Unsere Hilfe in der Elfenbeinküste

Schwangere Frauen warten auf ihre Untersuchung im Krankenhaus in Katiola. Unsere Hilfe in der Elfenbeinküste konzentriert sich auf diese Region, in der weiterhin viele Frauen bei der Geburt sterben.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte im Jahr 2018 die Hilfe in der Elfenbeinküste fort, um vor allem die Gesundheit von Müttern und Kindern zu verbessern.

Die Hilfe in der Elfenbeinküste im Einzelnen (Auszug):

  • Medizinische Hilfe in der Elfenbeinküste blieb für Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2018 eine wichtige Aufgabe. Nach Jahrzehnten der Instabilität erholt sich das ivorische Gesundheitssystem nur langsam von den politischen und militärischen Krisen der Jahre 2002 bis 2010. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bleibt die Müttersterblichkeitsrate mit 645 Todesfällen bei 100.000 Lebendgeburten sehr hoch. Für das Gesundheitsministerium hat die Müttergesundheit daher höchste Priorität. Es bietet allen Schwangeren eine kostenlose medizinische Versorgung an. Allerdings behinderten Budget-Engpässe, fehlender Nachschub von Medikamenten und ein Mangel an ausgebildetem Gesundheitspersonal den Zugang von Frauen und ihren Säuglingen zu qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung.
  • Im Rahmen der Hilfe in der Elfenbeinküste unterstützte Ärzte ohne Grenzen bereits seit 2014 die Gesundheitsbehörden in der ländlichen Region Hambol: Im Referenzkrankenhaus in Katiola betreute unser Team die Mütter- und Neugeborenen-Station sowie den Operationssaal. 793 Säuglinge wurden hier im Jahr 2018 versorgt. Wir stellten medizinisches Material und Personal zur Verfügung und trainierten die Fachkräfte im Krankenhaus in Dabakala, Niakara sowie in sechs Gesundheitszentren. Zu dieser Hilfe in der Elfenbeinküste gehörte auch die Einrichtung eines Überweisungssystems für Geburts- und Neugeborenen-Notfälle.
  • Um die Mutter-Kind-Übertragung von Hepatitis B zu verringern, führte Ärzte ohne Grenzen in Kooperation mit den Gesundheitsbehörden eine systematische Impfung direkt nach der Geburt in allen Einrichtungen ein, die von unseren Teams betreut wurden. Auf diese Weise wurden im Jahr 2018 mehr als 11.000 Neugeborene gegen Hepatitis B geimpft.
  • Bei Bedarf reagierten die Teams im Rahmen der Hilfe in der Elfenbeinküste auch auf Notsituationen. So verteilten sie im September Plastikplanen, Kochutensilien und Decken an rund 100 Familien, die ihr Zuhause in Attienhaka verloren hatten. Das Dorf liegt etwa 15 Kilometer von Katiola entfernt und wurde als Racheakt nach einem Verbrechen teilweise niedergebrannt. Diese humanitäre Hilfe in der Elfenbeinküste war nur punktuell.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1990 Hilfe in der Elfenbeinküste an.