Unsere Hilfe in Frankreich

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Auch im Jahr 2016 lebten in Frankreich Flüchtlinge und Migranten, die von dort aus nach Großbritannien weiterreisen wollten. Viele strandeten in der nordfranzösischen Stadt Calais.

Unsere Hilfe im Einzelnen in Frankreich: Flüchtlinge in Not (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen leistete medizinische Hilfe in Frankreich: Flüchtlinge und Migranten kamen im „Dschungel-Camp“ in Calais unter, einem informellen Lager, das zwischen September 2015 und September 2016 von 3.000 auf fast 10.000 Personen anwuchs. Der Mangel an sanitären Anlagen und die Tatsache, dass die Geflüchteten in Calais und in anderen Lagern in Nordfrankreich schutzlos den Wetterbedingungen ausgesetzt waren, hatte gravierende Folgen für die Gesundheit der Menschen. Viele litten unter Hauterkrankungen und Atemwegsinfektionen.
  • Ärzte ohne Grenzen begann im Jahr 2015, die geflüchteten Menschen zu unterstützen, indem die Teams Hilfe anboten, die von anderen Organisationen nicht geleistet wurde. Die Teams passten dabei ihre Aktivitäten den sich verändernden Bedürfnissen an. Im Dschungel-Camp boten sie medizinische Hilfe bis März 2016 an, die Wasser- und Sanitäraktivitäten liefen bis zum Sommer. Gemeinsam mit anderen Organisationen betreuten die Teams auch ein Zentrum für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und stellten psychologische Hilfe zur Verfügung.
  • In Grande-Synthe leistete Ärzte ohne Grenzen medizinische und psychologische Hilfe durch mobile Klinken. Im März 2016 stellten die Teams den Bau eines Lagers fertig, das über 370 Unterkünfte und Sanitäreinrichtungen für 1.300 Geflüchtete und Migranten verfügte. Ärzte ohne Grenzen übergab diese Aktivitäten im September 2016 an andere Organisationen.
  • In der zweiten Jahreshälfte 2016 schlossen die französischen Behörden alle Siedlungen und Lager. Im Oktober wurde das Dschungel-Camp abgebaut und die rund 6.000 geflüchteten Menschen, die dort noch lebten - darunter auch 1.900 unbegleitete Minderjährige - wurden an verschiedene Orte im Land übersiedelt. Ärzte ohne Grenzen beendete die medizinischen und psychologischen Aktivitäten, behielt die Lage jedoch im Auge und setzte die Hilfe fort – direkt oder indirekt durch die Unterstützung anderer Organisation. Es bleibt eine große Herausforderung für Frankreich, Flüchtlinge angemessen zu versorgen.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1987 Hilfe in Frankreich an.