hilfe in Haiti umfasste chirurgische Eingriffe, medizinische Verbände, Physiotherapie und psychologische Hilfe. 2018 vollendeten wir zudem den Bau eines neuen Krankenhauses. Es wird eine bessere Infektionskontrolle ermöglichen, die eine sehr wichtige Rolle bei der Behandlung von Verbrennungen spielt.
  • Ärzte ohne Grenzen 2018 bot in der Klinik Pran Men´m im Stadtviertel Delmas 33 in Port-au-Prince Nothilfe für Überlebende sexueller und genderbasierter Gewalt an.
  • Unsere Hilfe in Haiti umfasste in der Nothilfe- und Stabilisierungsklinik im Armenviertel Martissant die Behandlung von 27.800 Kranken und Verletzten. Die meisten wurden nach ihrer Stabilisierung zur Weiterbehandlung an Fachkliniken überwiesen.
  • In Port-à-Piment, im Südwesten der Insel, unterstützten wir die Behörden bei der basismedizinischen Versorgung von Frauen und Kindern. 2018 renovierten wir zudem zwei Gesundheitszentren in Côteaux und Chardonnières. Allein in Port-à-Piment hielten unsere Teams mehr als 25.500 ambulante medizinische Konsultationen ab, behandelten 2.180 Notfallpatienten und halfen bei 624 Geburten. Zudem klärten sie im Rahmen der Hilfe in Haiti über Gesundheitsfragen auf und starteten Wasser- und Sanitäraktivitäten in der Umgebung, um Cholera vorzubeugen.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1991 Hilfe in Haiti an.