Unsere Hilfe in Mosambik

Nach Naturkatastrophen, wie dem Wirbelsturm im März 2019, sind Menschen in entlegenen Gebieten Mosambiks häufig nur schwer zu erreichen.

Aktuelle Informationen zu unserem Einsatz aufgrund der Coronavirus-Pandemie finden Sie hier.

Unsere Aktivitäten 2019:

Unser Einsatz in Mosambik war 2019 von zwei Zyklonen geprägt, die im Abstand von nur wenigen Wochen, große Teile des Landes verwüsteten und Hunderttausende in ihrer Existenz bedrohten. Zunächst leisteten wir Soforthilfe, insbesondere dort, wo ganze Gebiete durch die Verwüstung der Stürme von der Außenwelt abgeschnitten waren. Gerade das Bereitstellen von sauberem Trinkwasser war immens wichtig, um die schnelle Ausbreitung von Krankheiten einzudämmen. Im Anschluss an die Katastrophe behandelten wir Hunderte von Cholera Patient*innen und halfen so, weitere Ausbrüche der Krankheit zu verhindern.

Unsere Aktivitäten 2018 im Überblick:

Im Jahr 2018 setzte Ärzte ohne Grenzen die HIV-Hilfe in Mosambik fort, da das Land eine der höchsten HIV-Raten weltweit aufwies. Mehr als 13 Prozent der Menschen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren lebten 2018 mit HIV, also etwa 2.1 Millionen Menschen. Rund 34.000 von ihnen waren zusätzlich mit Tuberkulose infiziert.

Die Hilfe in Mosambik im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen konzentrierte 2018 die Hilfe in Mosambik darauf, bei Menschen mit HIV schneller diejenigen zu ermitteln und zu behandeln, die in Maputo und Beira an Begleitinfektionen erkrankt waren. Wir versorgten insgesamt 14.500 Personen mit antiretroviralen Medikamenten der ersten Therapielinie. 240 Patientinnen und Patienten starteten ihre Tuberkulosebehandlung, 33 Personen wurden gegen Hepatitis C behandelt.
  • In Maputo betreuten die Teams im Rahmen der Hilfe in Mosambik eine Machbarkeitsstudie: Sie ergab, dass die Behandlung des Kaposi Sarkoms, der häufigsten Krebsbegleiterkrankung bei Menschen mit HIV, mit Liposomal Doxorubicin bessere Ergebnisse erzielte als andere Therapien. Sie behandelten 2018 mehr als 240 Patientinnen und Patienten mit diesem neuen Medikament. Gleichzeitig setzten sie sich für niedrigere Medikamentenpreise ein und für eine Aktualisierung der nationalen Behandlungsrichtlinie.
  • Unsere Hilfe in Mosambik umfasste auch die Behandlung von 160 Patienten, die an einer resistenten Tuberkuloseform erkrankt waren. 70 Prozent von ihnen erhielten in sechs Kliniken in Maputo weniger giftige und injektionsfreie Behandlungen. Da die vorläufigen Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zur Kurzzeitbehandlung bei resistenter Tuberkulose positiv waren, akzeptierten die Gesundheitsbehörden sie im Juni als nationale Behandlungsrichtlinie.
  • Wir kooperierten im Rahmen der Hilfe in Mosambik mit einer lokalen Organisation, um für Drogengebraucher ein niedrigschwelliges Zentrum in Maputo zu eröffnen. Es bot Tests und Behandlungen für HIV, Tuberkulose und Hepatitis C an sowie umfassende risikosenkende Maßnahmen an, wie die Verteilung von Nadeln und Spritzen. Rund 100 Personen nutzten dieses Angebot täglich.
  • In einem der größten Krankenhäuser in Maputo starten wir ein Pilotprojekt, um die Übertragung von Hepatitis B von der Mutter auf das Kind zu verhindern.
  • In Beira betreuten die Teams im Rahmen der Hilfe in Mosambik ein reproduktives Versorgungsprogramm - einschließlich HIV-Tests und Behandlung -, für gefährdete und stigmatisierte Gruppen wie Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter oder Männer, die Sex mit Männern haben. Rund 300 Personen wurden in eine prophylaktische Studie aufgenommen, um sie vor einer HIV-Ansteckung zu schützen. Zudem betreuten wir eine lokale Klinik, in der Mädchen und Frauen ihre Schwangerschaft sicher beenden konnten.
  • Nach 16 Jahren übergaben wir 2018 das HIV-Projekt in Tete an die Behörden. Mit dieser Hilfe in Mosambik hatten wir erfolgreich innovative HIV-Ansätze eingeführt.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1984 Hilfe in Mosambik an.