Unsere Hilfe in Sierra Leone

Ein Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in unserer Klinik in Magburaka, wo wir im Rahmen unserer Hilfe in Sierra Leone Überlebende von Ebola medizinisch und psychologisch behandeln, füllt Papiere für die Verlegung einer Patientin in eine Augenklinik aus.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Im Jahr 2016 leistete Ärzte ohne Grenzen medizinische Hilfe in Sierra Leone, um das durch die Ebola-Epidemie schwer erschütterte Gesundheitssystem zu unterstützen. Das Land wurde am 17. März 2016 für ebolafrei erklärt.

Die Hilfe in Sierra Leone im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen setzte 2016 die Hilfe in Sierra Leone auch nach dem Ende der Ebola-Epidemie fort, da die medizinische Versorgung im Land bereits vor dem Ausbruch unzureichend gewesen war. Hinzu kam, dass rund zehn Prozent der medizinischen Fachkräfte an Ebola gestorben waren. 8.695 Menschen hatten sich mit dem Virus infiziert. Viele Überlebende kämpften noch Monate nach der Heilung mit bestimmten Komplikationen. Die Klinik für Überlebende, die Ärzte ohne Grenzen im Juli 2015 eröffnet hatte, wurde im September 2016 an die Behörden übergeben. Bis zu diesem Zeitpunkt behandelte Ärzte ohne Grenzen dort mehr als 400 Überlebende und ihre Familien und hielt mehr als 450 psychologische Gespräche ab. Die Teams der Klinik organisierten zudem Kampagnen, um über sicheren Sex, die Bedeutung von Händewaschen oder über die Vorbeugung von Malaria aufzuklären. Wenn Ebola-Überlebende über Stigmatisierungen berichteten, wurden Gesundheitsaufklärer in die Gemeinden entsandt, um die Menschen besser über die Krankheit zu informieren. Die Hilfe in Sierra Leone umfasste auch den Aufbau eines Nothilfeteams für den Fall, dass es erneut zu einem Ausbruch von Ebola käme. Dieses Team unterstützte die Gesundheitsbehörden dabei, über Infektionskrankheiten zu berichten, in drei Bezirken Trainings zu Nothilfemaßnahmen und Impfkampagnen durchzuführen, u. a. gegen Ebola.
  • Vor der Ebola-Epidemie wies Sierra Leone einige der schlechtesten Gesundheitsindikatoren weltweit auf, insbesondere in Bezug auf die Mütter- und Kindersterblichkeit. Im Bezirk Tonkolili unterstützte Ärzte ohne Grenzen daher im Rahmen der Hilfe in Sierra Leone die pädiatrische Station, die Mütter- und Säuglingsstation sowie das Labor für Bluttransfusionen im Krankenhaus in Magburaka. Zudem wurde der Mutter-Kind-Gesundheitsposten in Magburaka mit Medikamenten und Personal versorgt. In Yoni betreuten die Teams eine Klinik mit Fokus auf Geburtsnothilfe. Sie hielten im Jahr 2016 insgesamt 21.180 Konsultationen und 6.245 Schwangerenberatungen ab, nahmen 2.996 Kinder auf die pädiatrische Station auf und halfen bei 1.457 Geburten.
  • Im Bezirk Koinadugu eröffnete Ärzte ohne Grenzen im April ein neues Projekt, um die Mütter-, Säuglings- und Kindersterblichkeit zu verringern. Die Teams renovierten das Krankenhaus in Kabala und erweiterten die Bettenzahl von 15 auf 45. Zudem stellten sie drei Säuglingsbetten zur Verfügung. Zwischen April und Dezember 2016 wurden im Rahmen dieser Hilfe in Sierra Leone 1.660 Kinder unter zwölf Jahren stationär aufgenommen, 148 von ihnen aufgrund schwerer akuter Mangelernährung. Die Teams versorgten 1.185 Schwangere, halfen bei 783 Entbindungen und registrierten 1.240 Interessenten für Familienplanungstermine. Darüber hinaus leisteten sie die medizinische Nachsorge für 48 Ebola-Patienten und führten 23.197 Ebola-Tests durch, die allesamt negativ ausfielen. Zur Hilfe in Sierra Leone gehörte auch, dass die Teams in Koinadugu die Ernährungslage beobachteten und auf den Ausbruch von Epidemien reagierten. So impften sie im Mai 2016 insgesamt 65.159 Kinder gegen Masern.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1986 Hilfe in Sierra Leone an.