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Unsere Hilfe in Indien

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Die aktuelle Situation in Indien

Mitte Mai 2021 melden die indischen Behörden mehr als 329.900 Covid-19-Neuinfektionen. Diese immense Zahl an Covid-19-Patient*innen überfordert das indische Gesundheitssystem. Sechs Tage die Woche, in Schutzkleidung und unter sengender Hitze behandeln unsere Mitarbeitenden in Schutzkleidung im Covid-19-Behandlungszentrum in Mumbai Patient*innen. Menschen, die an Tuberkulose, HIV oder Diabetes erkrankt sind, sind durch die Covid-19-Pandemie doppelt gefährdet: Sie zählen nicht nur zur Risikogruppe, sondern sind auch davon betroffen, dass viele Mitarbeiter*innen des Gesundheitswesens für die Covid-19-Maßnahmen abgezogen werden. Die Konsequenz: Die Behandlung von Krankheiten wie Tuberkulose ist nicht mehr selbstverständlich.

Wie wir in Indien helfen

  • Wir behandeln unter anderem im Bundesstaat Bihar und in der Metropole Mumbai Patient*innen, die an Covid-19 erkrankt sind.
  • Wir behandeln in und um Mumbai Menschen mit HIV und resistenter Tuberkulose und bieten ihnen psychosoziale Betreuung.
  • Wir betreiben mobile Kliniken in abgelegenen Gebieten des Landes, wo selbst vermeidbare und behandelbare Krankheiten wie Malaria lebensbedrohlich sind.

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Warum wir in Indien helfen

Wir schließen Lücken im indischen Gesundheitssystem und bieten medizinische Versorgung für Menschen, die sonst nur schwer Zugang dazu hätten. Denn trotz der verbesserten Gesundheitsversorgung in Indien erhalten nicht alle Menschen die medizinische Hilfe, die sie brauchen. Eine Kombination aus hohen Behandlungskosten, Armut, sozialer Ausgrenzung und einem überlasteten öffentlichen Gesundheitssystem hält sie davon ab.

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Mobile Klinik in Chhattisgarh: Mitarbeiterin verteilt Medikamente
In unserer mobilen Klinik in Chhattisgarh bekommt Sodi Deve Medikamente gegen ihre Atembeschwerden und das Fieber.
©Tadeu Andre/MSF

Wir behandeln in mehreren Projekten in Indien resistente Tuberkulose (DR-TB), fortgeschrittenes HIV und andere Infektionskrankheiten. Denn der Zugang zu medizinischer Hilfe ist beispielsweise für Patient*innen, die HIV-positiv sind, oft aufgrund von Diskriminierung erschwert. Darüber hinaus behandeln wir mangelernährte Kinder und bieten psychologische Unterstützung und Betreuung von Überlebenden sexualisierter Gewalt an. 

In Indien helfen wir in Manipur, Maharashtra, Jharkhand, Jammu und Kaschmir, Bihar, Andhra Pradesh, Chhattisgarh, Telangana und Delhi.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1999 Hilfe in Indien an.

  • 71
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 83.7 Jahre
  • 68.5
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 78.9 Jahre
  • 691
    Mitarbeiter*innen waren für uns im Einsatz.
  • 15.7
    Millionen Euro haben wir für unsere Hilfe vor Ort aufgewendet.

Quellen: UNDESA (2019a), MSF International Activity Report 2019

Unsere Hilfe in Indien 2019

  • 55.000 ambulante Sprechstunden

  • 4.540 psychologische Einzelgespräche

  • 2.360 antiretrovirale Behandlungen der ersten Therapielinie

  • 1.440 neue Tuberkulose-Patient*innen

  • 1.390 neue Hepatitis C-Behandlungen

  • 960 Patient*innen in ambulanten Ernährungsprogrammen aufgenommen

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Ehepaar Kimboi holt seine HIV-Medikamente in der Klinik in Chakpikarong, Indien ab.
Herr und Frau Kimboi sind in unsere Klinik in Chakpikarong im Bundesstaat Manipur gekommen, um sich untersuchen zu lassen und Medikamente abzuholen. Beide sind HIV-positiv.
©Jan-Joseph Stok

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Covid-19-Behandlungszentrum im Bundesstaat Bihar

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Medizinisches Personal beim Anlegen der Covid-19-Schutzausrüstung
Unsere Mitarbeiterin hilft dem medizinischen Personal beim Anlegen der Schutzausrüstung, bevor sie die Covid-19-Station betreten.
©Garvit Nangia/MSF

Mitte Juni 2020 haben wir in Bihar ein Covid-19-Behandlungszentrum mit 100 Betten eröffnet. Der Bundesstaat Bihar gehört zu den ärmsten Indiens, rund 100 Millionen Menschen leben hier. Unsere Mitarbeiter*innen behandelten dort zunächst Patient*innen mit milden oder mittelschweren Symptomen. In der Millionenmetropole Mumbai betreibt Ärzte ohne Grenzen zusammen mit den Behörden ein weiteres Covid-19-Gesundheitszentrum. Eine besondere Herausforderung ist es, weit verbreitete Fehlinformationen über die Krankheit auszuräumen und der Stigmatisierung der Patient*innen entgegenzuwirken.

HIV, Hepatitis C und Tuberkulose

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Mutter gibt Tochter Medikament gegen multiresistende Tuberkulose
Eine Mutter gibt ihrer sechsjährigen Tochter, die an multiresistender Tuberkulose erkrankt ist, ein Medikament.
©Atul Loke

Im Bundesstaat Manipur versorgten wir in Churachandpur, Chakpikarong und Moreh Patient*innen, die an HIV, Hepatitis C und herkömmlicher oder resistenter Tuberkulose erkrankt waren. Unsere Teams boten zudem im Unionsterritorium Jammu und Kaschmir psychologische Hilfe an, da die Bevölkerung unter den Folgen des jahrelangen Konflikts litt. Im Bezirk Jahangirpuri, im Norden Delhis, betreuten wir eine Klinik für Überlebende sexualisierter und häuslicher Gewalt. Im Bundesstaat Bihar behandelten wir HIV-Patient*innen im fortgeschrittenen Stadium, und im Bundesland Jharkhand versorgten wir mangelernährte Kinder.

In Mumbai setzten wir die enge Kooperation mit den nationalen Tuberkulose- und HIV-Programmen fort, um die Häufigkeit der Erkrankungen und die Todesraten zu senken. Das Hepatitis C-Programm, das wir im Bundesstaat Uttah Pradesh unterstützten, übergaben wir 2019 an die Behörden. Zudem betreuten wir mobile Kliniken, um Menschen in entlegenen Dörfern der Bundesstaaten Andhra Pradesh, Chhattisgarh und Telangana zu versorgen.