Unsere Hilfe in Südafrika

Unsere Mitarbeiterin Nonhlanhla Ngema läuft entlang vieler wartender HIV-Patienten. In der ländlichen Region ist jeder vierte HIV-positiv. Unsere Hilfe in Südafrika konzentrierte sich 2016 auf die Behandlung von HIV.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen leistete auch im Jahr 2016 Hilfe in Südafrika: HIV ist eine ernstzunehmende Belastung für das Gesundheitssystem, da das Land weltweit die meisten HIV-Patienten aufweist.

Die Hilfe in Südafrika im Einzelnen (Auszug):

  • Im Rahmen der Hilfe in Südafrika führte Ärzte ohne Grenzen das HIV-/Tuberkulose-Projekt in der Kwa-Zulu-Natal Provinz fort. Im Bezirk Thungulu, in dem rund 114.000 Menschen leben, setzte sich das Team das Ziel, der erste Standort in Südafrika zu sein, der die ehrgeizige Vorgabe von UNAIDS „90-90-90“ erreicht: 90 Prozent der HIV-Infizierten sollen bis 2020 ihren HIV-Status kennen, 90 Prozent der Diagnostizierten sollen antiretroviral behandelt werden und 90 Prozent der Behandelten eine Viruslast unterhalb der Nachweisgrenze haben.
    Der 2016 veröffentlichte Bericht Bending the Curves of the HIV/TB Epidemic in KwaZulu-Natal stellte den Ansatz vor, mit dem in Südafrika HIV-Tests und Tuberkulose-Screenings sowie der Zugang zur HIV-Behandlung und die Therapietreue erhöht werden sollen. Im Jahr 2016 wurden 56.029 Menschen in Südafrika auf HIV getestet, 2.370 Männern beschnitten und 1.573.756 Kondome verteilt.
     
  • Das Projekt von Ärzte ohne Grenzen in Khayelitsha, nahe Kapstadt, entwickelte sich 2016 weiter und begann mit der Behandlung von multiresistenter Tuberkulose und einem innovativen Versorgungsmodell für Patienten, die mit HIV und Tuberkulose (TB) leben.
     
  • Im Jahr 2016 konzentrierten sich die Teams darauf, Versorgungsmodelle zu entwickeln, um Risikogruppen wie Schwangere und ihre Neugeborenen, Jugendliche und Männer zu unterstützen. 13 Clubs, die sich „Mütter und ihre Knirpse“ nennen, wurden in Kooperation mit der Stadt Kapstadt und der Organisation „Mütter für Mütter“ gegründet, um die Therapietreue zu erhöhen.
     
  • Im Verlauf des Jahres 2016 kämpfte Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Südafrika landesweit für den Zugang zu neuen TB-Medikamenten.  Das Land verfügt mittlerweile über den neuen TB-Wirkstoff Bedaquilin. In Khayelitsha betreute Ärzte ohne Grenzen die größte Patientenanzahl (insgesamt 61) landesweit, die mit einem anderen vielversprechenden Wirkstoff namens Delamanid behandelt wurde.
     
  • In Rustenburg, Provinz Nordwest, erweiterte Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden die Hilfe in Südafrika: HIV ist für Überlebende sexueller Gewalt ein ernstzunehmendes Risiko. Einer Studie von Ärzte ohne Grenzen zufolge, an der 800 Frauen im Alter zwischen 18 und 49 Jahren teilnahmen, wurde jede vierte Frau im Bezirk Bojanala in ihrem Leben vergewaltigt. Die Ergebnisse der Studie wurden 2016 in dem Bericht „Untreated Violence“ veröffentlicht. Die Teams unterstützten daher drei Versorgungszentren in Kgomotso, die medizinische, rechtliche und psychosoziale Hilfe für die Überlebenden sexueller Gewalt anboten. Dieses Hilfsangebot umfasste auch eine forensische Untersuchung und die Postexpositionsprophylaxe (PEP) zur Verhinderung von HIV und anderer sexuell übertragbarer Krankheiten. 2016 wurden 299 Überlebende sexueller Gewalt behandelt.
     
  • Bereits 2011 begründete Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Südafrika die Koalition „Fix the Patent Laws“ mit, die 32 Patientengruppen und Organisationen umfasst. Sie setzt sich für eine Reform der geistigen Eigentumsrechte in Südafrika ein, um einen besseren Zugang zu erschwinglichen Medikamenten zu erreichen. Im September 2016 veröffentlichte die Koalition den Bericht Patent Barriers to Medicine Access in South Africa, der darlegt, warum eine Patentreform im Land notwendig ist.
     
  • Das Projekt „Stop Stock Outs“ (SSP) ist eine zivilgesellschaftliche Initiative, in der Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit fünf anderen Organisationen landesweit die Verfügbarkeit wichtiger Medikamente in den Gesundheitszentren überprüft und bei Fehlmengen und Engpässen für eine schnelle Lösung eintritt. Im Jahr 2016 wurden 605 Fehlmengen-Berichte über die nationale Hotline gemeldet.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1999 Hilfe in Südafrika an.