Unsere Hilfe in der Russischen Föderation

Eine Mitarbeiterin von Ärzte ohne Grenzen verabreicht einem Patienten Medikamente gegen extensiv resistente Tuberkulose. Solche Behandlungen bilden einen Schwerpunkt unserer Hilfe in der Russischen Föderation.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Im Jahr 2016 konzentrierte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in der Russischen Föderation auf die Behandlung von Tuberkulose (TB) und Herzerkrankungen. Außerdem leisteten die Teams psychologische Hilfe.

Unsere Hilfe in der Russischen Föderation im Einzelnen (Auszug):

  • Die Hilfe in der Russischen Föderation umfasste viele Jahre lang eine enge Zusammenarbeit mit den tschetschenischen Gesundheitsbehörden, um ein Tuberkulose-Behandlungsprogramm umzusetzen. Nachdem die Teams das Projekt zur Behandlung der multiresistenten TB an die Behörden übergeben hatten, konzentrierten sie sich auf die Therapie der extensiv resistenten Tuberkulose. Die Erreger dieser TB-Variante sind gegen die Medikamente der zweiten Therapielinie resistent. Ärzte ohne Grenzen stellte geeignete Arzneimittel zur Verfügung, einschließlich neuer Medikamente, um Therapiepläne zu entwickeln, die wirksamer als die bisherigen waren. Das TB-Programm beinhaltete auch die Unterstützung des Labors, Gesundheitsaufklärung und psychologische Hilfe für die Patientinnen und Patienten sowie ihre Familienangehörigen.
     
  • Im Rahmen dieser Hilfe in der Russischen Föderation versorgte Ärzte ohne Grenzen weiterhin Patienten mit extensiv resistenter TB, die gleichzeitig an Diabetes erkrankt waren. Die Teams untersuchten den Blutzucker und passten die Behandlung entsprechend an. Sie behandelten bis Dezember 2016 insgesamt 60 Patienten mit TB und Diabetes sowie 79 Patienten mit extensiv resistenter TB. Außerdem hielten sie 4.838 psychosoziale Einzel- und 314 Gruppengespräche für Gewaltopfer ab.
     
  • Mit der Hilfe in der Russischen Föderation unterstützte Ärzte ohne Grenzen auch weiterhin die kardiologischen Stationen im Notaufnahmekrankenhaus in der Hauptstadt Grosny und im Krankenhaus in Urus-Martan. Die Teams stellten Medikamente und medizinisches Material zur Verfügung und verbesserten die Versorgung akuter Patienten. Zudem organisierten sie einen Vortrag von Fachspezialisten der Universität Düsseldorf, um die technischen Fähigkeiten des kardiologischen Einsatzteams zu verstärken. Der Fokus lag dabei auf der Angiographie, einem bildgebenden Verfahren, um das Innere der Koronararterien zu untersuchen.  Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Angioplastie, einem Verfahren, um verengte oder verstopfte Koronararterien zu weiten. Im Jahr 2016 nahm die kardiologische Wiederbelebungsstation 1.327 akute Patientinnen und Patienten auf, von denen im Rahmen dieser Hilfe in der Russischen Föderation 413 Patienten von einer Angiographie und 397 Patienten von einer Angioplastie profitierten.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1992 Hilfe in Russland an.