Unsere Hilfe in Indien

Weil in Indien die zweite Covid-19-Welle zurzeit immer größere Ausmaße annimmt, haben wir ab 17. April 2021 unseren Einsatz gegen das Corona-Virus in Mumbai wieder aufgenommen. (Archivbild von 2020 aus dem Shatabdi-Krankenhaus)

Unsere Aktivitäten gegen die Covid-19-Pandemie

In Indien haben die täglichen Neuinfektionen Höchstwerte von mehr als 200.000 Menschen pro Tag erreicht. "Die Situation ist sehr besorgniserregend. Das ist der größte Anstieg seit Beginn der Pandemie", sagt unser dortiger Koordinator für Covid-19-Aktivitäten, Dilip Bhaskaran. Die Gesundheitseinrichtungen im Land sind völlig überfordert und benötigen dringend Unterstützung bei der Bekämpfung der zweiten Covid-19-Welle. Daher haben wir unsere Aktivitäten in Mumbai wieder aufgenommen. Im vergangenen Jahr hatten wir dort schon einmal mit dem Gesundheitsministerium u.a. an Maßnahmen zum Screening und bei der Behandlung von betroffenen Patient*innen zusammengearbeitet.

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Die Stadt Mumbai im Bundesstaat Maharashtra ist sehr dicht besiedelt, was zusammen mit den schwierigen Hygienebedingungen stark zu der schnellen Ausbreitung des Coronavirus unter der Bevölkerung beiträgt.

Am 17. April haben unsere Teams in dem Verwaltungsbezirk M-East Ward (MEW) damit begonnen, Aufklärungs- und Schutzmaßnahmen sowie eine Wasser- und Sanitärversorgung aufzubauen. Wir beraten ältere Menschen und Hochrisikopatient*innen, etwa mit (multiresistenter) Tuberkulose (TB) oder Diabetes. Im Shatabdi-Krankenhaus und in einer eigenen Klinik von Ärzte ohne Grenzen screenen unsere Mitarbeiter*innen die Menschen, um Infizierte ausfindig zu machen. Covid-19-Patient*innen, die mit TB koinfiziert sind, werden zur stationären Betreuung an das Sewri-Krankenhaus überwiesen.

Unsere Aktivitäten bauen wir weiter aus

Die Aktivitäten werden sukzessive auf fünf weitere Gesundheitseinrichtungen ausgeweitet werden. Geplant ist u.a., auch zwei Abteilungen des Jumbo-Krankenhauses zu unterstützen, die dort in Zelten eingerichtet wurden. Dort gibt es 2.000 Plätze für Intensivpatient*innen.  

Zu unserer Arbeit gehören auch Maßnahmen wie die Belieferung mit Sauerstoff.

23. April 2021

 

Unsere Aktivitäten im Rückblick 2019:

  • 55.000 ambulante Sprechstunden
  • 4.540 psychologische Einzelgespräche
  • 2.360 antiretrovirale Behandlungen der ersten Therapielinie
  • 1.440 neue Tuberkulose-Patient*innen
  • 1.390 neue Hepatitis C-Behandlungen
  • 960 Patient*innen in ambulanten Ernährungsprogrammen aufgenommen

Im Bundesstaat Manipur versorgten wir in Churachandpur, Chakpikarong und Moreh Patient*innen, die an HIV, Hepatitis C und herkömmlicher oder resistenter Tuberkulose erkrankt waren. Unsere Teams boten zudem im Unionsterritorium Jammu und Kaschmir psychologische Hilfe an, da die Bevölkerung unter den Folgen des jahrelangen Konflikts litt. Im Bezirk Jahangirpuri, im Norden Dehlis, betreuten wir eine Klinik für Überlebende sexueller und häuslicher Gewalt. Im Bundesstaat Bihar behandelten wir HIV-Patient*innen im fortgeschrittenen Stadium, und im Bundesland Jharkhand versorgten wir mangelernährte Kinder.

In Mumbai setzten wir die enge Kooperation mit den Nationalen Tuberkulose- und HIV-Programmen fort, um die Häufigkeit der Erkrankungen und die Todesraten zu senken. Das Hepatitis C-Programm, das wir im Bundesstaat Uttah Pradesh unterstützten, übergaben wir 2019 an die Behörden. Zudem betreuten wir mobile Kliniken, um Menschen in entlegenen Dörfern der Bundesstaaten Andhra Pradesh, Chhattisgarh und Telangana zu versorgen.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1999 Hilfe in Indien an.