Unsere Hilfe in Liberia

Unsere Hilfe in Liberia konzentrierte sich 2015 auf den Kampf gegen Ebola. Angel und Patricia haben sich in unserem Ebola-Versorgungszentrum Elwa 3 in Monrovia kennen gelernt und überlebt. Angel's Mutter ist an Ebola gestorben, das kleine Mädchen wird nun von Patricia versorgt.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Auch wenn im Jahr 2015 Liberias Ebola-Epidemie fast vorbei war, benötigte das Land weiterhin Unterstützung, um auf potenziell neue Fälle reagieren zu können und das Gesundheitssystem wiederaufzubauen.

Unsere Hilfe in Liberia: Ebola-Aktivitäten im Einzelnen (Auszug):

  • Schon bevor in Liberia Ebola ausbrach, war die gesundheitliche Situation landesweit prekär. Mit dem Ausbruch der Epidemie wurde das Land allerdings in die Knie gezwungen. Viele Krankenhäuser schlossen im Jahr 2014 und sind noch immer nicht wiedereröffnet worden. Schätzungsweise acht Prozent der medizinischen Fachkräfte sind zudem durch das Virus gestorben, viele anderen haben die Arbeit nie wiederaufgenommen. Ärzte ohne Grenzen unterstützte 2015 weiterhin die Gesundheitsbehörden, um die medizinische Versorgung zu verbessern.
  • Am 15. Mai 2015 wurde offiziell erklärt, dass in Liberia Ebola nicht mehr vorkäme. Doch im Juli und November gab es neue Fälle. Als Teil des Nationalen Ebola-Plans organisierte Ärzte ohne Grenzen Trainingskurse zur schnellen Isolierung und Behandlung für Ebola-Einsatzteams in vier Bezirken des Landes. Zudem verbesserten die Teams in einigen Krankenhäusern in Monrovia die Infektionsprävention und Kontrollmaßnahmen durch die Einrichtung von Isolationseinheiten.
  • Im März übergab Ärzte ohne Grenzen in Liberia Ebola-Transitzentren in der Hauptstadt Monrovia an das International Rescue Committee sowie im Mai das Ebola-Behandlungszentrum an das Gesundheitsministerium. Während der ersten drei Monate des Jahres hatte das Team des Transitzentrums noch die Patientinnen und Patienten diagnostiziert, isoliert und sie bei Bedarf an ein Behandlungszentrum überwiesen. 81 Patienten wurden gesichtet und bei sieben von ihnen wurde Ebola bestätigt.
  • Es wird geschätzt, dass es rund 1.000 Ebola-Überlebende in Monrovia und im Bezirk Montserrado gibt, die noch unter Gelenkschmerzen oder Augenproblemen leiden und möglicherweise weiterhin von ihrer Umgebung stigmatisiert werden. Ärzte ohne Grenzen eröffnete daher im Januar 2015 in Monrovia eine Klinik für Überlebende, die Konsultationen und psychologische Gespräche anbot sowie rund 500 Patientinnen und Patienten an andere Einrichtungen überwies. Außerdem behandelte das Team Patienten, die keine Zertifikate über ihre Heilung erhalten hatten. Sie galten daher formal nicht als Überlebende und sahen sich noch größeren Schwierigkeiten ausgesetzt, medizinisch versorgt zu werden.
  • Als in Liberia Ebola ausbrach, wurden die pädiatrischen Stationen und Hospitäler geschlossen. Allerdings sind schätzungsweise 17 Prozent von Monrovias 1,4 Millionen Einwohnern unter fünf Jahre. Ärzte ohne Grenzen eröffnete daher im April ein pädiatrisches Krankenhaus mit 74 Betten in Bardnesville Junction, um einige Engpässe in der fachmedizinischen Versorgung von Kindern zu beheben. Die Einrichtung umfasst zehn Intensivbetten, eine Notaufnahme, eine Säuglingsstation, ein Ernährungszentrum sowie eine Abteilung für stationäre Fälle. Zum Jahresende 2015 wurde die Kapazität des Hospitals auf 91 Betten erhöht. 

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1990 Hilfe in Liberia an.