Unsere Hilfe in Indien

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Im Mittelpunkt der Hilfe in Indien stand für Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2016 die Diagnose und Behandlung von HIV, Tuberkulose (TB) und Hepatitis C. Weiterer Schwerpunkt war die psychologische Hilfe und die Unterstützung von Überlebenden sexueller und genderbasierter Gewalt.

Unsere Hilfe in Indien im Einzelnen (Auszug):

  • Mit der Hilfe in Indien füllte Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2016 diverse Lücken in der nationalen Gesundheitsversorgung aus. Im Bundesstaat Chhattisgarh, wo viele Menschen aufgrund eines niedrigschwelligen Konflikts kaum Zugang zu medizinischer Hilfe hatten, betreuten die Teams mobile Kliniken in ländlichen Gebieten. Sie boten reproduktive Gesundheitsversorgung sowie Impfungen an und behandelten Krankheiten wie TB, Malaria und Hauterkrankungen. Im Jahr 2016 hielten sie 50.057 ambulante Konsultationen ab, behandelten 9.094 Malaria-Patienten und verabreichten 2.972 Impfungen. In der Mutter-Kind-Klinik in Bijapur halfen die Teams im Rahmen der Hilfe in Indien bei 312 Geburten und hielten 5.419 Schwangerenberatungen ab.
  • Im Norden von Delhi war Ärzte ohne Grenzen in einer Klinik tätig und bot 98 Überlebenden von häuslicher und sexueller Gewalt medizinische und psychologische Hilfe an. Ambulante Teams klärten die Bevölkerung über die Bedeutung schneller medizinischer und psychologischer Hilfe nach einem Angriff auf.
  • Nach einem Ausbruch von Gewalt im Juli 2016 in Jammu und Kaschmir leistete Ärzte ohne Grenzen psychologische Nothilfe für die traumatisierten Menschen und spendete mehr als zwei Tonnen medizinisches Material. Im Mai 2016 veröffentlichte Ärzte ohne Grenzen erstmals einen umfassenden Bericht über den psychischen Zustand der Bevölkerung in zehn Distrikten in Jammu und Kaschmir. Dabei kooperierte Ärzte ohne Grenzen mit der Universität Kaschmir und dem Institut für seelische Gesundheit und Neurowissenschaften. Die Untersuchung ergab deutliche Symptome von seelischer Belastung bei 45 Prozent der Erwachsenen.
  • Die Hilfe in Indien umfasste auch die Untersuchung und Behandlung von Patienten mit HIV, resistenter Tuberkulose und Hepatitis C in drei Kliniken im Bundesstaat Manipur. Im Jahr 2016 begannen 294 Patientinnen und Patienten ihre antiretrovirale Therapie. Ebenso begannen 122 Patienten, die mit Hepatitis C koinfiziert waren, ihre Behandlung. Die Teams hielten auch 251 Beratungsgespräche ab.
  • Die Hälfte aller Kala-Azar Fälle weltweit gibt es in Indien. Davon leben rund 80 Prozent der Erkrankten im Bundestaat Bihar. Gemeinsam mit dem Forschungsinstitut „Rajendra Memorial Research Institute of Medical Science“ in Patna konzentrierte sich Ärzte ohne Grenzen darauf, Kala-Azar-Patienten zu behandeln, die gleichzeitig an HIV erkrankt waren. Insgesamt waren dies 79 Patientinnen und Patienten im Jahr 2016.
  • In den dichtbesiedelten städtischen Armenvierteln im Bundesstaat Westbengalen kommt es immer wieder zum Ausbruch von Infektionskrankheiten wie Malaria, Dengue-Fieber, Chikungunya und japanischer Enzephalitis. 2016 untersuchten die Teams im Rahmen der Hilfe in Indien im Bezirkskrankenhaus in Asansol und in umliegenden Kliniken 101.519 Patienten. Darunter waren 11.374 Fälle von akutem Fieber und 1.425 Fälle von akutem undifferenziertem Fieber.
  • In vier Projekten in Mumbai leistete Ärzte ohne Grenzen medizinische und psychosoziale Hilfe für 134 HIV-Infizierte und 74 Patienten mit resistenter Tuberkulose. Im Juni eröffneten die Teams eine ambulante TB-Abteilung im Krankenhaus in Shatabdi und unterstützte fünf Gesundheitsposten bei der frühzeitigen Fallermittlung, Diagnose und Behandlung. Insgesamt diagnostizierten sie 469 herkömmliche TB-Fälle und 422 resistente TB-Fälle zwischen Juni und Dezember 2016. Im Süden von Mumbai bot ein kleines Team zudem psychosoziale Unterstützung in mehreren TB-Krankenhäusern an.
  • Ärzte ohne Grenzen erweiterte die Hilfe in Indien, indem ein Hepatitis C-Programm in Meerut eröffnet wurde, einer Millionenstadt im Bundesstaat Uttar Pradesch.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1999 Hilfe in Indien an.