Unsere Hilfe in Madagaskar

Ein Arzt in unserer Spezialklinik für an Pest Erkrankte hilft einem kleinen Mädchen beim Anlegen einer Schutzmaske.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte die Hilfe in Madagaskar im Jahr 2017 darauf, die Behörden von Oktober bis Dezember bei der Bekämpfung einer Lungenpest-Epidemie zu unterstützen.

Die Hilfe in Madagaskar im Einzelnen (Auszug):

  • Die Pest-Hilfe in Madagaskar war insofern außergewöhnlich, als es sich um die gefährliche Lungenpest handelte, die von Mensch zu Mensch übertragen wird. Diese ist gefährlicher als die durch Kleinsäuger übertragene Beulenpest und von Mensch zu Mensch übertragbar. Heutzutage kann die Krankheit aber gut mit einer Antibotika-Therapie behandelt und geheilt werden. Zwischen August und Anfang Dezember erkrankten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation 2.400 Personen an der Lungenpest, 209 Kranke starben.
  • In der Hafenstadt Tamatave (auch bekannt als Toamasina), an der Ostküste des Landes, kam es zur zweitgrößten Anzahl von Lungenpestfällen nach der Hauptstadt Antananarivo. Im Rahmen der Hilfe in Madagaskar eröffnete Ärzte ohne Grenzen im Oktober ein Behandlungszentrum. Das Team konzentrierte sich vor allem auf die Hygiene- und Infektionskontrolle in diesem Zentrum und in dessen Umgebung. Es schulte nationales Personal, klärte die Gemeinden über die Krankheit auf und verbesserte die Einteilung der Patientinnen und Patienten. Ab November war der Pestausbruch unter Kontrolle, so dass Ärzte ohne Grenzen die Aktivitäten in Tamatave reduzieren konnte. Das Team blieb noch ein paar Wochen vor Ort, um eine Auswertung der mit der Pest verbundenen Gesundheitsrisiken in und um Antananarivo abzuschließen. Im Rahmen der Hilfe in Madagaskar verstärkte es auch die Einteilung der Patientinnen und Patienten und verbesserte das Abfallsystem im einzigen auf Lungenpest spezialisierten Behandlungszentrum, dem „Centre Hospitalier Anti-Peste“, in Antananarivo.
  • In Ambalavao, Region Haute Matsiatra, eröffnete Ärzte ohne Grenzen ebenfalls ein Pest-Behandlungszentrum, um die Maßnahmen zur Infektionsprävention und das Abfallsystem zu verbessern. Diese Hilfe in Madagaskar umfasste auch Informations- und Aufklärungsaktivitäten in den Gemeinden.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1987 Hilfe in Madagaskar an.