Unsere Hilfe in Liberia

Mehr als zwei Jahre nach dem verheerenden Ebola-Ausbruch in Liberia bemühen sich viele Menschen noch immer darum, zur Normalität zurückzufinden. Auch das nationale Gesundheitssystem ist weiterhin angeschlagen. Unsere Hilfe in Liberia schließt Lücken in der medizinischen Versorgung. Wir betreiben unter anderem eine Station für Neugeborene in Monrovia.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen leistete im Jahr 2016 weiterhin medizinische Hilfe in Liberia. Die Auswirkungen des Ebola-Ausbruchs in Westafrika in den Jahren 2014 und 2015 waren sehr gravierend für das liberianische Gesundheitssystem, das bereits vor der Ebola-Epidemie schwach und unzureichend ausgestattet war.

Unsere Hilfe in Liberia im Einzelnen (Auszug):

  • Medizinische und psychologische Hilfe in Liberia blieb auch im Jahr 2016 ein Schwerpunkt für Ärzte ohne Grenzen, da es trotz aller Bemühungen der Behörden weiterhin Engpässe gab. Diese betrafen vor allem unterfinanzierte Bereiche wie die Kinderheilkunde und psychologische Versorgung.
  • Bereits ab 2015 arbeitete Ärzte ohne Grenzen im Bardnesville Junction Krankenhaus in der Hauptstadt Monrovia. Es ist auf fachmedizinische Nothilfe für Kinder spezialisiert, verfügt über eine Station für Neugeborene, behandelt schwer mangelernährte Patienten mit Komplikationen, führt Trainings durch und besitzt eine Klinik für Ebola-Überlebende. Außerdem boten die Teams psychologische Hilfe an. Darüber hinaus fokussierten sie auf eine strenge Infektionsprävention und auf strikte Kontrollmaßnahmen, um die Kontinuität der Gesundheitsversorgung auch im Kontext eines erneuten Ebola-Ausbruchs sicherzustellen. Ein Meilenstein für die medizinische Hilfe in Liberia war, dass die „Liberianische Behörde für Säuglings- und Geburtshilfe“ das von Ärzte ohne Grenzen unterstützte Krankenhaus im September 2016 als Standort für klinische Trainingskurse anerkannte. Die erste Gruppe Studierender im Bereich Säuglingspflege beendete das praktische Training im Dezember. Im Jahr 2016 hielten die Teams im Rahmen dieser Hilfe in Liberia rund 8.200 Nothilfe-Sprechstunden ab und nahmen fast 4.500 Patientinnen und Patienten stationär in das Bardnesville Junction Krankenhaus auf. Die Klinik für Ebola-Überlebende versorgte etwa 600 Patienten und hielt durchschnittlich 240 Konsultationen monatlich ab. Im Dezember wurde dieses Projekt von Ärzte ohne Grenzen geschlossen. Die Teams übergaben die Patienten an drei öffentliche Kliniken in Monrovia. Damit ist die Ebola-Hilfe in Liberia endgültig beendet.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1990 Hilfe in Liberia an.