Unsere Hilfe in Papua-Neuguinea

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen weitete im Jahr 2015 die Hilfe in Papua-Neuguinea aus. Ab März 2015 wurde das Gerehu-Krankenhaus in Port Moresby unterstützt, um dessen Kapazität für die Untersuchung, Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Tuberkulose-Patienten zu erhöhen. 

Die Hilfe in Papua-Neuguinea im Einzelnen (Auszug):

  • Port Moresby liegt im Nationalen Hauptstadtbezirk, in dem rund 25 Prozent der Bevölkerung leben, die landesweit unter Tuberkulose (TB) leiden. In Gerehu gibt es jährlich etwa 1.500 TB-Patienten, und die Anzahl der resistenten Tuberkulosefälle steigt. Im Rahmen dieser Hilfe in Papua-Neuguinea wird Ärzte ohne Grenzen als nächsten Schritt eine spezielle TB-Station im Gerehu-Krankenhaus einrichten. 
  • Das Tuberkulose-Projekt, das im Mai 2014 in der Gulf-Provinz eröffnet wurde, wurde im Jahr 2015 ausgeweitet. Ärzte ohne Grenzen unterstützte nicht nur das Allgemeine Krankenhaus in Kerema, sondern auch aufsuchende Aktivitäten in zwei Gesundheitszentren. Insgesamt hielten die Teams mehr als 2.800 ambulante Sprechstunden ab. 2.347 Personen wurden davon mit Verdacht auf Tuberkulose untersucht. Da es allerdings kein effektives Nachsorgesystem gab, beendeten viele Patienten ihre Behandlung nicht. Dieser Mangel an Nachsorge gibt Anlass zu großer Sorge, da sich durch die Therapieunterbrechung die Anzahl der resistenten TB-Fälle erhöht. Im Jahr 2015 wurden 15 resistente Tuberkulosefälle diagnostiziert und behandelt. Im Rahmen dieser TB-Hilfe in Papua-Neuguinea entwickelte Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit den Behörden ein dezentrales TB-Versorgungsmodell, damit die Patienten nicht mehr so häufig in die medizinische Einrichtung kommen mussten. Die Gespräche zwischen Ärzte ohne Grenzen und den Gesundheitsbehörden darüber, wie in Papua-Neuguinea Tuberkulose am besten behandelt werden kann, halten an.
  • Das Regionale Behandlungs- und Trainingsprogramm in Port Moresby wurde im Jahr 2015 an die Nationale Gesundheitsabteilung übergeben. Zudem begann die schrittweise Übergabe der Aktivitäten im Krankenhaus in Tari. Es kommt zwar weiterhin zu vielen Fällen sexueller, familiärer und allgemeiner Gewalt in Tari und im Hochland, doch von April 2016 an werden die Provinzgesundheitsbehörden für die Reaktion auf den medizinischen und psychologischen Bedarf der von Gewalt betroffenen Personen verantwortlich sein. Die Opfer werden somit weiterhin Zugang zu Hilfe in Papua-Neuguinea haben.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals  1992 Hilfe in Papua-Neuguinea an.