Erdbeben: Nothilfe-Kits verteilt – weitere Unterstützung geplant
Angesichts der schweren Erdbeben vom 24. und 25. Juni erkunden wir weiter die Lage im Land: Unserem Team aus Caracas gelang es einen Tag später, nach La Guaira zu gelangen. Die Stadt ist eine der am stärksten von den Erdbeben betroffenen Orte. Wir konnten chirurgische Notfall-Kits für 3.500 Patient*innen an das dortige José-María-Vargas-Krankenhaus und andere Kliniken verteilen. Sie dienen zur Versorgung lebensbedrohlicher Verletzungen wie starker Blutungen, offener Wunden im Brustbereich oder beeinträchtigter Atmungswege. Bei den Beben wurden mindestens 8 Krankenhäuser beschädigt.
Weitere Unterstützung durch Material- und Medikamentenspenden ist in Planung. Gleichzeitig wollen wir unsere Kapazitäten ausbauen und stimmen uns mit Partnern ab, um umfassendere Hilfsmaßnahmen vorzubereiten.
So helfen wir bei Erdbeben
Ein zusammengebrochenes Gesundheitssystem unterstützen
Seit Jahren sind staatliche Institutionen in Venezuela faktisch zusammengebrochen. Die grundlegenden Bedürfnisse der Menschen sind so nicht mehr gesichert. Mehr als 25 Jahre autoritäre Herrschaft, Sanktionen und internationale Isolation verschärfen die Situation. Zudem zeigen die Kürzungen internationaler Hilfsgelder ihre Wirkung.
Vielen Menschen – insbesondere in abgelegenen Gebieten – fehlt die Versorgung, die sie benötigen. Es fehlt an allem: medizinischem Fachpersonal, funktionsfähigen Gesundheitseinrichtungen und lebenswichtigen Hilfsgütern.
So helfen wir
Seit 2015 arbeiten wir in Venezuela. Wir sind dort auf Notfallszenarien vorbereitet. In den Bundesstaaten Delta Amacuro und Anzoátegui leisten wir umfangreich Hilfe, u.a.:
Grundlegende medizinische Versorgung
Leistungen im Bereich sexuelle und reproduktive Gesundheit
Behandlung von Mangelernährung
Behandlung von Infektionskrankheiten wie Tuberkulose und HIV
Wenn wir konkret bei der Erdbebenhilfe aktiv werden sollten
gibt es verschiedene Bereiche, in denen wir tätig werden können. Unsere Erfahrung zeigt: Ein Einsatz ist nicht immer gleich - dies sind die häufigsten Arbeitsgebiete.
Logistische Unterstützung
Unsere Mitarbeitenden koordinieren die bedarfsgerechte Verteilung von medizinischem Material und Hilfsgütern und errichten fehlende Infrastruktur.
Medizinische Nothilfe
Wir leisten Ersthilfe und behandeln Menschen, die im Verlauf des Erdbebens verletzt wurden.
Wasser- und Sanitärversorgung
Häufig betrifft ein Erdbeben auch die Versorgungsstrukturen. Sauberes Trinkwasser ist wichtig, um Krankheitsausbrüche zu verhindern.
Ausgabe von Hilfsgütern
Menschen, die bei einem Erdbeben alles verloren haben, brauchen fürs erste Überleben Dinge wie Plastikplanen, Decken oder Haushaltsgegenstände.
Basisgesundheitsversorgung
Auch über unmittelbare Folgen des Erdbebens hinaus, muss die medizinische Versorgung, zum Beispiel bei chronischen Krankheiten oder in der Geburtshilfe, sichergestellt werden.
Psychologische Erste Hilfe
Wir unterstützen Überlebende psychologisch, in Einzel- oder Gruppensitzungen. Auch Gemeindeaktivitäten oder Ausbildung von Personal gehören dazu.
Hilfe für die indigene Bevölkerung
So können Sie helfen
Wir bieten Ihnen vielseitige Möglichkeiten, unsere humanitäre Arbeit zu unterstützen.