Unsere Hilfe in Guinea (Republik)

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Auch im Jahr 2015 versorgte Ärzte ohne Grenzen in Guinea Ebola-Patienten in Behandlungszentren. Zudem wurden sichere Bestattungen unterstützt sowie die Gesundheitsaufklärung, die epidemiologische Überwachung in den Gemeinden und das Auffinden von Kontaktpersonen.

Unsere Hilfe in Guinea: Ebola-Aktivitäten im Einzelnen (Auszug):

  • Ein Jahr nach dem Ausbruch der Ebola-Epidemie ging es vor allem darum, neue Lösungen zu finden, um die Krankheit zu bekämpfen. Aus diesem Grund nahm Ärzte ohne Grenzen in Guinea an Ebola-Forschungsarbeiten teil. Dazu gehörte auch ein Impfversuch für medizinische Fachkräfte, die in der Hauptstadt Conakry sowie in den Städten Forécariah und Coyah in direktem Kontakt mit Ebola-Patienten standen. Zudem wurden Personen in den Impfversuch einbezogen, die mit neuen bestätigten Ebola-Patienten Kontakt hatten. Darüber hinaus startete Ärzte ohne Grenzen eine Infektionsstudie, um herauszufinden, welche Körperflüssigkeiten ein hohes Risiko für die Übertragung der Krankheit bedeuteten und wie lange nach der Genesung diese ansteckend blieben. 
  • Zwischen Januar und März 2015 setzte Ärzte ohne Grenzen in Guinea Ebola-Soforthilfeteams ein, die überall dorthin fuhren, wo neue Ebola-Fälle gemeldet wurden. Diese Teams stellten schnell den Bedarf vor Ort fest und schlugen daran angepasste Maßnahmen vor. Sie kamen in den Städten Faranah und Kissidougou zum Einsatz.
  • Im April 2015 wurde das Ebola-Behandlungszentrum in Guéckédou geschlossen. Das Transitzentrum des Gesundheitsministeriums in Forécariah, dessen Errichtung Ärzte ohne Grenzen unterstützt hatte, wurde vom Französischen Roten Kreuz in ein Behandlungszentrum verwandelt. Ärzte ohne Grenzen unterstützte den Transfer der Patienten sowie die laufende Identifizierung neuer Fälle. Außerdem setzten die Teams aufsuchende Betreuungsaktivitäten fort.
  • Im Juli 2015 eröffnete Ärzte ohne Grenzen erneut in Guinea Ebola-Behandlungszentren: in Nongo, einem Stadtviertel der Hauptstadt Conakry, sowie in der Stadt Boké. Das Zentrum in Nongo hatte 72 Betten und nahm Patienten aus dem Donka-Krankenhaus auf. Auf diese Weise wurden Behandlungsstandards verbessert und innovative Lösungen bei der Patientenversorgung verstärkt. So wurden die Unterlagen der Patienten mit einer Kamera gescannt und von einer Hochrisiko- zu einer Niedrigrisiko-Region versandt.
  • Die Ebola-Epidemie hatte akute Folgen für die Menschen in Guinea, die mit HIV lebten und eine kontinuierliche medikamentöse Versorgung benötigten. Viele Patienten unterbrachen ihre Therapie, weil sie fürchteten, sich bei einem Krankenhausbesuch mit Ebola anzustecken. Aus diesem Grund führte Ärzte ohne Grenzen zwischen April und Juni 2014 eine sechsmonatige Medikamentennachschub-Strategie ein: Stabile HIV-Patienten mussten nur zweimal pro Jahr in die Klinik kommen, um ihre antiretroviralen Arzneimittel abzuholen. Dank dieser Strategie hatten im März 2015 mehr als 90 Prozent der HIV-Patienten ihre Therapie fortgesetzt. Andere Organisationen berichteten über eine weitaus niedrigere Therapietreue.
  • Während in Guinea Ebola viele Todesopfer forderte, ist HIV relativ wenig verbreitet. Die Epidemie betrifft nur 1,7 Prozent der Bevölkerung. Allerdings erhält nur jeder vierte HIV-positive Mensch die lebensverlängernden antiretroviralen Medikamente. Seit 2003 leistet Ärzte ohne Grenzen in Guinea hochwertige HIV-Versorgung. Dies schließt Strategien wie den sechsmonatigen Medikamentennachschub sowie die Viruslastüberprüfung ein. Letztere ist eine wichtige Labormaßnahme, um die Anzahl der HI-Viren im Blut zu überprüfen. Daran lässt sich erkennen, ob eine Therapie erfolgreich ist oder nicht. Ärzte ohne Grenzen betreute im Jahr 2015 in Matam eine Einrichtung, in der ein paar Betten für einfache HIV-Fälle zur Verfügung standen. Zudem unterstützten die Teams sechs Gesundheitszentren, in denen die HIV-Versorgung in die Basisgesundheitsdienste integriert wurde. Ärzte ohne Grenzen stellte dafür Training und Mentoring zur Verfügung. Insgesamt betreuten die Teams ein Fünftel aller Menschen, die in Guinea positiv auf HIV diagnostiziert und behandelt wurden.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1984 Hilfe in Guinea an.

Aktuelle Informationen zum Stand von Ebola in Guinea finden Sie hier.