Unsere Hilfe in Sierra Leone

In unserer Klinik im Bezirk Tonkolili versorgen zwei Pflegekräfte den drei Wochen alten Mohammed, der an Mangelernährung erkrankt ist. Er wiegt nur 1,7 Kilogramm.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Im Jahr 2018 leistete Ärzte ohne Grenzen medizinische Hilfe in Sierra Leone, da die Mütter- und Kindersterblichkeitsraten hoch waren. Das Gesundheitssystem hatte sich vom Ebola-Ausbruch in den Jahren 2014-2016, bei dem rund zehn Prozent der Gesundheitsfachkräfte starben, noch nicht erholt.

Die Hilfe in Sierra Leone im Einzelnen (Auszug):

  • Die Teams von Ärzte ohne Grenzen setzten 2018 die Hilfe in Sierra Leone fort. Sie arbeiteten in Krankenhäusern und Kliniken, um den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu erhöhen, Engpässe bei der Lieferung wichtiger Medikamente auszugleichen und medizinische Fachkräfte auszubilden. Sie hielten im Jahr 2018 insgesamt 103.800 ambulante Konsultationen ab, nahmen 8.360 Patientinnen und Patienten stationär auf, darunter 4.830 Kinder unter fünf Jahren, und halfen bei 5.890 Geburten. Zudem hielten sie 25.000 Schwangerenberatungen ab. Unser Fokus lag auf der Versorgung von Müttern und Kindern.
  • Im Rahmen der Hilfe in Sierra Leone betreuten wir im Bezirk Tonkolili die Kinder- und Mütterstation im Magburaka-Bezirkskrankenhaus. Die Teams verbesserten die Wasser- und Sanitärversorgung, unterstützten die Blutbank und verstärkten die Infektionsprävention und -kontrolle. Zudem bot Ärzte ohne Grenzen medizinische und psychologische Hilfe für Überlebende sexueller Gewalt im Magburaka-Krankenhaus und umliegenden Kliniken an. Während der Regenzeit unterstützten die Teams sieben gemeindebasierte Malariaposten bei Reihenuntersuchungen, Behandlungen und Überweisungen.
  • Im Bezirk Koinadugu umfasste unsere Hilfe in Sierra Leone die Unterstützung des Kabala- Bezirkskrankenhauses auf der Kinder- und Mütterstation sowie in der Notaufnahme. Zum Jahresende übergaben wir diese Aktivitäten an die Behörden.
  • Im Bezirk Kenema unterstützten die Teams 13 Kliniken in den Stammesfürstentümern Gorama Mende, Wandor und Nongowa. Sie übernahmen die klinische Kontrolle, halfen bei Überweisungen und spendeten bei Engpässen wichtige Medikamente und medizinisches Material. Im Januar 2018 wurden zudem die Fundamente eines neuen Krankenhauses in der Stadt Hangha gelegt. Die Eröffnung ist für März 2019 geplant. Das Krankenhaus wird über eine Notaufnahme, Intensivstation, ein stationäres Ernährungszentrum, eine allgemeinpädiatrische Abteilung, eine Isolierstation, ein Labor und eine Blutbank verfügen. Später soll eine Mütter- und Röntgenstation folgen. An der Akademie für Gesundheitsversorgung, die 2016 von Ärzte ohne Grenzen gegründet wurde, bildeten wir 2018 im Rahmen der Hilfe in Sierra Leone 160 Gesundheitshelferinnen und Gesundheitshelfer im Bezirk Kenema aus. 50 Hebammen und Pflegekräfte konnten in Ghana an einem 24-monatigen Training teilnehmen. Zwölf Personen besuchten gemeinsam mit Pflegekräften aus dem Südsudan einen 18-monatigen Anästhesie-Diplomkurs. Diese Pflegekräfte und Hebammen aus Sierra Leone sollen später an das neue Krankenhaus in Kenema zurückkehren. Bei diesen Aktivitäten handelt es sich im Rahmen der Hilfe in Sierra Leone um ein Pilotprojekt, das auf andere Länder wie der Zentralafrikanischen Republik, der Demokratischen Republik Kongo und dem Südsudan ausgedehnt werden soll.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1986 Hilfe in Sierra Leone an.