Unsere Hilfe in der Russischen Föderation

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte im Jahr 2015 die Hilfe in der Russischen Föderation auf die Behandlung von Tuberkulose (TB) und Herzerkrankungen sowie auf psychologische Hilfe. Diese Aktivitäten fanden in Tschetschenien statt. In der russischen Hauptstadt Moskau wurden marginalisierte Migranten basismedizinisch versorgt.

Unsere Hilfe in der Russischen Föderation (auch Russland genannt) im Einzelnen (Auszug):

  • Im Rahmen der Hilfe in der Russischen Föderation setzte Ärzte ohne Grenzen 2015 die TB-Behandlung in Tschetschenien fort: Resistente Tuberkulose ist dort ein lebensbedrohliches Gesundheitsproblem und die Folge einer jahrelangen schlechten Diagnostik und unregelmäßigen Behandlung. Aus diesem Grund integrierten die Teams ein umfassendes Programm, das Diagnose, Behandlung und Beratung für TB, multiresistente TB und extensiv resistente TB einschloss, in öffentliche Gesundheitseinrichtungen. Ärzte ohne Grenzen übergab die Versorgung der Patienten mit multiresistenter Tuberkulose im Juli 2015 an die Behörden und konzentrierte sich daraufhin auf die extensiv resistente Variante der Krankheit. Die Teams stellten Medikamente für diese Patienten zur Verfügung, zu denen auch zwei neu entwickelte Arzneimittel gehörten. Diese Hilfe in der Russischen Föderation erstreckte sich auch auf die Unterstützung des Labors, auf Gesundheitsaufklärung und psychosoziale Hilfe für Patienten und ihre Familien.
  • Die Teams stellten fest, dass etwa zehn bis 20 Prozent der Patienten mit extensiv resistenter Tuberkulose auch an Diabetes erkrankt waren, was die Behandlung von TB zusätzlich erschwerte. In der Folge klärten sie die Menschen über diese Begleiterkrankung auf und untersuchten den Blutzuckerspiegel. Ärzte ohne Grenzen betreute zudem ein psychologisches Programm in Grosny und in den gebirgigen Bezirken Tschetscheniens, in denen die Gewalt anhielt.
  • Im Rahmen der Hilfe in der Russischen Föderation setzte Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2015 auch die Unterstützung des Republikanischen Notfallkrankenhauses in Grosny fort. Die Teams betreuten dort die Maßnahmen zur Herzwiederbelebung, indem sie Medikamente und medizinisches Material lieferten, technische Hilfe zum Fallmanagement gaben und Trainings zur Koronarografie (bildgebende Technik, um das Innere der koronaren Arterien darzustellen) und zur Angioplastie (Verfahren zur Ausweitung verengter oder verstopfter Koronararterien) durchführten. Insgesamt wurden 83 Patientinnen und Patienten im Verlauf dieser beiden Workshops, die von Ärzte ohne Grenzen 2015 organisiert wurden, behandelt.
  • Die Hilfe in der Russischen Föderation erstreckte sich auch auf Moskau. Dort versorgten die Teams Migranten aus den früheren Sowjet-Republiken und anderen Ländern mit medizinischer Hilfe und überwiesen sie bei Bedarf an öffentliche fachmedizinische Einrichtungen. Viele von ihnen hatten zuvor kaum oder keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1992 Hilfe in Russland an.