Unsere Hilfe in Madagaskar

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen nahm im Jahr 2015 die Hilfe in Madagaskar wieder auf, um auf eine Mangelernährungskrise und einen Malaria-Ausbruch zu reagieren.

Unsere Hilfe in Madagaskar im Einzelnen (Auszug):

  • Die Wiederaufnahme der Hilfe in Madagaskar war vor allem dem geringen Niederschlag im Süden des Landes geschuldet, der zu einer schlechten Ernte führte. Der Nahrungsmittelengpass wurde durch die mangelnde Infrastruktur und den fehlenden Zugang zu medizinischer Versorgung noch verschlimmert. Als die ersten Teams von Ärzte ohne Grenzen den Bedarf vor Ort überprüften, stellten sie fest, dass die Menschen bereits wilde Pflanzen und Blätter aßen sowie ihre Haushaltsgegenstände, ihr Vieh und sogar ihr Land verkauften, um an Nahrungsmittel zu gelangen. Denn die meisten Nahrungsmittelvorräte waren bereits erschöpft. 
  • Im Juni 2015 startete Ärzte ohne die Hilfe in Madagaskar, indem die Teams im Bezirk Ambovombe, Region Androy, mangelernährte Patienten behandelten. Sie nahmen insgesamt 139 Kinder ins stationäre Ernährungszentrum auf. 90 Prozent von ihnen waren jünger als fünf Jahre. Zudem behandelten sie ambulant 1.486 mangelernährte Patienten, von denen 75 Prozent unter fünf Jahren waren.
  • Dank des unerwartet einsetzenden Regens verbesserte sich die Lage im September 2015, so dass die Anzahl der mangelernährten Patienten nicht so hoch wie befürchtet war. Die Teams setzten daraufhin Wohnwagen ein, in denen die Mitarbeiter die weit verstreut lebende Bevölkerung in dieser vorrangig ländlichen Region aufsuchte und ihren Ernährungszustand überprüfte. Diese Hilfe in Madagaskar soll im März 2016 beendet werden.
  • Im Mai 2015 gab es im Süden des Landes eine Zunahme an Malariafällen, doch die Behörden konnten nur beschränkt helfen, da das betroffene Gebiet sehr weitläufig ist und es ihnen an wirksamen Medikamenten mangelte, wie der artesmisininhaltigen Kombinationstherapie (ACT), dem wirkungsvollsten Arzneistoff gegen Malaria. Ärzte ohne Grenzen setzte daraufhin mobile Kliniken in der Region Atsimo-Andrefana ein und deckten damit vier Bezirke und 13 Gemeinden ab. Die Teams testeten zwischen Anfang Juni und Mitte Juli rund 4.190 Personen auf Malaria. Mehr als die Hälfte von ihnen waren an Malaria erkrankt und erhielten daraufhin die notwendige ACT-Behandlung.  Mit dieser Art der Hilfe in Madagaskar unterstützte Ärzte ohne Grenzen auch zwei Krankenhäuser, 16 Gesundheitszentren und 18 Basisgesundheitsstationen. Die Teams belieferten sie mit Malaria-Medikamenten und medizinischer Ausstattung.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1987 Hilfe in Madagaskar an.