Unsere Hilfe in Südafrika

Menschen mit HIV warten auf ihre Behandlung. In der ländlichen Region ist jeder vierte HIV-positiv. Unsere Hilfe in Südafrika konzentriert sich auf die Behandlung von HIV.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen leistete auch im Jahr 2017 Hilfe in Südafrika. Die Teams entwickelten neue Test- und Behandlungsstrategien für HIV und Tuberkulose (TB), unterstützten Überlebende sexueller Gewalt und setzten sich für einen besseren Zugang zu überlebenswichtigen Medikamenten ein.

Die Hilfe in Südafrika im Einzelnen (Auszug):

  • Im Rahmen der Hilfe in Südafrika führte Ärzte ohne Grenzen das HIV-/Tuberkulose-Projekt im Bezirk King Cetshwayo, Provinz Kwa-Zulu-Natal, fort. Die Teams wandten weiterhin innovative gemeindebasierte Strategien an, um die Krankheits- und Sterblichkeitsraten zu verringern. So führte Ärzte ohne Grenzen seit 2012 jährlich rund 4.500 HIV-Tests in mehr als 30 höheren Schulen durch. Außerdem setzten sich die Team dafür ein, die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit resistenter TB zu dezentralisieren, so dass sie näher an ihren Wohnorten behandelt werden konnten. 126 Patienten mit resistenter TB erhielten zudem eine neue Therapie, die auch die Behandlung mit dem neuen Arzneimittel Bedaquilin einschloss. Diese Hilfe in Südafrika umfasste auch eine klinische Studie in Durban, der größten Stadt in der Provinz. Ziel der Studie ist es, kürzere und wirksamere Behandlungen mit weniger Nebenwirkungen für resistente TB-Formen zu finden, damit die Patientinnen und Patienten nicht länger jeden Tag die schmerzhaften Injektionen ertragen müssen.
  • Das Projekt von Ärzte ohne Grenzen in Khayelitsha, nahe Kapstadt, entwickelte auch 2017 innovative Versorgungsmodelle für HIV und resistente TB. Es gelang den Teams, einen besseren Zugang zu neuen Arzneimitteln für Patienten mit resistenter TB zu erhalten. Da es in diesem Projekt die größte Patientengruppe mit neu entwickelten Medikamenten oder mit einer Kombination derselben gab, wurde es in die „Stop-TB“-Studie aufgenommen. Diese Studie läuft in mehreren Ländern und verfolgt das Ziel, die Therapie für die hartnäckigsten TB-Formen zu revolutionieren. Zudem konzentrierten sich die Teams im Rahmen dieser Hilfe in Südafrika auf die Alkoholabhängigkeit von Patientinnen und Patienten mit resistenter TB, da dies der Hauptgrund für einen Therapie-Abbruch ist.
  • Im Jahr 2017 setzte Ärzte ohne Grenzen die Projekte in der Provinz Nordwest fort. Die Teams unterstützten die Gesundheitsbehörden dabei, den Zugang zu medizinischer und psychologischer Hilfe für Überlebende sexueller Gewalt im Bezirk Bojanala auszuweiten. In den drei von Ärzte ohne Grenzen betreuten Kliniken wurden insgesamt 1.332 Überlebende sexueller Gewalt behandelt. Auch auf nationaler Ebene engagierte sich Ärzte ohne Grenzen dafür, dass Überlebende sexueller Gewalt umfangreiche Hilfsmaßnahmen in medizinischen Einrichtungen erhielten. Der Bericht „Untreated Violence: Critical Gaps in Medical and Clinical Forensic Care for Survivors of Sexual Violence in South Africa“ zeigte auf, dass 73 Prozent der Einrichtungen, die an der Befragung teilgenommen hatten, die notwendigen Maßnahmen nicht anboten.
  • Bereits 2011 gründete Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Südafrika die Kampagne „Fix the Patent Laws“ mit, die eine Koalition aus 36 Patientengruppen und Organisationen ist. Sie setzt sich für eine Reform der geistigen Eigentumsrechte in Südafrika ein, um einen besseren Zugang zu erschwinglichen Medikamenten zu erreichen. Diese Koalition übte 2017 weiterhin Druck auf die Behörden aus, um schneller eine Gesetzesreform zu verabschieden.
  • Das Projekt „Stop Stock Outs“ (SSP) ist ein Zusammenschluss von Organisationen, die Tausende Menschen in Südafrika unterstützt, deren Leben durch den chronischen Mangel an überlebenswichtigen Medikamenten gefährdet ist. SSP trat auch 2017 dafür ein, dass es eine schnelle Lösung für Fehlmengen und Engpässen gab. Auf der „International Aids-Society“-Konferenz stellte SSP 2017 eine wirtschaftliche Analyse zur Kostenwirkung vor, die Fehlmengen von HIV- und TB-Medikamenten für die Betroffenen und das Gesundheitssystem bedeuten. Ärzte ohne Grenzen ist diese Form der indirekten Hilfe in Südafrika sehr wichtig.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1999 Hilfe in Südafrika an.