Unsere Hilfe in Jordanien für Flüchtlinge

Unser Chirurg Jaeheon untersucht, wie die Verletzungen seines kleinen syrischen Patienten verheilen. Unsere Hilfe in Jordanien für Flüchtlinge ist so wichtig, weil sie kaum Zugang zur Gesundheitsversorgung haben.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Seit 2011 leben in Jordanien Flüchtlinge aus Syrien: Dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) zufolge sind 650.000 von ihnen offiziell registriert. Ihr Zugang zur Gesundheitsversorgung ist extrem beschränkt, da viele über keine legalen Dokumente verfügen, sie kaum Geld haben und die Grenzübergänge immer wieder geschlossen werden.

Unsere Hilfe in Jordanien für Flüchtlinge im Einzelnen (Auszug):

  • Seit Dezember 2014 müssen in Jordanien Flüchtlinge aus Syrien für medizinische Hilfe in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen bezahlen. Im März 2016 eröffnete Ärzte ohne Grenzen daher eine Klinik in der Stadt Ramtha, um sowohl syrische Flüchtlinge als auch bedürftige Jordanier mit chronischen Krankheiten kostenlos zu behandeln. Die Klinik bot medizinische Hilfe, Hausbesuche und psychologische Unterstützung für 1.500 Patientinnen und Patienten an – 25 Prozent von ihnen waren Jordanier. Die Teams hielten im Jahr 2016 insgesamt 9.022 Konsultationen ab.
  • Im April wurde das seit zwei Jahren laufende Projekt zur Behandlung chronischer Krankheiten in der Provinz Irbid um psychologische Hilfe erweitert. Die Teams hielten hier mehr als 25.500 Konsultationen ab, zu denen auch Hausbesuche gehörten. 3.643 Patienten wurden aufgrund ihrer chronischen Krankheiten behandelt.
  • Im September erweiterte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Jordanien: Flüchtlinge aus Syrien und bedürftige Jordanier erhielten basismedizinische Hilfe in Turra, Sahel Houran und Al-Ramtha. Bis zum Jahresende hielten die Teams 3.083 Konsultationen ab.
  • Mehr als 75.000 Syrer – 75 Prozent von ihnen Frauen und Kinder – strandeten 2016 an der nordöstlichen Grenzen Jordaniens, bekannt als Wüstengebiet Berm. Von Mai an betreute Ärzte ohne Grenzen mobile Kliniken in Rukban und konzentrierte sich besonders auf Schwangere und Kinder unter fünf Jahren. Die Teams hielten in 23 Tagen mehr als 3.500 Konsultationen ab. Nach einem Angriff in der Nähe des Berm am 21. Juni 2016, wurde die Grenze geschlossen. Seitdem versuchten die Teams erneut Zugang zu erhalten.
  • In der Provinz Irbid war Ärzte ohne Grenzen der größte Gesundheitsanbieter für syrische Flüchtlinge. Die Teams bauten die Geburtshilfe- und Säuglingsstation im Krankenhaus aus. Sie halfen bei 3.663 Geburten, nahmen 658 Neugeborene stationär auf und hielten 14.848 Schwangerenberatungen ab. Zudem erhielten in diesem Projekt in Jordanien Flüchtlinge unter 18 Jahren psychologische Hilfe.
  • Die Entscheidung der jordanischen Regierung, im Juni 2016 die Grenze nahe Ramtha zu schließen, wirkte sich sehr nachteilig auf die medizinische Evakuierung von Kriegsverletzten aus. Gemeinsam mit den Behörden bemühte sich Ärzte ohne Grenzen, die beschränkte Anzahl von Kriegsverletzten, die als Notfälle eingeliefert wurden, chirurgisch und postoperativ zu versorgen. Im Jahr 2016 behandelten die Teams 369 Kriegsverletzte und hielten 1.239 psychologische Einzelgespräche ab. Da die Grenze geschlossen wurde, kamen auch weniger Patienten in die 46-Betten-Klinik im Zaatari-Flüchtlingslager. Im Dezember musste Ärzte ohne Grenzen die Einrichtung schließen. Zuvor waren 126 Patientinnen und Patienten behandelt und mehr als 1.283 psychologische Konsultationen abgehalten worden.
  • Das rekonstruktive chirurgische Krankenhaus in Amman operierte in Jordanien Flüchtlinge aus benachbarten Ländern, die schwer kriegsverletzt oder indirekt Opfer von Gewalt geworden waren. Die Patienten erhielten dort umfassende fachmedizinische Hilfe im Bereich Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie sowie Orthopädie und plastische Chirurgie. Außerdem boten die Teams physiotherapeutische und psychologische Unterstützung an. Im Jahr 2016 nahmen sie 1.055 chirurgische Eingriffe vor.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 2006 Hilfe in Jordanien für Flüchtlinge an.