Unsere Hilfe in Sierra Leone

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen versorgte auch im Jahr 2015 in Sierra Leone Ebola-Patienten. Die Weltgesundheitsorganisation erklärte den Ebola-Ausbruch am 7. November für beendet, doch es gab neue Fälle im Land.

Unsere Hilfe in Sierra Leone: Ebola-Aktivitäten im Einzelnen (Auszug):

  • Bis Februar 2015 behandelte Ärzte ohne Grenzen in Sierra Leone Ebola-Patienten im Behandlungszentrum der Hauptstadt Freetown. Das 100-Betten-Zentrum der Prince of Wales School bot medizinische Hilfe und psychologische Unterstützung an. Von den 400 aufgenommenen Patientinnen und Patienten wurde bei 170 Personen das Ebola-Virus bestätigt. Das Team führte die Triage durch, isolierte und testete die Kranken und betrieb Aktivitäten zur Gesundheitsaufklärung.
  • Im Januar eröffnete Ärzte ohne Grenzen eine spezielle Station, um in Sierra Leone Ebola-Patientinnen behandeln zu können, die schwanger waren. Auch ihre besonders gefährdeten Babys wurden in Freetown versorgt. Auf dem Höhepunkt der Epidemie lag die Sterblichkeitsrate von Schwangeren bei rund 90 Prozent. Im Verlauf des Jahres versorgten die Teams auch nicht schwangere Frauen und Kinder, die Hilfe benötigten.
  • Viele Ebola-Überlebende berichteten über Augen- und Gelenkschmerzen, Ängste und Depressionen. Ab Februar versorgte Ärzte ohne Grenzen daher in Sierra Leone Ebola-Überlebende. Die Klinik in Freetown bot medizinische und psychologische Unterstützung an, überwies bei Bedarf Patientinnen und Patienten an andere Stellen und stellte eine kostenlose Behandlung im Hospital für Augenkrankheiten im Stadtteil Kissy sicher. Ab Juli versorgten die Teams im Bezirk Tonkolili Ebola-Überlebende mit mobilen Kliniken und ab Dezember ebenso im Bezirk Kailahun. Die mobilen Teams boten medizinische Sprechstunden an und überwiesen bei Bedarf Patienten an mobile Augenkliniken, die von der Organisation Partners in Health betrieben wurden.
  • Bis Ende Mai unterstützte Ärzte ohne Grenzen zudem die Behörden in Sierra Leone: Ebola-Teams, die bei einem Verdacht auf Ebola alarmiert wurden, begleiteten die Dekontaminierungsteams, die in den Armenvierteln von Freetown arbeiteten. Diese Aktivitäten spielten eine wesentliche Rolle für die Infektionskontrolle. Die Häuser der Personen, die mutmaßlich an Ebola erkrankt waren, wurden desinfiziert, Hygieneartikel wie Seife und Chlor verteilt und Informationen zur Gesundheitsaufklärung erteilt. Ärzte ohne Grenzen versorgte das nationale Gesundheitspersonal auch mit Schutzkleidung wie Brillen, Mundschutz, Kittel und Handschuhe.
  • Das Behandlungszentrum in Kailahun wurde Anfang 2015 geschlossen, nachdem das nationale Gesundheitspersonal ein intensives Training über Protokolle zur Biosicherheit und Isolierung von Patienten sowie zum Überweisungsprozess und zur Krankheitsüberwachung erhalten hatte. Eine Isolierungsstation wurde vor der Übergabe noch fertiggestellt, um alle Fälle versorgen zu können, die aus dem Bezirk überwiesen wurden. Das Behandlungszentrum in Magburaka wurde im Mai und das Zentrum in Bo im Oktober 2015 geschlossen.
  • In der Zeit, als in Sierra Leone Ebola wütete, wurden Routine-Impfungen ausgesetzt. Dies führte dazu, dass vermeidbare Krankheiten erneut ausbrachen. Im April reagierten die Teams von Ärzte ohne Grenzen auf einen Masern-Ausbruch in Freetown, und bis Juni 2015 unterstützten sie zehn öffentliche Gesundheitseinrichtungen dabei, Personal zu schulen und das Fall-Management zu überwachen. Außerdem stellten sie Medikamente zur Verfügung.

  • Im Januar verteilte Ärzte ohne Grenzen im großen Stil Antimalariamittel in der Provinz Western. Mit dieser Aktion wurden 1,8 Millionen Menschen erreicht.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1984 Hilfe in Sierra Leone an.

Aktuelle Informationen zum Stand von Ebola in Sierra Leone finden Sie hier.