Unsere Hilfe in Belarus (Weißrussland)

Ein Patient nimmt eine Beratung am Tuberkulose-Institut in Minsk in Anspruch.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte im Jahr 2018 die Hilfe in Belarus (Weißrussland) fort: Gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden behandelten die Teams Patientinnen und Patienten mit multiresistenter Tuberkulose.

Die Hilfe in Belarus (Weißrussland) im Einzelnen (Auszug):

  • Die Hilfe in Belarus (Weißrussland) ist weiterhin notwendig, da das Gesundheitssystem laut der Weltgesundheitsorganisation (Global Tuberculosis Report, 2018) aufgrund der vielen Erkrankungen an multiresistenter Tuberkulose sehr belastet ist. Die Teams arbeiteten 2018 in drei öffentlichen Einrichtungen für Tuberkulose (TB): in der Region Minsk, in Volkovichi und in Orsha. In Orsha behandelte das Team 22 Insassen einer Haftanstalt, von denen sechs zudem mit Hepatitis C koinfiziert waren. Die Häftlinge erhielten neuartige Medikamente, die eine Heilungsrate von 95 Prozent aufweisen.
  • Im Rahmen der Hilfe in Belarus (Weißrussland) fokussierte das Programm in Minsk darauf, die Therapietreue von Patienten zu erhöhen, die alkoholabhängig waren oder zu einer marginalisierten Gruppe gehörten. Unser multidisziplinäres Team verfolgte einen klientenzentrierten Ansatz: Während der gesamten Therapie bot Ärzte ohne Grenzen psychosoziale Hilfe an, um die Therapietreue zu erhöhen. Im Jahr 2018 führten die Teams insgesamt 2.225 Einzelgespräche.
  • Zum Jahresende 2018 behandelten die Teams 59 Patientinnen und Patienten, die an resistenter Tuberkulose erkrankt waren, mit neuen Medikamenten, die auch Bedaquilin und Delamanid enthielten. Diese Behandlung ist Teil der „Stop-TB“-Beobachtungsstudie, die in mehr als 15 Ländern läuft. Mit den 41 Erkrankten, die 2018 neu in die Studie aufgenommen wurden, ist die nationale Zielmarke von 122 Patientinnen und Patienten erreicht, die seit August 2015 in die Studie aufgenommen wurden.
  • Die Hilfe in Belarus (Weißrussland) umfasste 2018 auch den Start einer wegweisenden Studie, genannt TB-PRACTECAL, die kurze Behandlungszeiten und innovative TB-Medikamentenregime erforscht. Bis zum Jahresende wurden 20 Patientinnen und Patienten in diese Studie aufgenommen. Erst im Dezember 2017 hatten wir im Rahmen der Hilfe in Belarus (Weißrussland) die Genehmigung erhalten, tatsächlich Patienten in diese Studie aufzunehmen.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 2015 Hilfe in Belarus (Weißrussland) an.