Unsere Hilfe in Liberia

Nach dem verheerenden Ebola-Ausbruch in Liberia bemühen sich viele Menschen noch immer darum, zur Normalität zurückzufinden. Auch das nationale Gesundheitssystem ist weiterhin angeschlagen. Unsere Hilfe in Liberia schließt Lücken in der medizinischen Versorgung. Wir betreiben unter anderem eine Station für Neugeborene in Monrovia.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte im Jahr 2017 die Hilfe in Liberia auf die pädiatrische Versorgung und psychologische Hilfe.

Unsere Hilfe in Liberia im Einzelnen (Auszug):

  • Medizinische und psychologische Hilfe in Liberia blieb auch im Jahr 2017 ein Schwerpunkt für Ärzte ohne Grenzen. Im Jahr 2015 hatten die Teams während der Ebola-Epidemie ihre Arbeit im Bardnesville Junction-Krankenhaus in der Hauptstadt Monrovia aufgenommen. Ursprünglich wurden hier Kinder unter fünf Jahren versorgt. Im Jahr 2017 erweiterte Ärzte ohne Grenzen die Aufnahmekriterien, um Kinder bis zum 15. Lebensjahr behandeln zu können. Im Verlauf des Jahres versorgten die Teams 7.040 Kinder in der Notaufnahme und nahmen fast 6.000 Patientinnen und Patienten stationär auf. Zu den wichtigsten Krankheiten gehörten Malaria, schwere akute Mangelernährung und Atemwegsinfektionen.
  • Das Bardnesville Junction-Krankenhaus diente auch weiterhin als Lehrkrankenhaus, um Studierende der Säuglingspflege auszubilden. Im Rahmen der Hilfe in Liberia führte das Team auch Forschungsarbeiten zu pädiatrischen Themen durch, u. a. in Bezug auf Vergiftungen durch Paracetamol. Zum Jahresende 2017 begannen zudem die Bauarbeiten für einen pädiatrischen Operationssaal, der im Januar 2018 eröffnet werden soll.
  • Ab September 2017 unterstützte Ärzte ohne Grenzen vier Gesundheitszentren in der Hauptstadt Monrovia und in ihrer Umgebung mit psychologischer Hilfe und Epilepsie-Angeboten. Ein Psychiater und zwei klinische Psychologen schulten das öffentliche Gesundheitspersonal in der Diagnose und Behandlung von psychischen Erkrankungen. Psychosoziale Fachkräfte boten zudem Unterstützung dabei an, behandlungsbedürftige Personen in den Gemeinden zu erkennen. Insgesamt wurden in den Kliniken rund 2.446 Konsultationen aufgrund psychischer Probleme oder Epilepsie abgehalten. Ärzte ohne Grenzen stellte im Rahmen dieser Hilfe in Liberia auch psychiatrische und krampflösende Medikamente zur Verfügung.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1990 Hilfe in Liberia an.