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Wo wir arbeiten

Unsere Hilfe in den Palästinensischen Autonomiegebieten

  • 75.8
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 83.7 Jahre
  • 72.4
    Jahre im Durchschnitt.
    In Deutschland: 78.9 Jahre
  • 335
    Mitarbeiter*innen waren für uns im Einsatz.
  • 18.2
    Millionen Euro haben wir für unsere Hilfe vor Ort aufgewendet.

Quellen: UNDESA (2019a), MSF International Activity Report 2020

Sowohl die Westbank als auch der Gazastreifen stehen seit Jahren im Zentrum des Konflikts in den Palästinensischen Autonomiegebieten und Israel. Die Wirtschaftsblockade führt für die Bevölkerung der Autonomiegebiete zu sozialen und ökonomischen Unsicherheiten. Die gewaltsamen Konfrontationen kosten Menschenleben, führen zu schwerwiegenden Verletzungen und Beeinträchtigungen sowie zu psychischen Problemen. Das Gesundheitssystem ist aufgrund der Situation ebenfalls stark beeinträchtigt. Die Versorgung mit Medikamenten und medizinischen Gütern ist beispielsweise eingeschränkt. Wenn es zur Eskalation von Gewalt kommt und Verletzte versorgt werden müssen, wird in den Palästinensischen Autonomiegebieten noch dringender medizinische Unterstützung benötigt. 

Während der im Mai 2021 in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten eskalierenden Gewalt waren unsere Mitarbeiter*innen beispielsweise trotz der unsicheren Bedingungen dieser Tage intensiv im Einsatz. So arbeiteten unsere Teams im Al-Awas-Krankenhaus (Region Dschabalia) in 24 Stunden-Schichten auf unserer Chirurgie-Station, um das Personal im Notfallraum und in den Operationssälen zu unterstützen. Neben den Folgen der jüngsten Gewalt darf nicht vergessen werden, dass auch die Covid-19-Pandemie einen Einfluss auf das Leben der Menschen hat.

Unsere Hilfe in den Palästinensischen Autonomiegebieten 2020 

  • 87.257 ambulante Sprechstunden 
  • 2.647 chirurgische Eingriffe

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1989 medizinische Hilfe in Palästina an.

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Nachsorge für Verletzte

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Eine Straße mit einem zerbombten Haus
Zerbombte Häuser gehören in Gaza zum traurigen Alltag.
©MSF

Das ist das Schicksal der Menschen in Gaza: In wenigen Jahren haben wir mehrmals Krieg erlebt, und wir wissen nicht, wann es aufhören wird, wann wir endlich ein normales Leben haben werden.

Ajmen Al-Djaroucha, unser Projektkoordinator in Gaza

Seit fast 15 Jahren leisten wir in Gaza chirurgische Hilfe für Patient*innen mit Verletzungen und Verbrennungen und betreuen ihre Nachsorge. So unterstützen wir im Norden des Gazastreifens im al-Awda-Krankenhaus mit ambulanten orthopädischen Angeboten in der nachoperativen Phase für Kinder und Erwachsene. Dazu gehören auch Physiotherapie und psychologische Angebote, um die Patient*innen in den langen und schmerzhaften Therapieprozessen zu begleiten. Wir haben auch zahlreiche Programme, in denen wir Knochenentzündungen behandeln. Im Süden des Gazastreifens haben wir 2020 im Nasser-Krankenhaus ein neues solches Projekt eröffnet.  

Gesundheitsversorgung und psychologische Unterstützung 

Auch in der Westbank leiden die Menschen unter den problematischen Lebensbedingungen. Daher unterstützten wir sie mit psychologischen Programmen in Hebron, Nablus und Kalkilja, die wir angesichts der Covid-19-Pandemie zu Online-Angeboten angepasst haben. Ende 2020 haben wir im Süden Hebrons mit mobilen allgemeinmedizinischen Sprechstunden begonnen. 

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Eine Kollegin von Ärzte ohne Grenzen und ein Mann unterhalten sich auf Plstikstühlen die draußen stehen
Mohamad Ayoub Hamad Abu Sabha ist ein Gemeindevorsteher in Hebron und berichtet von der Situation in seiner Gemeinde.
©MSF/Katharina Lange

Während eines ganzen Jahres kam niemand zu uns und wir mussten den ganzen Weg nach Jatta [mindestens eine Autostunde entfernt] gehen, wenn wir eine medizinisch Behandlung brauchten. Das war eine sehr schwierige Situation, vor allem für schwangere Frauen. Für Familien ohne Auto ist das wirklich ein riesiges Problem.

Mohamad Ajoub Hamad, Gemeindevorsteher in Khirbet Al-Fakheit (Hebron), wo wir mobile Sprechstunden anbieten

Unsere Hilfe bei der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie 

Covid-19 hat zu einer weiteren Überlastung des Gesundheitssystems geführt. Daher unterstützen wir im Gazastreifen und in der Westbank die Bekämpfung der Pandemie. In Gaza haben wir an das Europa-Krankenhaus Sauerstoff-Geräte gespendet und Schulungen zum Umgang mit ihnen sowie in der Intensivpflege angeboten. Auch in der Westbank haben wir in Hebron das Dura- und das Alina-Krankenhaus mit Schulungen unterstützt – u.a. zur Anwendung von Beatmungs-Therapie, zur Infektionsvorbeugung und -kontrolle oder zur Abfallentsorgung. Wir haben die Behandlung von Covid-19-Patient*innen ausgeweitet und in diesem Zuge in besonders vulnerablen Gemeinden über Gesundheitsrisiken aufgeklärt. Dort haben wir auch Hygiene-Kits ausgegeben und Gesichtsmasken verteilt.

 

29.07.2021