Unsere Hilfe in Frankreich

Sprachunterricht für Asylsuchende in unserem Projekt in Passarelle. Ein ehrenamtlicher Helfer leitet die Stunde.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Im Jahr 2018 konzentrierte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Frankreich auf unbegleitete Minderjährige, die oftmals während ihrer Reise traumatisiert wurden. Viele landeten in unangemessenen Aufnahmezentren und sahen sich mit einer undurchsichtigen Bürokratie konfrontiert.

Unsere Hilfe in Frankreich im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen fokussierte 2018 die Hilfe in Frankreich auf junge, unbegleitete Migranten. Das Team kümmerte sich insbesondere um jene, deren Antrag auf Kinderschutz abgelehnt worden war, da sie nicht als minderjährig angesehen wurden – oftmals aus zweifelhaften Gründen. Unser Team versorgte die Minderjährigen und ermöglichte ihnen den Zugang zu juristischer Unterstützung, medizinischer, psychologischer und sozialer Hilfe sowie Beratung bei Verwaltungsvorgängen. Wir leisteten diese Arbeit gemeinsam mit anderen Organisationen, die alle in einem von Ärzte ohne Grenzen betreuten Zentrum in Pantin, einem Vorort von Paris, untergebracht waren. Von dieser Hilfe in Frankreich profitierten 787 Minderjährige im Jahr 2018. Mehr als 430 juristische Anträge wurden gestellt, von denen die meisten zum Jahresende noch nicht bearbeitet waren. 94 Anträge wurden positiv entschieden, d. h. die Minderjährigen fielen unter das Kinderschutzgesetz.
  • Gemeinsam mit Utopia 56, einer Organisation, die sich für Migranten einsetzt, entwickelten wir ein Netzwerk von Freiwilligenfamilien in Südfrankreich, die den Minderjährigen während der Antragsbearbeitung ein Zuhause boten. Denn in dieser Zeit sind die Kinder von jeglichem staatlichen Schutz und jeglicher staatlichen Hilfe ausgeschlossen.
  • Die Hilfe in Frankreich umfasste 2018 auch die Betreuung von mobilen Kliniken in der Hauptstadt Paris. Das Team hielt 1.000 medizinische Sprechstunden ab.
  • Ärzte ohne Grenzen überprüfte die Lage für Migranten landesweit, vor allem entlang der Grenzen zu Italien und Spanien. 2018 setzte die französische Grenzpolizei die zwangsweise Rückführung von Migranten nach Italien und Spanien fort. Damit wurden diese Menschen gesetzeswidrig daran gehindert, einen Asylantrag zu stellen.
  • Im Rahmen der Hilfe in Frankreich spendete Ärzte ohne Grenzen rund 10.000 Decken, um andere Organisationen und Freiwillige in Calais, Bayonne, Nantes und Paris zu unterstützen.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1987 Hilfe in Frankreich an.