Unsere Hilfe in Frankreich

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen leistet humanitäre Hilfe in Frankreich und bietet Flüchtlingen in Grande Synthe und Calais medizinische Versorgung und psychologische Unterstützung an.

Unsere Hilfe in Frankreich im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen leistete medizinische Hilfe in Frankreich: Flüchtlinge und Migranten waren im „Dschungel-Camp“ in Calais untergebracht, in dem rund 6.000 Menschen - trotz der Bemühungen von Nichtregierungsorganisationen und lokalen Initiativen - unter schrecklichen Bedingungen lebten. Calais liegt nahe des Eurotunnels, der Frankreich und Großbritannien miteinander verbindet. Bereits seit mehreren Jahren versuchen Menschen, auf Lkw, die den Tunnel passieren, nach Großbritannien zu gelangen.
  • Gemeinsam mit der Organisation Ärzte der Welt leistete Ärzte ohne Grenzen ab September 2015 medizinische Hilfe im Camp. Die Teams bauten eine ambulante Station, um die Arbeitsbedingungen und die Patientenversorgung zu verbessern, da das Lager anfällig für Überschwemmungen war. Täglich profitierten rund 100-200 Patientinnen und Patienten von den medizinischen Sprechstunden, der pflegerischen Versorgung und der Physiotherapie. Die Teams führten zudem Wasser- und Sanitäraktivitäten durch, bauten 66 chemische Toiletten und richteten ein Abfallsystem ein. Da in diesem Lager in Frankreich Flüchtlinge in kleinen Zelten lebten, die weder für Regen noch Kälte geeignet waren, baute Ärzte ohne Grenzen 80 Holzunterkünfte, in denen jeweils vier bis fünf Personen untergebracht werden konnten.
  • Etwa 2.500 hauptsächlich kurdische Flüchtlinge und Migranten lebten unter erbärmlichen Bedingungen in Grande-Synthe, nördlich von Calais, nahe dem Hafen von Dünkirchen. Ärzte ohne Grenzen versorgte auch in diesem Lager in Frankreich Flüchtlinge mit besseren sanitären Anlagen. Die Teams bauten 22 Latrinen, zwei Trinkwasserstationen und boten an drei Tagen der Woche medizinische Sprechstunden an. Zudem bauten sie mit Unterstützung der Kommune einen neuen Standort für die Flüchtlinge auf, wo es bessere Unterkünfte und Lebensbedingungen gab. Im November und Dezember 2015 hielten die Teams dort mehr als 2.100 medizinische Konsultationen ab, hauptsächlich wegen Atemwegsinfektionen und Krätze – eine durch Milben verursachte ansteckende Hauterkrankung, die durch schlechte hygienische und sanitäre Bedingungen hervorgerufen wird. Es bleibt eine große Herausforderung für Frankreich, Flüchtlinge angemessen zu versorgen.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1987 Hilfe in Frankreich an.

Aktuelle Informationen zu unserer Hilfe für Flüchtlinge finden Sie hier.