Unsere Hilfe in Tansania

Unsere Hilfe in Tansania gilt insbesondere Flüchtenden aus Burundi und der Demokratischen Republik Kongo. Das Aufnahmezentrum in Bukarama wurde eingerichtet, um auf den Zustrom aus Burundi zu reagieren. Einige Menschen, die Geld besitzen, reisen mit Fahrrädern oder Motorrädern an. Zu Fuß kommen all jene ohne Geld.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte die Hilfe in Tansania im Jahr 2015 darauf, Flüchtlinge aus Burundi und der Demokratischen Republik Kongo zu unterstützen, die dort in überfüllten Lagern mit schlechten sanitären Bedingungen und beschränkter medizinischer Hilfe untergebracht waren.

Die Hilfe in Lesotho im Einzelnen (Auszug):

  • Im Rahmen der Hilfe in Tansania kümmerte sich Ärzte ohne Grenzen in den Lagern vor allem um die hygienischen Bedingungen, um die Risiken von Krankheiten wie Cholera zu reduzieren. Zudem war Malaria weit verbreitet, und viele Menschen litten unter Atemwegsinfektionen und Durchfallerkrankungen.
  • Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks waren im Jahr 2015 fast 200.000 Flüchtlinge in Tansania – mehrheitlich aus der Demokratischen Republik Kongo und Burundi. Viele lebten bereits seit den 1990er-Jahren im Land. Die Anzahl der Burunder war allerdings aufgrund der Unruhen im Mai in ihrer Heimat beträchtlich gestiegen. Nach Berichten über einen Cholera-Ausbruch unter den Neuankömmlingen errichtete Ärzte ohne Grenzen in Kigoma ein Cholera-Behandlungszentrum im Fußballstadium, das als Transitcamp für Flüchtlinge diente. Ein zweites Zentrum wurde in Kagunga, rund vier Bootsstunden von Kigoma entfernt, eröffnet. Etwa 37 Patienten wurden in rund fünf Wochen im 20-Betten-Cholerazentrum in Kagunga behandelt. Zudem klärten die Teams die Lagerbewohner über die Krankheit auf, lieferten sauberes Wasser und verbesserten die hygienischen Bedingungen.
  • Die Cholera-Hilfe in Tansania startete im Mai 2015 auch im Lager Nyarugusu, wo Ärzte ohne Grenzen ebenfalls ein Behandlungszentrum eröffnete. Im Juni kam es aufgrund erneuter Unruhen in Burundi zu einem neuen Ansturm von Flüchtlingen, der zeitweise zu rund 1.000 Neuankömmlingen täglich führte. Das Lager war schnell überfüllt, und die humanitären Organisationen bemühten sich, genügend Wasser, Nahrungsmittel, Unterkünfte und medizinische Hilfe zur Verfügung zu stellen. Ärzte ohne Grenzen betreute mobile Kliniken und ambulante Ernährungsprogramme. Zudem unterstützten die Teams die stationäre Versorgung von Mangelernährten im Krankenhaus des Tansanischen Roten Kreuzes. Da es keine anderen humanitären Organisationen mit Nothilfekapazitäten gab, verteilten die Teams rund 90 Millionen Liter Trinkwasser. Gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden, der Weltgesundheitsorganisation und dem UN-Flüchtlingshilfswerk führte Ärzte ohne Grenzten zudem eine orale Cholera-Impfkampagne durch. 232.997 Impfdosen wurden verabreicht. Die Kampagne wurde im Juli beendet und die Übertragung erfolgreich gestoppt. Es gab keinen Cholera-Ausbruch im Lager Nyarugusu.
     
    Über die Cholera-Hilfe in Tansania hinaus behandelte Ärzte ohne Grenzen im Lager Nyarugusu 18.836 Patientinnen und Patienten. Die meisten litten unter Malaria, Durchfallerkrankungen oder Atemwegsinfektionen. Gegen Jahresende boten die Teams auch psychologische Hilfe an und führten rund 600 Sprechstunden wöchentlich durch.
  • Im Oktober errichtete Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Tansania ein Krankenhaus mit 100 Betten im Flüchtlingslager Nduta, um die Menschen gegen Mangelernährung zu behandeln, ihnen Geburtshilfe sowie medizinische Versorgung nach sexueller Gewalt anzubieten. Darüber hinaus betreuten die Teams mobile Kliniken und untersuchten Neuankömmlinge medizinisch und auf Mangelernährung. Zwischen Oktober und Dezember 2015 führten die Teams 17.591 Sprechstunden durch, halfen bei 62 Geburten und machten 9.535 Malariatests, von denen 6.201 Tests positiv waren. Zusätzlich verteilte Ärzte ohne Grenzen 3.500 Zelte und mehr als 1.500.000 Liter Trinkwasser.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1993 Hilfe in Tansania an.