Unsere Hilfe für Flüchtlinge in Malaysia

Unsere Hilfe für Flüchtlinge in Malaysia gilt Menschen, die vor Gewalt und Verfolgung in ihren Herkunftsländern, wie Myanmar oder Indonesiens Provinz Aceh, geflohen sind. Sie leben in Malaysia in einer Grauzone, ohne offiziellen Status und ohne Rechte. Es ist schwierig für sie, Zugang zu medizinischer Versorgung zu erhalten.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen arbeitete 2017 weiterhin in Malaysia: Flüchtlinge und Überlebende von Menschenhandel erhielten medizinische Unterstützung.

Die Hilfe in Malaysia für Flüchtlinge im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen unterstützte 2017 in Malaysia Flüchtlinge. Die Teams betreuten 51 mobile Kliniken und hielten insgesamt 4.862 Konsultationen ab. 893 Patientinnen und Patienten wurden an stationäre Einrichtungen überwiesen. Diese Hilfe umfasste Geburtsnothilfe, Neugeborenen-Versorgung, Behandlung von Verletzungen, Tuberkulose und chronischen Krankheiten. Etwa 65 Prozent der Patientinnen und Patienten waren in Malaysia Flüchtlinge, die nicht registriert waren. Die Mehrzahl von ihnen sind Rohingya, deren rechtlicher Status so unklar ist, dass sie oft keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Im Jahr 2018 wird Ärzte ohne Grenzen eine basismedizinische Klinik in Penang eröffnen. Dort haben sich viele Migranten unterschiedlicher Herkunft niedergelassen.
  • Ab Anfang 2017 hielt Ärzte ohne Grenzen ambulante Konsultationen in öffentlichen Unterkünften ab, in denen vor allem Opfer von Menschenhandel untergekommen waren. Die Teams verteilten Hygienekits und klärten über Gesundheitsfragen auf. Es profitierten in Malaysia Flüchtlinge aus Thailand, Kambodscha, Vietnam, Indonesien, China, Myanmar, Malaysia, Nepal, Bangladesch und von den Philippinen von dieser Hilfe. Insgesamt waren es 297 Personen.
  • An den Stränden von Langkawi, wo viele Migranten ankommen, haben sich die Teams mit Fischergemeinden und lokalen Behörden gut vernetzt. Das ist hilfreich für die ersten Hilfsmaßnahmen, wenn neue Boote mit Migranten anlanden. Die Teams organisierten 2017 zwei Workshops für die Fischer.
  • Ärzte ohne Grenzen engagierte sich auch für den Schutz von Asylsuchenden und Flüchtlingen in Malaysia. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) beschränkte 2017 erneut die Asylansprüche für ethnische Gruppen aus Myanmar, d.h. rund 90 Prozent aller Asylanträge in Malaysia. Eine kleine Anzahl von Nichtregierungsorganisationen kann Asylanträge über den UNHCR einreichen, wenn die Antragsteller besonders bedürftig sind. Im Verlauf des Jahres überwies Ärzte ohne Grenzen 439 Asylanträge von Flüchtlingen in Malaysia an den UNHCR, was 31 Prozent aller über das Flüchtlingshilfswerk eingereichten Asylanträge entsprach.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 2004 für Migranten und Flüchtlinge in Malaysia.