Unsere Hilfe in Indien

Eine Mutter sieht dabei zu, wie der Arm ihres Kindes vermessen wird. Mit dem farbkodierten MUAC-Messband wird Mangelernährung diagnostiziert. Der Kampf gegen diese lebensbedrohliche Krankheit ist ein Schwerpunkt unserer Hilfe in Indien.

Bitte beachten Sie unsere aktuelle Berichterstattung zu unserer Hilfe nach der Jahrhundertflut im südindischen Bundesstaat Kerala.

Unsere Aktivitäten im Rückblick:

Ärzte ohne Grenzen leistete im Jahr 2017 umfassende Hilfe in Indien: Die Teams behandelten Infektionskrankheiten, Mangelernährung, betreuten Überlebende sexueller Gewalt und boten psychologische Hilfe an.

Unsere Hilfe in Indien im Einzelnen (Auszug):

  • Im Norden des Landes umfasste die Hilfe in Indien vor allem die Behandlung von Hepatitis C. Ärzte ohne Grenzen hatte 2017 in der Stadt Meerut, Bundesstaat Uttar Pradesh, eine Klinik eröffnet, die binnen kurzer Zeit überlaufen war. Die Teams behandelten die Kranken mit sofort wirksamen antiviralen Medikamenten.
  • In Mumbai, einer Stadt mit 22 Millionen Einwohnern, sind etwa 50.000 Menschen an Tuberkulose (TB) erkrankt. Rund 4.000 Personen haben sich mit resistenten Tuberkuloseformen infiziert. Im Rahmen der Hilfe in Indien leistete Ärzte ohne Grenzen weiterhin in vier städtischen Kliniken die medizinische und psychologische Versorgung von Menschen, die an HIV und resistenten TB-Formen erkrankt sind.
  • Seit 2001 haben die Teams in Jammu und Kaschmir psychologische Hilfe angeboten, da sich der jahrelange Konflikt negativ auf die Gesundheit der Menschen auswirkt. In den Krankenhäusern in Baramulla, Srinagar, Bandipora, Pulwama und Sopore boten sie auch im Jahr 2017 diese Unterstützung an. Zudem führten sie eine Aufklärungskampagne durch, um das Stigma zu bekämpfen, das noch immer mit psychischen Erkrankungen verbunden ist.
  • Der jahrelange niederschwellige Konflikt in den Bundesstaaten Andhra Pradesh, Chhattisgarh und Telangana hat dazu geführt, dass die Menschen dort teilweise keinen Zugang zu medizinischer Hilfe haben. Die Teams leisteten daher im Rahmen der Hilfe in Indien mit mobilen Kliniken basismedizinische Unterstützung: Sie behandelten Malaria, Atemwegsinfektionen, Lungenentzündung und Hauterkrankungen. Sie boten zudem sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung an und führten Impfungen durch. Da das Bezirkskrankenhaus in Bijapur ausgebaut wurde, konnte Ärzte ohne Grenzen die Mutter-Kind-Klinik schließen, die 2009 eröffnet worden war.
  • Bereits seit 2015 arbeiteten die Teams in einer Klinik in Umeed Ki Kiran, im Norden Dehlis: Diese Hilfe in Indien umfasste 2017 die Behandlung und Postexpositions-Prophylaxe, um HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten sowie unerwünschte Schwangerschaften nach sexueller oder häuslicher Gewalt zu vermeiden. Die Teams behandelten insgesamt 250 Personen und hielten mehr als 700 psychologische Konsultationen ab.
  • In den Kliniken in Churachandpur, Chakpikarong und Moreh, die an der Grenze zu Myanmar liegen, bot Ärzte ohne Grenzen Reihenuntersuchungen, Diagnose und Behandlung für HIV, TB, Hepatitis C und Koinfektionen an. Die Patientinnen und Patienten erhielten zudem psychologische Unterstützung. In einem Therapiezentrum in Churachandpur behandelten die Teams mono-infizierte Hepatitis-C-Patienten und die Partner von koinfizierten Patienten. Seit Eröffnung dieses Projektes haben 400 koinfizierte und 57 mono-infizierte Personen ihre Hepatitis-C-Therapie beendet.
  • Ein Drittel der weltweit mangelernährten Kinder lebt UN-Angaben zufolge in Indien. Im Jahr 2017 unterstützte Ärzte ohne Grenzen die Gesundheitsbehörden bei der Behandlung und Nachsorge von Kindern mit schwerer akuter Mangelernährung. Die Teams nahmen 2017 im Rahmen dieser Hilfe in Indien rund 600 Kinder ins Ernährungsprogramm in Chakradharpur auf.
  • Der Bundesstaat Bihar weist 80 Prozent aller landesweiten Kala-Azar-Fälle auf. Die Tropenkrankheit wird durch Sandfliegen übertragen. Ärzte ohne Grenzen konzentrierte sich darauf, Koinfektionen von Kala-Azar und HIV zu behandeln. Beide Krankheiten verstärken sich gegenseitig und schwächen das Immunsystem. Im Jahr 2017 behandelten die Teams 172 Patientinnen und Patienten mit Koinfektionen von Kala-Azar und HIV in Patna.
  • Im Bundesstaat West-Bengalen arbeitete Ärzte ohne Grenzen im Bezirk Asansol. Diese Hilfe in Indien fokussierte 2017 auf die Behandlung von Atemwegsinfektionen: Die Teams hielten mehr als 3.200 ambulante Konsultationen ab.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1999 Hilfe in Indien an.