Unsere Hilfe für Flüchtlinge in Malaysia

Unsere Hilfe für Flüchtlinge in Malaysia gilt Menschen, die vor Gewalt und Verfolgung in ihren Herkunftsländern, wie Myanmar oder Indonesiens Provinz Aceh, geflohen sind. Sie leben in Malaysia in einer Grauzone, ohne offiziellen Status und ohne Rechte. Es ist schwierig für sie, Zugang zu medizinischer Versorgung zu erhalten.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte 2018 die Hilfe in Malaysia fort, um die staatenlosen Rohingya und andere Geflüchtete im Bundesstaat Penang medizinisch zu versorgen.

Die Hilfe in Malaysia für Flüchtlinge im Einzelnen (Auszug):

  • Bereits im Jahr 2015 startete Ärzte ohne Grenzen medizinische Hilfe in Malaysia, um Geflüchtete zu unterstützen. Die Regierung hat die UN-Flüchtlingskonvention von 1951 nicht unterzeichnet. Sowohl Flüchtlinge als auch Migranten werden durch nationales Recht kriminalisiert. Sie laufen ständig Gefahr, inhaftiert zu werden, was enorm belastend ist. Dies kann auch dazu führen, dass Patientinnen und Patienten kein Krankenhaus aufsuchen oder ihre Behandlung unterbrechen.
  • Die Hilfe in Malaysia umfasste 2018 insgesamt 45 mobile Kliniken. Unsere Teams hielten 3.500 medizinische Konsultationen ab, klärten in Lernzentren für Flüchtlingskinder über Gesundheitsthemen auf, wie Dengue Fieber oder Hygienefragen, und verteilten Sanitärmaterial.
  • Im Oktober 2018 eröffnete Ärzte ohne Grenzen ein Gesundheitszentrum auf der Insel Penang, wo viele nicht-registrierte Migranten und Geflüchtete lebten. Bis Ende Dezember hatten die Teams bereits 1.800 Konsultationen abgehalten und 113 Patientinnen und Patienten in Krankenhäuser überwiesen. Zudem erhielten 780 Personen psychologische Aufklärungsgespräche, psychosoziale Hilfe und Beratung.
  • Ärzte ohne Grenzen weitete die Hilfe in Malaysia aus, indem die Teams Hochrisikogruppen, wie Überlebende von Menschenhandel in die Gesundheitsversorgung einschlossen. Ärzte ohne Grenzen arbeitete in fünf offiziellen Schutzzentren für Überlebende von Menschenhandel in Kuala Lumpur, Negeri Sembilan und Johor Bahru. Die Teams betreuten mobile Kliniken, überwiesen Kranke an öffentliche Gesundheitseinrichtungen und spendeten Medikamente. Sie wiesen auch darauf hin, dass es einen Engpass bei der psychologischen Versorgung aufgrund von Sprachbarrieren gab, da die Überlebenden zehn unterschiedliche Nationalitäten aufwiesen. 2018 leisteten die Teams daher psychosoziale Hilfe und boten den Überlebenden von Menschenhandel Beratungsgespräche in ihrer Muttersprache an.
  • Im Rahmen der Hilfe in Malaysia betreuten unsere Teams mit der Organisation „Mercy Malaysia“ mobile Kliniken und führten Wasser- und Sanitäraktivitäten in der Belantik-Haftanstalt in Kedah durch, im Nordwesten der Insel Penang. Im Dezember organisierten wir zusammen ein Symposium mit dem Ziel, für Flüchtlinge und Asylsuchende den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu verbessern.
  • Ärzte ohne Grenzen engagierte sich auch weiterhin für den Schutz von Asylsuchenden. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) beschränkte 2018 erneut die Asylansprüche für Flüchtlinge aus Myanmar, einschließlich der Rohingya, die rund 87 Prozent aller Asylanträge in Malaysia ausmachen. Eine kleine Anzahl von Nichtregierungsorganisationen kann Asylanträge über den UNHCR einreichen, wenn die Antragsteller besonders bedürftig sind. 2018 reichte Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Malaysia 612 derartiger Asylanträge ein.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 2004 Hilfe in Malaysia an.